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	<title>blogsgesang.de &#187; Diversion</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Vor 20 Jahren &#8211; Der kurze Sieg der Opposition</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 20:49:52 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Im September vor 20 Jahren begann in der DDR der Countdown hin zu ihrem Ende zu laufen. Die Ausreisewelle im Sommer 1989 und die Unf&#228;higkeit der SED-F&#252;hrung, darauf angemessen zu reagieren, schufen den Boden, auf dem sich die seit Jahren vorhandene Oppositionsbewegung st&#252;rmisch entwickeln konnte. <span id="more-1279"></span>Jetzt entstanden in schneller Folge B&#252;rgerrechtsorganisationen, die so gro&#223;en Zulauf fanden, dass sie von der DDR-F&#252;hrung nicht mehr ignoriert werden konnten. Dass dies dennoch versucht wurde, beschleunigte nur die Zerfallsprozesse des ostdeutschen Staates, die wiederum auch den B&#252;rgerrechtlern die Basis f&#252;r ihr Wirken entzogen. Mit der Vereinigung und dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik endete auch weitgehend das kurze Leben der B&#252;rgerrechtsbewegung in der DDR.</p>
<p>&#220;ber diese Vorg&#228;nge entstand 1990 nachfolgender Text, der die damaligen Ereignisse rekapituliert und in einen gr&#246;&#223;eren Zusammenhang zu stellen versucht. Zwar ist heute das Geschehen vor 20 Jahren gr&#252;ndlicher erforscht als damals, nur Monate danach; dennoch kann diese bislang unver&#246;ffentlichte Darstellung neben ihrem dokumentarischen Teil einiges zur seinerzeitigen Atmosph&#228;re am Ende einer Epoche aussagen.</p>
<h3>Der kurze Sieg der Opposition</h3>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/495b6d69082e440ca2e377b6be5e31f2" alt="" width="1" height="1" /><br />
Es waren nicht die seit langem t&#228;tigen und als »feindlich-negative Kr&#228;fte« eingestuften und etablierten Oppositionsgruppen, die im Sp&#228;tsommer 1982 den meisten Zulauf gewannen. Vielmehr wandten sich zahlreiche B&#252;rger den beinahe spontan entstandenen und im Prinzip niemand ausgrenzenden Basisbewegungen zu, von denen das Neue Forum die entscheidende Rolle spielte. Seine Wurzeln gehen auf das Fr&#252;hjahr 1989 zur&#252;ck, als die Unzufriedenheit in der Bev&#246;lkerung immer gr&#246;&#223;er und der Ruf nach Dialogm&#246;glichkeiten &#252;ber eine Alternative immer lauter wurden. B&#228;rbel Bohley, lange Jahre Mitglied der Inititiave Frieden und Menschenrechte, dazu: »Wir sp&#252;rten, dass wir uns f&#252;r einen viel gr&#246;&#223;eren Kreis &#246;ffnen und die zahlreichen einzelnen Gr&#252;ppchen zusammenf&#252;hren mussten.«</p>
<p>Au&#223;erdem war ihr klar, dass die »Dissidenten« der Staatssicherheit l&#228;ngst bekannt und voll unter Kontrolle waren. »Ich wollte etwas machen, was ganz legal sein sollte«, schilderte sie ihr Vorgehen im R&#252;ckblick 1990. »Deshalb habe ich etwa 30 Leute angesprochen, von denen ich wusste, dass man etwas mit ihnen machen kann. Es ging nicht um lange Diskussionen, durch die wir der Stasi nur aufgefallen w&#228;ren, sondern um schnelles Handeln. Man musste den Ring, den die Stasi um uns gelegt hatte, durchbrechen. Deshalb war es uns nicht m&#246;glich, alles bis ins Einzelne auszudiskutieren. Daher haben wir unseren Aufruf schnell in die &#214;ffentlichkeit gebracht und uns selbst offiziell angemeldet. Wir wollten legal sein.«</p>
<p>Das war am 10. bzw. am 18. September 1989. Bestrebungen zu solch einem breiten Zusammenschluss hatte es aber bereits vorher gegeben. So berichtete die MfS-Bezirksverwaltung Berlin am 11. Mai &#252;ber eine Veranstaltung in der Elisabeth-Kirche, in der Rolf Henrich, Rechtsanwalt aus Eisenh&#252;ttenstadt, Autor des schon vor der Wende – allerdings in der Bundesrepublik – erschienenen systemkritischen Buches »Der vormundschaftliche Staat« und dann einer der Mitbegr&#252;nder des Neuen Forum, verlangt hatte, »dass sich die oppositionellen Gruppierungen zusammenschlie&#223;en und auf der Grundlage gemeinsamer Ziele ein einheitliches Programm erarbeiten sollten.«</p>
<p>Das Neue Forum sprach das Empfinden der Mehrheit der damaligen DDR-B&#252;rger an:</p>
<blockquote><p>»Wir wollen Spielraum f&#252;r wirtschaftliche Initiative, aber keine Entartung in eine Ellbogengesellschaft. Wir wollen das Bew&#228;hrte erhalten und doch Platz f&#252;r Erneuerung schaffen, um sparsamer und weniger naturfeindlich zu leben. Wir wollen geordnete Verh&#228;ltnisse, aber keine Bevormundung. Wir wollen freie, selbstbewusste Menschen, die doch gemeinschaftsbewusst handeln. Wir wollen vor Gewalt gesch&#252;tzt sein und dabei nicht einen Staat von B&#252;tteln und Spitzeln ertragen m&#252;ssen. Faulpelze und Maulhelden sollen aus ihren Druckposten vertrieben werden, aber wir wollen dabei keine Nachteile f&#252;r sozial Schwache und Wehrlose. Wir wollen ein wirksames Gesundheitswesen f&#252;r jeden; aber niemand soll auf Kosten anderer krank feiern. Wir wollen an Export und Welthandel teilhaben, aber weder zum Schuldner und Diener der f&#252;hrenden Industriestaaten noch zum Ausbeuter und Gl&#228;ubiger der wirtschaftlich schwachen L&#228;nder werden.«</p></blockquote>
<p>Das war eine geistige Klammer zwischen allen Unzufriedenen; das konnte jeder unterschreiben, der eine Alternative zum erstarrten System wollte – und jeder war auch willkommen, denn das Neue Forum grenzte niemanden aus: »Wir bilden deshalb gemeinsam eine politische Plattform f&#252;r die ganze DDR, die es Menschen aus allen Berufen, Lebenskreisen, Parteien und Gruppen m&#246;glich macht, sich an der Diskussion und Bearbeitung lebenswichtiger Gesellschaftsprobleme in diesem Land zu beteiligen.«</p>
