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	<title>blogsgesang.de &#187; Afghanistan</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Wirklich ernst hat Westerwelle seine Libyen-Abstinenz nicht gemeint</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 20:38:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Fast kann einem Guido Westerwelle schon leid tun. Erst ist es ihm gelungen, einen fulminanten Wahlerfolg innerhalb weniger Monate so total zu verspielen, dass er als FDP-Parteivorsitzender und Vizekanzler – v&#246;llig zu Recht – zur&#252;cktreten musste. Nun wackelt auch noch sein Ministersessel; das allerdings wegen einer Entscheidung, bei der ihm nichts vorzuwerfen ist – au&#223;er dass er jetzt unter dem Druck eines bellizistischen Politikverst&#228;ndnisses opportunistisch davon abr&#252;ckte.<span id="more-3191"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Denn die damalige Position des Au&#223;enministers, sich in der UNO einer Resolution zu enthalten, die mit milit&#228;rischen Mitteln in den inneren Konflikt in Libyen einzugreifen beabsichtigte – seinerzeit &#252;brigens<a href="http://www.ftd.de/politik/international/:nato-aktion-in-libyen-westerwelle-will-nicht-in-krieg-gezogen-werden/60024290.html" target="_blank"><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/cf811aca4c9b4bd8bc90e8c77add4f42" alt="" width="1" height="1" /> unterst&#252;tzt von der gesamten Bundesregierung</a> – war nicht nur damals v&#246;llig richtig. Sie ist es auch heute noch, weil sich die Geb&#252;hrlichkeit von Au&#223;enpolitik nicht zuerst an ihrem Erfolg oder Misserfolg bemisst, sondern an der Orientierung am internationalen Recht und der in ihm ausgedr&#252;ckten Verantwortung f&#252;r ein gedeihliches Zusammenleben der V&#246;lker.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unter diesem Gesichtspunkt war und ist nicht zu billigen, wenn ein Staat oder eine Staatengruppe sich anma&#223;en, &#252;ber die K&#246;pfe der Menschen in welchem Land auch immer hinweg zu entscheiden, was f&#252;r sie gut oder schlecht ist und davon ausgehend dann auch noch das vermeintlich Gute herbeizubomben. Es ist noch weniger zu billigen, wenn sich diese Politik nassforsch &#252;ber Geist und Buchstaben einer UNO-Resolution hinwegsetzt, indem sie sie so auslegt, dass die eigenen Interessen damit durchgesetzt werden k&#246;nnen – und das dann auch umgehend tut. Das Libyen-Abenteuer der NATO war und ist in diesem Sinne eine <a href="http://www.blogsgesang.de/2011/03/19/westen-eroeffnet-neuen-krieg-in-der-arabischen-welt/" target="_blank">direkte Fortsetzung der Invasionspolitik</a>, wie sie gegen&#252;ber Afghanistan und Irak betrieben wurde; es ist zu erwarten, dass sie ein &#228;hnlich unr&#252;hmliches Ende nimmt. Auch am Hindukusch f&#252;hlte sich die westliche Allianz angesichts anf&#228;nglicher Erfolge schon als Sieger, und im Irak verk&#252;ndete George W. Bush mit stolzgeschwellter Brust, die Mission sei erf&#252;llt. Beides hat sich als Trugschluss erwiesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Man h&#228;tte erwarten k&#246;nnen, dass der Westen aus diesen beiden Niederlagen lernt und sich k&#252;nftig von einem Denken, das den Krieg als Instrument zur L&#246;sung eines Konflikts nicht nur favorisiert, sondern beinahe als alternativlos erkl&#228;rt, abwendet – aus prinzipiellen Erw&#228;gungen zum Schutz der Menschenrechte, deren oberstes die Erhaltung des Lebens und der k&#246;rperlichen Unversehrtheit ist, und eben der schlechten Erfahrungen wegen. Man hatte gehofft, dass die Entscheidung der Bundesregierung, die fatale UNO-Resolution zu Libyen nicht mitzutragen, aus solchen &#220;berlegungen erwachsen ist und damit ein<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0829/meinung/0043/index.html" target="_blank"> neues Element in die internationalen Beziehungen</a> bringt, das – wie unter anderem die Abstimmung in New York zeigte – eben nicht nur von Russland und China, sondern auch von neuen M&#228;chten wie Brasilien, Indien und S&#252;dafrika angestrebt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tats&#228;chlich aber setzte sich in der NATO zun&#228;chst das alte Denken in &#252;berholten Ost-West-Kategorien durch. Und auch die Bundesregierung hat mit ihrem faktischen Abr&#252;cken von der damaligen Entscheidung bewiesen, dass sie damit keine au&#223;enpolitische Innovation im Sinn hatte, sondern einfach nur – in der Endphase wichtiger Landtagswahlk&#228;mpfe – auf die gro&#223;e Mehrheit in der Bev&#246;lkerung reagierte, die eine Kriegsteilnahme deutscher Soldaten in Libyen ablehnte. Dies wird inzwischen als »innenpolitisches Kalk&#252;l« diffamiert; es ist aber ungeachtet der fragw&#252;rdigen Motive der schwarz-gelben Koalition allemal eine bessere Entscheidung als die Unterwerfung deutscher Au&#223;enpolitik unter Interessen, die von Staaten diktiert werden, die noch immer in altem bellizistischem Denken befangen sind. Denn immerhin ging es dabei um die Vermeidung sinnloser Kriegsopfer – und das nicht nur auf deutscher Seite, sondern auch in Libyen selbst, wo nach dem Terror der Gaddafi-Truppen <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0830/meinung/0068/index.html" target="_blank">nun jener der »Sieger« droht</a>, unter den fest verschlossenen Augen der NATO .</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun mag der Diktator Mohammed al-Gaddafi ein ziemlich ungeeignetes Objekt daf&#252;r sein, einen solchen globalen Paradigmenwechsel zu begr&#252;nden oder gar zu vollziehen, aber auch er ist nicht vom Himmel gefallen, sondern in gewisser Weise <a href="http://www.blogsgesang.de/2011/03/17/lernen-bei-gaddafi/" target="_blank">Produkt langj&#228;hriger westlicher Politik</a>. Als er einst antrat, vertrat er in der &#252;berwiegend feudalistisch gepr&#228;gten arabischen Welt durchaus fortschrittliche Ziele, wollte sein Volk aus den Fesseln mittelalterlicher islamistischer Rituale befreien und am &#214;lreichtum des Landes partizipieren lassen. Damit st&#246;rte er die Kreise nicht nur der arabischen Potentaten, sondern auch der westlichen &#214;lkonzerne – und von beiden wurde er alsbald zum Schurken erkl&#228;rt, was ihn folgerichtig in die Arme des anderen Weltsystems trieb. Gaddafi lehnte sich fortan an die sozialistischen L&#228;nder an, was den westlichen Zorn auf ihn noch verst&#228;rkte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nat&#252;rlich erkannte der junge Herrscher schnell die M&#246;glichkeiten, die ihm die &#246;stliche R&#252;ckendeckung bot. Er vergalt dem Westen manche fr&#252;here Dem&#252;tigung, provozierte ihn mit brutalen Terrorakten und konnte sich dabei immer auf den Schutz aus dem Osten verlassen, der ihn auch milit&#228;risch aufr&#252;stete. Als sich nach 1989 diese Situation abrupt wandelte, verstand es Gaddafi, sich schnell dem Westen anzudienen, ihm den Zugriff auf das libysche &#214;l zu erm&#246;glichen und gleichzeitig westliche Erwartungen hinsichtlich der Unterbindung von Fl&#252;chtlingsstr&#246;men effizient zu erf&#252;llen; daf&#252;r nahmen sie ihn nun – wenn auch widerwillig – in den Kreis ihrer Verb&#252;ndeten auf, einschlie&#223;lich der Versorgung mit Kriegsmaterial. Die Waffen, die jetzt durch ausgedehnte Luftschl&#228;ge zerst&#246;rt wurden, stammten zwar nicht nur, aber doch zu einem wesentlichen Teil aus westlicher Produktion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sie hofierten ihn derart, dass er glaubte, sich weiterhin dem&#252;tigende Symbolhandlungen