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	<title>blogsgesang.de &#187; Bush</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Libysche Lehren</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 16:59:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[(pri) Der Libyen-Krieg ist insofern eine Bankrotterkl&#228;rung der Politik, als er ihre Unf&#228;higkeit zeigt, Konfliktl&#246;sung anders zu denken als durch Gewalt. Das gilt f&#252;r al-Gaddafi wie f&#252;r die NATO und ihre »Willigen« gleicherma&#223;en. Ersterer hatte auf den berechtigten Protest weiter Teile seines Volkes nur die Antwort der Waffen, aber auch letzteren, die sich als Wertegemeinschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Der Libyen-Krieg ist insofern eine Bankrotterkl&#228;rung der Politik, als er ihre Unf&#228;higkeit zeigt, Konfliktl&#246;sung anders zu denken als durch Gewalt. Das gilt f&#252;r al-Gaddafi wie f&#252;r die NATO und ihre »Willigen« gleicherma&#223;en. Ersterer hatte auf den berechtigten Protest weiter Teile seines Volkes nur die Antwort der Waffen, aber auch letzteren, die sich als Wertegemeinschaft verstehen, fiel nichts Besseres ein<span id="more-2738"></span> – au&#223;er dass sie ihre Gewaltt&#228;tigkeit verlogen als  »Schutz der Zivilbev&#246;lkerung»« verkauften. Als ob ihre Bomben sorgsam zwischen Gut und B&#246;se unterscheiden k&#246;nnten oder gar w&#252;ssten, wie in diesem Krieg Gutes und B&#246;ses verteilt sind. Die wichtigsten Verb&#252;ndeten der westlichen Angreifer waren jedenfalls noch unl&#228;ngst enge Mitstreiter Gaddafis – wie sein <a href="http://www.fr-online.de/politik/spezials/aufruhr-in-arabien/gaddafis-oberster-feind/-/7151782/7927218/-/index.html" target="_blank"><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/46a25921474544489c3eb28f40da1cfd" alt="" width="1" height="1" />Ex-Justizminister Mustafa Abdul Dschalil</a>, der jetzt die Rebellen-Regierung leitet, oder sein <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-libyen-rebellen-ohne-regierung-1.1078578" target="_blank">Ex-Innenminister Abdel Fattah Junis</a>, heute milit&#228;rischer F&#252;hrer der Aufst&#228;ndischen. Und Gaddafis <a href="http://www.freitag.de/politik/1116-operation-misslungen-patient-tot" target="_blank">Ex-Au&#223;enminister Mussa Kussa</a> stand offensichtlich schon lange auf den Gehaltslisten westlicher Geheimdienste.</p>
<p>Gewaltt&#228;tigkeit ist freilich kein neues Ph&#228;nomen der heutigen Politik. Gerade Gaddafi, der selbst nach der Macht&#252;bernahme <a href="http://kritische-massen.over-blog.de/article-zur-geschichte-libyens-rolle-gaddafis-und-einordnung-des-krieges-gegen-libyen-69925949.html" target="_blank">Gewalt bald als als probates Mittel zum Machterhalt</a> erkannte und nutzte, hat das bereits erfahren. Schon <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_El_Dorado_Canyon" target="_blank">Ronald Reagan</a> zerbombte als US-Pr&#228;sident seine Hauptstadt, und als man endlich dann doch zu politischen Vereinbarungen mit dem »Schurken« fand, war das nichts anderes als die Adelung seiner Gewalt durch den Westen, denn die richtete sich nun gegen in Europa unerw&#252;nschte Einwanderer – und er neutralisierte den schalen Geschmack solch menschenrechtsfeindlicher Kollaboration mit einem Gewaltt&#228;terdurch den Geruch von &#214;l. Daran soll, wenn nicht alles t&#228;uscht, auch ein k&#252;nftiges Regime in Tripolis nichts &#228;ndern; der derzeitige Umgang mit Fl&#252;chtlingen seitens der EU l&#228;sst daran kaum einen Zweifel.</p>
<p>Immer deutlicher zeigt sich, dass die achtj&#228;hrige Regentschaft eines George W. Bush als US-amerikanischer Pr&#228;sident mit ihrer Glorifizierung von Gewalt in den internationalen Beziehungen kein Ausrutscher der Weltgeschichte war, sondern bittere Logik einer sowohl unilateral als auch  kapitalistisch, also imperialistisch dominierten Welt. Obamas Z&#246;gern erscheint da nur als Episode des kurzen Pausierens, um das Publikum nicht zu &#252;berfordern, und selbst wenn er pers&#246;nlich es ernst meinte, kann er sich doch der fatalen Sp&#228;twirkung einer Politik nicht entziehen, die im Zweifel  lieber die Pistole zieht als mit Worten Verst&#228;ndigung zu versuchen.</p>
<p>Die Gew&#246;hnung an gewaltsame Konfliktl&#246;sung schreitet im allgemeinen Bewusstsein voran. Das bis weit nach links sich dehnende Lager der Bellizisten in der Libyen-Frage macht das deutlich; kaum einer  st&#246;rte ich daran, dass die NATO nicht eine Sekunde versuchte, mit Gaddafi zu einer gewaltfreien L&#246;sung zu finden, sondern sich im Gegenteil von – wie auch immer zu beurteilenden, aber eben auch nie auf den Pr&#252;fstand gestellten – Waffenstillstandsangeboten aus Tripolis offensichtlich eher gest&#246;rt f&#252;hlte in ihrem blutigen Handwerk. Da verwundert nicht, dass bereits nach Fortsetzung und Wiederholung gerufen wird – in Syrien, in Iran, freilich nicht in Jemen , Bahrain oder Saudi-Arabien, denn da sitzen die NATO-freundlichen Gewaltt&#228;ter schon im Sattel, und niemand hat ein Interesse daran, sie zu entthronen. Eigentlich hatte man das auch in Tunesien und &#196;gypten nicht, weshalb dort der Umbruch nur  z&#228;h vorangeht und noch l&#228;ngst nicht entschieden ist, dass tats&#228;chlich demokratische Verh&#228;ltnisse einziehen und nicht nur eine weichgesp&#252;lte Version des alten Regimes die Machtverh&#228;ltnisse unangetastet l&#228;sst..</p>
<p>Und dennoch:Ihr Gewaltkurs hat der NATO bislang wenig Dividende gebracht. Sie, die sich zum Vormund des libyschen Volkes erkl&#228;rte, musste erkennen, dass gro&#223;e Teile dieses Volkes die zwar verhassten, aber doch eigenen Gewaltt&#228;ter des Gaddafi-Clans fremden Sheriffs vorziehen – wie schon in Afghanistan und Irak. Die Niederringung dieser Libyer wird durch die NATO wird nur um den Preis eines weiteren von ihr angezettelten blutigen Krieges zu haben sein – und damit um den Preis wachsender Widerspr&#252;che im westlichen System, &#246;konomisch wie politisch. Beruhigend ist das nicht, aber es belegt, dass voluntaristische Politik letztlich an Grenzen st&#246;&#223;t – an jene Grenzen, die die die Realit&#228;ten ziehen und die V&#246;lker, die bei aller Widerspr&#252;chlichkeit ihres Handelns immer besser erkennen, dass sie ihre Geschicke in die eigenen H&#228;nde nehmen m&#252;ssen und sich dem Gewaltdiktat nicht unterwerfen d&#252;rfen – komme es von den eigenen Potentaten oder fremden »Heilsbringern«, die doch nur ihre selbsts&#252;chtigen Interessen vertreten.</p>
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		<title>Westen er&#246;ffnet neuen Krieg in der arabischen Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Mar 2011 17:39:16 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Wieder einmal haben die westlichen Milit&#228;rm&#228;chte ein politisch-strategisches Ziel, n&#228;mlich die Beseitigung des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, h&#246;her gestellt als den von ihnen behaupteten Schutz der Bev&#246;lkerung vor Tod und Zerst&#246;rung. Denn eine Folge der nun begonnenen Luftschl&#228;ge gegen libysche Ziele ist schon jetzt absehbar: Die gr&#246;&#223;ten Opfer wird wieder einmal die Zivilbev&#246;lkerung bringen<span id="more-2556"></span> – und zwar sowohl durch den <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,752000,00.html" target="_blank"><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/bc7cbb0f89fc47c0b5b00ecaa4e63d6d" alt="" width="1" height="1" />Abwehrkampf des Gaddafi-Regimes</a> als auch durch die westlichen Bomben und Raketen. Schon hat eine<a href="javascript:void(0);" target="_blank"> Fluchtwelle aus Bengas</a>i eingesetzt, und man darf gespannt sein, inwieweit die europ&#228;ischen Menschenrechtsverfechter &#252;ber Krokodilstr&#228;nen zu »Kollateralsch&#228;den« hinaus diesen Fl&#252;chtlingen tats&#228;chlich helfen werden.</p>