<p>Die Initiativen traf den Nerv vieler. Auch viele SED-Mitglieder f&#252;hlten sich angesprochen und wollten mitarbeiten. Und selbst f&#252;r das Ministerium f&#252;r Staatssicherheit stellte dessen oberster Parteisekret&#228;r, Ex-Generalmajor Felber nach der Wende fest: »In der ideologischen Arbeit mussten wir den Aufruf, des Neuen Forum als Diversion verdammen, aber nur wenige kannten ihn. Sie wollten wissen, was drin steht, und viele von denen, die ihn sich beschafften, sagten dann: Da kann ich nichts dagegen haben. Da stehen ja sogar Formulierugen aus unserem Parteiprogramm drin.«</p>
<p>Dieser legale Charakter des Neuen Forum und sein vom ersten Tag an betontes Streben nach &#220;bereinstimmung mit den g&#252;ltigen DDR-Gesetzen erschwerte auch der Partei- und Staatsf&#252;hrung ein Vorgehen nach altem Muster. So ist heute dokumentarisch belegt, dass das MfS zun&#228;chst nach einer moderaten L&#246;sung des Problems suchte. In einer umf&#228;nglichen »Information &#252;ber Bestrebungen feindlicher, oppositioneller Kr&#228;fte zur Schaffung DDR-weiter Sammlungsbewegungen/Vereinigungen« vom 19. 9. 1989 wurde hinsichtlich der Reaktion auf Zulassungsantr&#228;ge von Oppositionsgruppen die Empfehlung gegeben: »Den Antragstellern ist im Rahmen der gesetzlichen Bearbeitungsfrist in einem pers&#246;nlichen Gespr&#228;ch mitzuteilen, dass ihrem Antrag nicht entsprochen wird, da f&#252;r die beabsichtige Gr&#252;ndung der Vereinigung kein gesellschaftliches Bed&#252;rfnis besteht. Sie sind darauf hinzuweisen, dass zur Wahrnehmung politischer und gesellschaftlicher Interessen in der DDR bereits umfassende Organisationsformen bestehen. In &#220;bereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen sind die Antragsteller auf den Beschwerdeweg und auf die M&#246;glichkeit einer gerichtlichen Nachpr&#252;fung dieser Entscheidung hinzuweisen. Sie sind &#252;ber die Ungesetzlichkeit und Rechtsfolgen weiterer Gr&#252;ndungshandlungen und anderer mit der Organisierung einer Vereinigung im Zusammenhang stehender Aktivit&#228;ten zu. Belehren.« Ailerdings hie&#223; es dann weiter: »Bei Verst&#246;&#223;en der Antragsteller oder weiterer Mitwirkender an der Gr&#252;ndung dieser Vereinigungen gegen die Rechtsordnung der DDR sind konsequent Ordnungstrafma&#223;nahmen; bei Vorliegen individueller strafrechtlicher Verantwortlichkeit Strafma&#223;nahmen durchzuf&#252;hren.«</p>
<p>Die Parteif&#252;hrung jedoch griff – wie gewohnt – sofort dem gro&#223;en Kn&#252;ppel: »Ziele und Anliegen der beantragten Vereinigung widersprechen der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik und stellen eine staatsfeindliche Plattform dar. Die Unterschriftensammlung zur Unterst&#252;tzung der Gr&#252;ndung der Vereinigung war nicht genehmigt und folglich illegal. Sie ist ein Versuch, B&#252;rger der Deutschen Demokratischen Republik &#252;ber die wahren Absichten der Verfasser zu t&#228;uschen«, erkl&#228;rte das Ministerium des Innern (Neues Deutschland vom 22.9.1989). Nat&#252;rlich hatte sie daf&#252;r in der genannten MfS-Einsch&#228;tzung auch gen&#252;gend Belege geliefert bekommen: »Nach dem MfS vorliegenden zuverl&#228;ssigen Hinweisen unterh&#228;lt die Mehrzahl der Vorgenannten (es handelte sich um die Initiatoren des Neuen Forum – d. Verf.) stabile und intensive Verbindungen zu f&#252;hrenden Vertretern politischer Parteien in der BRD und Westberlin, insbesondere der SPD, FDP, der GR&#220;NEN und der Alternativen Liste, zu als Schaltstellen subversiver Aktivit&#228;ten gegen die DDR agierenden Kr&#228;ften im westlichen Ausland wie den ehemaligen DDR-B&#252;rgern JAHN und HIRSCH, zu antikommunistischen F&#252;hrungskr&#228;ften der westeurop&#228;ischen Friedensbewegung und nicht zuletzt zu in der DDR akkreditierten Korrespondenten westlicher Medien sowie zu antisozialistischen Kr&#228;ften in anderen sozialistischen Staaten. Erkennbar sind in diesem Zusammenhang zunehmende Bestrebungen dieser feindlichen, oppositionellen DDR-B&#252;rger, ihr strategisches und taktisches sowie inhaltliches und methodisches Vorgehen mit ihren Kontaktpersonen zu beraten und abzustimmen«</p>
<p>Egon Krenz stellte in einem Gespr&#228;ch im Jahre 1990 das Vorgehen gegen das Neue Forum als Machtkampf im Politb&#252;ro dar. W&#228;hrend er, die Abteilung Sicherheit des ZK und das Innenministerium f&#252;r eine begrenzte Diskussion gewesen seien, h&#228;tten Honecker, Mielke und Mittag das Verbot gefordert und die ausdr&#252;ckliche Attestierung der Staatsfeindlichkeit verlangt. Dass es in der Tat offensichtlich keine einheitliche Meinung im Politb&#252;ro gab, zeigte sich am 25. September, als die NF-Initiatorinnen B&#228;rbel Bohley und Jutta Seidel die offizielle Absage auf ihren Antrag erhielten und die nur lautete: »Es besteht keine gesellschaftliche Notwendigkeit f&#252;r eine derartige Vereinigung.« Von staatsfeindlichen Aktivit&#228;ten war da nicht die Rede, wohl aber drei Tage sp&#228;ter, als Erich Mielke vor der Parteiorganisation seines Ministeriums erneut diesen Begriff gebrauchte und hinzuf&#252;gte, die Nichtzulassung des Neuen Forum sei eine »deutliche Antwort« an alle nichtsozialistischen Kr&#228;fte. B&#228;rbel Bohley jedoch blieb optimistisch und erwies sich damit tats&#228;chlich als hellsichtig. Gegen&#252;ber der »Tageszeitung« erkl&#228;rte sie am 25. September: »Die DDR kommt nicht darum herum, irgendwann so etwas wie das Neue Forum zu legalisieren &#8230; Irgendwann werden sie uns dankbar sein.«</p>
