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	<title>blogsgesang.de &#187; Arbeit</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Lokf&#252;hrerstreik trennt Spreu vom Weizen</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Nov 2007 18:55:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Hartmut Mehdorn dereinst ein historisches Verdienst zugesprochen werden sollte, dann jenes, dass er mit seiner fr&#252;hkapitalistischen Brecheisenmentalit&#228;t endlich wieder einmal den un&#252;berbr&#252;ckbaren Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit transparent gemacht hat. Gewiss, dieser Widerspruch ist in den letzten Jahren ohnehin schon immer deutlicher geworden, aber bisher bem&#252;hten die Unternehmer doch noch gern die alte Parole [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Wenn Hartmut Mehdorn dereinst ein historisches Verdienst zugesprochen werden sollte, dann jenes, dass er mit seiner fr&#252;hkapitalistischen Brecheisenmentalit&#228;t endlich wieder einmal den un&#252;berbr&#252;ckbaren Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit transparent gemacht hat. <span id="more-275"></span>Gewiss, dieser Widerspruch ist in den letzten Jahren ohnehin schon immer deutlicher geworden, aber bisher bem&#252;hten die Unternehmer doch noch gern die alte Parole angeblicher Sozialpartnerschaft und setzten Heerscharen von Lobbyisten und Propagandisten in Marsch, um ihr unver&#228;ndertes Ziel des Maximalprofits m&#246;glichst st&#246;rungsfrei durchzusetzen.</p>
<p>Das ist ihnen bis zu einem bestimmten Grad auch gelungen, doch nun hat eine kleine und von ihrem Verst&#228;ndnis her eigentlich gar nicht so radikale Gewerkschaft diesen Schleier zerrissen, und dahinter werden nicht nur die brutalen Machtverh&#228;ltnisse in diesem Land erkennbar, sondern auch der tats&#228;chliche Frontverlauf zwischen den Akteuren, von denen mancher, der vorgab, Arbeitnehmerinteressen zu vertreten, nun pl&#246;tzlich auf der anderen Seite der Barrikade auftaucht. Insofern ist der Lokf&#252;hrerstreik auch so etwas wie ein frischer Herbstwind, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt.</p>
<p>So wird zum Beispiel sichtbar, wo die SPD, die gerade noch in der Regierung einen sozialen Schattentanz auff&#252;hrte, in diesem Konflikt tats&#228;chlich steht. Sowohl ihr Verkehrsminister Tiefensee, eigentlich zur Neutralit&#228;t verpflichtet, stellt sich unverhohlen auf die Seite der Bahn AG und deren Weigerung, ein Angebot entsprechend dem unabh&#228;ngigen Schlichterspruch vorzulegen, und auch die SPD-Fraktion im Bundestag betreibt in Gestalt ihres stellvertretenden Vorsitzenden <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/wirtschaft/702609.html">Stiegler</a> offen das Gesch&#228;ft der Unternehmerseite.</p>
<p>F&#252;r die anderen Gewerkschaften ist der Streik der GdL ebenfalls zur Nagelprobe geworden. Hatten j&#252;ngst schon Vorg&#228;nge bei VW und Siemens gezeigt, wie leicht sich Gewerkschaftsf&#252;hrer von Konzernbossen kaufen lie&#223;en, so sch&#252;rt das Mehdorn-treue Verhalten der Eisenbahnergewerkschaft Transnet eine ganz &#228;hnlichen Verdacht. Sogar <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/wirtschaft/702609.html">Teile des DGB </a>springen nicht etwa ihren bedr&#228;ngten Kollegen von der GdL bei, sondern schlagen sich demonstrativ auf die Unternehmerseite. Ihr Argument, sie wollten auf diese Weise einheitliche Tarifvertr&#228;ge sichern, haben sie selbst l&#228;ngst dadurch entwertet, dass sie den Austritt von Arbeitgebern aus der Tarifgemeinschaft ebenso zulie&#223;en wie betriebliche Tarifabschl&#252;sse oder »&#214;ffnungsklauseln« zum Unterlaufen von Tarifvertr&#228;gen und dadurch selbst das einheitliche Tarifgef&#252;ge unterminierten. Solange dies zugunsten der Unternehmenschefs geschah, schien sie das wenig zu st&#246;ren; erst jetzt, wo sich einfache Gewerkschaftsmitglieder <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/meinung/702394.html">auf ihre Kraft besinnen </a>und ihre von den Gro&#223;gewerkschaften str&#228;flich vernachl&#228;ssigten Interessen rigoros durchsetzen, erheben sie lautstark ihre Stimme.</p>
<p>Diese einfache Gewerkschafter begreifen jedenfalls weitaus besser als manche ihrer angeblichen Vertreter in Gewerkschaftszentralen, dass der Lokf&#252;hrerstreik nicht nur dar&#252;ber entscheidet, ob die Streikenden einen eigenen Tarifvertrag und eine angemessene Lohnerh&#246;hung erhalten, sondern vor allem dar&#252;ber, ob k&#252;nftig &#252;berhaupt noch gewerkschaftliche Ziele durchzusetzen sind. Schon ist die Unternehmerschaft unterwegs, den Widerstand gegen ihrer wirtschaftsradikalen Aktivit&#228;ten durch eine gewerkschafts- und vor allem <a target="_blank" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/119423.html?sstr=Streikgegner">streikfeindliche Gesetzgebung </a>zu brechen – und die schwarz-rote Regierung scheint durchaus gesonnen, ihr auch noch diesen Dienst zu erweisen. Immer mehr Menschen erkennen diese Gefahr. Sie sehen, dass der Kampf der Lokf&#252;hrer auch ihr Kampf ist und verhalten sich daher trotz aller Erschwernisse <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/702746.html">ungebrochen solidarisch</a>. Sie wissen, dass eine Niederlage der Lokf&#252;hrer auch ihre Niederlage w&#228;re, weil sie dem Durchmarsch des Kapitals T&#252;r und Tor &#246;ffnete.</p>
<p></font></p>
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