erlauben zu k&#246;nnen, was die Geduld seiner neuen Freunde arg strapazierte. So nahm es nicht wunder, dass sie die erste beste Gelegenheit ergriffen, sich seiner zu entledigen, ohne sich freilich daf&#252;r zu interessieren, was sein Volk dar&#252;ber dachte. Viele Libyer waren zwar seiner auch l&#228;ngst &#252;berdr&#252;ssig, zumal das anf&#228;ngliche Bem&#252;hen um sozialen Ausgleich l&#228;ngst der Anh&#228;ufung von Reichtum bei einer kleinen, ihm treu ergebenen Kaste untergeordnet worden war, verbunden mit der brutalen Verfolgung jeder Kritik. Das hat den Osten wie auch lange den Westen nicht interessiert. Der Widerstand gegen Gaddafi war nicht erst seit j&#252;ngstem im Volk verwurzelt, aber nat&#252;rlich bedeutet dies keine Unterordnung unter westliche Interessen und Erwartungen, im Gegenteil. Und schon gar nicht sagt es etwas dar&#252;ber, wie die verschiedenen politischen Kr&#228;fte in Libyen sich die Zukunft ihres Landes vorstellen; hier wird der Westen demn&#228;chst noch manche &#220;berraschung erleben. Und sp&#228;testens dann d&#252;rfte sich r&#228;chen, dass altes, &#252;berholtes Denken in den Kategorien des Krieges Ma&#223;stab westlichen Handelns war. Und dass auch der deutsche Au&#223;enminister seine Libyen-Abstinenz nicht wirklich ernst gemeint hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Anhaltende Kernschmelze in der Union</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 12:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(pri) Im Herbst 2010 wollte die schwarz-gelbe Koalition mit dem »Durchregieren« beginnen. Doch weder hierzulande noch im fernen Fukushima lie&#223; sich die Welt nach dem eigenen Bilde formen.  Nicht nur Angela Merkels Atomkurs versch&#228;rft die Widerspr&#252;che zwischen den innerparteilichen Fl&#252;geln in CDU und CSU. Manche in der CDU malen schon Horrorszenarien und sehen – wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Im Herbst 2010 wollte die schwarz-gelbe Koalition mit dem »Durchregieren« beginnen. Doch weder hierzulande noch im fernen Fukushima lie&#223; sich die Welt nach dem eigenen Bilde formen.  Nicht nur Angela Merkels Atomkurs versch&#228;rft die Widerspr&#252;che zwischen den innerparteilichen Fl&#252;geln in CDU und CSU.<span id="more-2847"></span></p>
<p>Manche in der CDU malen schon Horrorszenarien und sehen – wie Josef Schlarmann, der Vorsitzende ihrer Mittelstandsvereinigung – den »Markenkern« der Union besch&#228;digt. Auch der Energiepolitiker Thomas Barei&#223; klagt: »Wir verabschieden uns thematisch von unserer Kernklientel und gewinnen bei neuen W&#228;hlern trotzdem keine Glaubw&#252;rdigkeit.« Eine »Kernschmelze« also auch bei der CDU – als ferner Widerhall des atomaren Super-GAUs von Fukushima?</p>
<p>Tats&#228;chlich ist die derzeitige Lage der Unionsparteien alles andere als komfortabel. Sie fuhren im Verein mit ihrem Koalitionspartner FDP nicht nur in den L&#228;ndern eine vernichtende Wahlniederlage nach der anderen ein. Sie sch&#252;rten mit einem verfehlten Regierungskurs in der Bev&#246;lkerung die Unzufriedenheit in einem Ma&#223;e, dass au&#223;erparlamentarische Protestaktionen wie lange nicht wieder auflebten und sich die innerparteilichen Widerspr&#252;che der Regierungspartner so sehr versch&#228;rften, dass einer von ihnen, die FDP, bereits in eine existenzielle Krise geriet.</p>
<h3>Unter der Oberfl&#228;che der Parteidisziplin</h3>
<p>Ganz so dramatisch war die Entwicklung bei den Unionsparteien bisher nicht, doch rumort es auch bei ihnen unter der Oberfl&#228;che erzwungener Parteidisziplin viel mehr, als die F&#252;hrungen offenbaren m&#246;chten. Dabei wollte die Kanzlerin doch mit dem »Herbst der Entscheidungen« gerade den Nerv vieler Unionsanh&#228;nger treffen, auch mit ihrer aggressiven Kampfansage an Andersdenkende in der Gesellschaft – ob hinsichtlich des Bahnhofsprojektes in Stuttgart oder bei der sturen Verteidigung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr, ob mit der eilig nach Kassenlage zusammengeschobenen Hartz-IV-Korrektur oder der <a href="http://www.blogsgesang.de/2011/03/03/merkel-zwischen-konservativen-und-populisten/" target="_blank"><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/ef69ef559cfe4463baf8abeea902f6b1" alt="" width="1" height="1" />vorbehaltlosen Verteidigung des geistigen Betr&#252;gers zu Guttenberg</a>. Und schlie&#223;lich mit dem Durchpeitschen der AKW-Laufzeitverl&#228;ngerung im Schulterschluss mit der Atomindustrie.</p>
<p>Alle diese Entscheidungen standen und stehen im Widerspruch zum Mehrheitswillen in der Bev&#246;lkerung und zeugen vom zunehmend voluntaristischen Agieren Angela Merkels – damit Helmut Kohl in dessen Endzeit vergleichbar, als er seine Entschl&#252;sse f&#252;r ebenso unfehlbar hielt wie seine Person als ihren Vollstrecker, was ihn schlie&#223;lich gar in kriminelle Abgr&#252;nde f&#252;hrte. Und wie Kohl 1998 verlieren Merkel und ihre Koalition mit der FDP erdrutschartig das Vertrauen der B&#252;rger einschlie&#223;lich der eigenen Klientel und damit Stimmen an den Wahlurnen.</p>
<p>Dass dies jetzt besonders an der AKW-Laufzeitverl&#228;ngerung exemplarisch wurde, hing zwar auch mit der Katastrophe in Fukushima zusammen, ist aber vorrangig die Quittung f&#252;r den Regierungskurs insgesamt. Hilflose Erkl&#228;rungsversuche in den eigenen Reihen, die Misere liege in mangelnder Wertebezogenheit der Union oder in einer Einbu&#223;e an Gro&#223;stadtkompetenz begr&#252;ndet, gehen fehl, zumal sich hinter den Mahnungen der »Wertkonservativen«, »mehr Verl&#228;sslichkeit« zu zeigen und die »Kernklientel« der Union nicht zu verprellen, nur schlecht kaschiert das Unbehagen ihrer Wirtschaftsvertreter und des rechten Fl&#252;gels &#252;ber das Scheitern der von ihnen pr&#228;ferierten Politik verbirgt.</p>
<p>In &#228;hnlich schwere Gew&#228;sser wie die FDP d&#252;rften CDU und CSU dennoch nicht geraten, verf&#252;gen sie als »Volksparteien« doch stets &#252;ber das erforderliche Ma&#223; an taktischer Wendigkeit. Beleg daf&#252;r ist ihr Umweltminister Norbert R&#246;ttgen, einst auch ein gl&#252;hender Verfechter der Atomkraft, der jedoch beizeiten die Signale aus Bev&#246;lkerung und Parteibasis erkannte und schon vor der Laufzeitverl&#228;ngerung davor warnte, Kernkraft zu einem Alleinstellungsmerkmal der Union zu machen.</p>
<p>R&#246;ttgen ist entschlossen, das Thema, bei dem CDU und CSU nicht re&#252;ssieren k&#246;nnen, ein f&#252;r allemal aus der Welt zu schaffen – und inzwischen folgen ihm auch die Vorsitzenden der beiden Parteien, wenn auch nicht aus eigenem Triebe, sondern mit Blick auf Umfragewerte und Wahlergebnisse.</p>
<p>Vor allem Angela Merkel wei&#223;, dass eine offene Wunde in der Atomfrage lange zu Gunsten der Gr&#252;nen schw&#228;ren w&#252;rde, und deshalb nimmt sie derzeit wenig R&#252;cksicht. Weder auf die AKW-Betreiber, deren Galionsfigur J&#252;rgen Gro&#223;mann von RWE beklagte, in ihre Entscheidungen »derzeit in sehr geringem Ma&#223;e« einbezogen zu sein, noch auf die FDP, die den Verzicht auf ein Ausstiegsdatum nicht durchsetzen konnte. Aber die Liberalen versuchen, einige Hintert&#252;rchen offen zu halten. Und Merkels disziplinierte Kritiker aus der eigenen Partei, die sich am Ende im Vorstand auf die Gegenstimme von Arnold Vaatz und zwei Enthaltungen marginalisierten.</p>
<h3>Zu wenig Interesse am Austausch mit dem B&#252;rger</h3>
