<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>blogsgesang.de &#187; CDU/CSU</title>
	<atom:link href="http://www.blogsgesang.de/tag/cducsu/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.blogsgesang.de</link>
	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 18:47:35 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>FDP auf Normalma&#223; zur&#252;ckgestutzt</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2011/04/04/fdp-auf-normalmass-zurueckgestutzt/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2011/04/04/fdp-auf-normalmass-zurueckgestutzt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 18:10:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Besserverdienende]]></category>
		<category><![CDATA[CDU/CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Genscher]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Lambsdorff]]></category>
		<category><![CDATA[Leutheusser-Schnarrenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=2693</guid>
		<description><![CDATA[(pri) Noch im Niedergang kann die FDP von ihrer Arroganz gegen&#252;ber der Wirklichkeit nicht lassen. Sie glaubt, mit ein paar personellen Rochaden »das Vertrauen der B&#252;rger zur&#252;ckzugewinnen« und erkennt dar&#252;ber nicht, dass das Schachbrett selbst morsch und br&#252;chig geworden ist; in seinem derzeitigen Zustand also kein Fundament f&#252;r die Zukunft darstellt. Selbst Guido Westerwelle meint, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Noch im Niedergang kann die FDP von ihrer Arroganz gegen&#252;ber der Wirklichkeit nicht lassen. Sie glaubt, mit ein paar personellen Rochaden »das Vertrauen der B&#252;rger zur&#252;ckzugewinnen« und erkennt dar&#252;ber nicht, dass das Schachbrett selbst morsch und br&#252;chig geworden ist; in seinem derzeitigen Zustand also kein Fundament f&#252;r die Zukunft darstellt. Selbst Guido Westerwelle meint<span id="more-2693"></span>, im Abgang noch Bedingungen stellen zu k&#246;nnen; er wird lernen m&#252;ssen, dass gerade in seiner »Partei der Leistungstr&#228;ger« nichts so sehr z&#228;hlt wie der Erfolg und nichts so vernichtend ist wie Verluste an der Wahlurne.</p>
<p>F&#252;r die Partei als Ganzes jedoch ist Westerwelle nur insofern ein Problem, als er als ihr Vorsitzender jene inhaltliche Ausrichtung der Partei erdachte und durchsetzte, die sie jetzt an den Rand des Abgrunds f&#252;hrte. Diese Ausrichtung haben freilich alle ihre Funktion&#228;re zumindest klaglos, meist aber begeistert mitgemacht – ganz vorn jene, die sich jetzt auch wieder danach dr&#228;ngen, den wuchtigsten Schlag gegen den Ex-Chef zu f&#252;hren. Auch <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/fdp-trio-lindner-roesler-bahr-die-boygroup-der-liberalen-1671025.html" target="_blank"><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/c5eddb7fa917495a91fe82c435ded144" alt="" width="1" height="1" />jene, die jetzt den Karren aus dem Dreck ziehen sollen</a>, waren mit Kritik am Vorsitzenden nie aufgefallen, im Gegenteil verteidigten sie ihn stets wortreich. Sie haben konzeptionell auch nichts anderes auf der Pfanne als ihr zur&#252;ckgetretener Vormann; auch deshalb hat wohl keiner von ihnen Lust, sich ins Geschirr zu h&#228;ngen. Denn ohne <a href="http://www.morgenweb.de/meinung/kommentar/20110404_mmm0000001473637.html" target="_blank">inhaltliche Umorientierun</a>g der Partei ist der Misserfolg jedes k&#252;nftigen FDP-Chefs vorprogrammiert. Diese inhaltliche Umorientierung jedoch ist nicht in Sicht; sie f&#228;nde in der heutigen  FDP auch keine Mehrheit; insofern hat Guido Westerwelle ganze Arbeit geleistet und seine Partei in ein auswegloses Dilemma gef&#252;hrt.</p>
