Von Irak nach Nordkorea



Veränderungen im weltpolitischen Gefüge erkennt man mitunter in eher unscheinbaren Vorgängen. Noch im Jahre 2003 ist es den USA gelungen, eine »Koalition der Willigen« für einen Krieg zusammenzubekommen, der einzig und allein ihren, den amerikanischen machtpolitischen und ökonomischen Interessen entsprach – und das nicht einmal durch Fakten, sondern mittels eines durchschaubaren Lügengebäudes. Diese »willigen« Staaten waren damals sogar bereit, junge Menschen ihrer eigenen Länder für solche US-Interessenpolitik zu opfern, die – wie viele schon damals wussten und was heute gesicherte Erkenntnis ist – mit dem Kampf gegen den Terrorismus nichts zu tun hatte.

Heute, gut drei Jahre später, gelingt es den USA kaum noch, eine solche Koalition gegen Nordkorea und Iran zu schmieden, obwohl hier die Bedrohung durch Verbreitung von Atomwaffen eine Tatsache ist und eine erfolgversprechende Politik dagegen dringend erforderlich wäre. Aber das amerikanische Konzept, auch dieses Problem machtpolitisch und nicht diplomatisch anzugehen, findet wenig Gegenliebe in der Region. Bei China, einem der Rivalen der USA, wäre das noch verständlich, aber auch Südkorea, sonst ein enger amerikanischer Verbündeter, hält nichts von militärischen Drohgebärden oder gar entsprechenden Aktionen. Der amerikanischen Absicht, den Konflikt zur Durchsetzung eigener Ziele zu nutzen und andere dafür einzuspannen, setzen sie ihr Interesse entgegen, das Problem gewissermaßen asiatisch anzugehen – in der Sache wie in der Form. Die amerikanische Außenministerin sieht da plötzlich – bei aller gefährlichen Macht, die unverändert hinter ihr steht – wie eine hilflose Bittstellerin aus und nicht mehr, wie ihr Vorgänger einst vor der UNO, wie der große Zampano, dem ein paar Lügen reichen, die widerstrebende Welt auf seine Seite zu ziehen,.

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