<p>Entlastung jedoch d&#252;rfte das nur vor&#252;bergehend schaffen, denn das Grundproblem der Union ist damit nicht beseitigt. Ausgerechnet der Generalsekret&#228;r der CDU Baden-W&#252;rttembergs, Thomas Strobl, brachte es j&#252;ngst auf den Punkt: »Wir teilen der &#214;ffentlichkeit (oft genug auch der Partei&#246;ffentlichkeit) unsere abgeschlossene Position mit. An einem wirklichen Dialog, am Austausch von Argumenten, an These, Antithese und Synthese im Kontakt mit unseren Mitgliedern und den B&#252;rgern haben wir in den letzten Jahren zu wenig Interesse gezeigt.«</p>
<p>Ohne gr&#252;ndlichen Kurswechsel in Inhalt wie Form d&#252;rfte die innerparteiliche »Kernschmelze« der Union weitergehen – nach dem Muster des so fieberhaften wie erfolglosen Herumdokterns in Fukushima.</p>
<address>Ver&#246;ffentlicht in: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/199000.anhaltende-kernschmelze-in-der-union.html" target="_blank">Neues Deutschland vom 03.06.2011 </a></address>
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		<title>Libysche Lehren</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 16:59:24 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Der Libyen-Krieg ist insofern eine Bankrotterkl&#228;rung der Politik, als er ihre Unf&#228;higkeit zeigt, Konfliktl&#246;sung anders zu denken als durch Gewalt. Das gilt f&#252;r al-Gaddafi wie f&#252;r die NATO und ihre »Willigen« gleicherma&#223;en. Ersterer hatte auf den berechtigten Protest weiter Teile seines Volkes nur die Antwort der Waffen, aber auch letzteren, die sich als Wertegemeinschaft verstehen, fiel nichts Besseres ein<span id="more-2738"></span> – au&#223;er dass sie ihre Gewaltt&#228;tigkeit verlogen als  »Schutz der Zivilbev&#246;lkerung»« verkauften. Als ob ihre Bomben sorgsam zwischen Gut und B&#246;se unterscheiden k&#246;nnten oder gar w&#252;ssten, wie in diesem Krieg Gutes und B&#246;ses verteilt sind. Die wichtigsten Verb&#252;ndeten der westlichen Angreifer waren jedenfalls noch unl&#228;ngst enge Mitstreiter Gaddafis – wie sein <a href="http://www.fr-online.de/politik/spezials/aufruhr-in-arabien/gaddafis-oberster-feind/-/7151782/7927218/-/index.html" target="_blank"><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/46a25921474544489c3eb28f40da1cfd" alt="" width="1" height="1" />Ex-Justizminister Mustafa Abdul Dschalil</a>, der jetzt die Rebellen-Regierung leitet, oder sein <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-libyen-rebellen-ohne-regierung-1.1078578" target="_blank">Ex-Innenminister Abdel Fattah Junis</a>, heute milit&#228;rischer F&#252;hrer der Aufst&#228;ndischen. Und Gaddafis <a href="http://www.freitag.de/politik/1116-operation-misslungen-patient-tot" target="_blank">Ex-Au&#223;enminister Mussa Kussa</a> stand offensichtlich schon lange auf den Gehaltslisten westlicher Geheimdienste.</p>
<p>Gewaltt&#228;tigkeit ist freilich kein neues Ph&#228;nomen der heutigen Politik. Gerade Gaddafi, der selbst nach der Macht&#252;bernahme <a href="http://kritische-massen.over-blog.de/article-zur-geschichte-libyens-rolle-gaddafis-und-einordnung-des-krieges-gegen-libyen-69925949.html" target="_blank">Gewalt bald als als probates Mittel zum Machterhalt</a> erkannte und nutzte, hat das bereits erfahren. Schon <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_El_Dorado_Canyon" target="_blank">Ronald Reagan</a> zerbombte als US-Pr&#228;sident seine Hauptstadt, und als man endlich dann doch zu politischen Vereinbarungen mit dem »Schurken« fand, war das nichts anderes als die Adelung seiner Gewalt durch den Westen, denn die richtete sich nun gegen in Europa unerw&#252;nschte Einwanderer – und er neutralisierte den schalen Geschmack solch menschenrechtsfeindlicher Kollaboration mit einem Gewaltt&#228;terdurch den Geruch von &#214;l. Daran soll, wenn nicht alles t&#228;uscht, auch ein k&#252;nftiges Regime in Tripolis nichts &#228;ndern; der derzeitige Umgang mit Fl&#252;chtlingen seitens der EU l&#228;sst daran kaum einen Zweifel.</p>
<p>Immer deutlicher zeigt sich, dass die achtj&#228;hrige Regentschaft eines George W. Bush als US-amerikanischer Pr&#228;sident mit ihrer Glorifizierung von Gewalt in den internationalen Beziehungen kein Ausrutscher der Weltgeschichte war, sondern bittere Logik einer sowohl unilateral als auch  kapitalistisch, also imperialistisch dominierten Welt. Obamas Z&#246;gern erscheint da nur als Episode des kurzen Pausierens, um das Publikum nicht zu &#252;berfordern, und selbst wenn er pers&#246;nlich es ernst meinte, kann er sich doch der fatalen Sp&#228;twirkung einer Politik nicht entziehen, die im Zweifel  lieber die Pistole zieht als mit Worten Verst&#228;ndigung zu versuchen.</p>
<p>Die Gew&#246;hnung an gewaltsame Konfliktl&#246;sung schreitet im allgemeinen Bewusstsein voran. Das bis weit nach links sich dehnende Lager der Bellizisten in der Libyen-Frage macht das deutlich; kaum einer  st&#246;rte ich daran, dass die NATO nicht eine Sekunde versuchte, mit Gaddafi zu einer gewaltfreien L&#246;sung zu finden, sondern sich im Gegenteil von – wie auch immer zu beurteilenden, aber eben auch nie auf den Pr&#252;fstand gestellten – Waffenstillstandsangeboten aus Tripolis offensichtlich eher gest&#246;rt f&#252;hlte in ihrem blutigen Handwerk. Da verwundert nicht, dass bereits nach Fortsetzung und Wiederholung gerufen wird – in Syrien, in Iran, freilich nicht in Jemen , Bahrain oder Saudi-Arabien, denn da sitzen die NATO-freundlichen Gewaltt&#228;ter schon im Sattel, und niemand hat ein Interesse daran, sie zu entthronen. Eigentlich hatte man das auch in Tunesien und &#196;gypten nicht, weshalb dort der Umbruch nur  z&#228;h vorangeht und noch l&#228;ngst nicht entschieden ist, dass tats&#228;chlich demokratische Verh&#228;ltnisse einziehen und nicht nur eine weichgesp&#252;lte Version des alten Regimes die Machtverh&#228;ltnisse unangetastet l&#228;sst..</p>
<p>Und dennoch:Ihr Gewaltkurs hat der NATO bislang wenig Dividende gebracht. Sie, die sich zum Vormund des libyschen Volkes erkl&#228;rte, musste erkennen, dass gro&#223;e Teile dieses Volkes die zwar verhassten, aber doch eigenen Gewaltt&#228;ter des Gaddafi-Clans fremden Sheriffs vorziehen – wie schon in Afghanistan und Irak. Die Niederringung dieser Libyer wird durch die NATO wird nur um den Preis eines weiteren von ihr angezettelten blutigen Krieges zu haben sein – und damit um den Preis wachsender Widerspr&#252;che im westlichen System, &#246;konomisch wie politisch. Beruhigend ist das nicht, aber es belegt, dass voluntaristische Politik letztlich an Grenzen st&#246;&#223;t – an jene Grenzen, die die die Realit&#228;ten ziehen und die V&#246;lker, die bei aller Widerspr&#252;chlichkeit ihres Handelns immer besser erkennen, dass sie ihre Geschicke in die eigenen H&#228;nde nehmen m&#252;ssen und sich dem Gewaltdiktat nicht unterwerfen d&#252;rfen – komme es von den eigenen Potentaten oder fremden »Heilsbringern«, die doch nur ihre selbsts&#252;chtigen Interessen vertreten.</p>
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		<title>W&#228;hler bestrafte Hochmut der CDU – und der SPD</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 18:29:16 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Dass die CDU in Baden-W&#252;rttemberg und – etwas weniger deutlich – auch in Rheinland-Pfalz vom W&#228;hler kr&#228;ftig abgestraft wurde, ist nicht zu leugnen. Aber auch die SPD, die sich – wie auf der anderen Seite die rheinland-pf&#228;lzische CDU-Spitzenkandidatin Julia Kl&#246;ckner – realit&#228;tsfern als Wahlsieger geriert, muss noch immer f&#252;r ihre unsoziale Politik der Schr&#246;der- und M&#252;ntefering-&#196;ra bezahlen.<span id="more-2659"></span>Wenn sie jetzt in Mainz trotz Verlusten von fast zehn Prozent weiterregieren und in Stuttgart trotz des dortigen schlechtesten Ergebnisses &#252;berhaupt in die Regierung schl&#252;pfen kann, hat sie das allein den Gr&#252;nen zu verdanken, den einzigen Siegern des heutigen Wahlabends.</p>
