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	<title>blogsgesang.de &#187; Dalai Lama</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Koch-Show mit Dalai Lama</title>
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		<pubDate>Thu, 15 May 2008 13:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am gegenw&#228;rtigen Umgang mit China zeigt sich einmal mehr der zutiefst provinzielle Charakter deutscher Politik. W&#228;hrend in den Nachrichten aus der Provinz Sichuan die Zahl der Erdbebenopfer &#252;ber die 50000 hinausschnellt, w&#228;hrend 100000 Soldaten und kaum weniger zivile Helfer unaufh&#246;rlich versuchen, unter kompliziertesten Bedingungen Menschenleben zu retten, w&#228;hrend immer mehr Menschen rund um den Erdball [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Am gegenw&#228;rtigen Umgang mit China zeigt sich einmal mehr der zutiefst provinzielle Charakter deutscher Politik. W&#228;hrend in den Nachrichten aus der Provinz Sichuan die Zahl der Erdbebenopfer &#252;ber die 50000 hinausschnellt, <span id="more-360"></span>w&#228;hrend 100000 Soldaten und kaum weniger zivile Helfer unaufh&#246;rlich versuchen, unter kompliziertesten Bedingungen Menschenleben zu retten, w&#228;hrend immer mehr Menschen rund um den Erdball Solidarit&#228;t &#252;ben, gibt es f&#252;r deutsche Parteipolitiker kein wichtigeres China betreffendes Thema als – ob, wer, wann, wo und wie lange den zuf&#228;llig gerade in Deutschland weilenden <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0515/feuilleton/0003/index.html">Dalai Lama </a>allein zu dem Zwecke empf&#228;ngt, gegen&#252;ber China ein wenig die Faust zu ballen.</p>
<p>Es geht der Politik nicht um die sonst so gern um fehlender Menschenrechte bedauerten einfachen Chinesen, die gegenw&#228;rtig um das wichtigste Menschenrecht, ihr nacktes Leben, k&#228;mpfen, es geht ihr auch nicht wirklich um den religi&#246;sen F&#252;hrer der Tibeter, den sie l&#228;ngst zum Joker im eigenen machtpolitischen Spiel verkommen lie&#223; – ihr geht es nur um die Fortsetzung alter ideologisch gepr&#228;gter Machtdemonstration und nicht zuletzt um <a target="_blank" href="http://www.freitag.de/2008/20/08200501.php">Gel&#228;ndegewinn vor kommenden Wahlk&#228;mpfen</a>. Das gro&#223;e und mit seinem unerwarteten wirtschaftlichen Aufschwung zunehmend zum Konkurrenten werdende China macht westlichen Politikern Angst; der im kalten Krieg jahrzehntelang einge&#252;bte Reflex hei&#223;t Abwehr, Diffamierung, Konfliktaufbau. Und zu Hause schielt man auf die Schlagzeilen, die eine &#252;berwiegend ebenfalls derart ideologisch gepr&#228;gte Medienlandschaft zu liefern verspricht.</p>
<p>Den Chinesen in ihrer derzeitigen Not hilft das alles nichts – und soll es auch gar nicht. Es hilft nicht einmal dem Dalai Lama, wenn ausgerechnet ein Roland Koch sich zum f&#252;hrenden Menschenrechtler des Landes aufschwingt und sich als sein bester Freund geriert, was der Dalai Lama freilich kritiklos geschehn l&#228;sst. Seine Rolle in der Koch-Show ist die eines Statisten, den man gegen den politischen Gegner hierzulande ebenso in Stellung zu bringen versteht wie gegen den neuen global player in Asien. Es ist eine kurzsichtige, wenig souver&#228;ne Politik – ganz auf den Niveau provinzieller Tingeltangel-Darbietungen.</p>
<p></font></p>
