Mixa, der Kater im Fuchs

Nachdem der katholische Augsburger Bischof Mixa Frauen, die ihre Kinder beizeiten in eine Krippe geben, um – unter anderem – ihren Beruf weiter ausüben zu können, als »Gebärmaschinen« bezeichnete, soll nun der SPD-Vorsitzende Kurt Beck eben jenen Bischof Mixa mit einem kastrierten Kater verglichen haben, »der nur noch berät«. Auch auf die Gefahr hin, mich erneut mit einer Pädagogin a.D. mit beträchtlicher biologischer Bildung anzulegen, möchte ich doch vermerken, dass kastrierte Kater gewöhnlich nicht durch besondere Aggressivität auffallen, sondern eher durch Faulheit und Gemütlichkeit. Wild und ungezügelt sind – wie Alfred Brehm es beschrieb – »die Kater unter sich der Weiber willen«. Dies möchte dem Bischof nicht unterstellt werden, doch ist er statt einem kastrierten eher vielleicht einem verhinderten Kater vergleichbar, der die Säfte spürt, ihren Ausbruch aber unterdrücken muss – des Gelübdes wegen.

Es kann schon frustrierend sein, eine »Gebärmaschine« nie in Gang gesetzt zu haben, weil man es nicht durfte. Da verfällt man leicht auf solch abwertende Bezeichnungen, um die Unerreichbarkeit zu kompensieren – wie jener Fuchs in Äsops Fabel, der die Trauben, die ihm zu hoch hingen, kurzerhand für sauer erklärte. Äsop lobte ihn darum als weise, was man vom Bischof nicht sagen kann. Weil in ihm doch noch ein wenig Kater hockt, nicht kastriert?

Eine Antwort zu “Mixa, der Kater im Fuchs”

  1. tyndra sagt:

    gut möglich, dass hier das schlechte gewissen ob des vorhandenseins „perverser“ gelüste sich in den vordergrund spielte. vielleicht auch einfach ausdruck eines weltbildes, in dem das weibliche an sich verdorben und schlecht ist. erst recht, wenn es nicht züchtig und klein kuscht, sondern gar eine lebenspläne hat. 🙂

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