<p>Aber nat&#252;rlich wiegt der Einbruch von CDU und FDP in Baden-W&#252;rttemberg schwerer, auch wenn um dessen wahren Grund die systemnahen Medien zumeist einen gro&#223;en Bogen machen. In ihren schon vor dem heutigen Wahltag vielf&#228;ltig formulierten Abges&#228;ngen auf die Kanzlerin und ihrer Koalition entwickelten sie entweder<a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Wahlen-Atom-Libyen-Merkels-haerteste-Pruefung-id4466518.html" target="_blank"> abenteuerliche Katastrophentheorien</a><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/a67d777f6f784933848b990422eec625" alt="" width="1" height="1" /> – so als seien ein unvorhersehbares politisches Erdbeben und gleich darauf noch ein Tsunami &#252;ber Schwarz-Gelb gekommen – oder versuchten sich in <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0326/politik/0009/index.html" target="_blank">amateurhaften psychologischen Befunden</a> &#252;ber die doch so bedauernswerte Kanzlerin. Dass es tats&#228;chlich die verfehlten Inhalte der schwarz-gelben Politik und ein voluntaristisches Herangehen an die aktuellen Probleme, das objektive Bedingungen wie subjektive Befindlichkeiten in der Bev&#246;lkerung arrogant ausblendete, waren, die zum Desaster f&#252;hrten, lie&#223; sich so elegant verschleiern.</p>
<p>Die schwerste Hypothek hatte sich die Regierung mit dem Beschluss zur Verl&#228;ngerung der Laufzeiten f&#252;r Atomkraftwerke aufgeladen. Der sich immer st&#228;rker abzeichnende Super-GAU in Japan war eben nicht – wie einige Atombef&#252;rworter mit Altbundeskanzler Helmut Kohl an der Spitze jetzt schon wieder verk&#252;nden – ein bl&#246;der Zufall zur falschen Zeit, sondern die gesetzm&#228;&#223;ige Folge einer Politik, die um des Profits von Wirtschaftsunternehmen willen latente Gefahren klein redet und am Ende – gerade in Japan kann man das jetzt mit erschreckender Deutlichkeit sehen – die Gesellschaft auf den Folgen ihres im Grunde kriminellen Tuns sitzen l&#228;sst. Hinter der Desinformationsparole von der »Br&#252;ckentechnologie« und der noch viel gr&#246;&#223;eren L&#252;ge vom »Moratorium« sollte und soll verborgen werden, dass es nur um Milliardengewinne geht und nicht nur die Meinungen, sondern auch die lebenswichtigen Interessen der Menschen deshalb nassforsch missachtet werden.</p>
<p>Ein anderes Beispiel f&#252;r die Abgehobenheit der Bundesregierung ist der Afghanistankrieg, gegen den es seit Beginn eine Mehrheit im Volk gibt, die jedoch ebenfalls total ignoriert wird. Vielmehr unternahm es der inzwischen an anderen Verfehlungen gescheiterte Verteidigungsminister zu Guttenberg, unter Aufbietung aller nur zur Verf&#252;gung stehenden Propagandakompanien, Krieg f&#252;r Deutsche wieder salonf&#228;hig zu machen. Zwar hat die Koalition jetzt auf einige ihrer kl&#252;geren Berater geh&#246;rt und den Afghanistan-Fehler in Libyen nicht wiederholt, doch selbst diese positive Entscheidung verstand sie dadurch zu entwerten, dass sie daf&#252;r das Engagement am Hindukusch verst&#228;rkte. Und sie trieb zugleich die Kriegsfraktion&#228;re in der CDU/CSU aus der Deckung – jene, die noch heute einer Angela Merkel nachtrauern, die 2003 gern mit George W. Bush in den Irakkrieg gezogen w&#228;re, weil sie zum einen Gewalt – ob im Innern (siehe das Vorgehen gegen die Stuttfart-21-Gegner) oder nach au&#223;en (wie jetzt gegen&#252;ber Libyen) – f&#252;r ein probateres Mittel der Politik  als die Suche nach Ausgleich und friedlichen Konfliktl&#246;sungen halten und zum anderen deutsche Politik noch immer in einer Satelittenrolle sehen – lange fixiert auf die USA, nun auch auf andere; in jedem Falle ohne Sinn und Klugheit dieser Politik auch nur zu hinterfragen.</p>
<p>Weitere Beispiele, wie weit Schwarz-Gelb im Grunde von Denken der B&#252;rger entfernt ist, lieferten das sture Festhalten am Stuttgarter Bahnhofsbau, das die Bundeskanzlerin am Ende sogar zu ihrer Sache erkl&#228;rte, und die am gr&#252;nen Tisch zusammengebastelte Hartz-IV-Korrektur nach der R&#252;ge des Bundesverfassungsgerichts, die sich nicht am Bedarf von Arbeitslosen, sondern an der Kassenlage des Bundes orientierte. Auch Freiherr zu Guttenbergs arroganter Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer und sein v&#246;lliges Unverst&#228;ndnis f&#252;r die Forderungen nach einem ehrlichen, anst&#228;ndigen Umgang mit eigenen Verfehlungen geh&#246;ren in diese Reihe. Und erst heute hat einer der neuen Minister des Kabinetts Merkel ein weiteres Beispiel f&#252;r regierungsamtlichen Hochmut geliefert. Nicht etwa <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/1421531/" target="_blank">Innenminister Hans-Peter Friedrich</a> hat nach seiner Auffassung mit seinem Wort, dass der Islam nicht zu Deutschland geh&#246;re, die Gesellschaft gespalten, sondern jene, die ihn daf&#252;r kritisierten.Seine &#196;u&#223;erung sei dazu benutzt worden, »einen Keil zu treiben zwischen den Muslime und mich. Und das zeigt mir eigentlich, dass die, die mich so scharf kritisiert haben, eigentlich nur ein Ziel hatten, n&#228;mlich zu spalten und nicht zusammen zu f&#252;hren.« Und Julia Kl&#246;ckner, die das zweitschlechteste Resultat ihrer Partei in Rheinland-Pfals ohne rot zu werden ein »wunderbares Ergebnis« nennt, will sich offensichtlich in die Front der Wirklichkeitsverweigerer der Union  nahtlos einreihen.</p>
<p>Die SPD steht der CDU in dieser Frage freilich wenig nach, wie vor allem Andrea Nahles&#8217; Siegeseuphorie angesichts niederschmetternder Stimmergebnisse zeigt.. Sie hat nicht begriffen oder will nicht begreifen, dass die Abkehr der W&#228;hler, die jetzt massiv die Union erlebt, bei ihr schon lange aingesetzt hat und auch heute nicht gestoppt werden konnte; in Rheinland-Pfalz hat sie jetzt erst richtig Fahrt aufgenmmen. Beide so genannte Volksparteien waren und sind nicht das Opfer schicksalhafter politischer Katastrophen, sondern  bewusst betriebenen Regierungshandeln, das zunehmend glaubt, sich &#252;ber die B&#252;rger hinwegsetzen und allein nach den eigenen, interessengeleiteten Ma&#223;st&#228;ben handeln zu k&#246;nnen. Dass – wie zuvor schon Schr&#246;der und M&#252;ntefering – Angela Merkel und Guido Westerwelle, ihre schwarz-gelben Koalition&#228;re und die hinter ihnen stehenden, nach weiteren Milliarden gierenden Wirtschaftsbosse damit nicht durchgekommen sind, ist das wichtigste Resultat des heutigen Wahltages.</p>