<p>Eine Partei der Wirtschaft und der Banken war die FDP schon immer, doch konnte sie das in der Vergangenheit nicht selten dadurch in den Hintergrund treten lassen, dass sie den erkl&#228;rten Liberalismus eben nicht nur als freie Bahn f&#252;rs Geldmachen verstand, sondern auch als W&#228;chteramt &#252;ber die B&#252;rgerrechte und als Philosophie von Chancengleichheit, was in gewissen Grenzen sogar das Soziale im Blick behielt. Diese Linie, die die FDP auch f&#252;r andere als »Besserverdienende« w&#228;hlbar machte, sicherte nicht nur ihre parlamentarische Existenz in mehr als 60 Jahren Bundesrepublik, sondern machte sie auch immer wieder regierungsf&#228;hig, lange sogar im B&#252;ndnis mit der SPD. Damit jedoch haben Genscher und Lambsdorff durch ihren &#220;bertritt 1982 zu Helmut Kohl und dann die Kinkel, die Gerhardt und letztlich Westerwelle Schluss gemacht. Vor allem letzterer legte seine Partei voll und ganz auf einen wirtschaftsfreundlichen Kurs fest, sah sich dergestalt sogar als Korrektiv zur anderen Wirtschaftspartei CDU/CSU, der er den vorg3eblichen »Sozialdemokratismus« austreiben wollte.</p>
<p>Von dieser Position kommt die FDP so schnell nicht weg. Geradezu exemplarisch ist daf&#252;r das kollektive Schaudern fast aller ihrer F&#252;hrungsleute, als in der Westerwelle-Nachfolge-Debatte der Name Leutheusser-Schnarrenberger fiel. Der von der Justizministerin vertretene Liberalismus ist der heutigen FDP-Garde zutiefst fremd; selbst wenn sie es wollte, w&#228;re sie nicht in der Lage, ihn glaubw&#252;rdig zu vertreten.  Untergehen muss sie deswegen jedoch nicht. Die »Besserverdienenden« bleiben nat&#252;rlich ihre treue W&#228;hlerklientel. Sie misstrauen allen anderen Parteien mit ihrer mehr oder weniger ausgepr&#228;gten sozialen Ader – selbst der Union, bei der diese weitgehend verk&#252;mmert ist. Sie werden die FDP immer w&#228;hlen und mitunter von jenen verst&#228;rkt werden, die hoffen und glauben, selbst auch einmal in diese Kategorie aufzusteigen. Besonders in krisenhaften Zeiten werden die einfachen Botschaften  &#8211; wie »Steuern runter!« oder »Weniger Staat!« &#8211; gern geh&#246;rt; darauf beruhte letztlich der paradoxe Wahlerfolg der FDP 2009. Paradox deshalb, weil es ja gerade die von der FDP kolportierten Parolen von der Entfesselung der M&#228;rkte und der Finanzbranche waren, die bei der Krise im Jahr zuvor Pate gestanden hatten. Die Illusion trug nur wenige Monate und ist jetzt restlos aufgebraucht – eine Warnung &#252;brigens auch an andere Parteien mit hochfliegenden Wahlresultaten – die aus anderer Krisenverunsicherung herr&#252;hren –  und daraus leicht entstehenden Hochgef&#252;hlen.</p>
<p>Die FDP ist auf ihr Normalma&#223; zurechtgestutzt. Bei Bundestagswahlen erreichte sie zumeist  Ergebnisse um die sieben oder acht Prozent, nur f&#252;nfmal schnitt sie zweistellig ab, was aber nie Bestand hatte. Ihr niedrigstes Resultat lag knapp unter sechs Prozent; dort etwa w&#252;rde sie sich wohl derzeit einpegeln, vielleicht auch etwas niedriger wegen des Westerwelle-Faktors. Von besonderer Bedeutung f&#252;r die deutsche Politik ist das nicht, weshalb auch Angela Merkel  nicht in Panik ausbricht. Nach dem, was die Demoskopie derzeit verbreitet, hat sie mit der SPD auch k&#252;nftig einen sicheren Juniorpartner – und im &#252;brigen sind sie und ihre Partei l&#228;ngst dabei, die Gr&#252;nen ins eigene Lager zu locken. Mit gar nicht so schlechten Erfolgsaussichten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2011/04/04/fdp-auf-normalmass-zurueckgestutzt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Scheitern der Hartz-IV-Korrektur ist die Chance der W&#228;hler</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2011/02/10/das-scheitern-der-hartz-iv-korrektur-ist-die-chance-der-waehler/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2011/02/10/das-scheitern-der-hartz-iv-korrektur-ist-die-chance-der-waehler/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 22:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverfassungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[CDU/CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-IV]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=2259</guid>
