Unrecht am Hindukusch gebiert Unrecht in Berlin

Es ist allemal besser, dass jetzt gravierende Fehlleistungen an der »Heimatfront« und nicht neue Hiobsbotschaften aus dem Kampfgebiet in Afghanistan den dortigen Militäreinsatz einmal mehr in Frage stellen. Zwar waren es konkret der gern von oben herab auftretende Generalinspekteur der Bundeswehr und ein Staatssekretär im Verteidigungsministerium, möglicherweise aber auch Ex-Minister Franz Josef Jung – und hinter ihm Roland Koch, die Angela Merkel und die gesamte Bundesregierung erneut in eine missliche Lage brachten, aber der Hauptgrund für den neuen Skandal liegt natürlich darin, dass deutsche Soldaten überhaupt in der Ferne den Kopf für ein korruptes, undemokratisches Regime hinhalten müssen, nur weil USA und NATO in Asien machtstrategische Ziele verfolgen.

Immer weniger wird dieser Einsatz, der nach der kürzlichen Wahlfarce einzig dazu dient, eine vom Volk keineswegs mit einem neuen Mandat ausgestattete Regierung auf westlichen Bajonetten im Amt zu halten, in Deutschland unterstützt; vielmehr wächst die seit Monaten stabile Mehrheit, die einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordert. Das jedoch widerspricht dem strategischen Konzept der NATO, und deshalb wird versucht, durch unzureichende und – wie sich jetzt zeigt – sogar falsche Informationen dieses Meinungsbild zu verändern. Dabei verwundert nicht, dass der kürzlich aus dem Verteidigungs- ins Arbeitsressort gewechselte Koch-Vertraute Franz Josef Jung besonders bedenkenlos vorging; er hatte schließlich seine diesbezüglichen »Qualitäten« bereits beim Schwarzgeld-Skandal der CDU nachgewiesen, als er ebenfalls mit Lügen und Verschleierungen operierte.

Der Vorgang zeigt, dass Unrecht, wie es die NATO in Afghanistan spätestens seit der weitgehenden Zerschlagung der Al-Quaida-Terrorstrukturen praktiziert, stets neues Unrecht gebiert – und sei es bei den Schreibtischtätern in Berliner Amtsstuben. Ein Zipfelchen davon ist jetzt ans Licht gekommen, und man kann sicher sein, dass die schwarz-gelbe Regierung es schnell wieder zu verbergen suchen wird – in einem Untersuchungsausschuss, der nach allen Erfahrungen mit solchen Gremien eher weiterer Verschleierung als tatsächlicher Aufklärung dienen dürfte. Und vielleicht mit einem Bauernopfer in Gestalt Franz Josef Jungs. Anfang der 90er Jahre hatte er schon Koch retten müssen, nun ist es wohl gar die Bundeskanzlerin, die dieses Opfers des nicht einmal so recht zur Intrige fähigen Hessen bedarf.

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Eine Antwort zu “Unrecht am Hindukusch gebiert Unrecht in Berlin”

  1. eule70 sagt:

    Deine Vorhersage ist eingetroffen, das Bauernopfer hat stattgefunden.
    Wenn nun endlich die Mehrheit unserer Bundestagsabgeordneten die Konsequenzen ziehen und eine Verlängerung des Mandats ablehnen würde, oder wenigstens mit der Auflage einer klaren und verbindlichen Abzugsstrategie versehen würde!
    Im Augenblick laufen ja überall Appelle und Unterschriftenlisten in dieser Richtung. Ich unterschreibe alle, die mir von irgendwoher in die Hände oder auf den Computer kommen, und kann nur raten, dass es möglichst viele tun.

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