<p>Diese Perspektive war es wohl, die Deutschlands Au&#223;enminister Guido Westerwelle ein Nein zur Milit&#228;rintervention sagen lie&#223;. Er scheint angesichts des ungel&#246;sten afghanischen Dilemmas keine Neigung zu haben, die Bundeswehr in ein weiteres Abenteuer zu f&#252;hren – in ein Abenteuer nicht nur ungewissen, sondern sehr gewissen Ausgangs, n&#228;mlich eines weiteren auf Jahre schwelenden Kriegsherds in der islamisch gepr&#228;gten Region. Denn man mag derzeit mit den Bombenabw&#252;rfen bei einer kleinen, nur schwer identifizierbaren Gruppe im Raum um Bengasi, der bei Experten als eine Art Hochburg der Moslembr&#252;der gilt, Beifall finden; schon bald, wenn sich der Krieg ausweitet und immer mehr Opfer fordert, wird er nach Afghanistan und Irak als weiterer Beleg des westlichen Kampfes gegen den Islam verstanden werden.</p>
<p>Westerwelle hat – vielleicht mit einem n&#252;chternen und nicht kriegsversessenen Verteidigungsminister an seiner Seite – wohl auch in Rechnung gestellt, dass Gaddafi – so wie er seine offensichtlich nicht demoralisierten Truppen gegenw&#228;rtig gegen die Aufstandsbewegung in Stellung bringt – kein leicht zu schlagender Gegner ist. Nicht zuletzt wegen seiner Bewaffnung, die ihm auch westliche Staaten bis in die j&#252;ngste Zeit bereitwillig zur Verf&#252;gung stellten, um von seinem &#214;lreichtum und der Repression gegen nach Europa dr&#228;ngende afrikanische Armutsfl&#252;chtlinge zu profitieren. Einlenken, um sich entmachten zu lassen, wird Gaddafi nicht, und so sind neben den zivilen und milit&#228;rischen Opfern in Libyen auch Verluste bei den Angreifern vorprogrammiert. Und sollte es ihm gar gelingen, den Luftangriffen zu widerstehen, w&#252;rden die Hardliner um Sarkozy und Cameron fr&#252;her oder sp&#228;ter den Einsatz von Bodentruppen beschlie&#223;en m&#252;ssen, wollen sie nicht als gedem&#252;tigte Verlierer des Waffengangs in Libyen dastehen.</p>
<p>Mit politischer Vernunft hat all dies nichts zu tun, und mit dem Willen der V&#246;lker der Kriegstreiber, die sich allesamt mehrheitlich gegen einen Kriegseinsatz aussprachen, schon gar nicht. Die Entwicklung entspricht freilich den objektiven Mechanismen kapitalistischer Politik, die nichts sch&#228;rfer im Auge hat als die f&#252;r eine expandierende Wirtschaft erforderlichen Rohstoffressourcen, und zu denen Wachstumsgesetze geh&#246;ren, die sich eben auch auf die R&#252;stungswirtschaft erstrecken; von Zeit zu Zeit m&#252;ssen neue Waffen nicht nur erprobt, sondern die alten auch verbraucht werden, um die Produktion anzukurbeln und damit den Profit sicherzustellen.</p>
<p>Ein besonderes Kapitel im libyschen Drama ist die Haltung Russlands und Chinas, die – f&#252;r viele &#252;berraschend – der neuen milit&#228;rischen Intervention des Westens nichts in den Weg legten, selbst sich aber in keiner Weise engagierten. Auch sie kennen aus eigener Anschauung die milit&#228;rische Potenz des fr&#252;heren Verb&#252;ndeten und finden es m&#246;glicherweise n&#252;tzlich, wenn sich der Westen einmal mehr an der islamischen Front verk&#228;mpft; an je mehr Kriegsschaupl&#228;tzen der Westen weltweit gebunden ist, desto weniger kann er in Moskauer und Pekinger Einflusssph&#228;ren aktiv werden. Man mag ein solches Denken zynisch finden, es entbehrt aber auch nicht eines gewissen realpolitischen Sinns und ist nebenbei nicht zynischer als das Verhalten von USA und EU gegen&#252;ber den Revolution&#228;ren in Bahrain oder Jemen, die von ihren reaktion&#228;ren Herrschern gerade gnadenlos zusammengeschossen werden – unter den Augen jener, die genau das gleiche Vorgehen Gaddafis in seinem Land mit Bomben beantworten.</p>
<p>Eine erkennbare Spur in den Geschichtsb&#252;chern d&#252;rfte Westerwelle mit seinem Z&#246;gern vor Kriegsabenteuern noch nicht hinterlassen haben; dazu bedarf es ohne Zweifel weitergehenden Engagements, um westliche Politik weg von der favorisierten Nutzung milit&#228;rischer Mittel und wieder hin zu diplomatischen Aktionen zu f&#252;hren. Angesichts der Kriegsbegeisterung vieler <a href="http://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc~E33040E0E2FD24D9CB176C0A154818900~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Politike</a>r und <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/libyen-westerwelle-und-deutschlands-enthaltung-der-krisen-profileur-1.1074028" target="_blank">Medien</a> ist dies allerdings eine Herkulesaufgabe, an der schon der »Friedensnobelpreistr&#228;ger« Obama scheiterte. Nach wie vor bestimmen nicht dessen Friedensversprechungen, sondern die Rambopolitik eines George W. Bush die internationale Szene. Phantasielos wie er rufen die meisten westlichen Staaten zuerst nach dem Milit&#228;r, wenn Konflikte ausbrechen, und nicht nach dem Verhandlungstisch. Sie bringen die Welt damit nicht weniger in Gefahr als die Verfechter der Atomenergie, die auch zuerst auf den eigenen Vorteil sehen – und nicht auf das Wohl der Menschheit.</p>
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		<title>Nicht Milit&#228;rs sind Hauptverantwortliche des Kundus-Massakers, sondern Politiker</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 18:57:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Freiherr von und zu Guttenberg hat k&#252;rzlich gefordert, die Aufkl&#228;rung des von der Bundeswehr bei Kundus angerichteten Massakers d&#252;rfe nicht zu einer »Diskreditierung der Soldaten« f&#252;hren. Damit hat der deutsche Verteidigungsminister, der sich selbst gewisserma&#223;en zu einem »kriegs&#228;hnlichen« Ressortchef umbenannte, insofern recht, als in der genannten Angelegenheit zwar die Milit&#228;rs m&#246;glicherweise ihre Kompetenzen sehr gro&#223;z&#252;gig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freiherr von und zu Guttenberg hat k&#252;rzlich gefordert, die Aufkl&#228;rung des von der Bundeswehr bei Kundus angerichteten Massakers d&#252;rfe nicht zu einer <a href="http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd4k3cQsESUGY5vqRMLGglFR9b31fj_zcVP0A_YLciHJHR0VFAFBC9EY!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfRF80TDM!?yw_contentURL=%2FC1256F1200608B1B%2FW27YMBQT427INFODE%2Fcontent.jsp" target="_blank">»Diskreditierung der Soldaten«</a> f&#252;hren. Damit hat der deutsche Verteidigungsminister, der sich selbst gewisserma&#223;en zu einem »kriegs&#228;hnlichen« Ressortchef umbenannte, insofern recht, <span id="more-1430"></span>als in der genannten Angelegenheit zwar die Milit&#228;rs m&#246;glicherweise ihre Kompetenzen sehr gro&#223;z&#252;gig auslegten, dennoch aber die Hauptverantwortung eindeutig bei der Politik liegt.</p>
