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	<title>blogsgesang.de &#187; Afhanistan</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>In Afghanistan wird f&#252;r einen korrupten Wahlf&#228;lscher gestorben</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 21:18:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein wenig mutet der viel behauptete Fortschritt der Bundeswehr-Strategie f&#252;r Afghanistan wie ein Plagiat bei Orwell an. Man behauptet einfach, Krieg sei Frieden – und schon soll alles viel besser sein. In Wirklichkeit jedoch unterscheidet sich das, was heute der Bundestag zum Afghanistan-Einsatz beschloss, kein Deut von den fr&#252;heren Beschl&#252;ssen. Wieder wird die Truppenst&#228;rke aufgestockt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein wenig mutet der viel behauptete Fortschritt der Bundeswehr-Strategie f&#252;r Afghanistan wie ein Plagiat bei Orwell an. Man behauptet einfach, Krieg sei Frieden – und schon soll alles viel besser sein. In Wirklichkeit jedoch unterscheidet sich das, was heute der Bundestag zum Afghanistan-Einsatz beschloss, kein Deut von den fr&#252;heren Beschl&#252;ssen. <span id="more-1513"></span>Wieder wird die Truppenst&#228;rke aufgestockt – in der Hoffnung, das k&#246;nne alles zum Besseren wenden. Da war es f&#252;r die SPD, die in ihrer Regierungszeit auch nie etwas anderes getan hat, leicht zuzustimmen.</p>
<p>Nur in einem gibt es tats&#228;chlich eine &#196;nderung. Nach &#252;ber drei&#223;ig sinnlosen Toten unter den deutschen Soldaten und vor allem nach dem Massaker von Kundus, bei dem Dutzende afghanische Zivilisten starben, kann die <a href="http://www.blogsgesang.de/2009/09/19/bevor-die-bundeswehr-aus-afghanistan-flieht/" target="_blank">M&#228;r vom »humanit&#228;ren Sicherungseinsatz«</a> nicht mehr aufrechterhalten werden. Jetzt ist jedermann klar – und wird in der Sache auch nicht mehr bestritten, nur in der Wortwahl m&#252;hselig verschleiert, dass die Bundeswehr in Afghanistan B&#252;rgerkriegspartei ist. Dort k&#228;mpfen zwei Seiten, die beide an die Macht und damit an die Pfr&#252;nde wollen, gegeneinander – und keine von ihnen um demokratische Verh&#228;ltnisse, f&#252;r die Rechte der Frauen oder allgemeine Schulbildung. Auf eine dieser Seiten hat sich die Bundeswehr geschlagen, auf die ihres Z&#246;glings Karsai, der zwar gern die Euro und die Soldaten nahm, ansonsten aber ein korruptes Regime etablierte, das sich nur durch Wahlf&#228;lschung an der Macht halten konnte. Weder r&#252;gten Bundesregierung und NATO seine vieltausendfache Stimmenmanipulation noch die k&#252;rzliche <a href="http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~E9EA67B849AF046D2819F29086C585597~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/cf816849e7bd4ddfaedf5d66c9eb683c" alt="" width="1" height="1" />Entmachtung der Wahlkommission</a>, die den Betrug – folgenlos – aufgedeckt hatte. Es geht am Hindukusch um strategische Interessen gegen&#252;ber Russland und China, um Einflusssph&#228;ren und St&#252;tzpunkte; daf&#252;r m&#252;ssen tausende Zivilisten und auch deutsche Soldaten sterben – und f&#252;r den Machterhalt eines korrupten Wahlf&#228;lschers.</p>
<div class="mceTemp"><img class="size-large wp-image-1518  " src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2010/02/Karte3291-502x1023.jpg" alt="Volker Braun, 1939 in Dresden geboren, ist Schriftsteller, Lyriker, Theaterautor. Zu seinen Werken geh&#246;ren &quot;Die &#220;bergangsgesellschaft&quot; und &quot;Unvollendete Geschichte&quot;. Das Gedicht &quot;Das besch&#228;digte Parlament&quot; hat er nach den Ereignissen am Freitag im Bundestag verfasst." width="503" height="1022" /> </div>
<div>
<address>Volker Braun, 1939 in Dresden geboren, ist Schriftsteller, Lyriker, Theaterautor. Zu seinen Werken geh&#246;ren &#8220;Die &#220;bergangsgesellschaft&#8221; und &#8220;Unvollendete Geschichte&#8221;. Das Gedicht &#8220;Das besch&#228;digte Parlament&#8221; hat er nach den Ereignissen am Freitag im Bundestag verfasst.</address>