		<description><![CDATA[(pri) Die mediale Begleitung des Unwillens der Bundesregierung, ein nach Urteil des Bundesverfassungsgerichts verfassungswidriges Gesetz zweifelsfrei verfassungskonform zu machen, ist von einem seltsamen Opportunismus gepr&#228;gt. Etwa nach dem Motto: Hauptsache, sie einigen sich – ganz egal, wor&#252;ber. Das werden Schuld und Versagen sorgf&#228;ltig auf beide Seiten verteilt – in der unverkennbaren Absicht, keinem weh zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Die mediale Begleitung des Unwillens der Bundesregierung, ein nach Urteil des Bundesverfassungsgerichts verfassungswidriges Gesetz zweifelsfrei verfassungskonform zu machen, ist von einem seltsamen Opportunismus gepr&#228;gt. Etwa nach dem Motto: Hauptsache, sie einigen sich – ganz egal, wor&#252;ber. Das werden <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0210/meinung/0024/index.html" target="_blank">Schuld und Versagen sorgf&#228;ltig auf beide Seiten verteil</a><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/171f0d2a140946e9ba32b92598c35731" alt="" width="1" height="1" />t – in der unverkennbaren Absicht, keinem weh zu tun. Ein Ausdruck von Harmoniebed&#252;rfnis, das gew&#246;hnlich nur weitgehend gleichgeschalteten Medien unterkommt. <span id="more-2259"></span>Und das sich die Krokodilstr&#228;nen dar&#252;ber nicht spart, dass die Hartz-IV-Empf&#228;nger »nichts bekommen«.</p>
<p>Was erstens nicht stimmt, denn Karlsruhe hat in weiser Voraussicht des Schattenboxens verf&#252;gt, dass der neue Regelsatz auf jeden Fall ab 1.1.2011 zu zahlen, gegebenenfalls nachzuzahlen ist. Und was zweitens bei f&#252;nf Euro monatlich und einem ziemlich undurchschaubaren »Bildungspaket« kaum einen Hartz-IV-Empf&#228;nger vom Stuhl rei&#223;t.</p>
<p>Die Strategie der schwarz-gelben Bundesregierung war von Anfang an klar. Sie, die ausdr&#252;cklich angetreten ist, Politik f&#252;r die Besserverdienenden zu machen, sieht in finanziellen Zuwendungen f&#252;r Hilfebed&#252;rftige keinerlei Sinn. Anders ist nicht zu erkl&#228;ren, dass sie auf die fundierte Kritik der Verfassungsrichter nur mit kosmetischen Korrekturen antwortete und nie ihre Entschlossenheit verbarg,<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0210/tagesthema/0016/index.html" target="_blank"> dieses Konzept auf Biegen und Brechen durchzusetzen</a>.</p>
<p>In der Sache waren und sind SPD und Gr&#252;ne davon nicht allzu weit entfernt. Sie waren es schlie&#223;lich, die die verfassungswidrigen Hartz-IV-Beschl&#252;sse einst erfanden und – mit wohlwollender, die Details noch versch&#228;rfender Unterst&#252;tzung der Union – zum Gesetz machten. Nun jedoch in der Opposition, mussten sie nat&#252;rlich ein wenig die Dagegen-Attit&#252;de hervorkehren, wobei nicht ausgeschlossen werden soll, dass manchem Sozialdemokrat und Gr&#252;nen durchaus daran gelegen ist, den selbst ruinierten Ruf wieder etwas aufzubessern – und das umso mehr, als gerade in dieser Frage die Linkspartei mit ihren viel weiter gehenden Forderungen den beiden Ex-Regierungsparteien kr&#228;ftig im Nacken sitzt.</p>
<p>Daher waren SPD und Gr&#252;ne nicht bereit, einem vorgeblichen Kompromissangebot der Koalition zuzustimmen, das sie nicht wenigstens ein bisschen das Gesicht wahren l&#228;sst, obwohl sie der Regierung schon mit raumgreifenden Schritten entgegenkamen – bis fast zur Unkenntlichkeit der eigenen urspr&#252;nglichen Forderungen,  der<a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/hochspannung-im-hartz-entscheidungskrimi-1652506.html" target="_blank"> Jamaika-Gr&#252;ne Hubert Ulrich</a> sogar bis fast zur letzten Minute. Dass es am Ende nicht zu einer Einigung kam, war somit weniger die Schuld der beiden beteiligten Oppositionsparteien als vielmehr der um die Erhaltung und baldige Aktivierung ihrer W&#228;hlerklientel besorgten und daher kompromissunwilligen Regierungspartner CDU/CSU und FDP.</p>
