Der Papst – sehr deutsch

Wenn Benedikt XVI. tatsächlich – wie er jetzt wieder und wieder verbreiten lässt und auch selbst beteuert – mit seinem dem Mittelalter entlehnten Zitat im Text des Regensburger Vortrags dazu mahnen wollte, Religion nicht mit Gewalt durchzusetzen, dann hat er sich selbst einen Bärendienst erwiesen.Denn es hätte ein Blick auf die zweitausendjährige Geschichte des Christentums genügt, um ausreichend Belege und Zitate für Gewaltanwendung zur Durchsetzung des »richtigen« Glaubens, nämlich den der Jesus-Nachfahren und da ganz besonders der Katholiken, zu finden. Er aber sah den Balken im eigenen Auge nicht, sondern verwies auf den Fremdkörper im fremden. Selbstkritik war ihm fremd; der Zeigefinger richtete sich auf andere. Er ist eben wirklich ein deutscher Papst.

Siehe auch:
Arno Widmann: Die Wahrheit ausgeklammert. (BZ v. 18.09.06)

Eine Antwort zu “Der Papst – sehr deutsch”

  1. renate44 sagt:

    Kurzer Widerspruch zum 16.9.:
    nein- es ist kein wirklich deutscher Papst, sondern nur wieder eine dieser unfehlbaren Säulen der römisch-katholischen Kirche, die dank ihrer Nähe zum Übervater immer schon wusste, wer die Guten und wer die Bösen auf Erden sind.

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