<address></address>
<h5>Quelle: Berliner Zeitung vom 2. 3. 2010</h5>
<p>Nat&#252;rlich wei&#223; das jeder in der Bundesregierung wie in der vermeintlichen Oppositionspartei SPD, und deshalb ist es umso schlimmer, dass immer neue Tote in Kauf genommen und dann hierzulande mit Krokodilstr&#228;nen zu Grabe getragen werden. Und weil man das wei&#223;, st&#246;rt der einsame <a href="http://www.zeit.de/newsticker/2010/2/26/iptc-bdt-20100226-753-24043504xml?page=all&amp;print=true" target="_blank">Protest der Linkspartei</a> umso mehr – zumal er in &#220;bereinstimmung steht mit der Mehrheitsmeinung im Volke. Ziemlich hilflos mutet daher das Demonstrations- und vor allem Redeverbot f&#252;r die Linke im Bundestag an. Die &#214;ffentlichkeit sollte keine Gegenmeinung, keine <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article6577128/Die-Linke-setzt-auf-Transparente-statt-Argumente.html" target="_blank">Argumente gegen den Krieg</a>  h&#246;ren; auch das ist durchaus von Orwellscher Qualit&#228;t. Man l&#246;scht die Stimmen der Andersdenkenden einfach aus und glaubt so, die unangenehmen Tatsachen aus der Welt geschafft zu haben. Doch sp&#228;testens bei der Verladung der n&#228;chsten Zinks&#228;rge mit dem Bundesadler meldet sich die bittere Wahrheit wieder zu Wort; es sei denn, man verschwiege k&#252;nftig auch die Opfer auf dem Hindukusch-Schlachtfeld, wie es Afghanistans »Regierung« wohl mit Zustimmung ihrer Schutzm&#228;chte <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681108,00.html" target="_blank">bereits verf&#252;gte</a>. Es w&#252;rde nicht &#252;berraschen, sondern l&#228;ge in der Logik dieser verfehlten Politik.</div>
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		<title>Nicht Milit&#228;rs sind Hauptverantwortliche des Kundus-Massakers, sondern Politiker</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 18:57:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Freiherr von und zu Guttenberg hat k&#252;rzlich gefordert, die Aufkl&#228;rung des von der Bundeswehr bei Kundus angerichteten Massakers d&#252;rfe nicht zu einer »Diskreditierung der Soldaten« f&#252;hren. Damit hat der deutsche Verteidigungsminister, der sich selbst gewisserma&#223;en zu einem »kriegs&#228;hnlichen« Ressortchef umbenannte, insofern recht, als in der genannten Angelegenheit zwar die Milit&#228;rs m&#246;glicherweise ihre Kompetenzen sehr gro&#223;z&#252;gig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freiherr von und zu Guttenberg hat k&#252;rzlich gefordert, die Aufkl&#228;rung des von der Bundeswehr bei Kundus angerichteten Massakers d&#252;rfe nicht zu einer <a href="http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd4k3cQsESUGY5vqRMLGglFR9b31fj_zcVP0A_YLciHJHR0VFAFBC9EY!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfRF80TDM!?yw_contentURL=%2FC1256F1200608B1B%2FW27YMBQT427INFODE%2Fcontent.jsp" target="_blank">»Diskreditierung der Soldaten«</a> f&#252;hren. Damit hat der deutsche Verteidigungsminister, der sich selbst gewisserma&#223;en zu einem »kriegs&#228;hnlichen« Ressortchef umbenannte, insofern recht, <span id="more-1430"></span>als in der genannten Angelegenheit zwar die Milit&#228;rs m&#246;glicherweise ihre Kompetenzen sehr gro&#223;z&#252;gig auslegten, dennoch aber die Hauptverantwortung eindeutig bei der Politik liegt.</p>
<p>Von Soldaten ist – insbesondere im Krieg – nichts anderes zu erwarten als das, was ihnen die Politik zu tun aufgibt bzw. was sie f&#252;r ihre Aufgabe halten, wenn die Politik sie gew&#228;hren l&#228;sst. Anfangs mag es bez&#252;glich Afghanistans die Absicht der rot-gr&#252;nen Koalition gewesen sein, den auf Dr&#228;ngen der USA von der NATO am Hindukusch beschlossenen Milit&#228;reinsatz auf den gern verharmlosend umschriebenen »Sicherungseinsatz« zu beschr&#228;nken, doch erwies sich dies angesichts der Rambo-Politik Bushs schnell als Illusion. Schritt f&#252;r Schritt marschierte die Bundeswehr in Afghanistan in einen Aggressionskrieg hinein, der schon bald