<p>Von Soldaten ist – insbesondere im Krieg – nichts anderes zu erwarten als das, was ihnen die Politik zu tun aufgibt bzw. was sie f&#252;r ihre Aufgabe halten, wenn die Politik sie gew&#228;hren l&#228;sst. Anfangs mag es bez&#252;glich Afghanistans die Absicht der rot-gr&#252;nen Koalition gewesen sein, den auf Dr&#228;ngen der USA von der NATO am Hindukusch beschlossenen Milit&#228;reinsatz auf den gern verharmlosend umschriebenen »Sicherungseinsatz« zu beschr&#228;nken, doch erwies sich dies angesichts der Rambo-Politik Bushs schnell als Illusion. Schritt f&#252;r Schritt marschierte die Bundeswehr in Afghanistan in einen Aggressionskrieg hinein, der schon bald mit seiner urspr&#252;nglichen Begr&#252;ndung, Al-Quaida zu jagen, nichts mehr zu tun hatte. Den USA und der NATO geht es im Fernen Osten vor allem um strategische Interessen. Sie wollen in der N&#228;he der gro&#223;en Rivalen China und Russland milit&#228;risch pr&#228;sent sein, dort im Sinne ihrer globalstrategischen Ziele alles unter Kontrolle behalten. Das ist unter Barack Obama nicht anders als unter George W. Bush, auch wenn der gegenw&#228;rtige Pr&#228;sident nicht so sehr mit der Brechstange vorgeht. Doch die von ihm verf&#252;gte Eskalation des Krieges gegen das afghanische Volk zugunsten einer vom Westen eingesetzten und ihm h&#246;rigen, nur durch Wahlf&#228;lschung und Waffengewalt an der Macht zu haltenden Regierung beweist ungeachtet aller salbungsvollen Worte die unheilvolle Kontinuit&#228;t US-amerikanischer Machtpolitik.</p>
<p>Diesem Kurs f&#252;hlte sich auch die Bundesrepublik stets verpflichtet – umso mehr, seit sie inzwischen von der Bush-Freundin Angela Merkel gef&#252;hrt wird. Daher reagierte sie auf die zunehmende Sch&#228;rfe der Auseinandersetzung am Hindukusch auch nicht mit dem naheliegenden Beschluss, die Truppen, die ihre urspr&#252;ngliche Aufgabe der »Mitwirkung am Wiederaufbau« in keinster Weise mehr erf&#252;llen konnten, von dort abzuziehen, sondern im Gegenteil damit, allm&#228;hlich die <a href="http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EF5F91EB746C54013B3CC24594B68CC7B~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/5b79243b7ee64a19ad9df0a950872a8b" alt="" width="1" height="1" />Einsatzregeln f&#252;r die Bundeswehr </a>zu &#228;ndern, d.h. sie von der Verteidigung auf den Angriff zu orientieren. Den Milit&#228;rs kam dies von ihrem Selbstverst&#228;ndnis her sehr entgegen, denn nat&#252;rlich wollen Soldaten erproben, was die lernten, die modernen Waffen, &#252;ber die sie verf&#252;gen, testen; sie wollen selbstverst&#228;ndlich »siegen«, wenn sie in den Kampf gef&#252;hrt werden.</p>
<p>Es ist daher auch, aber nicht zuerst die Bundeswehr, die zum Kundus-Massaker Fragen zu beantworten hat, sondern die politische F&#252;hrung. Und das sind nicht nur Fragen, <a href="http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E39EB2218A907406F940280E177C11271~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">wer wann was wusste und weitergab</a>, sondern vor allem solche nach der v&#246;lkerrechtlichen Grundlage und dem Sinn des Einsatzes in Afghanistan. Inzwischen ist n&#228;mlich immer weniger zu erkennen, was die Bundeswehr dort eigentlich verteidigt au&#223;er einem korruptem Regime. Von und zu Guttenberg hat also wohl nur vertreten und best&#228;tigt, was ihm die Kanzlerin als Linie vorgegeben hat: strikt dem US-amerikanischen Vorgehen zu folgen – was hei&#223;t, sich weniger um die Belange der Afghanen, den Wiederaufbau ihres geschundenen Landes zu bem&#252;hen, als vielmehr mit allen Mitteln die im Wegen stehenden Taliban zu jagen, auch unter Inkaufnahme von »Kollateralsch&#228;den« in der Zivilbev&#246;lkerung.</p>
<p>Genau das haben die Milit&#228;rs in Afghanistan getan – entweder auf direkten Befehl oder nach Gew&#228;hrenlassen durch die politische F&#252;hrung. Doch die Politiker wissen nat&#252;rlich, dass der Kriegseinsatz am Hindukusch von einer gro&#223;en Mehrheit der B&#252;rger der Bundesrepublik abgelehnt wird, dass sie sich mit dessen Unterst&#252;tzung weit von ihrem Volk entfernen. Gerade deshalb wird verschleiert, hingehalten, get&#228;uscht, gelogen. Was Bush im Gro&#223;en vormachte, vollzieht Angela Merkel mit ihren Verteidigungsministern im Kleinen nach. Und sie wird mit ihren Parteig&#228;ngern auch daf&#252;r sorgen, dass der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Kundus-Massaker ins Leere l&#228;uft und – wie schon viele solcher Gremien – als Hornberger Schie&#223;en endet. Allerdings kann es durchaus sein, dass dabei der neue Unions-Superstar von und zu Guttenberg auf der Strecke bleibt.</p>
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		<title>Barack Obama – der Gorbatschow der USA?</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 21:34:46 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Geschichte wiederholt sich nicht, hei&#223;t es, und wenn, dann nur als Farce. Das k&#246;nnte sich demn&#228;chst in den USA bewahrheiten, wo Pr&#228;sident Barack Obama dabei ist, den Vertrauensvorschuss seiner W&#228;hler deshalb zu verspielen, weil er kein Mittel gegen deren vorhersehbare – und von seinen Gegnern aggressiv gesch&#252;rte – Verunsicherung findet. <span id="more-1236"></span>Zwar lassen sich Menschen, zumal wenn ihnen die Politik seit Jahren nur Misserfolgserlebnisse bescherte, gern von charismatischen Gestalten mitrei&#223;en, versprechen diese schnell und nachhaltig grundlegende Ver&#228;nderungen. Aber sobald die Konsequenzen des tiefgreifenden Kurswechsels sichtbar werden, brechen oft &#196;ngste auf – mit der Folge, dass eben noch begeisterte Mitl&#228;ufer des Heilsversprechers unversehens von der Fahne gehen. Das musste vor zwanzig Jahren in Moskau Gorbatschow erleben; f&#246;rmlich &#252;ber Nacht verlor er seine Anh&#228;ngerschaft – und in der Folge die Sowjetunion ihren Supermacht-Status. Angesichts solcher Perspektiven schwankt der Betrachter der aktuellen amerikanischen Entwicklungen allerdings unentschieden zwischen Hoffen und Bangen.</p>
<p>Ohne platten historischen Analogien das Wort reden zu wollen, sind doch einige Parallelen der sp&#228;ten sowjetischen wie der j&#252;ngsten amerikanischen Vorg&#228;nge offensichtlich. Die UdSSR der 70er und 80er Jahre war erst von der realit&#228;tsfernen, dogmatischen Politik der Breschnew-&#196;ra und dann von der Agonie der Parteigerontokratie gepr&#228;gt. Eine Herrschaft Seiner Senilit&#228;t gab es zwar in den USA nicht, doch in punkto Realit&#228;tsverweigerung und Voluntarismus stand die Bush-Administration dem KPdSU-Politb&#252;ro der Breschnew-Zeit kaum nach. Beide wollten – bei allen Unterschieden in Philosophie und Vorgehen – die Welt nach ihrem Bilde formen. Beide sind gescheitert – und auf beide folgten F&#252;hrer, die eine grundlegende Umorientierung der Politik f&#252;r n&#246;tig hielten und sie in Angriff nahmen. Beide mit gro&#223;em Elan und zun&#228;chst auch mit der Zustimmung einer gro&#223;en Mehrheit ihrer V&#246;lker.</p>
<p>Gorbatschow hat das wenig gen&#252;tzt, denn mit dem Totalumbau der Gesellschaft gingen auch jahrzehntelang einge&#252;bte Gewissheiten verloren; der machtbesessene Jelzin nutzte dies, um sich selbst an dessen Stelle zu setzen – allerdings ohne eigener Konzept au&#223;er dem pers&#246;nlichen Ehrgeizes. Darauf allerdings l&#228;sst sich kaum reduzieren, was derzeit hinter der inneramerikanischen Angriffe auf Barack Obama steht. Zwar ist das Muster &#228;hnlich; auch der US-Pr&#228;sident ist daran gegangen, eine Politik, die sich – nicht zuletzt vor der Hintergrund amerikanischer Interessen – als absolut kontraproduktiv erwiesen hat, zu &#228;ndern. Doch gerade diese Politik war – sp&#228;testens seit Nixon – US-Staatsr&#228;son und damit &#252;ber Jahrzehnte tief ins Bewusstsein der amerikanischen Gesellschaft eingebrannt worden.</p>