<p>Ohne es vielleicht wirklich zu wollen, haben SPD und Gr&#252;ne damit den Hartz-IV-Empf&#228;ngern einen Gefallen getan, denn nun k&#246;nnen diese bei diversen Wahlen selbst ein Votum &#252;ber die Parteien und ihre soziale Sensibilit&#228;t abgeben. Und vielleicht dadurch erreichen, dass eine k&#252;nftige Vermittlungsrunde nicht nur nicht hinter die jetzt auf dem Tisch liegenden Angebote zur&#252;ck kann, sondern sogar noch etwas drauf legt. Zwar hat dies die<a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/hartz-iv-lindner-bundesrat-2" target="_blank"> FDP bereits lautstark ausgeschlossen</a>, aber diese Drohung klingt eher wie das Pfeifen im Walde, d&#252;rfte Westerwelles Partei doch wissen, dass nach den anstehenden Wahlg&#228;ngen ihr Einfluss auf die Bundespolitik so sehr geschrumpft sein wird, dass sie ein besseres Ergebnis f&#252;r die Hartz-IV-Empf&#228;nger nicht verhindern kann.</p>
<p>Voraussetzung daf&#252;r w&#228;re allerdings, dass die SPD bei der jetzt gezeigten Konsequenz bleibt, wof&#252;r es allerdings keine Garantie gibt, im Gegenteil. Sollten die Sozialdemokraten bei k&#252;nftigen Wahlen zulegen, muss ein schneller R&#252;ckfall in ihr Agenda-2010- Denken bef&#252;rchtet werden. Verhindern k&#246;nnen dies allerdings die W&#228;hler dadurch, dass sie so intelligent abstimmen, dass sowohl CDU und FDP die Quittung f&#252;r ihren unsozialen Kurs erhalten als auch die rechte SPD, f&#252;r die zum Beispiel in Hamburg ein Olaf Scholz steht, nicht schon wieder fr&#246;hliche Urst&#228;nd feiern kann.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2011/02/10/das-scheitern-der-hartz-iv-korrektur-ist-die-chance-der-waehler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ergebnis der Europawahl – Herausforderung f&#252;r alle politischen Lager in Deutschland</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/06/08/ergebnis-der-europawahl-herausforderung-fuer-alle-politischen-lager-in-deutschland/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/06/08/ergebnis-der-europawahl-herausforderung-fuer-alle-politischen-lager-in-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 14:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU/CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-IV]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1024</guid>
		<description><![CDATA[So sehr man Schadenfreude &#252;ber den Misserfolg der M&#252;ntefering-Steinmeier-SPD bei der Europawahl empfinden mag, so wenig k&#246;nnen die sich daraus m&#246;glicherweise ergebenden Konsequenzen Befriedigung ausl&#246;sen &#8211; und das paradoxerweise in allen politischen Lagern. Denn damit r&#252;ckt die von neoliberalen Kr&#228;ften in Politik und Wirtschaft angestrebte schwarz-gelbe Koalition n&#228;her in den Bereich der M&#246;glichkeiten, was vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So sehr man Schadenfreude &#252;ber den Misserfolg der M&#252;ntefering-Steinmeier-SPD bei der Europawahl empfinden mag, so wenig k&#246;nnen die sich daraus m&#246;glicherweise ergebenden Konsequenzen Befriedigung ausl&#246;sen &#8211; und das paradoxerweise in allen politischen Lagern. Denn damit r&#252;ckt die von neoliberalen Kr&#228;ften in Politik und Wirtschaft angestrebte schwarz-gelbe Koalition n&#228;her in den Bereich der M&#246;glichkeiten, <span id="more-1024"></span><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/801e2fe2f169450fbabf1f26afdc007f" alt="" width="1" height="1" />was vor allem der Masse der Bev&#246;lkerung neue Lasten aufb&#252;rden w&#252;rde. Aber auch konservative Politiker sehen darin nicht allein eine Chance, sondern durchaus auch die Gefahr, die dadurch errungene Macht schneller wieder zu verlieren, als ihnen lieb w&#228;re.</p>