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		<title>Doktor zu Guttenberg – ein deutscher Berlusconi-Verschnitt</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 17:54:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[(pri) Nun ist es nur noch j&#228;mmerlich, wie der adlige Verteidigungsminister den Tod eines Bundeswehrsoldaten in Afghanistan dazu missbraucht, von seinem offenkundigen Betrug mit der »Doktorarbeit« abzulenken. Karl-Theodor zu Guttenberg, der in seiner bisherigen Amtszeit noch nichts Vern&#252;nftiges zu Ende gebracht, statt dessen aber Skandale am laufenden Band produziert hat, wehrt Fragen nach seitenweisen Plagiatstellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Nun ist es nur noch j&#228;mmerlich, wie der adlige Verteidigungsminister den Tod eines Bundeswehrsoldaten in Afghanistan dazu missbraucht, von seinem offenkundigen Betrug mit der »Doktorarbeit« abzulenken. Karl-Theodor zu Guttenberg, der in seiner bisherigen Amtszeit noch nichts Vern&#252;nftiges zu Ende gebracht, statt dessen aber Skandale am laufenden Band produziert hat<span id="more-2463"></span>, wehrt Fragen nach seitenweisen Plagiatstellen in »seiner« Dissertation mit der anma&#223;enden Bemerkung ab: »Wir stehen vor einer historischen Bundeswehrreform und ich trage die Verantwortung f&#252;r die Soldaten im Einsatz, wie ein Ereignis an dem heutigen Tag einmal mehr auf bittere Weise zeigt.« Er spielte damit auf den <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/18/afghanistan-anschlag-auf-bundeswehr-soldaten/tote-und-viele-verletzte.html" target="_blank"><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/2500c96475d2491e8565a4a8ae108178" alt="" width="1" height="1" />Tod zweier weiterer Bundeswehrsoldaten in Afghanistan</a> an – ausgerechnet in  jenem Au&#223;enlager, in das zu Guttenberg vorgestern vor den Tatsachen um seine Dissertation gefl&#252;chtet war. Man hatte schon bef&#252;rchtet, dass er von dort unter Verweis auf die Gefahren f&#252;r die Bundeswehr am Hindukusch seine Kritiker mit der Moralkeule attackieren werde; was er sich damals noch versagte,<a href="http://www.bild.de/BILD/video/clip/news/politik/deutschland/2011/02/18/rede/guttenberg-rede-neu.html" target="_blank"> holt er heute nach</a>. So m&#252;ssen die trauernden Angeh&#246;rigen der toten Soldaten auch noch erleben, dass ihr Leid regierungsamtlich instrumentalisiert wird.</p>
<p>Anderes war freilich von zu Guttenberg auch nicht zu erwarten, erweist er sich doch mehr und mehr als ein Politiker, der einzig an den eigenen Aufstieg denkt und dem dazu jedes Mittel recht ist. Dieser Anspruch steht in eklatantem Gegensatz zu <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0218/meinung/0049/index.html" target="_blank">seinen bisherigen Leistungen</a> – angefangen von der Fehleinsch&#228;tzung des von einem Bundeswehroffizier befohlenen brutalen Angriffs auf einen Tanklastzug, die er Untergebenen anlastete, weshalb sie gefeuert wurden, &#252;ber die von ihm bis heute nicht aufgekl&#228;rte Gorch-Fock-Aff&#228;re, die den Kapit&#228;n des Segelschulschiffes den Kopf kostete, &#252;ber die Vertuschungsversuche beim von einem Kameraden erschossenen Soldaten in Afghanistan bis hin zu seiner Unf&#228;higkeit, die forsch angeschobene Bundeswehrreform erfolgreich voranzubringen; derzeit fehlt es sowohl an Geld als auch an Freiwilligen, die so <a href="http://www.blogsgesang.de/2010/12/14/karl-theodor-zu-guttenberg-bekommt-der-afghanistan-krieg-wie-eine-badekur/" target="_blank">fragw&#252;rdigen</a> wie ehrgeizigen Ziele des Ministers umzusetzen.</p>
<p>Die Aff&#228;re um seine zusammenkopierte Dissertation w&#228;re vor diesem Hintergrund tats&#228;chlich das Nebens&#228;chlichste, wenn sie nicht geradezu exemplarisch das Denken des Freiherrn zu Guttenberg offenbarte. Er betrachtet sich als Minister f&#252;r sakrosankt, &#252;ber jede Kritik erhaben und offensichtlich auch &#252;ber allen Regeln stehend, die f&#252;r andere selbstverst&#228;ndlich eisern gelten. Kritiken werden als Kampagnen abqualifiziert, Kritiker gern in die linke Ecke gestellt und die Verfehlungen des Strahlemannes als Lappalien abgetan. Dieses Muster ist freilich nicht neu. Man kennt es seit Jahren aus Italien, wo Silvio Berlusconi genau mit dieser Methode regiert und jegliche Kritik an seinen Schandtaten abzuwehren versucht. Es passt dazu, dass sich der Mail&#228;nder <a href="http://www.dradio.de/presseschau/" target="_blank">»Corriere della sera«</a> sehr &#252;ber die Schwierigkeiten des deutschen Verteidigungsministers verwundert: »Dass ein &#228;hnlicher Fall in Italien solche Wellen schlagen k&#246;nnte, ist nur schwer vorstellbar. Worin sich der deutsche Verteidigungsminister nun verwickelt sieht &#8211; so etwas hat in Italien noch nie einen Skandal ausgel&#246;st. Hier ist die Vorstellung verbreitet, dass Abschreiben im Grunde genommen ein geringf&#252;giges Vergehen darstellt. Viele empfinden es gar als zul&#228;ssig.«</p>
<p>Zu Guttenberg versucht offensichtlich, dieses Denken und diesen Regierungsstil auch in Deutschland hoff&#228;hig zu machen – mit t&#228;tiger<a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1113455" target="_blank"> Beihilfe etlicher seiner Parteifreunde</a> und der Boulevardmedien. Genau dieser Helfer hat sich auch Berlusconi bedient und bedient sich ihrer noch. Das garantierte seinen Erfolg, und das macht auch das Vorgehen zu Gutenbergs so gef&#228;hrlich. In einer Zeit, wo die &#214;ffentlichkeit in Teilen bereits so weit entpolitisiert ist, dass sie Politiker vor allem nach ihrem Herrenschneider, ihrem Friseur und ihrem eitel ausgestellten Lebensstil beurteilt statt nach ihren tats&#228;chlichen Leistungen, hat ein Hochstapler alle Aufstiegschancen.</p>
<p>Dabei fehlt es den Freiherrn sogar an der Contenance, die Adlige fr&#252;her gew&#246;hnlich auszeichnete. Wer so wie er seiner Ehre verlustig gegangen war, griff in der Regel zur Pistole. Karl-Theodor zu Guttenberg aber hat nicht einmal den Mut, sich <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/pressekonferenz-wie-guttenberg-die-journalisten-vorfuehrte_aid_601246.html" target="_blank">vor den Medien</a>, die er so gern zu Gunsten seines Aufstiegs einspannte, <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/stellungnahme-von-guttenberg-kein-plagiat-die-erklaerung-im-wortlaut-1.1061952" target="_blank">zu seinen Verfehlungen zu bekennen</a>.</p>
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		<title>Karl Theodor zu Guttenberg und die Ausw&#252;chse aggressiver Milit&#228;rpolitik</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 15:55:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Vergleich von Politikern mit dem Kaiser ohne Kleider ist mittlerweile inflation&#228;r, was aber nicht an Andersens M&#228;rchen oder den heutigen M&#228;rchenerz&#228;hlern liegen muss, sondern m&#246;glicherweise doch am politischen Personal. Denn allzu oft ist dessen Vertretern das m&#246;glichst strahlende Bild in der &#214;ffentlichkeit wichtiger als die Substanz unter den ma&#223;geschneiderten Kleidern, und sie haben inzwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Vergleich von Politikern mit dem Kaiser ohne Kleider ist mittlerweile inflation&#228;r, was aber nicht an Andersens M&#228;rchen oder den heutigen M&#228;rchenerz&#228;hlern liegen muss, sondern m&#246;glicherweise doch am politischen Personal. Denn allzu oft ist dessen Vertretern das m&#246;glichst strahlende Bild in der &#214;ffentlichkeit wichtiger als die Substanz unter den ma&#223;geschneiderten Kleidern, und sie haben inzwischen einer au&#223;erordentliche Meisterschaft darin entwickelt, hinter dem sch&#246;nen Schein ihre weitgehende professionelle Unf&#228;higkeit zu verbergen. J&#252;ngstes, aber schon seit langem absehbares Beispiel daf&#252;r ist Freiher Karl Theodor zu Guttenberg, der bundesdeutsche Verteidigungsminister.<span id="more-2220"></span></p>