<p>Darauf bauen die <a href="http://www.freitag.de/wochenthema/0935-usa-kulturkampf-gesundheitsreform" target="_blank"><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/034541b3975b4172baa24639e88bada7" width="1" height="1" alt="">Rechtskonservativen der USA</a>, die sich nicht auf Bush und seine Mannschaft reduzieren, sondern ihre st&#228;rkste Kraft im milit&#228;risch-industriellen Komplex haben, der den Kriegskurs nach dem Niedergang der Sowjetunion versch&#228;rfte, um den USA die alleinige Weltherrschaft zu sichern – im Inneren verbunden mit dem Abbau demokratischer Rechte und der uneingeschr&#228;nkten Entfesselung des Finanzkapitals. Der <a href="http://www.freitag.de/wochenthema/0935-us-gesundheitsreform-widerstand" target="_blank">Widerstand gegen die Gesundheitsreform</a> ist nur ein &#8211; wenn auch sehr wichtiger – Teil des Kampfes um Fortsetzung dieser strategischen Linie. Skrupellos nutzen die rechtskonservativen Ideologen die Verunsicherung vieler US-Amerikaner &#252;ber Obamas »Perestroika« f&#252;r ihre Zwecke aus.</p>
<p>Noch ist dieser Kampf nicht entschieden. Noch kann es dem Pr&#228;sidenten gelingen, seine Anh&#228;ngerschaft gegen die Vertreter des Gestern zu mobilisieren – wenn er weiter entschlossen Kurs h&#228;lt und sich sein Programm nicht durch faule Kompromisse verw&#228;ssern l&#228;sst. Noch aber besteht auch die greifbare Gefahr, dass er dazu nicht die Kraft oder nicht den letzten Willen hat und deshalb unterliegt und damit das Schicksal Gorbatschows teilt; die Folgen einer solchen Entwicklung f&#252;r die ganze Welt w&#228;ren unabsehbar.</p>
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		<title>Auch in Iran greift das Volk zum Taktstock</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 16:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal klang es sogar ein wenig beleidigt, wenn in den letzten Tagen hierzulande &#252;ber die Ereignisse in Iran berichtet wurde, zumindest jedoch sprachen Politiker und Medien gern von &#220;berraschung &#8211; und gestanden damit ein, dass ihre Sicht auf die dortige Entwicklung in den vergangenen Jahren weniger von Sachkunde als von ideologischer Voreingenommenheit gepr&#228;gt war. Obwohl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal klang es sogar ein wenig beleidigt, wenn in den letzten Tagen hierzulande &#252;ber die Ereignisse in Iran berichtet wurde, zumindest jedoch sprachen Politiker und Medien gern von &#220;berraschung &#8211; und gestanden damit ein, dass ihre Sicht auf die dortige Entwicklung in den vergangenen Jahren weniger von Sachkunde als von ideologischer Voreingenommenheit gepr&#228;gt war. <span id="more-1048"></span>Obwohl der interessierte Beobachter ohne Schwierigkeiten eine zunehmende <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/150780.opposition-in-iran-wer-ist-das.html?sstr=Iran" target="_blank">Differenzierung der iranischen Gesellschaft </a>konstatieren konnte, ein neben der streng &#252;ber einem traditionellen Islam wachenden Geistlichkeit sich z&#252;gig ausbreitendes Selbstbewusstsein, das sich zunehmend &#246;ffentlich Geh&#246;r verschafft und alte Dogmen der Mullahs in Frage stellt. Dieser neue Geist in Iran hatte schon in den letzten Jahren die Machthaber gezwungen, Schritt um Schritt von &#252;berholten Praktiken abzugehen und zum Beispiel ein Wahlrecht zu schaffen, das zwar immer noch Sicherungen enthielt, die mit tats&#228;chlich demokratischen Prinzipien nicht vereinbar sind, aber eben doch auch die M&#246;glichkeit einer »Wahl« zwischen verschiedenen, nicht identischen Positionen. Das machte das Land im von Diktaturen und Ein-Parteien-Herrschaften gepr&#228;gten arabischen Raum sogar zu einer Art Vork&#228;mpfer der Demokratie &#8211; was nat&#252;rlich keiner der allein ideologisch urteilenden westlichen Staaten wahrhaben wollte. Gerade diese Entwicklung aber »zwang« die iranische F&#252;hrung erst zu ihrem unverhohlenen Wahlbetrug, wollte sie ihre Macht erhalten &#8211; und sie erm&#246;glichte den Iranern den Protest gegen ein Verfahren, das den Gesetzen des Landes widersprach.</p>
<p>Dieser Protest wird nun nicht mehr verstummen. Er macht klar, dass kein Volk der Belehrung durch fremde M&#228;chte bedarf, wenn es um seine eigene Belange geht. Schon gar nicht wollen die V&#246;lker das, was andere ihnen als »Demokratie« anpreisen, auch noch mit Waffengewalt &#252;bergeholfen bekommen. Insofern sind die Vorg&#228;nge in Iran auch eine Antwort auf vergangene westliche Politik, die sich anma&#223;te &#8211; und anma&#223;t, besser als die Menschen vor Ort zu wissen, was sie brauchen. W&#228;hrend die gewaltsamen »Demokratie«-Missionen der USA und ihrer Verb&#252;ndeten in Irak und Afghanistan in Blut und Elend versinken, greifen die Menschen in Iran <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0623/feuilleton/0006/index.html" target="_blank">entschlossen und phantasievoll selbst zum Taktstock</a><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/84b48f065e5346ce8ca15905428dec50" alt="" width="1" height="1" />, formulieren unmissverst&#228;ndlich ihre Erwartungen und belagern furchtlos die Stra&#223;en, um sie durchzusetzen. Sie wissen, dass es dabei Opfer und R&#252;ckschl&#228;ge geben wird, aber am Ende doch keine Niederlage.</p>
<p>Und sie w&#252;nschen dabei auch keine Kommentare aus unberufenem Munde.  Ihnen gen&#252;gt die wahrheitsgetreue und umfassende Information der Welt &#252;ber die Vorg&#228;nge in ihrem Land &#8211; ohne Ratschl&#228;ge von au&#223;en. Der <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0624/meinung/0011/index.html" target="_blank">amerikanische Pr&#228;sident</a> hat das verstanden und sich bislang geweigert, mit Kriegsrhetorik auf die Vorg&#228;nge in Iran zu reagieren, auch wenn er unter dem Druck der Bush-Anh&#228;nger hin und wieder verbale Zugest&#228;ndnisse an altes, gescheitertes Denken macht. In Europa hat er dabei leider keine Verb&#252;ndeten gefunden. Bei Angela Merkel, die den Abgang der Bush-Clique noch immer nicht verwinden und sich vor allem von deren »Schurkenstaat«-Polemik nicht l&#246;sen kann, mag das nicht &#252;berraschen. Dass sich aber auch der SPD-Kanzlerkandidat bem&#252;&#223;igt f&#252;hlt, mit Blick auf den Wahlkampf der Kanzlerin nicht allein dieses verminte Feld zu &#252;berlassen und sich irgendwo in die Gegend zu stellen, um den Iranern ebenfalls ungebetene Ratschl&#228;ge zu erteilen, ist mehr als ein Armutszeugnis.</p>
<p>Wie auch immer der gegenw&#228;rtige Machtkampf in Iran seinen Fortgang nimmt, das Land wird daraus gr&#252;ndlich ver&#228;ndert hervorgehen. Selbst in China, wo vor 20 Jahren eine &#228;hnliche Protestbewegung blutig niedergeschlagen wurde, hat sich seither viel zum Positiven ver&#228;ndert &#8211; weil keine F&#252;hrung auf Dauer &#252;ber die W&#252;nsche des Volkes hinweggehen kann. Sicher verl&#228;uft nicht alles nach den W&#252;nschen abendl&#228;ndischer Politstrategen, aber darauf kommt es auch nicht an. Entscheidend sind die W&#252;nsche und Hoffnungen der Menschen vor Ort. Und die artikulieren die Iraner gegenw&#228;rtig un&#252;berh&#246;rbar; sie werden sie auch zur Wirklichkeit machen.</p>