mit seiner urspr&#252;nglichen Begr&#252;ndung, Al-Quaida zu jagen, nichts mehr zu tun hatte. Den USA und der NATO geht es im Fernen Osten vor allem um strategische Interessen. Sie wollen in der N&#228;he der gro&#223;en Rivalen China und Russland milit&#228;risch pr&#228;sent sein, dort im Sinne ihrer globalstrategischen Ziele alles unter Kontrolle behalten. Das ist unter Barack Obama nicht anders als unter George W. Bush, auch wenn der gegenw&#228;rtige Pr&#228;sident nicht so sehr mit der Brechstange vorgeht. Doch die von ihm verf&#252;gte Eskalation des Krieges gegen das afghanische Volk zugunsten einer vom Westen eingesetzten und ihm h&#246;rigen, nur durch Wahlf&#228;lschung und Waffengewalt an der Macht zu haltenden Regierung beweist ungeachtet aller salbungsvollen Worte die unheilvolle Kontinuit&#228;t US-amerikanischer Machtpolitik.</p>
<p>Diesem Kurs f&#252;hlte sich auch die Bundesrepublik stets verpflichtet – umso mehr, seit sie inzwischen von der Bush-Freundin Angela Merkel gef&#252;hrt wird. Daher reagierte sie auf die zunehmende Sch&#228;rfe der Auseinandersetzung am Hindukusch auch nicht mit dem naheliegenden Beschluss, die Truppen, die ihre urspr&#252;ngliche Aufgabe der »Mitwirkung am Wiederaufbau« in keinster Weise mehr erf&#252;llen konnten, von dort abzuziehen, sondern im Gegenteil damit, allm&#228;hlich die <a href="http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EF5F91EB746C54013B3CC24594B68CC7B~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/5b79243b7ee64a19ad9df0a950872a8b" alt="" width="1" height="1" />Einsatzregeln f&#252;r die Bundeswehr </a>zu &#228;ndern, d.h. sie von der Verteidigung auf den Angriff zu orientieren. Den Milit&#228;rs kam dies von ihrem Selbstverst&#228;ndnis her sehr entgegen, denn nat&#252;rlich wollen Soldaten erproben, was die lernten, die modernen Waffen, &#252;ber die sie verf&#252;gen, testen; sie wollen selbstverst&#228;ndlich »siegen«, wenn sie in den Kampf gef&#252;hrt werden.</p>
<p>Es ist daher auch, aber nicht zuerst die Bundeswehr, die zum Kundus-Massaker Fragen zu beantworten hat, sondern die politische F&#252;hrung. Und das sind nicht nur Fragen, <a href="http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E39EB2218A907406F940280E177C11271~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">wer wann was wusste und weitergab</a>, sondern vor allem solche nach der v&#246;lkerrechtlichen Grundlage und dem Sinn des Einsatzes in Afghanistan. Inzwischen ist n&#228;mlich immer weniger zu erkennen, was die Bundeswehr dort eigentlich verteidigt au&#223;er einem korruptem Regime. Von und zu Guttenberg hat also wohl nur vertreten und best&#228;tigt, was ihm die Kanzlerin als Linie vorgegeben hat: strikt dem US-amerikanischen Vorgehen zu folgen – was hei&#223;t, sich weniger um die Belange der Afghanen, den Wiederaufbau ihres geschundenen Landes zu bem&#252;hen, als vielmehr mit allen Mitteln die im Wegen stehenden Taliban zu jagen, auch unter Inkaufnahme von »Kollateralsch&#228;den« in der Zivilbev&#246;lkerung.</p>
<p>Genau das haben die Milit&#228;rs in Afghanistan getan – entweder auf direkten Befehl oder nach Gew&#228;hrenlassen durch die politische F&#252;hrung. Doch die Politiker wissen nat&#252;rlich, dass der Kriegseinsatz am Hindukusch von einer gro&#223;en Mehrheit der B&#252;rger der Bundesrepublik abgelehnt wird, dass sie sich mit dessen Unterst&#252;tzung weit von ihrem Volk entfernen. Gerade deshalb wird verschleiert, hingehalten, get&#228;uscht, gelogen. Was Bush im Gro&#223;en vormachte, vollzieht Angela Merkel mit ihren Verteidigungsministern im Kleinen nach. Und sie wird mit ihren Parteig&#228;ngern auch daf&#252;r sorgen, dass der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Kundus-Massaker ins Leere l&#228;uft und – wie schon viele solcher Gremien – als Hornberger Schie&#223;en endet. Allerdings kann es durchaus sein, dass dabei der neue Unions-Superstar von und zu Guttenberg auf der Strecke bleibt.</p>
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