<p>Mit einiger Betroffenheit registrieren Guttenbergs mediale Sprachrohre, die ihn in den letzten Monaten zum »Hoffnungstr&#228;ger« deutscher Politik aufbauten und schon bald im Kanzleramt sahen, wie schnell ihr k&#252;nstlich beleuchteter Stern vergl&#252;ht; verzweifelt versuchen sie, seine katastrophale Politik<a href="http://www.online-presseportal.com/newsticker/politikberater-michael-spreng-nennt-guttenberg-einen-medien-und-waehlerliebling-14790/" target="_blank"> auf ein Informationsdefizit zu reduzieren</a>, das zwar &#228;rgerlich, aber eigentlich doch nicht so schlimm sei. Sie blenden damit aus, dass es nicht das Versagen irgendwelcher subalterner Beamter oder seiner Presseabteilung ist, was ihr zur Debatte steht, sondern die<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-in-der-kritik-der-schuldzuweiser-1.1050067" target="_blank"><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/2797755c0bf141a4a51d64263efe0bac" alt="" width="1" height="1" /> Inkompetenz eines Ministers</a>, der angetreten ist, die Bundeswehr weg von einer Verteidigungsarmee und hin zu einem Interventionsinstrument zu f&#252;hren – und f&#252;r dieses Ziel »Kollateralsch&#228;den« in der Truppe billigend in Kauf nimmt..</p>
<p>Der Fall des in Afghanistan von einem Kameraden erschossenen Soldaten ist daf&#252;r exemplarisch. Er entstand aus der permanenten Stresssituation , der die an den Hindukusch Entsandten ausgesetzt sind und die sie immer weniger bew&#228;ltigen k&#246;nnen, zumal ihnen niemand den tieferen Sinn ihres Einsatzes zu vermitteln vermag. Offenbar sehen sie ihn angesichts eines unsicheren Arbeitsmarktes in Deutschland vor allem, darin, eine Zeitlang ein gutes St&#252;ck Geld zu verdienen, das Gl&#252;ck der unversehrten Heimkehr vorausgesetzt. Das gebiert Frust und den Drang, sich irgendwie abzureagieren – und sei es in unreifen M&#228;nnlichkeitsspielen. Das f&#252;hrt in jeder Armee zu einer hohen Zahl von fahrl&#228;ssigen T&#246;tungen und Verletzungen; wohl nicht zuf&#228;llig m&#246;chte jetzt der<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,741146,00.html" target="_blank"> Wehrbeauftragte des Bundestages</a> vom Minister wissen, inwieweit sich die Einsatzbelastung in Afghanistan auf die Einhaltung der Grunds&#228;tze der inneren F&#252;hrung auswirkt.</p>
<p>Da von Guttenbergs »Bundeswehrreform« jedoch darauf abzielt, k&#252;nftig die Truppe fast ausschlie&#223;lich in derartige Eins&#228;tze zur Sicherung der wirtschaftlichen Interessen und Handelswege Deutschlands zu schicken, liefert der Vorfall am Hindukusch eine<a href="http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nz-news/kommentar-grausame-bundeswehr-1.456073" target="_blank"> Vorahnung der auf die Bundeswehr zukommenden Probleme</a>.Wer junge Menschen zu S&#246;ldnern erzieht, denen  Verantwortungsgef&#252;hl, auch  f&#252;r den Nebenmann, abgeht, weil sie nicht mehr f&#252;r eine identifikationsf&#228;hige Sache k&#228;mpfen, sondern nur f&#252;r sich, muss sich nicht wundern, wenn es zu solchen Fehlentwicklungen kommt. Der Verteidigungsminister aber hat dagegen nat&#252;rlich kein Mittel – au&#223;er jenem, &#252;ber die h&#228;sslichen Nebenwirkungen seiner Politik ganz im Sinne alten Korpsdenkens den Mantel der Verschwiegenheit zu nlegen.</p>
<p>Den gleichen Hintergrund hat auch der Fall der aus der Takelage des Segelschulschiffes »Gorch Fock« gest&#252;rzten Kadettin, wobei hier zu Guttenberg die militaristische Traditionspflege der Bundeswehr, die keiner ihrer Minister je ernsthaft in Frage stellte, fortsetzt – nicht zuletzt weil sie kaum im Widerspruch zu seiner Philosophie eines Invasionssoldaten der Zukunft steht. Sowohl die »Gorch Fock« als auch Kadetten sind Relikte eines elit&#228;ren soldatischen Denkens, das eigentlich mit dem »Staatsb&#252;rger in Uniform« der Vergangenheit angeh&#246;ren sollte. Ausw&#252;chse solchen Denkens sind jetzt aus den Berichten der »Gorch-Fock«-Z&#246;glinge ablesbar – nat&#252;rlich mussten auch sie vor der &#214;ffentlichkeit verborgen werden.</p>
<p>Die »Informationsdefizite« haben also System, sie geh&#246;ren gewisserma&#223;en zu Guttenbergs Konzept, zum Inhalt seiner Politik. Forsch hat er der Bundeswehr ein neues Einsatzkonzept verordnet und – wie bei vielen seiner Entscheidungen aus der H&#252;fte – die Folgen nicht bedacht. Oder gar ignoriert. Er glaubt, &#252;berholte Politik auch noch mit Methoden von gestern durchsetzen zu k&#246;nnen – und beweist damit doch nur, dass er weder von seiner Kompetenz noch von seinem Charakter her jener »Kaiser« ist, als der er sich und andere ihn st&#228;ndig darstellen. Sondern ein Gernegro&#223;, dazu noch nackt.</p>
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		<title>Karl-Theodor zu Guttenberg bekommt der Afghanistan-Krieg wie eine Badekur</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 22:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ist es Dummheit oder hat es schon Methode, dass die deutschen Medien den j&#252;ngsten Besuch von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Afghanistan vor allem als PR-Aktion in eigener Sache beschreiben und damit einen Schleier &#252;ber sein eigentliches Anliegen werfen – an der Heimatfront den Krieg als etwas Erhabenes, Gutes, sogar Sch&#246;nes zu verkaufen. Wie einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist es Dummheit oder hat es schon Methode, dass die deutschen Medien den j&#252;ngsten Besuch von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Afghanistan vor allem als PR-Aktion in eigener Sache beschreiben und damit einen Schleier &#252;ber sein eigentliches Anliegen werfen – an der Heimatfront den Krieg als etwas Erhabenes, Gutes, sogar Sch&#246;nes zu verkaufen. <span id="more-2118"></span>Wie einen Urlaubstag im Safaricamp beschreibt – zum Beispiel – die <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/322887/322888.php" target="_blank"><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/394c2d31d5b14bfc95b7d3cc9ff6f434" alt="" width="1" height="1" />»Berliner Zeitung«</a> die Mittagsmahlzeit der Ministergattin inmitten »ihrer« Soldaten und schlie&#223;t die Schilderung mit einer Bagatellisierung ab: »Es ist Teil einer in dieser Form in Deutschland noch nie dagewesenen Kampagne eines Politikers zur Pflege der Marke seiner Familie, der Marke Guttenberg.«</p>
<p>Zwar entgeht dem Berichterstatter nicht, dass zu Guttenberg wie keiner seiner Vorg&#228;nger daran arbeitet, »den unpopul&#228;ren, zunehmend blutigen und nicht enden wollenden Krieg in Afghanistan in die Mitte des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland zu r&#252;cken«, schlie&#223;lich »den Krieg zu einem Teil unserer Alltagswahrnehmung (zu) machen«, aber das bleibt f&#252;r ihn dann letztlich doch nebens&#228;chlich. Fasziniert aber zeigt er sich wie die meisten seiner Journalistenkollegen vom <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734442,00.html" target="_blank">»Glamourfaktor«</a>, von <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,734517,00.html" target="_blank">»PR und Pathos«</a>, von <a href="http://www.abendzeitung.de/politik/234286" target="_blank">»der Sch&#246;nen und dem Krieg«</a>, also von der durch zu Guttenberg betriebenen &#196;sthetisierung des Krieges und des Sterbens im Krieg – mit dem Ziel, bei der Bev&#246;lkerung daf&#252;r letztlich mehr Akzeptanz zu gewinnen.</p>
<p>Auch Medienberater <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1214/seite3/0031/index.html" target="_blank">Michael Spreng</a> verkennt im Interview mit der genannten Zeitung gr&#252;ndlich, was den Verteidigungsminister umtreibt, wenn er zur Talkshow am Hindukusch erkl&#228;rt: »Es gibt in Deutschland gen&#252;gend traumatisierte Afghanistan-Kriegsteilnehmer, die den Schrecken des Kriegs erlebt haben. Daf&#252;r muss man nicht nach Afghanistan reisen.« Denn gerade darum, die Schrecken des Krieges deutlich zu machen, geht es zu Guttenberg beileibe nicht, sondern soll er, im Gegenteil, als eine ehrenwerte Sache dargestellt werden, aus dem man – wie auch immer – nur als Held zur&#252;ckkommen kann. Damit ist er &#252;brigens ganz bei einem anderen Adligen, vermutlich sein gro&#223;es Vorbild, dem kaiserlichen Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, dem der Krieg bekanntlich »wie eine Badekur« bekam.</p>