<p>Das Neue Forum war zwar die gr&#246;&#223;te und wirksamste B&#252;rgerrechtsorganisation des Herbstes 1989, nicht jedoch die einzige. Beinahe zeitgleich mit ihr traten andere Gruppierungen hervor. So ver&#246;ffentlichte knapp eine Woche nach dem .Neuen Forum die Bewegung Demokratie jetzt ihren Aufruf. Sie war aus kirchlichen Kreisen hervorgegangen, vor allem aus dem- Friedenskreis der Bartholom&#228;us-Gemeinde in Berlin-Friedrichshain. Er hatte sich etwa 1987 herausgebildet, als der Gemeindekirchenrat die Synodalinitiative »Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung« formulierte. Darin hie&#223; es: »In der DDR ging die Entspannung jedoch zunehmend einher mit einer Politik der Abgrenzung, an deren Folgen unser gesellschaftliches Leben schwer – und viele, die weggehen, meinen: t&#246;dlich – erkrankt ist. Die Isolation der nachwachsenden Generation vom Leben ihrer internationalen Mitwelt bildet nach 26 Jahren Mauer und nach 6 Jahren Trennung von Polen den N&#228;hrboden f&#252;r Zerr- und Feindbilder. Unser allt&#228;gliches Leben droht in einer schwer aufzubrechenden Enge zu verharren.« Daran kn&#252;pften die Initiatoren von Demokratie jetzt an und forderten</p>
<blockquote><p>»eine solidarische Gesellschaft, in der</p>
<p>soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenw&#252;rde f&#252;r alle gewahrt sind,</p>
<p>der gesellschaftliche Konsens im &#246;ffentlichen Dialog gesucht und durch den gerechten Ausgleich verschiedener Interessen verwirklicht wird,</p>
<p>die verantwortliche und sch&#246;pferische Arbeit der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger einen lebendigen Pluralismus unseres Gemeinwesens schafft,</p>
<p>Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit den inneren Frieden sichern,</p>
<p>&#214;konomie und &#214;kologie in Einklang gebracht werden,</p>
<p>Wohlstand nicht mehr auf Kosten der armen L&#228;nder gemehrt wird,</p>
<p>Lebenserf&#252;llung in Gemeinschaftlichkeit und sch&#246;pferischem Tun f&#252;r das Gemeinwohl mehr als bisher gesucht und gefunden werden kann.«</p></blockquote>
<p>Einer der Mitbegr&#252;nder von Demokratie jetzt, der inzwischen verstorbene Kirchenhistoriker Dr. Wolfgang Ullmann, sah diese Emanzipation von der Kirche als folgerichtig an: »Uns war klar, wenn wir jetzt in die &#214;ffentlichkeit treten und einen ganz bestimmten Impuls von uns ausgehen lassen wollten, dann konnten wir das nicht mehr im Namen der Kirche, unter dein Schutz der Kirche tun, sondern dann mussten wir auch die volle Verantwortung auf uns nehmen, d. h. wir mussten erkl&#228;ren: Wir sind eine politische Bewegung. Bei uns k&#246;nnen alle B&#252;rger mitwirken. Ob sie Christen oder Atheisten sind &#8211; das ist sekund&#228;r gegen&#252;ber Ihrer politischen Entscheidung, sich einzumischen.«</p>
<p>Eine andere Gruppe bestand &#252;berwiegend aus Geistlichen selbst und hielt lange Zeit eine enge Bindung zur evangelischen Kirche aufrecht &#8211; so eng, dass selbst Bischof Forck zeitweise daran gedacht haben soll, sich ihr zu n&#228;hern. Es war der Demokratische Aufbruch, ebenfalls Mitte September durch die Pastoren Edelbert Richter, Friedrich Schorlemmer, Reiner Eppelmann und andere ins Leben gerufen und am 1. Oktober offiziell gegr&#252;ndet. In seinem Aufruf hie&#223; es: »Wir brechen auf zu einer offenen, m&#252;ndigen, demokratischen Gesellschaft! Sie soll f&#252;r die Menschen durchschaubar sein, durch die Menschen kontrollierbar und ver&#228;nderbar. Das betrifft alle Bereiche des Staates und der Gesellschaft: Justiz, Bildungswesen, Presse, Rundfunk, Fernsehen, Wirtschaft, Kommunalwesen, alle Bereiche der Kultur und der Innenpolitik. Deshalb streben wir konsequent die Trennung von Staat und Partei an – damit alle Menschen sich f&#252;r die Gestaltung des Lebens verantwortlich f&#252;hlen k&#246;nnen.« Ausdr&#252;cklich grenzte sich auch der Demokratische Aufbruch »von keinem Menschen, keiner Gruppierung, keiner Vereinigung ab, die ihrerseits unterwegs sind zu einer demokratischen Umgestaltung des Lebens in diesem Land. Wir bejahen die Vielfalt der Bem&#252;hungen, aber gehen eigene Schritte in demokratischer Verbindlichkeit.«</p>
<p>Am 7. Oktober 1989 kamen in Schwante bei Berlin &#252;ber 40 Personen zusammen, um die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) zu gr&#252;nden. Einige Wochen zuvor hatte sich unter Leitung der Pastoren Meckel, Gutzeit und Noack sowie des IFM-Mitgliedes Ibrahim B&#246;hme bereits eine entsprechende Initiativgruppe gebildet, die folgende Forderungen aufstellte:</p>
<blockquote><p>»Rechtsstaat und. strikte Gewaltenteilung,</p>
<p>parlamentarische Demokratie und Parteienpluralismus,</p>
<p>relative Selbst&#228;ndigkeit der Regionen (L&#228;nder), Kreise, St&#228;dte und Kommunen (finanziell, wirtschaftlich, kulturell),</p>
<p>soziale Marktwirtschaft mit striktem Monopolverbot zur Verhinderung undemokratischer Konzentrationen &#246;konomischer Macht,</p>
<p>Demokratisierung der Strukturen des Wirtschaftslebens,</p>
<p>Freiheit der Gewerkschaften und Streikrecht.«</p></blockquote>
<p>Es ist auff&#228;llig, dass in den Jahren zuvor ziemlich fest gef&#252;gte Gruppierungen, wie die Initiative Frieden und Menschenrechte oder gr&#252;ne Organisationen, einen l&#228;ngeren Zeitraum brauchten, um sich auf diese neuen Entwicklungen einzustellen. »Unsere Gruppierung war klein und sehr stark auf sich bezogen«, erkl&#228;rte IFM-Mitbegr&#252;nder Werner Fischer dieses Ph&#228;nomen. »Durch den anhaltenden Stasi-Druck waren wir ersch&#246;pft; teilweise gab es Misstrauen untereinander. So hielten wir erst am 28. Oktober unser landesweites Treffen ab, als andere sich bereits ziemlich fest formiert hatten.«</p>