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		<title>Fremde Heilsbringer in Tibet wie in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 15:20:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Glauben sollte man, was Tibet betrifft, weder der einen noch der anderen Seite. China kanalisiert nat&#252;rlich die Informationen &#252;ber die Krise, &#228;hnlich wie wir das aus der DDR kannten. Deshalb war jetzt von friedlichen Demonstrationen tibetischer M&#246;nche nichts zu sehen, sondern nur von gewaltsamen Ausschreitungen, die in jedem Land der Welt mit der geballten Macht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Glauben sollte man, was Tibet betrifft, weder der einen noch der anderen Seite. China kanalisiert nat&#252;rlich die Informationen &#252;ber die Krise, &#228;hnlich wie wir das aus der DDR kannten. Deshalb war jetzt von friedlichen Demonstrationen tibetischer M&#246;nche nichts zu sehen, sondern nur von gewaltsamen Ausschreitungen, die in jedem Land der Welt mit der geballten Macht der zust&#228;ndigen Kr&#228;fte beendet werden, auch hierzulande selbstverst&#228;ndlich. Westliche Medien wiederum bagatellisieren diese Gewalt <span id="more-343"></span>und r&#252;cken das drakonische Vorgehen von chinesischer Polizei und Milit&#228;r in den Vordergrund, beklagen die Verletzung von Menschen – und Freiheitsrechten. Damit ideologisieren sie den Konflikt in bew&#228;hrter Manier, obwohl die Ursachen f&#252;r die <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541758,00.html">Auseinandersetzungen</a> viel tiefer liegen.</p>
<p>China hat in den vergangenen Jahrzenten das einst fast mittelalterliche Tibet wirtschaftlich entwickelt und modernisiert. Das ging einher mit einer »Chinesierung« des Landes; Normen und gesellschaftliche Regeln des riesigen Nachbarn wurden auf die kleine Bergrepublik mit ihrer ganz eigenen Kultur &#252;bertragen, dazu kamen Tausende Einwanderer, die bald das Wirtschaftsleben beherrschten. Zwangsl&#228;ufige Folge war die Minderung der Rolle der Religion, die bis dahin durch den Dalai Lama auch die weltliche Macht verk&#246;rperte. Im Ansatz verfolgte China damit eine &#228;hnliche Politik in Tibet wie zum Beispiel die USA in der islamischen Welt – n&#228;mlich einer anderen Kultur die eigene Sichtweise aufzuzwingen, sie an das eigene Bild anzugleichen, zu assimilieren, um sie dadurch beherrschen zu k&#246;nnen. China versuchte das allerdings viel konsequenter als die USA durch &#246;konomische Entwicklung – man denke nur an die k&#252;rzlich vollendete Tibet-Bahn – und bislang weniger durch Gewalt oder gar Krieg, das bevorzugte US-amerikanische Instrument.</p>
<p>Im Ergebnis jedoch f&#252;hlen sich viele Tibeter von fremden Heilsbringern dominiert, ihrer eigenen Kultur entfremdet und lehnen sich dagegen auf. Darin &#228;hneln sie durchaus den Afghanen, f&#252;r die noch die milit&#228;rische Brutalit&#228;t hinzukommt, zu der China nun offensichtlich auch greift. Auch die Afghanen wollen nicht an eine andere Kultur angepasst leben, sondern ihre eigenen – und seien es &#252;berholte Traditionen, so sehr ihnen die R&#252;ckw&#228;rtsgewandtheit der Taliban zuwider sein mag. Sie haben – wie Tibet – das Pech, das gro&#223;e M&#228;chte sie in ihrem strategischen Spiel haben, ihnen bleibt nur der Widerstand, letztlich auch in seiner blutigen Form.</p>
<p>Damit aber stellt sich in Tibet wie Afghanistan eine Grundfrage gesellschaftlicher Entwicklung: Inwieweit ist es sinnvoll oder &#252;berhaupt m&#246;glich, unterschiedliche Kulturen im Zuge der Globalisierung zu vereinheitlichten? Kann man den Menschen, indem man ihnen ein wenig den Geldbeutel f&#252;llt, die kulturelle Identit&#228;t abkaufen? Offensichtlich nicht, weder mit Gewalt noch mit Entwicklung. Es bedarf vielmehr des Respekts vor der Seele der Menschen – ein Faktor, den die global player, gleich welcher Couleur, allerdings nicht auf ihrer Rechnung haben.</p>
<p></font></p>