<p>Der alerte Karl-Theodor zu Guttenberg verkauft eben nicht nur sich selbst – das nat&#252;rlich auch, aber vor allem will er seinen Landsleuten den Krieg verkaufen – diesen in Afghanistan und weitere weltweit, &#252;berall dort, wo es gilt, deutsche Interessen zu verteidigen. Nicht umsonst hat er gefordert, »offen und ohne Verklemmung« &#252;ber <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/184514.falsche-sicherheit-in-lissabon.html" target="_blank">wirtschaftliche Interessen in der Sicherheitspolitik</a> zu diskutieren. Dazu funktioniert er derzeit die Bundeswehr endg&#252;ltig zu einer Interventionsarmee um, und dazu unterl&#228;sst er nichts, Krieg auch f&#252;r Deutsche wieder salonf&#228;hig zu machen – nicht nur, wie bisher, als die Ausnahme, wie auf dem Balkan oder in Afghanistan, sondern als Normalit&#228;t, als Regel. Er ist angetreten, den einstigen Schwur, von deutschem Boden solle nie wieder Krieg ausgehen, ein f&#252;r allemal zu den Akten zu legen. Das ist es, was ihn gef&#228;hrlich macht – und nicht der Glamourglanz, den er um seine Auftritte verbreitet.</p>
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		<title>Bundespr&#228;sidentenwahl ohne Gewinner</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 21:46:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nat&#252;rlich ist die heutige Zitterpartie um die Wahl Christian Wulffs zum Bundespr&#228;sidenten die bisher schwerste innerparteiliche Niederlage Angela Merkels, aber auch SPD und Gr&#252;ne verlassen die Bundesversammlung – anders als sie selbst es aus verst&#228;ndlichen Gr&#252;nden darstellen – als Verlierer, in der Sache selbst, vor allem aber unter strategischem Aspekt.<span id="more-1742"></span></p>
<p>Als die schwarz-gelbe Koalition <a href="http://www.welt.de/politik/article8243342/Der-neunstuendige-Wahlkrimi-im-Reichstag.html" target="_blank"><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/ba1162f32f8043059615dcd7d13994f0" alt="" width="1" height="1" />im dritten Wahlgang</a> endlich die absolute Mehrheit erreichte, schien die Bundeskanzlerin zufrieden; dabei sollte ihr gerade diese Zahl zu denken geben. Sie besagt n&#228;mlich, dass es in der Bundesversammlung stets eine solche Majorit&#228;t f&#252;r Wulff gab, sie aber lange nicht wirksam wurde – nicht wegen des nieders&#228;chsischen Kandidaten, sondern wegen der CDU-Vorsitzenden, die – offensichtlich mehr noch als Helmut Kohl – ihre Partei als Kanzlerwahlverein betrachtet. Und daf&#252;r von ihren eigenen Parteifreunden abgestraft wurde, zumal ihre Politik wahrlich keine Erfolgsstory darstellt.</p>
<p>Das ist mit dem Ergebnis des dritten Wahlgangs nicht ausger&#228;umt und vermehrt ohne Zweifel die Schwierigkeiten der Koalition, die sich aus den Widerspr&#252;chen zwischen den Koalitionspartnern und ihren jeweils eigens&#252;chtigen Interessen ergeben. Man wird sehen, wie Angela Merkel damit fertig wird. Bislang ist freilich nicht erkennbar, dass sie – die vielleicht etwas von physikalischen Prozessen versteht, aber wenig von psychologischen, woran m&#246;glicherweise Horst K&#246;hler verzweifelte, schon gar nicht von sozialpsychologischen, was auf die Dauer t&#246;dlich f&#252;r einen Parteif&#252;hrer sein kann – daraus etwas lernen k&#246;nnte.</p>
<p>SPD und Gr&#252;ne hingegen feiern ihren Erfolg, der sich am Ende aber doch nur darauf verk&#252;rzt, dass sie die bereits allgemein bekannte desolate Situation der schwarz-gelben Koalition einmal mehr sichtbar gemacht haben. F&#252;r die eigene Machtperspektive bringt dies jedoch gar nichts; sie wurde im Gegenteil weiter verbaut. Die seit dem Amtsantritt Sigmar Gabriels erkennbare Linie, die Linkspartei unter allen Umst&#228;nden auf die eigenen Politikkonzepte festzulegen, hat – nach Nordrhein-Westfalen – erneut eine Niederlage erlitten.</p>
<p>Zweimal ist somit deutlich geworden, dass SPD und Gr&#252;ne keine Machtoption haben, solange sie der Linkspartei nicht auf Augenh&#246;he entgegentreten. In D&#252;sseldorf wiesen sie – &#252;ber weitgehende inhaltliche Gemeinsamkeiten hinweggehend – das Angebot der Linken zur Zusammenarbeit br&#252;sk zur&#252;ck, unter dem Vorwand unterschiedlicher Auffassungen &#252;ber die Vergangenheit. Inzwischen buhlen sie indirekt nun doch wieder um linke Stimmen – und zwar zu Recht, denn anders kann Hannelore Kraft nicht Ministerpr&#228;sidentin werden und bleiben.</p>
<p>Dennoch wiederholten die F&#252;hrungen von SPD und Gr&#252;ne bei der Bundespr&#228;sidentenwahl das Spiel. Sie k&#252;rten einen Pr&#228;sidentschaftskandidaten und erwarteten von Anfang an die Zustimmung der Linken – ungeachtet der gravierenden Differenzen zwischen Gauck und Linken in zentralen inhaltlichen Fragen wie dem Afghanistan-Krieg und sozialer Gerechtigkeit. Sie wollten die Linkspartei zwingen, &#252;ber die Zustimmung zu Gauck auch dessen konservative politische Positionen zu tolerieren. Nicht zuf&#228;llig wurden diese Fragen in der Debatte seitens Rot-Gr&#252;n gern ausgeklammert und den Linken nahegelegt, mit der Zustimmung zum ehemaligen Chef der Stasiakten-Beh&#246;rde nun endg&#252;ltig ihre Vergangenheitsbew&#228;ltigung zu vollziehen. Doch die Linkspartei wei&#223; inzwischen aus langer Erfahrung, dass sie noch so viele Gesslerh&#252;te gr&#252;&#223;en kann, den Makel der Stasi-verd&#228;chtigen SED-Nachfolgerin wird sie deswegen noch lange nicht los.</p>
<p>Aber darum ist es SPD und Gr&#252;nen auch nicht gegangen. Sie wollten ihre angema&#223;te Meinungsf&#252;hrerschaft links von Schwarz-Gelb durchsetzen – und mussten damit scheitern, weil ihre Position eben mit Links nicht viel zu tun hat. Sie ist bislang auch nur eine Variante b&#252;rgerlicher Politik – so wie ihr Pr&#228;sidentschaftskandidat Joachim <a href="http://www.blogsgesang.de/2010/06/28/wulff-oder-gauck-jacke-wie-hose/" target="_blank">Gauck nur eine Variante des Koalitionskandidaten Christian Wulff</a> war.</p>
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		<title>Barack Obama im Visier des Afghanistankrieges</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 16:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der amerikanische Pr&#228;sident sollte das Menetekel an der Wand ernst nehmen. L&#228;ngst fordert der Krieg in Afghanistan seine Opfer nicht mehr nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch an der Heimatfront. In dem Ma&#223;e, wie Monat f&#252;r Monat mehr westliche Soldaten – allein in diesem Jahr waren es schon fast 300 – und afghanische Sicherheitsleute sterben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der amerikanische Pr&#228;sident sollte das Menetekel an der Wand ernst nehmen. L&#228;ngst fordert der Krieg in Afghanistan seine Opfer nicht mehr nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch an der Heimatfront. <span id="more-1731"></span>In dem Ma&#223;e, wie Monat f&#252;r Monat mehr westliche Soldaten – allein in diesem Jahr waren es schon fast 300 – und afghanische Sicherheitsleute sterben, enden immer &#246;fter auch die Karrieren von Milit&#228;rs und Politikern, die in irgendeiner Weise mit den K&#228;mpfen am Hindukusch zu tun haben.</p>
