Archiv für Oktober 2006

Golf Plusquamperfekt

Dienstag, 31. Oktober 2006


Besteigt man heute ein Auto, dann fühlt man sich schnell – passend zu Halloween – wie in einer Geisterbahn. Sofort blinken im Cockpit, wie die einstige Armaturentafel heute hochfliegend genannt wird, Dutzende Lichter auf, die dir anzeigen, was alles ausfallen kann, sobald du das Gefährt in Bewegung setzt. Aber sogleich wirst du beruhigt, wenn der Motor läuft, denn alle Lichter, die jetzt verlöschen, signalisieren: Diese Funktionen funktionieren. (mehr …)

Das neue ultimative Sendungsbewusstsein

Montag, 30. Oktober 2006

Nicht zu Unrecht wurde am Sozialismus etwas beklagt, was man vielleicht – noch wohlwollend – als ultimatives Sendungsbewusstsein bezeichnen könnte. Gemeint ist damit die Überzeugung, genau zu wissen, was dem Menschen besonders gut tut und danach dann in wilder Entschlossenheit zu handeln, also auch einmal die anderen zum ihrem Glück zu zwingen, wenn sie es denn selbst nicht richtig erkennen. (mehr …)

Dokument des Scheiterns

Samstag, 28. Oktober 2006


Entkleidet man das Buch, das Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder diese Woche auf den Markt brachte, aller beschönigenden Redundanz, dann bleibt hinter dem Nebelvorhang wohlklingender Worte, eitler Selbstbespiegelung und der Schuldzuweisung an andere nur ein Häufchen Unglück übrig, ein splitternackter Kaiser, dessen Scheitern sofort offenbar wird, wenn man sich die Fakten seiner siebenjährigen Regentschaft ansieht. (mehr …)

Deutsche Marine zwischen den Nahost-Stühlen

Freitag, 27. Oktober 2006


Nur wer total blauäugig an den Kampfeinsatz der deutschen Marine vor der libanesischen Küste herangegangen ist und zudem die entsprechende UNO-Resolution nicht richtig gelesen hat, kann überrascht darüber sein, dass es jetzt im Mittelmeer zu Konflikten gekommen ist – und zwar nicht mit Libanon, sondern mit Israel. Israelische Flugzeuge feuerten Schüsse auf die deutschen Schiffe ab und zwangen einen Hubschrauber, der von dort aufgestiegen war, zum Rückkehr. (mehr …)

Der Fluch des Kriegseinsatzes

Donnerstag, 26. Oktober 2006



Wer in den Krieg zieht, kommt anders heraus als er hineingegangen ist. Und selbst wenn er dann an Leib und Gesundheit unversehrt ist, kann er doch die seelischen Schäden nicht leugnen, die der tägliche Tod bei ihm hinterlassen hat. (mehr …)

Friedhofsruhe an der Rentenfront

Mittwoch, 25. Oktober 2006



Die Rente mit 67 ist durchgewunken, und kaum einer regt sich noch darüber auf. Noch – nicht! Denn vielen scheint das Inkrafttreten der neuen Regelung in weiter Ferne zu liegen; man hat genug aktuelle Sorgen, um sich nicht auch noch mit denen der ferneren Zukunft zu beschäftigen. (mehr …)

Privatisierungprobleme – nicht nur in der Luft

Dienstag, 24. Oktober 2006


Es lag gewiss nicht in der Absicht des eher als wirtschaftsliberal geltenden Bundespräsidenten, gegen ein Gesetz vorzugehen, mit dem unternehmerische Initiative gefördert und zugleich der Staat von einer kostenintensiven Aufgabe entlastet werden sollte. (mehr …)

Die ungarische Frage

Montag, 23. Oktober 2006


Die ungarische Revolution hat 1956 – für fast 50 Jahre – eine Auszeit genommen. Jetzt erst geht sie offensichtlich weiter – vielleicht bis hin zur endgültigen Klärung der Frage, die damals offen blieb: War der Aufstand des Oktober 1956 eine antikommunistische Konterrevolution oder eine lange herangereifte, dann aber spontane Aktion des Volkes, um den Sozialismus auf demokratische Wege zu führen? (mehr …)

Neues aus der Unterschicht

Samstag, 21. Oktober 2006


Auf ihrer Immobilienseite berichtet die »Berliner Zeitung« heute von einem Urteil des Amtsgerichts Berlin-Kreuzberg über die Ablehnung einer Modernisierungsmaßnahme. Der Vermieter wollte die Ofenheizung einer Altbauwohnung durch eine Gaszentralheizung ersetzen und gleichzeitig die noch vorhandenen Einfachfenster gegen Isolierglasfenster austauschen. (mehr …)

Prekäre Hauptstadt

Freitag, 20. Oktober 2006



Armut, so lernen wir aus der gegenwärtigen Diskussion über die Unterschicht, ist zwar in der Regel mit fehlendem Geld verbunden, darauf aber nicht zu reduzieren. (mehr …)