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		<title>Wo das B&#246;rsenbarometer Ho-Chi-Minh-Index hei&#223;t</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 18:41:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vietnam verdr&#228;ngt das Trauma des Krieges und richtet seine Blicke selbstbewusst in die Zukunft. Fast ein »amerikanischer Traum«, aber einer in den Farben des Landes »Da dr&#252;ben«, sagt unser kambodschanischer Begleiter Davinn und weist &#252;ber den Mekong hinaus, »da dr&#252;ben verlief der Ho-Chi-Minh-Pfad.« Wir sehen eine lang gestreckte gr&#252;ne Insel in der Mitte des Flusses, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vietnam verdr&#228;ngt das Trauma des Krieges und richtet seine Blicke selbstbewusst in die Zukunft. Fast ein »amerikanischer Traum«, aber einer in den Farben des Landes</strong><span id="more-999"></span></p>
<p>»Da dr&#252;ben«, sagt unser kambodschanischer Begleiter Davinn und weist &#252;ber den Mekong hinaus, »da dr&#252;ben verlief der Ho-Chi-Minh-Pfad.« Wir sehen eine lang gestreckte gr&#252;ne Insel in der Mitte des Flusses, wei&#223;en Sand am jenseitigen Ufer und dahinter eine rostrote Front dicht an dicht stehender St&#228;mme akkurat gleichgro&#223;er B&#228;ume. Ein friedliches Bild, und man mag kaum glauben, dass hier vor wenigen Jahrzehnten Bomben explodierten, Napalm seine Feuerwalze entfachte und Agent Orange alle verbliebene Vegetation verdorren lie&#223;. Selbst in der Trockenzeit ist das Gr&#252;n am Fluss saftig. »Die B&#228;ume wurden nach dem Krieg gepflanzt«, erkl&#228;rt Davinn, »Kautschuk, der hier sehr gut gedeiht.«<br />
Der Vietnamkrieg, den die Amerikaner auch auf die Nachbarl&#228;nder ausweiteten, ist nicht vergessen, doch meist h&#246;rt man weniger Klagen &#252;ber seine Hinterlassenschaft als Berichte, wie man mit den Folgen fertig wurde. Die Kautschukpflanzungen auf dem einstigen Ho-Chi-Minh-Pfad, von denen hier vor allem Kambodschaner profitieren, wegen des Schmuggels des wei&#223;en Harzes &#252;ber die Grenze, aber auch entsprechende vietnamesische Fabriken, sind nur ein Beispiel daf&#252;r.</p>
<h5>Bill Gates folgt gleich nach Vo Nguyen Giap</h5>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/2585d1b4eddc400b9d60e46889cbcd1b" width="1" height="1" alt=""><br />
Der Krieg ist Geschichte. F&#252;r die seither geborenen Generationen h&#228;lt die Gegenwart andere Probleme bereit. Auch und gerade in Vietnam, wo man das Trauma der Kriegszeit verdr&#228;ngt, um Kopf und H&#228;nde f&#252;r den t&#228;glichen &#220;berlebenskampf frei zu haben.<br />
Ein Spiegelbild dessen ist Ho-Chi-Minh-Stadt. Die einstige Metropole S&#252;dvietnams ist zwar nicht die Hauptstadt des seit 33 Jahren wiedervereinigten Landes, doch mit zehn Millionen Einwohnern &#8211; die Peripherie eingeschlossen &#8211; ist sie gr&#246;&#223;te und zugleich wirtschaftsst&#228;rkste Stadt. Sie erwirtschaftet ein Drittel des vietnamesischen Haushalts, jede f&#252;nfte ausl&#228;ndische Investition in Vietnam wird hier get&#228;tigt. Im Stra&#223;enbild zeugen davon nicht nur die aus dem Boden schie&#223;enden Hotels mit weltbekannten Namen &#8211; von »Hyatt« bis »Sheraton« -, die Luxusmarken der Modebranche auf der Prachtstra&#223;e Dong Khoi, die sich diesbez&#252;glich kaum vom Berliner Kudamm unterscheidet, die Tausenden von kleinen L&#228;den und Werkst&#228;tten, die sich nicht nur im Zentrum, sondern auch in den Au&#223;enbezirken dicht an dicht dr&#228;ngen und in denen beinahe rund um die Uhr gearbeitet wird.<br />
Noch deutlicher wird dies an der Gesch&#228;ftigkeit der Menschen, der Hektik, die sich am eindrucksvollsten im chaotischen, offensichtlich von keinerlei Regeln behinderten Verkehr zeigen.</p>
<div id="attachment_1090" class="wp-caption alignright" style="width: 282px"><img class="size-full wp-image-1090    " title="strasenverkehr-hcm14" src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2009/06/strasenverkehr-hcm14.jpg" alt="Schon fast auf verlorenem Posten: Fahrrad-Rikschas in Ho-Chi-Minh-Stadt" width="272" height="152" /><p class="wp-caption-text">Schon fast auf verlorenem Posten: Fahrrad-Rikschas in Ho-Chi-Minh-Stadt</p></div>
<p>Motorisierte Zweir&#228;der aller Art haben die Fahrrad-Rikschas l&#228;ngst verdr&#228;ngt und die Zahl der Autos der bekannten internationalen Marken w&#228;chst sprunghaft. In den M&#228;rkten wird immer noch auf traditionelle Weise gehandelt, doch beschleunigen Computer, Taschenrechner und Mobiltelefone den Warenumlauf. Man solle warten und einen Tee trinken, schlagen die Verk&#228;ufer vor, derweil sie ein gew&#252;nschtes, aber gerade nicht vorhandenes Produkt herantelefonieren.<br />
Weniger dynamisch scheint auf den ersten Blick das Leben in den D&#246;rfern, in denen die Armut oft noch un&#252;bersehbar ins Auge f&#228;llt. Doch auch hier wird &#252;berall emsig an irgendetwas gearbeitet, etwas hergestellt, verpackt, verkauft. In Cai Be, einer Stadt im Mekong-Delta, kann man auf einer einzigen Stra&#223;e sehen, wie Puffreis hergestellt, die hauchd&#252;nnen H&#252;llen der Fr&#252;hlingsrollen gebacken, Sojaso&#223;e vergoren und nat&#252;rlich Reisschnaps gebrannt wird. Aus dem Meer wird per Boot schmutzig-gelbes Salz herangebracht, in einem Schuppen in gro&#223;en Wannen gereinigt, gekl&#228;rt und getrocknet. Jetzt ist es reinwei&#223;, wird verpackt und auf dem Fluss abtransportiert. All das spielt sich in und um die Wohnh&#252;tten ab; dazwischen laufen H&#252;hner, grunzen Schweine, toben Kinder.</p>
<div id="attachment_1093" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1093" title="fischerhutten-am-mekong" src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2009/06/fischerhutten-am-mekong-300x168.jpg" alt="Fischfang z&#228;hlt zu den Haupterwerbsquellen am Mekong" width="300" height="168" /><p class="wp-caption-text">Fischfang z&#228;hlt zu den Haupterwerbsquellen am Mekong</p></div>
<p>Unter den Bohlen der Hausboote auf dem Mekong verbergen sich nicht selten Fischzucht- anlagen. Netze verhindern die Flucht des Schwarms, der etwa acht Monate lang gef&#252;ttert wird, ehe die Fische eine Gr&#246;&#223;e haben, die auf dem Markt Gewinn verspricht.<br />
Das Durchschnittsalter der Vietnamesen betr&#228;gt 25,9 Jahre, drei F&#252;nftel sind j&#252;nger als 27 und damit lange nach Kriegsende geboren. F&#252;r ihr Leben spielt der Krieg ihrer Gro&#223;eltern kaum eine Rolle. Sie nennen Ho-Chi-Minh-Stadt nat&#252;rlich Saigon und orientieren sich an den Idolen abendl&#228;ndischer Popkultur, nicht anders als ihre Altersgenossen fast &#252;berall in der Welt. Bei einer Umfrage nach den f&#252;r sie bedeutendsten Personen kam Microsoft-Gr&#252;nder Bill Gates auf Platz 3 &#8211; knapp hinter Ho Chi Minh und dem legend&#228;ren General Vo Nguyen Giap.<br />
Der einstige Kriegsgegner, die USA, ist f&#252;r viele Vietnamesen inzwischen fast ein Land wie jedes andere. Zwar gibt es in Ho-Chi-Minh-Stadt ein Kriegsmuseum, das die Verbrechen der US-Amerikaner dokumentiert, und 70 Kilometer nordwestlich kann in Cu Chi das legend&#228;re Tunnelsystem der vietnamesischen Volksarmee besichtigt werden, doch zieht es dorthin vor allem Ausl&#228;nder. Damit sie ein St&#252;ck unter der Erde entlangkriechen k&#246;nnen, wurden extra die Tunnel erweitert, und an einem Schie&#223;stand kostet es nur einige Dollars, um mit der Kalaschnikow zu ballern oder eine Panzerfaust abzuschie&#223;en.<br />