<p>&#220;ber die von einer CDU/CSU/FDP-Regierung betriebene Politik braucht man nicht viele Worte zu machen. Man muss sich nur an das Wahlprogramm der Union vor der letzten Bundestagswahl erinnern und die unverdrossen neoliberalen Spr&#252;che Guido Westerwelles derzeitig hinzuf&#252;gen &#8211; dann wei&#223; man, dass Sozialabbau auf der ganzen Front ins Haus zu stehen droht, w&#228;hrend f&#252;r die Unternehmen alles getan werden wird, sie so ungeschoren wie m&#246;glich aus der von ihnen verschuldeten Wirtschafts- und Finanzkrise herauskommen zu lassen. Insofern w&#228;re die Fortsetzung der gro&#223;en Koalition ohne Zweifel die f&#252;r die Mehrheit der Bev&#246;lkerung bessere L&#246;sung, wenn auch nur das kleinere &#220;bel. Denn in der SPD gibt es trotz aller Unterw&#252;rfigkeit unter den neoliberalen Kurs, wie sie Schr&#246;der, M&#252;ntefering und Steinmeier praktizierten, noch einen Rest sozial denkender Mitglieder, die derzeit allerdings nichts zu sagen haben und daher tats&#228;chlich auch schweigen, vielleicht auf bessere Zeiten hoffen.</p>
<p>Diese vage Hoffnung auf die Zukunft, ohne etwas daf&#252;r zu tun, k&#246;nnte sich allerdings r&#228;chen, weil sie von den W&#228;hlern offensichtlich nicht geteilt wird. F&#252;r sie war und bleibt zum Beispiel Hartz IV Bestandteil des neoliberalen Kurses, der dem Land seit den 90er Jahren unter gro&#223;em propagandistischem Aufwand der Unternehmerverb&#228;nde aufgeschwatzt worden ist, und solange sich die SPD davon nicht distanziert, wird sie Wahlen nicht mehr gewinnen k&#246;nnen. Insofern war die Entscheidung, statt Kurt Beck einen Hartz-IV-Architekten, n&#228;mlich Franz-Walter Steinmeier, aals Kanzlerkandidaten zu nominieren, ein eklatanter politischer Fehler. Er diente der gegenw&#228;rtigen SPD-F&#252;hrung nur dazu, Rechthaberei zu zelebrieren und dar&#252;ber die Realit&#228;ten im Land zu negieren. Dass dann auch noch versucht wurde, dem Hartz-IV-Kandidaten soziale Sorgenfalten &#252;ber verschwindende Arbeitspl&#228;tze ins allzu glatte Gesicht zu kleben, zur Abhilfe aber Millionenzahlungen an die gescheiterten Unternehmensbosse durchzusetzen, machte die Partei vollends unglaubw&#252;rdig, und sie hat die Quittung daf&#252;r bekommen.</p>
<p>Paradoxerweise ist es das schwache Ergebnis der Linkspartei, das der SPD doch noch eine letzte Chance geben k&#246;nnte. W&#228;ren die Sozialdemokraten schon endg&#252;ltig abgeschrieben, h&#228;tte sich das in einem zweistelligen Resultat f&#252;r die Linke gezeigt &#8211; und m&#246;glichweise in einem Absturz der SPD in den 15-Prozent-Bereich. Dass dies (noch) nicht eintrat, deutet daraufhin, dass viele W&#228;hler ihre Stimme daheim parkten, also Wahlenthaltung &#252;bten &#8211; und damit der SPD noch eine Chance geben wollen, bis zur Bundestagswahl den Schr&#246;der-M&#252;ntefering-Steinmeier-Kurs zu verlassen. Dass dies allerdings eintreten wird, ist ziemlich unwahrscheinlich; daraus ergibt sich die reale Gefahr, dass Union und FDP tats&#228;chlich am 27. September eine Mehrheit erreichen k&#246;nnten. Denn noch scheint die Linke nicht in der Lage, SPD-Stimmen in einem nennenswerten Umfang auf sich zu ziehen; dazu ist sie innerlich zu sehr zerstritten &#252;ber einen realistischen und zugleich systemver&#228;ndernden Kurs, und zudem sitzt die jahrzehntelange antilinke Propaganda noch immer fest in den K&#246;pfen einer &#252;bergro&#223;en Mehrheit der W&#228;hler.</p>
<p>Doch auch das konservative Lager schaut mit gemischten Gef&#252;hlen auf die Botschaft, die die W&#228;hler mit der Europawahl aussandten. Zum einen ist sein Sieg nat&#252;rlich noch l&#228;ngst nicht gesichert, zum anderen k&#246;nnte er sich schnell als Pyrrhussieg erweisen. Denn eine schwarz-gelbe Regierung w&#252;rde mit ihrer jetzt erkl&#228;rten Politik sehr schnell auf den Widerstand des Volkes sto&#223;en. Wachsende Arbeitslosigkeit, durch die Millionenzuwendungen an Banken und Unternehmen leere Staatskassen und m&#246;glicherweise durch eine Inflation steigende Preise, um nur einige absehbare Probleme zu nennen, mit neoliberalen Mitteln zu heilen, kann nur scharfe Konflikte ausl&#246;sen, die sich auch im Regierungslager selbst spiegeln w&#252;rden. Schnell w&#252;rde diese Regierung bei Landtagswahlen abgestraft; sie m&#252;sste damit rechnen, sp&#228;testens nach vier Jahren abgew&#228;hlt zu werden &#8211; wie es auch Gerhard Schr&#246;der beinahe passierte.</p>