<p>Und f&#252;r die Gr&#252;ne Partei sagte deren damaliges Mitglied Vera Wollenberger, dass sie sich von Anfang an um ein &#246;kologisches B&#252;rgerrechtsb&#252;ndnis bem&#252;ht habe, das aber nicht zu machen war. Eigentlich h&#228;tte sie sich auch dem Neuen Forum anschlie&#223;en k&#246;nnen; es habe bei ihr pers&#246;nliche Gr&#252;nde gegeben, das nicht zu tun. Sicher haben die Aktivisten der IFM und der &#246;kologischen Gruppen nach den langj&#228;hrigen schlimmen Erfahrungen mit der Staatsmacht auch keinen Glauben daran gehabt, dass sich die Entwicklung so schnell, so weitgehend unblutig und letztlich beinahe reibungslos vollziehen w&#252;rde. Ihnen fehlte die Naivit&#228;t der Masse, die sich &#252;ber alle Bedenken hinwegsetzte und zun&#228;chst nur ein alle einendes Ziel kannte: Ver&#228;nderung!</p>
<p>Da fiel es anfangs auch kaum auf, dass just in diesem Moment, als die Befreiung begann, ein Differenzierungsprozess innerhalb des oppositionellen Lagers einsetzte. Die Gr&#252;ndung der genannten vier Organisationen sowie vieler weiterer kleinerer Gruppen war eine logische Folge der Tatsache, dass das gemeinsame Ziel in greifbare N&#228;he r&#252;ckte und sich nun die Frage stellen w&#252;rde: Wie weiter? Die Gruppen waren sich einig darin gewesen, wogegen sie sind; sie waren es nicht mehr, sobald zu beantworten war, wof&#252;r sie eintreten. »Das Neue Forum«, so Wolfgang Ullmann, »wollte von vornherein kein Programm schreiben, sondern lediglich eine Diskussionsplattform bilden, auf der Programme &#252;berhaupt erst einmal vorgestellt werden konnten. Das halte ich f&#252;r eine sehr originelle Idee, aber wir als Demokratie jetzt haben ein ganz explizites politisches Programm vorgelegt und dann gefragt: Wer macht dabei mit?«</p>
<p>Gerd Poppe erkl&#228;rt diesen Differenzierungsprozess mit dem nat&#252;rlichen Drang nach Pluralismus: »Nach den langen Jahren des Zentralismus war Vielfalt gefragt, die Differenzierung wurde zur Tugend erkl&#228;rt.« Aber er wei&#223; auch – wie viele Aktivisten der Bewegung, dass pers&#246;nliche Differenzen und Animosit&#228;ten eine ebenfalls nicht unwesentliche Rolle spielten. Die Bemerkung von Vera Wollenberger deutete das schon an.</p>
<p>Letzterer Faktor d&#252;rfte eine gr&#246;&#223;ere Rolle gespielt haben, als viele Leute eingestehen wollen. Denn betrachtet man die einzelnen Programme und Erkl&#228;rungen der Gruppen, dann &#252;berwiegen eindeutig die Gemeinsamkeiten. Und es gab bis in den Oktober hinein auch Initiativen, das gemeinschaftliche Handeln &#252;ber alle Differenzierung hinweg zu erhalten. Deutlichster Beleg daf&#252;r war die Zusammenkunft von Vertretern der Gruppen am 4. Oktober, als sie eine gemeinsame Erkl&#228;rung verabschiedeten, die sich vor allem mit den Modalit&#228;ten k&#252;nftig Wahlen besch&#228;ftigte. Dr. Ullmann nannte dies die Geburtsstunde des »Wahlb&#252;ndnisses 90«, das noch im Jahre 1990 existierte und am 3. Dezember acht Abgeordnete in den Deutschen Bundestag entsandte. Sp&#228;ter aber strebten die neuen Gruppen aus einander, und das »B&#252;ndnis 90« reduzierte sich nur auf einen Teil der urspr&#252;nglichen Oppositionsbewegung.</p>
<p>Wolfgang Ullmann sah daf&#252;r zwar auch pers&#246;nliche Gr&#252;nde, wollte aber doch vor allem unterschiedliche politische Richtungsentscheidungen nicht unbeachtet wissen. Dies habe besonders f&#252;r die damalige SDP und. den Demokratischen Aufbruch gegolten, in denen es sp&#228;ter ebenfalls zu inneren Differenzierungsprozessen kam. Sie setzten vor allein dann ein, als sich gro&#223;e westdeutsche Parteien f&#252;r ihnen nahestehende Kr&#228;fte in der damaligen DDR interessierten und ihren Einfluss geltend machten. »Eppelmann hatte schon immer sehr enge Kontakte zu Norbert Bl&#252;m, war geradezu mit ihm befreundet«, so Ullmann, »und Bl&#252;m hat Eppelmann den Zugang zu Kohl vermittelt, Damit war die politische Orientierung gegeben.« Ullmanns Sicht wird durch Dokumente des MfS gest&#252;tzt, das schon im Februar 1988 berichtet hatte: »Insbesondere Eppelmann unternahm 1987 Versuche, seine Kontakte zu Parteien und Pers&#246;nlichkeiten des politischen Lebens der BRD auszuweiten. Streng intern wurde bekannt, dass er neben Gespr&#228;chen mit Mitgliedern der SPD und der CDU, die sich in der Hauptstadt aufhielten, eine Reise in dringenden Familienangelegenheiten in die BRD zur Aufnahme pers&#246;nlicher Beziehungen zu f&#252;hrenden Pers&#246;nlichkeiten der BRD (u. a. Bundespr&#228;sident von Weizs&#228;cker, Au&#223;enminister Genscher und Bundestagspr&#228;sident Jenninger) missbrauchte. Nach eigenen Aussagen sei es Eppelmann gelungen, den etablierten Parteien der BRD zu demonstrieren, dass die ›unabh&#228;ngige Friedensbewegung‹ in der DDR nicht ausschlie&#223;lich auf die ›Gr&#252;nen‹ fixiert ist. F&#252;r die Perspektive seien solche Beziehungen entstanden, die stabil und ausbauf&#228;hig seien.« So wird verst&#228;ndlich, wenn Eppelmann schlie&#223;lich zu Aiffassungen gelangte, die bei seinen Mitk&#228;mpfern auf Unverst&#228;ndnis stie&#223;en. »Es ist traurig, wie einige – ich nenne ausdr&#252;cklich Eppelmann – heute Positionen vertreten, die weit ab von unseren fr&#252;heren Zielen sind«, so der Kommentar Werner Fischers schon Mitte 1990.</p>
<p>Auch Ibrahim B&#246;hme, viele Jahre einer der zuverl&#228;ssigsten St&#252;tzen der Initiative Frieden und Menschenrechte, ging einen anderen Weg, wobei Gerd Poppe einr&#228;umte: »Bei Meckel und B&#246;hme war der &#220;bergang zur SPD absehbar. Das wurde schon aus Ihrer Einstellung zur Staatslehre Hegels ablesbar.« Und auch f&#252;r Werner Fischer war die Umorientierung B&#246;hmes keine &#220;berraschung: »Er und andere wollten eben in eine Partei, weil sie da mehr zu bewirken hofften.« Die sp&#228;tere Entwicklung der SDP hin zur SPD, sehr stark von der westdeutschen Schwester beeinflusst, lie&#223; Ibrahim B&#246;hme immer st&#228;rker in Widerspruch zu seinen fr&#252;heren Vorstellungen und Idealen geraten &#8230; (Die Rolle B&#246;hmes als IM der Staatssicherheit war zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Textes noch nicht bekannt. &#8211; d. Verf.)</p>