Nicht der fr&#252;here Feind USA interessiert heute zuerst, sondern die &#246;konomische und technologische Weltmacht. Ihr will man auf m&#246;glichst gleicher Augenh&#246;he entgegentreten. Und auf diesem Weg ist Vietnam schon ein ganzes St&#252;ck vorangekommen. Das Wirtschaftswachstum lag in diesem Jahrzehnt ziemlich stabil um acht Prozent, wird allerdings 2009 nur noch 3 Prozent erreichen. Vietnam ist der zweitgr&#246;&#223;te Reisexporteur der Welt und liegt auch bei Pfeffer und Kaffee weit vorn. Textilindustrie und Fischwirtschaft expandierten, m&#252;ssen aber derzeit mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise k&#228;mpfen. So wurde auch die Armut reduziert. Vor zwanzig Jahren verf&#252;gte noch jeder zweite nur &#252;ber einen Dollar Einkommen pro Tag, jetzt vielleicht noch jeder Zehnte. Ein Problem bleibt die Inflation, die im vorigen Jahr zeitweise auf &#252;ber 25 Prozent stieg.</p>
<h5>Der Ehrgeiz eines kleinen Tigers</h5>
<p>Die vietnamesische Gesch&#228;ftigkeit entspringt dem Ehrgeiz, sich m&#246;glichst bald in die entwickelten L&#228;nder einzureihen. Man z&#228;hlt sich schon zu den &#8211; wenn auch kleineren &#8211; »Tigerstaaten«. Dabei achtet die noch immer herrschende, sich aber &#8211; anders als im benachbarten Kambodscha &#8211; kaum im Stra&#223;enbild pr&#228;sentierende Kommunistische Partei mit ihren 450 von 493 Sitzen der Nationalversammlung sorgsam auf die Wahrung der Unabh&#228;ngigkeit des Landes. Zwar wurden die Bedingungen f&#252;r ausl&#228;ndische Investoren gelockert, aber oftmals beh&#228;lt sich die Regierung das letzte Wort im Genehmigungsprozess vor. &#196;hnlich wie in China sichert sie die politische Kontrolle &#252;ber die &#246;konomischen Vorg&#228;nge &#8211; auch und gerade gegen&#252;ber den USA.<br />
Das nervt zwar manchen der dynamischen Jungunternehmer, die sich nicht selten als eine Art »Ein-Familien-AG« entpuppen, findet aber in der Bev&#246;lkerung allgemein Zustimmung. Wie auch die Verehrung Ho Chi Minhs, dessen Konterfei man &#252;berall im Stra&#223;enbild findet.</p>
<div id="attachment_1098" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1098 " title="hcm-im-postamt-1" src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2009/06/hcm-im-postamt-1-300x160.jpg" alt="Auch &#252;ber das detailgetreu renovierte Postamt des kolonialen Saigon wacht " width="300" height="160" /><p class="wp-caption-text">Auch &#252;ber das detailgetreu renovierte Postamt des kolonialen Saigon wacht heute Ho Chi Minh</p></div>
<p>Auch im Postamt der nach ihm benannten Stadt, das unter franz&#246;sischer Kolonialherrschaft von Gustave Eiffel gebaut und jetzt detailgetreu rekonstruiert wurde &#8211; mit einem wichtigen Zusatz: einem riesigen Bild des Volkshelden in der Schalterhalle. Selbst USA-Pr&#228;sident Bush musste bei seinem Vietnambesuch anl&#228;sslich des APEC-Gipfels 2006 unter einer &#252;berlebensgro&#223;en Bronzeb&#252;ste Ho Chi Minhs Platz nehmen. Und auch die Saigoner B&#246;rsenjobber unterwerfen sich patriotischem Pragmatismus &#8211; indem sie sich bei ihren Gesch&#228;ften am »Ho-Chi-Minh-Index« orientieren.</p>
<address>(Gedruckt in: Neues Deutschland vom 30. 05. 2009)</address>
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		<title>Nordkorea und das irakische Menetekel</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 21:31:34 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Br&#252;skierung der Weltgemeinschaft durch Nordkoreas j&#252;ngsten Atombombenversuch ist &#8211; was nur wenige Kommentatoren erw&#228;hnen &#8211; eine zumindest indirekte Folge der Politik des fr&#252;heren US-Pr&#228;sidenten George W. Bush. Das macht den Nukleartest nicht besser, aber verst&#228;ndlicher - was zu bewirken verm&#246;chte, eine L&#246;sung des Problems nicht durch Fortsetzung und Versch&#228;rfung des gescheiterten Bush-Kurses, sondern durch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Br&#252;skierung der Weltgemeinschaft durch Nordkoreas j&#252;ngsten Atombombenversuch ist &#8211; was nur wenige Kommentatoren erw&#228;hnen &#8211; eine zumindest indirekte Folge der Politik des fr&#252;heren US-Pr&#228;sidenten George W. Bush. Das macht den Nukleartest nicht besser, aber verst&#228;ndlicher<span id="more-995"></span> - was zu bewirken verm&#246;chte, eine L&#246;sung des Problems nicht durch Fortsetzung und Versch&#228;rfung des gescheiterten Bush-Kurses, sondern durch ein tats&#228;chliches »change«, das der neue Pr&#228;sident Obama allerdings auch diesbez&#252;glich noch nicht herbeigef&#252;hrt hat.</p>
<p>Zwar hat sich George W. Bush gegen&#252;ber dem »Schurkenstaat« Nordkorea bei weitem nicht so aggressiv verhalten wie gegen&#252;ber Irak &#8211; schlie&#223;lich ging es im Fernen Osten nicht um &#214;l, doch mit dem Irakkrieg f&#252;hrte er dem Regime in Pj&#246;ngjang anschaulich vor Augen, was ihm drohe, wenn es &#8211; wie eben Irak &#8211; nicht &#252;ber eine Abschreckungswaffe verf&#252;gt, die die USA als eine Bedrohung auffassen. Nordkoreas pseudo-kommunistische F&#252;hrung will nat&#252;rlich nicht unter einem schwebenden Damoklesschwert regieren, was man nur dadurch glaubt verhindern zu k&#246;nnen, dass man selbst ein solches in Stellung bringt &#8211; in Form eigener Atomwaffen. Und verhielt sich damit nicht anders als Israel, das sich so gegen arabische Angriffsgel&#252;ste sichern will, nicht anders als Indien und Pakistan, die beide den jeweils anderen Staat auf diese Weise in Schach zu halten versuchen. Und so wie es bei diesen L&#228;ndern, die die Nuklearwaffe als Lebensversicherung betrachten, bisher nicht gelungen ist, sie ihnen durch Verhandlungen und diplomatische Einigung als &#252;berfl&#252;ssig darzustellen, vielmehr nun auch noch droht, dass auf Israels Bombe demn&#228;chst Iran mit einer eigenen antwortet, so wird auch Nordkorea sein schwer, weil um den Preis massenhafter Verarmung der Bev&#246;lkerung errungenes <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Fragen-des-Tages-Nordkorea-Atomstreit;art693,2806900" target="_blank">Faustpfand</a><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/b4407aa0ff714c74abe3ce30454b5ef4" alt="" width="1" height="1" /> nicht aus der Hand geben, solange das irakische Menetekel an der Wand steht.</p>
<p>Dass Pj&#246;ngjang dazu grunds&#228;tzlich nicht bereit sei, l&#228;sst sich an der Geschichte des bereits seit zwei Jahrzehnten schwelenden Konflikts nicht belegen. Zwar hat Nordkorea sein Atomprogramm immer vorangetrieben, aber auch immer ein gewisses Ma&#223; an Kompromissbereitschaft erkennen lassen. So erkl&#228;rte es sich im Herbst 2005 zur Aufgabe seines Atomprogramms, was allerdings die USA und ihre Verb&#252;ndeten kaum honorierten, worauf ein Jahr sp&#228;ter der erste nordkoreanische Nukleartest stattfand. Wieder ein Jahr sp&#228;ter lie&#223; sich das Land die Schlie&#223;ung seines Atomzentrums abhandeln und sprengte medienwirksam sogar einen Reaktor, doch »Schurkenstaat« mit allen daraus drohenden Konsequenzen blieb Pj&#246;ngjang dennoch.</p>
<p>Nun mag man aus vertretbaren Gr&#252;nden ein solches »Rating« f&#252;r richtig halten, erfolgreiche Politik darauf aufbauen kann man hingegen nicht. Dass das Regime unter Kim Jong Il immer wieder von fr&#252;heren Zusagen abr&#252;ckte, hat eben auch damit zu tun, dass ihm der vereinigte Westen nie das Existenzrecht garantieren mochte. Das mag ihm angesichts der Realit&#228;t in der »Koreanischen Demokratischen Volksrepublik« schwer fallen, aber wer berechtigte Forderungen nach atomarer Abr&#252;stung unmittelbar mit solchen nach Abdankung der &#252;ber die Nuklearpotenz verf&#252;genden Clique verbindet, muss sich nicht wundern, dass er erfolglos bleibt.</p>