<p>Auf der anderen Seite w&#252;rde sich die SPD in der Opposition m&#246;glicherweise inhaltlich wie personell erneuern, vor allem auch ihr Verh&#228;ltnis zur Linkspartei kl&#228;ren und nicht l&#228;nger der Weisung aus dem konservativen Lager folgen, vorhandene linke Mehrheiten zu ignorieren. Derart gest&#228;rkt und strategisch neu aufgestellt, w&#228;re ein Neuanfang m&#246;glich &#8211; im besten Falle sogar ein solcher, der das b&#252;rgerliche Lager auf l&#228;ngere Zeit von der Macht fernh&#228;lt. Dass eine solche Vision derzeit eher die Konservativen umtreibt und weniger die Linken, schon gar nicht die SPD, ist ein zus&#228;tzlicher Beweis f&#252;r deren Schw&#228;che. Aber vielleicht sto&#223;en sie die W&#228;hler demn&#228;chst mit der Nase auf diese M&#246;glichkeit. Wenn man davon ausgeht, dass Wahlergebnisse am Ende immer von der Weisheit der W&#228;hler zeugen, dann waren die Resultate der Europawahl vielleicht ein Warnschuss, der sich f&#252;r alle politischen Akteuere als echte Herausforderung erweist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/06/08/ergebnis-der-europawahl-herausforderung-fuer-alle-politischen-lager-in-deutschland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Rente als Man&#246;vriermasse im Wahlkampf</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/05/06/die-rente-als-manoevriermasse-im-wahlkampf/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/05/06/die-rente-als-manoevriermasse-im-wahlkampf/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 May 2009 15:15:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU/CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Lobby-Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Privatrente]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Rente]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Versicherungswirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=934</guid>
		<description><![CDATA[In Wahlkampfzeiten gen&#252;gt mitunter ein Ger&#252;cht, um ein Gesetz auf den Weg zu bringen. So folgte auf die k&#252;rzlich von der Versicherungswirtschaft &#252;ber ihre medialen Sto&#223;trupps gezielt verbreitete Panikparole, im n&#228;chsten Jahr w&#252;rden erstmals in der bundesrepublikanischen Geschichte die Renten sinken, ein in k&#252;rzester Zeit aus dem Boden gestampfter Kabinettsbeschluss, dies f&#252;r jetzt und alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Wahlkampfzeiten gen&#252;gt mitunter ein Ger&#252;cht, um ein Gesetz auf den Weg zu bringen. So folgte auf die k&#252;rzlich von der Versicherungswirtschaft &#252;ber ihre medialen Sto&#223;trupps gezielt verbreitete Panikparole, im n&#228;chsten Jahr w&#252;rden erstmals in der bundesrepublikanischen Geschichte die Renten sinken, ein in k&#252;rzester Zeit aus dem Boden gestampfter Kabinettsbeschluss, <span id="more-934"></span>dies f&#252;r jetzt und alle Zeiten auszuschlie&#223;en. Das klingt zwar gut, ist aber tats&#228;chlich nur der Beleg f&#252;r das totale Scheitern der Rentenpolitik der letzten Jahre, vor allem der rot-gr&#252;nen und der schwarz-roten Koalition. Denn damit haben die sich lange stolz auf die Brust schlagenden »Rentenreformer« die Notbremse vor drohenden Entwicklungen ziehen m&#252;ssen, die sie selbst auf den Weg gebracht haben.</p>