<p>All diese inneren Differenzierungen bei der Entwicklung der B&#252;rgerrechtsbewegung wirkten sich jedoch on der damaligen zeit nicht negativ auf den Erfolg der Massenaktionen gegen das alte stalinistische System aus. »Die Gruppen sind so stark geworden, weil sie in der Sache recht hatten«, sagte nach der Wende der fr&#252;here Staatssekret&#228;r f&#252;r Kirchen fragen in der DDR-Regierung, Klaus Gysi, »unabh&#228;ngig davon, aus welchen Motiven sie ihre Fragen stellten. Vielleicht hatten sie letztlich antisozialistische, konterrevolution&#228;re Absichten, aber was sie vertraten, war im Kern richtig, Es war ein Fehler, sich damit nicht auseinanderzusetzen.« Und sein Widerpart in vielen Gespr&#228;chen, der Berlin-Brandenburgische Konsistorialpr&#228;sident Manfred Stolpe, sah drei Faktoren, die zu jenem Zeitpunkt im Herbst 1989 eine Aufhalten der Prozesse nicht mehr m&#246;glich machten: »die eindeutige Position, die die Kirche mit ihrer September-Synode bezogen hat, die Ermutigung, die f&#252;r viele von den Gruppen ausging, die Massenabwanderung in den Westen«.</p>
<p>Tats&#228;chlich erwies sich die Partei- und Staatsf&#252;hrung der DDR bereits im August/September 1989 als derart gel&#228;hmt, dass sie zu wirksamen Reaktionen &#252;berhaupt nicht mehr f&#228;hig war. Repressivma&#223;nahmen, das einzige Mittel, &#252;ber das sie noch verf&#252;gte, l&#246;sten immer weniger Angst aus; sie konnten zwar noch – bis hin zu einer »chinesischen L&#246;sung« – eskaliert werden, aber auch dar&#252;ber gab es mittlerweile in der F&#252;hrung und im Sicherheitsapparat unterschiedliche Auffassungen, In Dresden begann sich der dortige Erste Sekret&#228;r der SED-Bezirksleitung, Hans Modrow, vorsichtig von der Linie der zentralen F&#252;hrung abzusetzen. Er forderte Ende September &#246;ffentlich den Dialog mit der Bev&#246;lkerung und praktizierte ihn als einer der ersten noch vor Honeckers Abl&#246;sung. »Daf&#252;r wurde er in einer Beratung mit den Bezirkssekret&#228;ren fast an die Wand geklatscht«, berichtete MfS-Generalmajor Horst Felber, der zu diesem Kreis geh&#246;rte. »Es gab in dieser Phase keine klare Orientierung mehr. Heute hie&#223; es h&#252;h und morgen hott.«</p>
<p>Im MfS selbst breitete sich einerseits – Felbers Angaben zufolge – ebenfalls Unruhe aus. Andererseits wurden die Z&#252;gel straff angezogen. &#220;ber mehrere Zwischenstufen verk&#252;ndete Mielke f&#252;r die 85 000 Angeh&#246;rigen seines Hauses am 8. Oktober »volle Dienstbereitschaft«, was beinahe permanente Anwesenheit auf der Dienststelle hie&#223;. »Keiner wusste, wohin sich die Lage entwickelt«, beschrieb Felber sp&#228;ter die Situation. »Es gab auch bei uns keine Orientierung mehr. Keiner wusste so recht, was richtig ist. Die Mehrzahl der Mitarbeiter wollte kein Blutvergie&#223;en. Sie hatten regelrecht Angst davor, dass Mielke den Schie&#223;befehl erteilt.« Er wusste keine Antwort darauf, was in einem solchen Fall passiert w&#228;re, jedoch durfte man sich zu gro&#223;e Illusionen wohl nicht machen. Die Ereignisse um den 7. und 8. Oktober sollten zeigen, dass die Angeh&#246;rigen des MfS noch jede, Befehl gehorchten. Und auch die hauseigene SED-Kreisleitung hatte ja bis zuletzt die Standhaftigkeit der »Tschekisten« beschworen.</p>
<p>Die Unsicherheit &#252;ber die Reaktionen einer angeschlagenen F&#252;hrung konnte zwar die Bev&#246;lkerung bei ihren Protesten nicht aufhalten, sie erkl&#228;rt aber die fast bis zuletzt gem&#228;&#223;igte Haltung der kirchlichen Offiziellen. Sie stellten die Menschen, die zu F&#252;rbittandachten in die Gottesh&#228;user str&#246;mten, unter ihren Schutz und versuchten ihnen auch zu helfen, als sie nach Verlassen der Kirchen mit den Sicherungskr&#228;ften konfrontiert waren. »Aber wir baten darum, von Demonstrationen abzusehen«, erl&#228;uterte sp&#228;ter Bischof Forck seine damalige Position. »Das h&#228;tte auf Polizei und Staatssicherheit nur provozierend gewirkt. Viele nahmen uns das &#252;bel, und faktisch ist dieser Appell auch kaum beachtet worden. Aber wir konzentrierten uns auf die F&#252;rbitte, die Information, die mit der Information verbundene Verk&#252;ndigung. Unser Beteiligtsein an Demonstrationen bestand in der Aufnahmevon Demonstranten, die in die Kirchen flohen.«</p>
<p>Die Bundessynode Mitte September in Eisenach hatte auch »friedliche Demonstrationen« als eine M&#246;glichkeit des Protestes anerkannt, doch die unw&#228;gbare Lage lie&#223; viele Kirchenf&#252;hrer eine vorsichtige Haltung einnehmen. Konsistorialpr&#228;sident Dr. Stolpe nannte daf&#252;r einen wesentlichen Grund: »F&#252;r das Verhalten der Kirche war eine der Kernfragen: Wie reagieren die Russen, die Sowjets? Ich habe noch bis Anfang Dezember 1989 damit gerechnet, dass im Ernstfall – also wenn es darum geht, das Regime zu erhalten oder fallen zu lassen – die Sowjetunion sich f&#252;r die St&#252;tzung des Regimes entscheiden w&#252;rde. Das ist bei mir und Leuten meiner Generation nat&#252;rlich die biografische Erfahrung des Juni 1953.«</p>
<p>So beschr&#228;nkte sich die evangelische Kirche in vielem auf so etwas wie »Schadensbegrenzung«. Gottfried Forck: »Nat&#252;rlich richteten wir an den Staat Mahnungen und Forderungen, die Leute nicht zu schlagen, nicht zu verletzen. Und wir nahmen auch die Berichte der Betroffenen entgegen, um sie dem Staat vorzuhalten. Uns ging es darum, sch&#252;tzend vor die Leute zu treten, um weiteres Unrecht zu vermeiden.«</p>