<p>Politik wird gern als Kunst des M&#246;glichen definiert. Die westliche Linie gegen&#252;ber Nordkorea ist seit Jahren allein von <a href="http://www.merkur.de/2009_22_polkom_nordkorea.34662.0.html?&amp;no_cache=1" target="_blank">Unm&#246;glichkeiten</a> bestimmt und hat darum &#8211; nicht die Hauptschuld, aber &#8211; ein ger&#252;ttelt Ma&#223; an eigener Verantwortung daran, dass wir derzeit so dicht an einem atomaren Schlagabtausch sind wie seit langem nicht.</p>
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		<title>Barack Obama &#252;berfordert das alte Europa</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 21:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Worten ist es leicht, zum Beispiel eine neue Strategie gegen&#252;ber Afghanistan zu versprechen und &#252;berhaupt der islamischen Welt ein besseres Verh&#228;ltnis als das bisherige in Aussicht zu stellen. Doch mit ihren Taten bleibt die NATO bislang bei ihrem Kurs der hochm&#252;tigen Arroganz bis hin zur latenten Feindschaft. J&#252;ngste Beispiele: Die Nominierung des d&#228;nischen Ministerpr&#228;sidenten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Worten ist es leicht, zum Beispiel eine neue Strategie gegen&#252;ber Afghanistan zu versprechen und &#252;berhaupt der islamischen Welt ein besseres Verh&#228;ltnis als das bisherige in Aussicht zu stellen. Doch mit ihren Taten bleibt die NATO bislang bei ihrem Kurs der hochm&#252;tigen Arroganz bis hin zur latenten Feindschaft. <span id="more-865"></span>J&#252;ngste Beispiele: Die Nominierung des d&#228;nischen Ministerpr&#228;sidenten f&#252;r den demn&#228;chst frei werdenden Posten des NATO-Generalsekret&#228;rs und die harsche Ablehnung des t&#252;rkischen Wunsches nach EU-Mitgliedschaft durch die Gro&#223;-Europ&#228;er Deutschland und Frankreich.</p>
<p>Mit Rasmussen entschied sich die NATO in einer Zeit, wo sie vollmundig ein neues Verh&#228;ltnis zur arabischen Welt ank&#252;ndigt, f&#252;r den meistgehassten Europ&#228;er von Gaza bis Jakarta, von Bagdad bis Kabul. Dabei spielt keine Rolle, ob die Vorbehalte der Moslems gegen Rasmussen berechtigt sind (was zumindest zu Teilen wohl der Fall ist); entscheidend ist die Botschaft, die man der anderen Seite, mit der man doch angeblich in ein konstruktives Gespr&#228;ch kommen will, sendet. Und diese Botschaft ist verheerend &#8211; vor allem auch deshalb, weil sie ohne jede Weitsicht getroffen wurde und aus sturer Prinzipienreiterei, bei der sich vor allem die Bundeskanzlerin hervortat. W&#228;hrend Barack Obama von Anfang an gegen&#252;ber der d&#228;nischen Personalie skeptisch war und am Ende wohl nur mitspielte, weil er begriff, dass er das alte, noch weitgehend auf Bush fixierte Europa &#252;berfordern k&#246;nnte, rief Angela Merkel Rasmussen schon zum K&#246;nig aus, als mit der Krone noch heftig jongliert wurde. Obama war es schlie&#223;lich, der die Sache erfolgreich zu Ende brachte; die <a href="http://www.welt.de/politik/article3507693/Tuerkei-feiert-sich-als-Gewinner-des-Nato-Gipfels.html" target="_blank">Zugest&#228;ndnisse an die T&#252;rken</a> d&#252;rfte er nicht ohne eine gewisse Schadenfreude bei den Verb&#252;ndeten durchgesetzt haben.</p>
<p><a href="http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/europa-eu-beitritt-der-tuerkei-spaltet-koalition-_aid_387758.html">Deutschland</a><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a7faf2166ce84a409c05287a5e23cd00" width="1" height="1" alt=""> und Frankreich setzten diese Br&#252;skierung der islamischen Welt &#8211; und des verbal so hochgejubelten neuen amerikanischen Pr&#228;sidenten &#8211; tags darauf mit der scharfen Ablehnung einer Aufnahme der T&#252;rkei in die EU, die Obama w&#228;rmstens bef&#252;rwortet hatte, fort. W&#228;hrend der US-Pr&#228;sident wei&#223;, <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,2768284">dass die T&#252;rkei das einzige NATO-Land ist, dem die islamischen L&#228;nder noch in gewisser Weise vertrauen</a>, glauben die Westeurop&#228;er in alter Bush-Manier, sie k&#246;nnten die Dinge ganz allein bew&#228;ltigen. Sie beweisen damit, dass sie trotz aller akklamatorischen Begeisterung f&#252;r Obama von seiner Politik noch meilenweit entfernt sind. Das Wort vom alten Europa, das nicht auf der H&#246;he der Zeit und ihrer Herausforderungen ist, erh&#228;lt damit pl&#246;tzlich eine ganz neue und nicht sehr ermutigende Bedeutung.</p>
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		<title>Angela Merkel in der Krise – eine sch&#246;ne Bescherung</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Dec 2008 16:27:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Qualit&#228;t eines Politikers erweist sich allein in der Krise. Helmut Kohl hatte das verstanden, als Ende der 80er Jahre das sozialistische System zusammenbrach und er darin sofort die Chance zur Heimholung der DDR in den gesamtdeutschen Staatsverband erkannte &#8211; und gegen alle Widerst&#228;nde und Zweifel durchsetzte. George W. Bush hat &#196;hnliches nicht vermocht, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Qualit&#228;t eines Politikers erweist sich allein in der Krise. Helmut Kohl hatte das verstanden, als Ende der 80er Jahre das sozialistische System zusammenbrach und er darin sofort die Chance zur Heimholung der DDR in den gesamtdeutschen Staatsverband erkannte &#8211; und gegen alle Widerst&#228;nde und Zweifel durchsetzte. George W. Bush hat &#196;hnliches nicht vermocht, <span id="more-645"></span>als 2001 in New York die T&#252;rme des World Trade Center zusammenbrachen; seine Antworten richteten sich nicht auf die L&#246;sung des Problems, sondern auf die Durchsetzung der Ziele einer kleinen Clique des US-amerikanischen Machtapparats samt ihrer Hinterm&#228;nner in der Wirtschaft. Es l&#228;sst immerhin hoffen, dass ihm dies letztlich nicht dauerhaft gelang, den Opfern seiner verfehlten Politik freilich hilft das nicht mehr.</p>
<p>Jetzt ist auch f&#252;r Angela Merkel die Stunde der Bew&#228;hrung gekommen. In ruhigen Zeiten ohne wirkliche Herausforderungen konnte sie mit ihrem mittelm&#228;&#223;igen, von keiner Inspiration gekennzeichneten Kurs einigerma&#223;en &#252;ber die Runden kommen; damit ist es nun vorbei. Und sogleich zeigt sich, dass die Kanzlerin in der Krise versagt.</p>
<p>Ein Wunder ist das nicht, denn eine allein von &#228;ngstlichem Pragmatismus gekennzeichnete Politik ohne jede Vision und sogar bar neuer Konzepte war ihr Markenzeichen von Anfang an. Die Beobachtung ihres Aufstiegs f&#252;hrte nur anfangs zu &#252;berraschenden Ergebnissen; schon bald konnte man ihr Handeln in bestimmten Situationen ziemlich genau ausrechnen, ohne sich sonderlich zu irren. Nur einmal hatte sie sich mutig gegen das Partei-Establishment der CDU gestellt &#8211; in jenem <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,57495,00.html" target="_blank">Artikel in der »Frankfurter Allgemeinen«</a> vom 22. Dezember 1999, in dem sie Helmut Kohl wegen der Spendenaff&#228;re kritisierte und die Emanzipation der Partei von ihrem »&#220;bervater« forderte. Danach ordnete sie sich sukzessive immer st&#228;rker in dieses Partei-Establishment &#8211; nun ohne Kohl &#8211; ein und bestimmt es mit, ohne neue Impulse zu geben. Das zeigte sich schon, als sie noch <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/12/19/angela-merkel-die-minimalsekretaerin/" target="_blank">Generalsekret&#228;rin</a> war, verst&#228;rkte sich nat&#252;rlich mit der <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/12/19/angela-merkel-aus-der-katastrophe-an-die-spitze-der-karawane/" target="_blank">&#220;bernahme des Parteivorsitzes </a>und machte aus der Ex-DDR-B&#252;rgerin schlie&#223;lich eine <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/12/19/angela-merkel-aufhaltsamer-aufstieg-zur-westpolitikerin/" target="_blank">Westpolitikerin</a>, die selbst reformerische Ans&#228;tze bei den Christdemokraten ignorierte und ins Leere laufen lie&#223; &#8211; und dieser Tage gar einen »Aufbau West« verk&#252;ndete. Statt dessen passte sie sich immer st&#228;rker einem Zeitgeist an, der zunehmend von der globalisierten Wirtschaft bestimmt wurde. Sie opferte ihm sowohl grundlegende <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/12/19/angela-merkel-und-die-geteilte-freiheit/" target="_blank">demokratische Freiheitswerte </a>als auch die positiven Seiten eines <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/12/19/angela-merkel-strikter-kurs-auf-unternehmerlinie/" target="_blank">sozial gepr&#228;gten marktwirtschaftlichen Systems</a>.</p>