<p>Das deutsche Beispiel ist da besonders lehrreich. Vor sieben Monaten begann es auch mit<a href="http://www.blogsgesang.de/2009/11/26/unrecht-am-hindukusch-gebiert-unrecht-in-berlin/" target="_blank"><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/233a2038a17b4d7fb2ba2d96684643c7" alt="" width="1" height="1" /> einem hohen Milit&#228;r, dem Generalinspekteur der Bundeswehr</a>, der Afghanistans wegen gehen musste. Dass er gleich noch einen Staatssekret&#228;r im Verteidigungsministerium mitzog, ist wohl deutscher Gr&#252;ndlichkeit zu danken. Doch damit noch nicht genug. Nur Tage sp&#228;ter verschwand der Minister, wiewohl schon l&#228;ngst auf ein ziviles Amt abgeschoben, h&#246;chstselbst in der Versenkung. Und vor kurzem traf es sogar den <a href="http://www.blogsgesang.de/2010/05/31/afghanistan-fordert-neues-opfer-horst-koehler/" target="_blank">h&#246;chsten Repr&#228;sentanten der Bundesrepublik</a>. Horst K&#246;hler wurde zum Verh&#228;ngnis, dass er sich einen allzu genauen Einblick ins afghanische Kriegsgeschehen verschafft hatte.</p>
<p>Was l&#228;sst das f&#252;r die Vereinigten Staaten erwarten? Ein hoher Milit&#228;r, der Oberkommandierende der westlichen Isaf-Truppen, verlor diese Amt bereits. Er hatte, wie andere, kein Konzept zur L&#246;sung des Afghanistan-Problems, versuchte milit&#228;risches Draufg&#228;ngertum mit Gesten zur Gewinnung der Bev&#246;lkerung zu verbinden, was nicht gelingen konnte, weil ein stolzes Volk wie das afghanische keine fremden Herren in seinem Lande duldet. So fl&#252;chtete er sich in Zynismus und vorsorgliche S&#252;ndenbocksuche.</p>
<p>Aber auch alle anderen in Washington, der Pr&#228;sident eingeschlossen,<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0625/politik/0035/index.html" target="_blank"> wissen nicht wirklich, wie es in Afghanistan weitergehen soll</a>. Sie alle halten am »Endsieg«, wie auch immer, als oberstem Kriegsziel fest. Da ist abzusehen, dass – wie Schneiderhan – auch McCrystal nur der Anfang einer Kette des Scheiterns ist, an deren Ende vielleicht auch der h&#246;chste Repr&#228;sentant der USA steht. Und sei es auf die ganz unspektakul&#228;re Weise, dass eine kriegsm&#252;de Nation Barack Obama an der Wahlurne das Mandat entzieht. Schon in gut zwei Jahren steht er wieder zur Wahl.</p>
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		<title>Afghanistan fordert neues Opfer: Horst K&#246;hler</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 17:08:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am meisten d&#252;rften die Taliban &#252;berrascht gewesen sein: Sie haben keine Selbstmordattent&#228;ter losgeschickt, keine Sprengfallen gelegt und auch keine Granatwerfer auf das deutsche Lager in Kundus ausgerichtet – und dennoch fiel ihnen der h&#246;chstgestellte Deutsche zum Opfer – der Bundespr&#228;sident. Physisch haben sie ihn zwar nicht getroffen, aber politisch ist er ein toter Mann. Horst K&#246;hler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am meisten d&#252;rften die Taliban &#252;berrascht gewesen sein: Sie haben keine Selbstmordattent&#228;ter losgeschickt, keine Sprengfallen gelegt und auch keine Granatwerfer auf das deutsche Lager in Kundus ausgerichtet – und dennoch fiel ihnen der h&#246;chstgestellte Deutsche zum Opfer – der Bundespr&#228;sident.<span id="more-1718"></span> Physisch haben sie ihn zwar nicht getroffen, aber politisch ist er ein toter Mann. Horst K&#246;hler hat heute seinen R&#252;cktritt erkl&#228;rt, keine zehn Tage nach seiner Kurzvisite in Afghanisatan, von deren Folgen er sich nicht erholen konnte.</p>
<p>Neben den Taliban kann sich noch jemand anderes als Sieger f&#252;hlen: die Wahrheit. Denn die hat K&#246;hler mit beinahe sympathischer Offenheit ausgesprochen, als er die deutschen Kriegseins&#228;tze teils weitab von den nationalen Grenzen als das bezeichnete, was sie tats&#228;chlich sind – Aktionen zur Wahrung wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen, wie sie die Herrschenden hierzulande verstehen. Der Ex-Bundespr&#228;sident als ehemaliger Finanzmanager und IWF-Pr&#228;sident kannte diese Interessen nur zu gut, hatte er ihnen doch bereits in seinen fr&#252;heren &#196;mtern treu gedient; das sollte im Amt des Staatsoberhauptes nicht anders sein, und daher redete er abseits aller verschleiernd-diplomatischen Floskeln in dieser Sache <a href="http://www.dradio.de/aktuell/1191138/" target="_blank"><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/de29cd4bf91a426ea319be3c54388267" alt="" width="1" height="1" />Klartext</a>.</p>
<p>Aber genau das nahm ihm die politische Klasse &#252;bel. Es fiel auf, dass die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,696982,00.html" target="_blank">Kritik an seiner Offenheit bei SPD und Gr&#252;nen am sch&#228;rfsten war</a>. Sie hatten schlie&#223;lich die Bundeswehr in weltweite Kampfeins&#228;tze gef&#252;hrt, daf&#252;r jedoch allerlei besch&#246;nigende Gr&#252;nde ins Feld gef&#252;hrt, um die Wahrheit ungesagt lassen zu k&#246;nnen. Dass K&#246;hler diese L&#252;gen so schonungslos entlarvte, emp&#246;rte die fr&#252;heren rot-gr&#252;nen Koalition&#228;re, aber auch die jetzige Regierung mochte diese Wahrheit nicht h&#246;ren und sich schon gar nicht mit ihr auseinander setzen. Sie wei&#223; um die ganz &#252;berwiegende Ablehnung des Afghanistan-Engagements in der Bev&#246;lkerung und scheut die ehrliche Diskussion &#252;ber ihre Hintergr&#252;nde, die der nun zur&#252;ckgetretene Pr&#228;sident vielleicht gerade deshalb erzwingen wollte – nat&#252;rlich in der Hoffnung, die Stimmungslage umzukehren. Damit ist er schon im eigenen Lager gescheitert, und insofern ist der R&#252;cktritt durchaus eine logische Konsequenz.</p>
<p>Aber Horst K&#246;hler mag noch etwas anderes verdrossen haben – seine Behandlung durch die schwarz-gelbe Koalition als deren subalterner Angestellter. Das hatte bereits begonnen, als K&#246;hler von CDU/CSU und FDP, damals noch Opposition, im Wohnzimmer Guido Westerwelles aus dem Hut gezaubert wurde, und es begleitete eigentlich seine gesamte Amtszeit. Immer wenn sich das Staatsoberhaupt anma&#223;te, eine eigene Meinung zu formulieren (was freilich mitunter ziemlich schlicht geriet), gab sie ihm dies sofort unmissverst&#228;ndlich zu verstehen, meist mit jenem nachsichtigen Grinsen, mit dem man jemand bei seinem Tun zuschaut, den man eigentlich f&#252;r einen Trottel h&#228;lt. Man legte ihm Gesetze zur Unterschrift vor, die verfassungsm&#228;&#223;igen Kriterien nicht gen&#252;gten, man griff sich emp&#246;rt an den Kopf, als er ein Gespr&#228;ch mit dem Ex-Terroristen Christian Klar f&#252;hrte, und man machte ihn schon bei fr&#252;heren Wahrheiten madig, so als er die au&#223;er Rand und Band geratenen Banken bereits zu einem Zeitpunkt als „Monster“ bezeichnete, das das noch als umst&#252;rzlerisches Gedankengut galt.</p>
<p>Die schwarz-gelbe Regierung und ihre Parteien haben Horst K&#246;hler nie ganz ernst genommen. Er war ihr Produkt, und sie verlangten von ihm, dass er entsprechend funktioniere. Das hatten zuvor schon andere versucht, so Helmut Kohl bei Richard von Weizs&#228;cker. Der jedoch lie&#223; sich die Butter nicht vom Brot nehmen und ging als einer der geachtetsten Pr&#228;sidenten der Bundesrepublik in die Geschichte ein. Solches Format freilich hat Horst K&#246;hler nicht; auch deshalb hat sein R&#252;cktritt Folgerichtigkeit. Er wollte am Ende wohl nur noch ein letztes St&#252;ck an Reputation gewahrt wissen; wenigstens das k&#246;nnte ihm gelungen sein.</p>
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