<p>Zahlreiche Pastoren in einzelnen Gemeinden gingen jedoch veiter, engagierten sich aktiv, und selbst das Berliner Konsistorium tat insgeheim mehr als damals zugegeben wurde. Nach Darstellung von Dr. Stolpe sah die Kirche die im Sp&#228;tsommer 1989 einsetzende Verselbst&#228;ndigung der Gruppen nicht. ungern und unterst&#252;tze sie aktiv. »Es hat immer Querverbindungen gegeben«, sagte er, »was einschloss, dass wir in diesem Hause viele Dokumente f&#252;r die Gruppen produziert haben. Die Startpapiere f&#252;r die einzelnen Gruppen wurden zumeist hier hergestellt.« Wolfgang Ullmann best&#228;tigte das ausdr&#252;cklich; der Aufruf von Demokratie jetzt sei auf Manfred Stolpes Schreibmaschine getippt worden.</p>
<p>Das Verdienst der evangelischen Kirche an der Entwicklung in der damaligen DDR ist unbestritten; unter ihrem Dach konnte sich der Protest – erst langsam und stockend, dann immer schneller und wirksamer – entwickeln. Aber in der Endphase, im Sommer und Herbst 1989, emanzipierten sich nicht nur die Gruppen von der Kirche, sondern auch die Massen. Das, was in Kirchenh&#228;usern begann, erlangte auf der Stra&#223;e erst jene Dynamik, die das alte Regime hinwegfegte. Das zeigte sich &#252;berall, wo die Demonstrationen in schnellem Tempo zunahmen, das zeigte sich ganz besonders auch in Leipzig, der Stadt, wo die Demonstranten am kompromisslosesten und zugleich am mutigsten ihr Forderungen stellten. Die Massenkundgebungen hier wie an vielen anderen Orten des Landes waren die Kr&#246;nung der jahrelangen Bem&#252;hungen der B&#252;rgerrechtsbewegung.</p>
<p>Die Leipziger Friedensgebete gab es seit Anfang der 80er Jahre. Sie waren damals ein Reflex auf den NATO-Doppelbeschluss, der neue Atomwaffen in den Westen Deutschlands bringen sollte, ebenso wie auf das Vorgehen der DDR-Organe gegen die unabh&#228;ngige Friedensbewegung und ihr Symbol, das Zeichen »Schwerter zur Pflugscharen«. Jeden Montag 17 Uhr trafen sich junge Leute in der Nikolaikirche zur stillen Andacht. Diese Institution hielt sich – mit Schwankungen – &#252;ber die Jahre und bakam neue Schwungkraft im Januar 1988, nach den Vorg&#228;ngen um die Liebknecht/Luxemburg-Demonstration in Berlin. Schon lange zuvor waren die verschiedenen kirchlichen Gruppen in die Gestaltung des Friedensgebets einbezogen worden; nun verst&#228;rkte sich jene latent immer vorhandene inhaltliche Tendenz der Zuwendung zum inneren Frieden. Hinzu kamen mehr und mehr Ausreisewillige, die Rat und Trost in ihrer bedr&#228;ngten Lage suchten. Das Geschehen in der Nikolaikirche politisierte sich – nicht gerade zur Freude der Kirchenleitung und auch des Gemeindekirchenrates. Pfarrer Magirius jedenfalls suchte die Gebete wieder auf eine religi&#246;se Basis zu stellen – zu einem Zeitpunkt, als ihm weder die Gruppen noch viele, die hier die einzige Artikulationsm&#246;glichkeit f&#252;r ihre Probleme sahen, darin folgen mochten.</p>
<p>Nach den Leipziger Ereignissen vom Januar 1989 kam es erneut zu einem Aufschwung der Friedensgebete, in denen nun die Opposition mehr und mehr eine gestaltende Rolle spielte. Der Staat verlangte daraufhin deren Absetzung, was aber schon nicht mehr m&#246;glich war. Im Gegenteil, die Ereignisse des Jahres 1989 machten diese Protestform immer wichtiger und unverzichtbarer – demgegen&#252;ber stand die zunehmend nerv&#246;se Reaktion von Partei und Staat. Denn nun nahmen an den Montagsgebeten schon so viele teil, dass die Kirche nicht mehr ausreichte, sich Hunderte und schlie&#223;lich Tausende auf dem Vorplatz versammelten. Am 4. September – w&#228;hrend der Leipziger Messe – forderten sie erstmals mit Transparenten und Sprechch&#246;ren Ver&#228;nderungen in der Gesellschaft; die Polizei schritt hier wegen des zahlreichen internationalen Publikums nicht ein. Doch eine Woche sp&#228;ter wurden die aus der Kirche str&#246;menden 1300 Gebetsbesucher von Polizei und Staatssicherheit empfangen. Ein Augenzeuge beschrieb das Folgende in den »Umweltbl&#228;ttern«:</p>
<blockquote><p>»Der nach 10 Minuten erfolgenden polizeilichen Aufforderung, die Versammlung gef&#228;hrde die &#246;ffentliche Ordnung und Sicherheit und sei aufzul&#246;sen, leisteten die Besucher Folge, so dass nach dreimaliger Androhung eines Polizeieinsatzes zur R&#228;umung des Platzes noch etwa 600 Menschen auf dem Kirchhof waren. Daraufhin erfolgte der angedrohte Polizeieinsatz. Mehrere hundert Uniformierte r&#252;ckten in Ketten vor und trieben gewaltsam die Menschenmenge, von der keinerlei Provokation ausgegangen war, Richtung nahe gelegenes Revier. Dabei wurden 104 Personen festgenommen und, teilweise unter Schl&#228;gen, auf LKWs der Bereitschaftspolizei verladen und vorl&#228;ufig festgenommen.«</p></blockquote>
<p> Eine Woche sp&#228;ter wiederholte sich der Vorgang, doch die von Partei und Staat erhoffte Wirkung der Repressalien trat nicht ein. Stattdessen stie&#223;en imrner mehr Unzufriedene zu den Kirchenbesuchern, breitete sich die Protestbewegung wie ein Lauffeuer aus.</p>
<p>Am 25. September waren es nach Z&#228;hlung der Staatssicherheit bereits 2000 Teilnehmer, von denen die H&#228;lfte sich wegen &#220;berf&#252;llung der Kirche auf dem Vorplatz und in den Zugangsstra&#223;en versammelte. Anschlie&#223;end kam es zur ersten Montags-Demonstration in Leipzig, &#252;ber die das MfS so berichtete:</p>