<p>Da war es kein Wunder, dass sie sich in der <a href="http://www.blogsgesang.de/2006/11/22/auf-abschuessiger-bahn/" target="_blank">Position als Bundeskanzlerin </a>bald &#252;berfordert zeigte, auch wenn das zun&#228;chst durch unverbindliche Umtriebigkeit kaschiert wurde. Es war absehbar, dass der sch&#246;ne Schein eines Tages das weit weniger ansehnliche Sein nicht mehr w&#252;rde &#252;berdecken k&#246;nnen; sp&#228;testens in diesen Weihnachtstagen ist das eingetreten &#8211; eine sch&#246;ne Bescherung. Wie ein desorientierter Weihnachtsmann im Nebel agiert die Kanzlerin in der Weltwirtschaftskrise, wobei sie sich allerdings mit den meisten westlichen Regierungschefs in schlechter Gesellschaft befindet. Tats&#228;chlich &#252;berzeugende L&#246;sungen f&#252;r die anstehenden Probleme hat noch keiner gefunden, doch Merkels Beharren auf der Fortsetzung einer Wachstumspolitik, die &#8211; zum Beispiel in der Autoindustrie &#8211; zu einer schweren &#220;berproduktionskrise f&#252;hrte, ihr Unverst&#228;ndnis f&#252;r die Notwendigkeit, F&#246;rdermittel in zukunftsgerichtete Wirtschaftszweige zu lenken, dort Arbeitspl&#228;tze zu schaffen und im &#220;brigen neu &#252;ber die Dialektik von Arbeit und Freizeit nachzudenken (was sogar das Europaparlament mit seiner Festschreibung der 48-Stunden-Woche leistet, w&#228;hrend die Bundesregierung 60 Stunden f&#252;r angemessen findet), und ihr Festhalten an den falschen, weil total gescheiterten Ratgebern aus der Unternehmerlobby wirken sich besonders verheerend aus und lassen f&#252;r die nahe Zukunft Schlimmes f&#252;r viele Menschen bef&#252;rchten, zumal sich die SPD unter ihrer rechtslastigen, allein auf das Festhalten an den Regierungs&#228;mtern gerichteten F&#252;hrung keinesfalls als eine Alternative erweist.</p>
<address>P.S. Nicht nur, weil sich das nun offenkundige Scheitern Angela Merkels bei der Formulierung einer &#252;ber den Tag und Tellerrand hinausreichenden, zukunftstr&#228;chtigen Politik seit beinahe zehn Jahren abzeichnete, wurden Beitr&#228;ge des Autors aus den Jahren 1999 bis 2006 an dieser Stelle verlinkt, sondern auch, um allen Interessenten ausreichend Lesestoff f&#252;r die Feiertage zu geben &#8211; und damit Kritik vorzubeugen, falls der Blogger &#252;ber die Feiertage weitgehend ins Schweigen verf&#228;llt.</address>
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		<title>Die Bringschuld des Barack Obama</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Nov 2008 15:13:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bevor der k&#252;nftige US-Pr&#228;sident Barack Obama jetzt endg&#252;ltig zu einem Messias oder gar zweitem Gott erkl&#228;rt wird, der die Welt noch einmal erfindet, sollte man doch daran erinnern, dass seine erste Aufgabe darin besteht, das Land USA wieder in die Weltgemeinschaft, aus der es sich unter seinem Vorg&#228;nger George W. Bush so arrogant wie wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor der k&#252;nftige US-Pr&#228;sident Barack Obama jetzt endg&#252;ltig zu einem Messias oder gar zweitem Gott erkl&#228;rt wird, der die Welt noch einmal erfindet, sollte man doch daran erinnern, dass seine erste Aufgabe darin besteht, das Land USA wieder in die Weltgemeinschaft, aus der es sich unter seinem Vorg&#228;nger George W. Bush so arrogant wie wie willf&#228;hrig verabschiedet hatte, zur&#252;ckzuf&#252;hren. <span id="more-559"></span>Obama hat die &#220;bel benannt, die er &#252;bernehmen wird: Zwei Kriege, eine Finanzkrise und einen hochgradig gef&#228;hrdeten Planeten. Verursacher all dessen war zwar nicht allein, aber doch an erster Stelle das Amerika Bushs. Insofern muss Obama zun&#228;chst einmal <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=3566" target="_blank">Tr&#252;mmerarbeit leisten</a>, um die Hinterlassenschaft wegzur&#228;umen; von neuen US-amerikanischen Visionen hat die Welt erst einmal genug.</p>
<p>Davon jedoch war in Obamas ersten Reden kaum etwas zu h&#246;ren, sondern eher die Ank&#252;ndigung, gerade die genannten &#220;bel noch betr&#228;chtlich in die eigene Pr&#228;sidentschaft hinein zu verl&#228;ngern &#8211; zum Beispiel durch die Aufstockung von Truppen auf den beiden Kriegsshaupl&#228;tzen, zum Beispiel durch die Fortsetzung der irrsinnigen Ausgaben- und Verschuldungspolitik, nicht zuletzt f&#252;r die Kriegf&#252;hrung, obwohl gerade das wesentlich den Finanzcrash verursachte, zum Beispiel durch das Schweigen &#252;ber wirksame Ma&#223;nahmen gegen den Klimawandel. Obama hat die US-Amerikaner von sich &#252;berzeugt; nun gilt es, ihnen klarzumachen, dass es mit einer US-amerikanischen Vorherrschaft auf dem Erdball ein f&#252;r alle Mal vorbei sein muss. So wie die Finanzwelt der Regulierung bedarf, ist erforderlich, dass sich die Vereinigten Staaten ins Weltgef&#252;ge einordnen, als ein Gleicher unter Gleichen, der allein an seiner L&#246;sungskompetenz f&#252;r die globalen Probleme und nicht an seinem Machtanspruch gemessen wird.</p>
<p>Dies seinem Volk, das immerhin zweimal George W. Bush zum Pr&#228;sidenten gew&#228;hlt hat und auch jetzt noch, auf den Tr&#252;mmern von dessen Amtszeit, fast zur H&#228;lfte f&#252;r eine Fortsetzung der Politik seiner Partei stimmte, zu einer neuen Sicht auf die Welt zu veranlassen, darin besteht jetzt Obamas Aufgabe; sie ist eine Bringschuld gegen&#252;ber der Menschheit. <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/08/30/drei-moeglichkeiten-fuer-barack-obama/" target="_blank">Das mag viel verlangt erscheinen</a>, doch es w&#228;re zun&#228;chst nicht mehr als die R&#252;ckkehr der USA in den Scho&#223; der zivilisierten Staaten, in dem es zum Beispiel ein Guantanamo, Folter, L&#252;gen zur Entfachung eines Krieges und die Interpretation von Menschenrechten nach dem eigenen Gusto nicht geben darf. Bis zum Amtsantritt hat der neue Pr&#228;sident noch zwei Monate Zeit; dennoch wartet die Welt darauf, dass aus seiner allgemeinen Ank&#252;ndigung eines Wandels schnell Vorhaben werden, die konkrete Ver&#228;nderungen erkennen lassen.</p>
<p>Acht Jahre haben George W. Bush gen&#252;gt, um sein Land zu ruinieren und in den Augen der Welt zum Paria zu machen. So lange kann sich Obama nicht Zeit lassen, die Vereinigten Staaten wieder auf jene moralische H&#246;he zu entwickeln, die US-Amerikaner gern weltweit als demokratischen und menschenrechtlichen Standard proklamieren.</p>
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