Die Kraniche zu Halloween

Halloween ist inzwischen eine Mode, die sich weit vom ursprünglichen Sinn des Festes entfernt hat. Einst ging es um eine alte keltische Legende, nach der in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November die Geister der Toten Kontakt zu den Lebenden aufnehmen konnten. Ein weites Feld …, auf dem sich in diesen Herbsttagen auch die Kraniche bewegen. Und zwischen beidem – dem Reich der Toten und dem Flug der Kraniche – hat bereits vor 211 Jahren ein deutscher Dichter einen genialen Bezug hergestellt: Friedrich Schiller.

Was also liegt näher, als sich in dieser Nacht der »Kraniche des Ibykus« aus dem Jahre 1797 zu erinnern. Nicht indem hier der Text angehängt wird, sondern im Video des Vogelflugs, dessen erster Teil an der spannendsten Stelle abbricht, ehe der zweite Teil die Lösung bringt. Man kann also Halloweens auch ohne jede Albernheit gedenken, sondern aus diesem Anlass ganz nebenbei etwas für die eigene Bildung tun.

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Eine Antwort zu “Die Kraniche zu Halloween”

  1. Markus sagt:

    Wenn denn der Vergleich erlaubt sei, so kann man Halloween und Allerheiligen mit Ausbildung und Bildung in eine Verbindung setzen.

    So oberflächlich Halloween uns heute daherkommt und so tiefgründig Allerheiligen sein sollte, so scheint es auch um das Verhältnis von Ausbildung und Bildung ziemlich prekär bestellt zu sein. Denn berufliche Aus- und Weiterbildung ist fast ausschließlich auf die wirtschaftliche Verwertung in der „Wissensgesellschaft“ bezogen angelegt und Bildung im emphatischen Sinne des Wortes als ganzheitliche Menschen- und Persönlichkeitsbildung wird in diesen trüben Zeiten der „ökonomisierten Rasiermesser“-Politik nur ein nachrangiger Stellenwert zugemessen.

    Als Appell zum Nachdenken an einem dunklen Feiertag wie diesem möchte man daher wünschen, daß sich wieder mehr besinnliches „Allerheiligen“ in der Bildungspolitik gegenüber der schrillen „Halloween“-Ausbildung durchzusetzen vermag, damit das Wissen vom Wichtigen und Richtigen in der Informationsflut des Nichtigen und Trivialen nicht völlig untergeht. Fürwahr ein frommer Wunsch.

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