<blockquote><p>»Nach Beendigung der Veranstaltung vereinten sich die Teilnehmer mit den auf dem Vorplatz versammelt gewesenen Personen zu einer auf ca. 3500 Personen angewachsenen Menschenansammlung (hinsichtlich dieser Anzahl ist zu beachten, dass sich zu dieser Zeit in diesem Raum eine starke Personenbewegung vollzieht und sich deshalb unter diesen Personen auch normal dort bewegende bzw. sich aus Neugierde dort aufhaltende Personen befanden), die sich gegen 18.20 Uhr, initiiert durch eine ca. 300k&#246;pfige Personengruppe, durch das Stadtzentrum in Leipzig in Richtung Georgiring bewegte. Diese Gruppe initiierte au&#223;erdem Sprechch&#246;re mit Rufen wie ›Freiheit‹ und den Gesang der Internationale sowie des Liedes ›We shall overcome‹. Gegen 18.50 Uhr begab sich diese Personenansammlung in voller Stra&#223;enbreite zum Vorplatz des Hauptbahnhofes Leipzig, zog weiter zum Friedrich-Engels-Platz und kehrte von da aus zum Hauptbahnhof zur&#252;ck, wo sie sich teilweise aufl&#246;ste. Ca, 800 Personen rotteten sich in der Westhalle des Hauptbahnhofes zusammen, wo sie – wie bereits w&#228;hrend des Marsches – im Sprechchor ›Neues Forum zulassen‹ riefen. Diese Personenkonzentration im Hauptbahnhof wurde durch Einsatzkr&#228;fte der DVP aufgel&#246;st.«</p></blockquote>
<p>Obwohl nach diesem Montag der Staat durch massive Einflussnahme auf die s&#228;chsische Kirchenleitung und die Pfarrer der Nikolaikirche eine Wiederholung zu verhindern suchte, waren es am 2. Oktober etwa 20 000 Menschen, die erneut durch die Leipziger Innenstadt zogen. Auch hier wieder der MfS-Bericht:</p>
<blockquote><p>»Gegen 18.25 Uhr setzte sich die Personenansammlung demonstrativ in Richtung Grimmaische Stra&#223;e, Karl-Marx-Platz in Bewegung und zog dann weiter &#252;ber den Georgiring in Richtung Hauptbahnhof/Tr&#246;ndlinring. Durch konzentrierten Einsatz der Schutz- und Sicherheitsorgane sowie der Kampfgruppen konnte gegen 19.15 Uhr die Personenbewegung auf dem Tr&#246;ndlinring/ Ecke Nordstra&#223;e zun&#228;chst gestoppt werden. Dabei wurden wiederum Parolen gerufen. Insbesondere durch Gruppen Jugendlicher kam es zu t&#228;tlichen Angriffen auf VP-Angeh&#246;rige, verbunden mit verleumderischen Beschimpfungen. Teilweise gelang es diesen Kr&#228;ften, die Sperrketten der Volkspolizei zu durchbrechen. Gegen 20.20 Uhr versuchten sich in H&#246;he Thomaskirchhof erneut ca. 1500 Personen zu formieren und in Richtung Innenstadt/Markt zu marschieren. Zur Verhinderung diese Vorhabens, insbesondere zur Abwehr der von diesen Kr&#228;ften ausgehenden t&#228;tlichen Angriffe und zur Gew&#228;hrleistung der Sicherheit der eingesetzten Kr&#228;fte der Volkspolizei, war der Einsatz des Schlagstockes und von Diensthundef&#252;hrern mit Diensthunden (mit Korb) erforderlich.«</p></blockquote>
<p>Und dann kam jener 9. Oktober, an dem in Leipzig 70 000 auf der Stra&#223;e waren und wo die reale Gefahr einer gewaltsamen Konfrontation zwischen Demonstranten und Staatsmacht bestand. Wie w&#252;rden erstere mit ihrem gewachsenen Selbstvertrauen umgehen? Wie w&#252;rden letztere die Machtfrage »Wer &#8211; Wen?« beantworten? Im Vorfeld der Demonstration wurden drei Aufrufe ver&#246;ffentlicht alle drei mit dem gleichen Tenor: Keine Gewalt!</p>
<p>Das Neue Forum schrieb:</p>
<blockquote><p>»Provoziert nicht, lasst Euch nicht provozieren.</p>
<p>Durchbrecht keine Absperrungen</p>
<p>Keine Konfrontation mit BePo und Kampfgruppen</p>
<p>Dialog</p>
<p>Sch&#252;tzt die Polizisten vor &#220;bergriffen</p>
<p>Stoppt Betrunkene, Provokateure &#8211; Alle Gewaltt&#228;tigen</p>
<p>Geht nach Ende der Demo friedlich nach Hause</p>
<p>Unterlasst Einzelaktionen.«</p></blockquote>
<p>Die kirchlich orientierten Arbeitskreise bzw. Arbeitsgruppen Gerechtigkeit, Menschenrechte und Umweltschutz baten:</p>
<blockquote><p>»Enthaltet Euch jeder Gewalt!</p>
<p>Durchbrecht keine Polizeiketten, haltet Abstand zu Absperrungen!</p>
<p>Greift keine Personen oder Fahrzeuge an!</p>
<p>Entwendet keine Kleidungs- oder Ausr&#252;stungsgegenst&#228;nde der Einsatzkr&#228;fte!</p>
<p>Werft keine Gegenst&#228;nde und enthaltet Euch gewaltt&#228;tiger Parolen!</p>
<p>Seid solidarisch und unterbindet Provokationen!</p>
<p>Greift zu friedlichen und phantasievollen Formen des Protestes!</p>
<p>An die Einsatzkr&#228;fte appellieren wir:</p>
<p>Enthaltet Euch der Gewalt!</p>
<p>Reagiert auf Friedfertigkeit nicht mit Gewalt!</p>
<p>Wir sind ein Volk. Gewalt unter uns hinterl&#228;sst ewig blutende Wunden.«</p></blockquote>
<p>Und schlie&#223;lich appellierten unmittelbar vor Beginn des Friedensgebets sechs Leipziger Pers&#246;nlichkeiten gemeinsam an die Demonstranten: Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, der Pfarrer Peter Zimmermann, der Kabarettist Bernd Lutz Lange sowie Kurt Meier, Jochen Pommert und Roland W&#246;zel, alle drei Sekret&#228;.re der SED-Bezirksleitung Leipzig. Sie versprachen den Dialog mit der Bev&#246;lkerung und baten »dringend um Besonnenheit, damit der friedliche Dialog m&#246;glich wird«.</p>
<p>Dieser Appell war gepr&#228;gt von der Besorgnis, es k&#246;nnte sich am Abend des 9. Oktober in Leipzig wiederholen, was an den Tagen zuvor in Berlin geschehen war. Dort hatte sich das Gesicht der Staatsmacht zur brutalen Fratze verzerrt, und es stand zu bef&#252;rchten, dass es in Leipzig noch schlimmer kommen k&#246;nnte. Die Berliner Geschehnisse enth&#252;llten sich zwar f&#252;r die &#214;ffentlichkeit erst viel sp&#228;ter, als n&#228;mlich im Novenber ein Untersuchungausschuss zur Aufkl&#228;rung der Vorg&#228;nge am 7. und 8. Oktober seine Arbeit aufnahm; die Kirche aber war stets mit der staatlichen Gewalt konfrontiert. Suchten doch die Betroffenen bei ihr Zuflucht und berichteten &#252;ber gewaltsame &#220;bergriffe. In einem Ged&#228;chtnisprotokoll des Berliner Stadtjugendpfarramtes hie&#223; es:</p>