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		<title>Ein&#228;ugige Au&#223;enpolitik der Kanzlerin</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Nov 2007 14:53:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kann sich fragen, ob f&#252;r China der Dalai Lama und f&#252;r Russland Garri Kasparow die dr&#228;ngendsten Menschenrechtsprobleme sind; auf jeden Fall sind sie die spektakul&#228;rsten – und das vor allem deshalb, weil sowohl die chinesische als auch die russische F&#252;hrung in schlechter alter Diktatorentradition keine andere &#246;ffentliche Stimme neben sich dulden wollen, sei sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Man kann sich fragen, ob f&#252;r China der Dalai Lama und f&#252;r Russland Garri Kasparow die dr&#228;ngendsten Menschenrechtsprobleme sind; auf jeden Fall sind sie die spektakul&#228;rsten <span id="more-279"></span>– und das vor allem deshalb, weil sowohl die chinesische als auch die russische F&#252;hrung in schlechter alter Diktatorentradition keine andere &#246;ffentliche Stimme neben sich dulden wollen, sei sie auch noch so leise und unbedeutend. Anstatt auf das Urteil des Volkes zu vertrauen, das nach allem was man wei&#223;, weder dem tibetanischen Hohepriester in China noch dem Ex-Schachweltmeisster in Russland eine besondere Rolle zuweisen will, behandelt man beide nicht souver&#228;n als Andersdenkende, die auszuhalten sind, sondern als gef&#228;hrliche Feinde, die es mit allen Mitteln auszuschalten gilt.</p>
<p>Dass Angela Merkel mit ihren spezifischen Erfahrungen aus der DDR das sofort erkennt und f&#252;r sich nutzt, verwundert nicht; es ist dies aber keineswegs die von ihr gern beschworene »werteorientierte Au&#223;enpolitik«, sondern schieres Kalk&#252;l, das bei Menschenrechtsverletzungen anderswo flugs in die entgegengesetzte Richtung ausschl&#228;gt. So h&#246;rte man weder ihren <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,519769,00.html">Regierungssprecher</a> noch ihren Au&#223;enminister &#228;hnlich lautstark kommentieren, dass der pakistanische Pr&#228;sident einem negativen Votum des eigentlich unabh&#228;ngigen Verfassungsgerichts seines Landes nur dadurch entging, dass er kurzerhand die ihm missliebigen Verfassungsrichter entlie&#223; und durch botm&#228;&#223;ige Juristen ersetzte. Auch dass die f&#252;hrende Wahlk&#228;mpferin Benazir Bhutto mitten im Wahlkampf unter Hausarrest gestellt wurde und bis heute in ihrer Bewegungsfreiheit beschr&#228;nkt ist, stie&#223; ebenso wenig auf den Protest der »werteorientierten« Bundeskanzlerin wie die lange w&#228;hrende Einreisesperre f&#252;r den anderen f&#252;hrenden Wahlk&#228;mpfer Sharif, der erst dieser Tage in sein Land zur&#252;ckkehren durfte. &#196;hnlich schweigsam verh&#228;lt sich Angela Merkel gegen&#252;ber den nicht sehr viel anderen Wahlvorbereitungen des georgischen Pr&#228;sidenten, der gern als Demokrat dargestellt wird. Und auch der saudische K&#246;nig, der in seinem Land die Sharia praktiziert, weshalb <a target="_blank" href="http://afp.google.com/article/ALeqM5j7qIRtGQ-ImngSR1TD-QclMUXYBg">weibliche Vergewaltigungsopfer </a>noch zus&#228;tzlich ausgepeitscht und – wenn sie die Medien informieren – ins Gef&#228;ngnis gesteckt werden, der au&#223;erdem Juden die Einreise verweigert und die Bibel verboten hat, kann mit Angela Merkels Nachsicht rechnen; jedenfalls ist er erst k&#252;rzlich mit allem Pomp in Berlin empfangen worden und nicht das leiseste Sterbensw&#246;rtchen der Kritik an seinem mittelalterlichen Regime kam &#252;ber ihre Lippen. In Afghanistan hingegen gelten auch solche Praktiken als einer der Kriegsgr&#252;nde.</p>
<p>Der Hintergrund ist klar: W&#228;hrend Russland und China f&#252;r die Kanzlerin noch immer als Feindstaaten aus der Zeit des kalten Krieges gelten, sind die anderen Menschenrechtsverletzer Freunde der USA und damit auch Angela Merkels. Sie war es schlie&#223;lich, die Bush 2003 versicherte, w&#228;re sie an der Regierung, h&#228;tten auch deutsche Soldaten im Irak mitgek&#228;mpft. Sie ist sich also treu geblieben, was sie ehren mag. Doch sollte sie solche Vasallentreue gegen&#252;ber der westlichen Vormacht nicht als »werteorientierte Au&#223;enpolitik« verkaufen.</p>
<p></font></p>
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