<p>Hintergrund der &#252;berst&#252;rzten Aktion der um W&#228;hlerstimmen von 20 Millionen Rentnern f&#252;rchtenden Regierungsparteien ist ihr Festhalten am antiquierten und durch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt l&#228;ngst zum Problem gewordenen <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/04/22/die-rentner-als-stoerfaktor/" target="_blank">Modell einer umlagefinanzierten Rente</a><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e3c9aaf402904e40ab895b97049661f6" width="1" height="1" alt="">, die die sinkende Zahl von abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten f&#252;r die Altersversorgung der wachsenden Zahl von Rentnern verantwortlich macht. Weder sorgte sie daf&#252;r, die Altersversorgung auf eine breitere Basis zu stellen und vor allem Besserverdienende in ihre solidarische Gestaltung einzubeziehen, noch dachte sie &#252;ber ein neues, modernes Rentensystem nach, das vor allem die Ver&#228;nderungen im finanziellen Ertrag der Produktivit&#228;t ber&#252;cksichtigt, also die Tatsache, dass heute Werte immer weniger durch menschliche Arbeitskraft und immer mehr doch technischen und technologischen Fortschritt erwirtschaftet werden. Ber&#252;cksichtigte man diese Ver&#228;nderungen bei der Rentengestaltung, w&#228;re sie f&#252;r eine unabsehbare Zeit zukunftsfest.</p>
<p>Die Ahnung, dass solche Vers&#228;umnisse demn&#228;chst in die Hose gehen k&#246;nnten, hat jetzt zum Handeln veranlasst &#8211; und das nat&#252;rlich sofort die <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0429/tagesthema/0064/index.html" target="_blank">Apologeten der kapitalgedeckten Privatrente</a> auf den Plan gerufen, die sich mit dem Rentenkonzept der Regierung schon sicher gef&#252;hlt hatten und demn&#228;chst auf hohe Rendite hofften. Sie waren es, die den Politikern in massiver Lobby-Arbeit eingebl&#228;ut hatten, die abh&#228;ngig Erwerbst&#228;tigen m&#252;ssten geradezu gesetzm&#228;&#223;ig die Rentner finanzieren, denn sie wussten, dass dies immer weniger aufgehen konnte &#8211; eine Steilvorlage f&#252;r die Privatversicherer und ihre Profite. Doch die Regierung hat wieder einmal die M&#246;glichkeit vergeben, nun die alten Fehler zu beheben und stattdessen ein Almosen verteilt &#8211; so wie fr&#252;her die DDR-Regierung, die Rentenerh&#246;hungen nach Kassenlage verf&#252;gte, was nach der Wende als gro&#223;e Dem&#252;tigung bezeichnet wurde, der jetzt endlich ein System gegen&#252;ber stehe, aus der sich ein Anspruch auf Rentenerh&#246;hungen ableite. Mit letzteren war es bekanntlich seit l&#228;ngerem vorbei, was jetzt, im Wahljahr &#8211; auch durch ein eigentlich gesetzwidriges Almosen &#8211; vergessen gemacht werden sollte. Da kam das Ger&#252;cht &#8211; und wieder griff die CDU/CSU/SPD-Regierung in die Wunderkiste, anstatt N&#228;gel mit K&#246;pfen zu machen. Die heute beschlossene Gesetzes&#228;nderung &#228;ndert nichts an den Unsicherheiten f&#252;r die &#228;ltere Generation; vor allem aber verhindert sie ihre gerechte Beteiligung am gesellschaftlichen Gesamtprodukt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/05/06/die-rente-als-manoevriermasse-im-wahlkampf/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erika Steinbach und die Relativierung der Kriegsschuld</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/03/05/erika-steinbach-und-die-relativierung-der-kriegsschuld/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/03/05/erika-steinbach-und-die-relativierung-der-kriegsschuld/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 17:58:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[BdV]]></category>
		<category><![CDATA[CDU/CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Erika Steinbach]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Kohl]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Vertreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Vertriebene]]></category>
		<category><![CDATA[zweiter Weltkrieg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=770</guid>