<blockquote><p>»Am Sonntag, dem 3. Oktober 1989, um ca. 24 Uhr, wurde ich mit anderen Passanten auf der Sch&#246;nhauser Allee vom Wachregiment Felix D. v&#246;llig &#252;berraschend zugef&#252;hrt. Das Wachregiment kam aus der Willi-Bredel-Stra&#223;e in einer Kettenformation um die Ecke auf die Sch&#246;nhauser Allee gerannt und umstellte uns – Zuschauer der brutalen Polizeieins&#228;tze gegen Demonstranten. Wir, darunter altere Menschen, eine schwangere Frau und Anwohner, wurden auf ›LKWs‹ (2) verladen und nach einer Irrfahrt von einer ›Verwahranstalt‹ Berlins zur anderen in der, VP-Inspektion Marzahn abgeliefert. Frauen und M&#228;nner wurden getrennt. Wir M&#228;nner mussten uns auf dein Hof der Inspektion mit dem Gesicht zur Wand aufstellen und wurden dann nach und nach gewaltsam in eine Garage geschleppt. Einige erhielten Schl&#228;ge mit dem Gummikn&#252;ppel von mehreren Polizisten gleichzeitig, was zum Teil zum regelrechten Spie&#223;rutenlauf wurde. Uns wurden die pers&#246;nlichen Dinge abgenommen, die Schn&#252;rsenkel aus den Schuhen gezogen und die Personalien festgestellt. Wer dabei nicht schnell genug in den Augen der VP-Angeh&#246;rigen war, bezog immer wieder Pr&#252;gel mit dein Gummikn&#252;ppel. Nach dieser Erstaufnahme kamen wir in eine gr&#246;&#223;ere LKW-Garage. Dort wurden wir gezwungen, uns nebeneinander mit dem Gesicht zur Wand aufzustellen: die Beine weit auseinander und die H&#228;nde hinter den Kopf. Nun begannen die sadistischen ›Spiele‹ der Abschnittsbevollm&#228;chtigten: die ganze Nacht &#252;ber mussten wir (ca. 6 Stunden) mal ›Beine auseinander‹, mal im ›Stillgestanden‹ stehen. Wenn einer nicht ›ruhig‹ stand, wurde er getreten und geschlagen. Es durfte nicht gesprochen werden und es war verboten, sich im Raum umzusehen.«</p></blockquote>
<p>Nach hartn&#228;ckigem Leugnen und nur scheibchenweisem Zugeben der Wahrheit musste schlie&#223;lich der Staat sein gewaltsames Vorgehen eingestehen. Am 19. November berichtete der damalige Generalstaatsanwalt Wendland vor der Volkskammer, dass in der gesamten DDR 3456 Personen »zugef&#252;hrt« worden waren, die meisten in Berlin und Dresden. Und weiter:</p>
<blockquote><p>»Im Zusammenhang mit den Zuf&#252;hrungen um den 7. Oktober kam es zu &#220;bergriffen von Angeh&#246;rigen der Schutz- und Sicherheitsorgane, vor allem T&#228;tlichkeiten und die W&#252;rde der zugef&#252;hrten Personen verletzendem Verhalten. Es ist besonders unertr&#228;glich, dass das auch im Gewahrsam geschah. &#220;bergriffe bestanden vor allem im k&#246;rperlichen Zwang gegen&#252;ber Personen, die zugef&#252;hrt waren; im Gewahrsam befindlich, wurden Personen geschlagen, &#252;ber lange Zeit zum Stehen zum Teil in k&#246;rperlich schmerzhaften Stellungen gezwungen, auch beleidigt und auf andere Weise erniedrigend behandelt. Zu den &#220;bergriffen z&#228;hlen wir auch die Tatsache, dass gesetzliche Fristen der Zuf&#252;hrungen vielfach &#252;berschritten wurden. Dazu z&#228;hlt auch die Tatsache, dass in einer Reihe von F&#228;llen erkennungsdienstliche Ma&#223;nahmen gegen&#252;ber in Gewahrsam genommenen Personen durchgef&#252;hrt wurden. Insgesamt wurden 76 Ermittlungeverfahren wegen &#220;bergriffen inzwischen eingeleitet. Dabei haben wir 33 Personen ermittelt, die Angeh&#246;rige der Schutz- und Sicherheitsorgane waren. Es sei festgestellt worden, dass Befugnis&#252;berschreitungen in Anwesenheit von vorgesetzten Offizieren erfolgten. Deren Verantwortlichkeit wird ebenfalls gepr&#252;ft. 43 Ermittlungsverfahren wurden gegen Unbekannt eingeleitet. Die bisher eingeleiteten Ermittlungsverfahren betreffen vors&#228;tzliche K&#246;rperverletzung, &#8211; in einem Fall sogar eine schwere K&#246;rperverletzung -, N&#246;tigung und Beleidigung. In dem Verfahren wegen, schwerer K&#246;rperverletzung wurde Anklage erhoben. Drei v/eitere Anklagen werden vorbereitet.«</p></blockquote>
<p>Sp&#228;ter stellte sich heraus, dass das Ausma&#223; der gewaltsamen Gesetzesbr&#252;che durch »Gesetzesh&#252;ter« viel gr&#246;&#223;er war – und mit diesem heutigen Wissen ist zu ermessen, welch gef&#228;hrliche Situation in jenen Tagen bestand. Die alptraumhafte »chinesische L&#246;sung« lag damals durchaus im Bereich des M&#246;glichen.</p>
<p>Deshalb waren die Initiativen in Leipzig ein echter Durchbruch – weg von der Gewalt, hin zum politischen Dialog. Die bewirkten das »Wunder«, dass der 9. Oktober in der Messestadt insgesamt friedlich verlief. Der MfS-Bericht vermerkt das, l&#228;sst aber zugleich durchblicken, dass Vorkehrungen getroffen waren, die zu einer blutigen Eskalation h&#228;tten f&#252;hren k&#246;nnen: »Am 9. Oktober 1989 kam es im Zeitraum von 18.35 Uhr bis gegen 20.30 Uhr im Stadtzentrum von Leipzig erneut zu einer nichtgenehmigten Demonstration von ca. 70 000 Personen, darunter eine erhebliche Anzahl aus anderen Bezirken. Die Demonstration verlief von der Nikolaikirche (Sammelpunkt) aus &#252;ber die bekannte Strecke bis zum Hauptbahnhof, wo sie sich selbst&#228;ndig aufl&#246;ste. Es kam zu keinen Gewalthandlungen; vorbereitete Ma&#223;nahmen sur Verhinderung/Aufl&#246;sung kamen entsprechend der Lageentwicklung nicht zur Anwendung.« Damit war – ob gewollt oder ungewollt – eine Grundsatzentscheidung gefallen, von der es kein Zur&#252;ck mehr gab. Noch dauerte es zwar einige qu&#228;lende Tage, bis das Gespr&#228;ch zwischen den Regierenden und »ihrem« Volk tats&#228;chlich begann. Noch klammerte sich die greise SED-F&#252;hrung an ihre Positionen, aber eine gute Woche sp&#228;ter mu&#223;ten Honecker, Mittag und Herrmann abtreten. Die Proteste der Massen erzielten ihre ersten Resultate, der Umbruch begann. Die Opposition von unten, die jahrelang als »Untergrund« geschm&#228;hte B&#252;rgerbewegung wurde zum Dialogpartner f&#252;r die noch M&#228;chtigen und erwies sich ihnen dabei bald sowohl moralisch denn auch sachlich &#252;berlegen. Ihr jahrelanger Kampf trug endlich Fr&#252;chte – wenn auch nicht lange.</p>
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