		<description><![CDATA[Mit dem (vielleicht nur vorl&#228;ufigen) Verzicht Erika Steinbachs auf einen Sitz im Stiftungsrat des geplanten Dokumentationszentrums gegen Vertreibungen ist vielleicht eine Schlacht gewonnen, aber noch lange nicht der Krieg. Denn den werden nicht nur der Bund der Vertriebenen (BdV) hartn&#228;ckig fortsetzen, sondern auch interessierte Kreise aus CDU und CSU &#8211; ob mit oder ohne Erika [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem (vielleicht nur vorl&#228;ufigen) Verzicht Erika Steinbachs auf einen Sitz im Stiftungsrat des geplanten Dokumentationszentrums gegen Vertreibungen ist vielleicht eine Schlacht gewonnen, aber noch lange nicht der Krieg. <span id="more-770"></span><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/34480492ab1d45739a778768b13f4327" width="1" height="1" alt=""/>Denn den werden nicht nur der Bund der Vertriebenen (BdV) hartn&#228;ckig fortsetzen, sondern auch interessierte Kreise aus CDU und CSU &#8211; ob mit oder ohne Erika Steinbach.</p>
<p>Um sie als Person ging es n&#228;mlich in der j&#252;ngsten Debatte am wenigsten. Sie diente nur als Symbol f&#252;r eine politische Agenda von BdV-Funktion&#228;ren und konservativen Unionspolitikern, die auf die Relativierung der Schuldfrage des zweiten Weltkrieges ausgerichtet ist. Auch Steinbach hatte nach der deutschen Wiedervereinigung &#8211; wenn auch mit erheblicher Zeitverz&#246;gerung &#8211; begriffen, dass die alten, offen revanchistischen Forderungen des BdV nicht mehr durchsetzbar waren; daher orientierte sie nun in der Deutung von Kriegsursachen und Kriegsfolgen darauf, den Polen in gleicher Augenh&#246;he entgegenzutreten. Sie leugnete nicht die deutsche T&#228;terschaft beim Ausbruch des zweiten Weltkrieges, rechnete sie aber mit angeblich alliierter und damit auch polnischer Schuld an der Vertreibung auf.</p>
<p>Nat&#252;rlich hat es bei der erzwungenen Umsiedlung von Millionen aus Polens Westgebieten nach Nachkriegsdeutschland viel Leid und auch Verbrechen gegeben, doch &#228;ndert das nichts daran, dass der Ausgangspunkt des Leids und dieser Verbrechen die deutsche Aggression gegen Polen war. Gerade die Biografie Erika Steinbachs liefert daf&#252;r den schlagenden Beweis. H&#228;tte ihr Vater nicht mit der deutschen Wehrmacht Polen besetzt, w&#228;re sie nie zur »Vertriebenen« geworden. Ihr so genannter Opferstatus entspringt direkt aus der v&#228;terlichen T&#228;terschaft.</p>
<p>Diesen Kurs einer Relativierung der Kriegsschuld werden Vertriebenenverband und die Mehrheit von CDU/CSU, Angela Merkel eingeschlossen, auch weiterhin verfolgen. Mit Polen hat er im Grunde nur am Rande zu tun, denn er folgt im Kern machtpolitischem Kalk&#252;l. Die konservative Union &#8211; und die Kanzlerin kann man, vielleicht weniger aus &#220;berzeugung als aus Pragmatismus, getrost dazu rechnen &#8211; glaubt, dass Deutschland die angestrebte f&#252;hrende Rolle in Europa und der Welt nur dann spielen kann, wenn es aus der Vergangenheit nicht mehr angreifbar ist, wenn kein Staat diesbez&#252;glich mehr Erwartungen gegen&#252;ber Deutschland formulieren kann. Helmut Kohl hatte mit dieser Politik bereits begonnen, als er zum Beispiel die Kriegsschuld gegen&#252;ber Frankreich relativierte. Er nutzte dazu Angriffsfl&#228;chen, die franz&#246;sische Kollaboration bot und die er &#8211; letztlich auch hier gegen die historische Wahrheit in ihrer Komplexit&#228;t &#8211; entsprechend ausschlachtete.</p>
<p>Merkel hat nun gegen&#252;ber Polen &#196;hnliches versucht und musste vorerst zur&#252;ckstecken. Das Ziel jedoch haben sie und ihre <a href="http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~EC23C804618C94BFEA552D7C124DFBC1A~ATpl~Ecommon~Sspezial.html" target="_blank">Parteig&#228;nger </a>nicht aufgegeben; sie werden es bei n&#228;chster Gelegenheit erneut anvisieren. Die f&#252;r genanntes Dokumentationszentrum zust&#228;nde Stiftung »Flucht, Vertreibung, Vers&#246;hnung«, in deren Namen nicht zuf&#228;llig der ganz an den Anfang geh&#246;rende Begriff »Aggression« fehlt, d&#252;rfte ihnen daf&#252;r den n&#246;tigen Resonanzboden liefern &#8211; mit oder ohne Erika Steinbach.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/03/05/erika-steinbach-und-die-relativierung-der-kriegsschuld/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

