<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>blogsgesang.de &#187; Gabriel</title>
	<atom:link href="http://www.blogsgesang.de/tag/gabriel/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.blogsgesang.de</link>
	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 14:04:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Bundespr&#228;sidentenwahl ohne Gewinner</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/06/30/bundespraesidentenwahl-ohne-gewinner/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/06/30/bundespraesidentenwahl-ohne-gewinner/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 21:46:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SED]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1742</guid>
		<description><![CDATA[Nat&#252;rlich ist die heutige Zitterpartie um die Wahl Christian Wulffs zum Bundespr&#228;sidenten die bisher schwerste innerparteiliche Niederlage Angela Merkels, aber auch SPD und Gr&#252;ne verlassen die Bundesversammlung – anders als sie selbst es aus verst&#228;ndlichen Gr&#252;nden darstellen – als Verlierer, in der Sache selbst, vor allem aber unter strategischem Aspekt. Als die schwarz-gelbe Koalition im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nat&#252;rlich ist die heutige Zitterpartie um die Wahl Christian Wulffs zum Bundespr&#228;sidenten die bisher schwerste innerparteiliche Niederlage Angela Merkels, aber auch SPD und Gr&#252;ne verlassen die Bundesversammlung – anders als sie selbst es aus verst&#228;ndlichen Gr&#252;nden darstellen – als Verlierer, in der Sache selbst, vor allem aber unter strategischem Aspekt.<span id="more-1742"></span></p>
<p>Als die schwarz-gelbe Koalition <a href="http://www.welt.de/politik/article8243342/Der-neunstuendige-Wahlkrimi-im-Reichstag.html" target="_blank"><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/ba1162f32f8043059615dcd7d13994f0" alt="" width="1" height="1" />im dritten Wahlgang</a> endlich die absolute Mehrheit erreichte, schien die Bundeskanzlerin zufrieden; dabei sollte ihr gerade diese Zahl zu denken geben. Sie besagt n&#228;mlich, dass es in der Bundesversammlung stets eine solche Majorit&#228;t f&#252;r Wulff gab, sie aber lange nicht wirksam wurde – nicht wegen des nieders&#228;chsischen Kandidaten, sondern wegen der CDU-Vorsitzenden, die – offensichtlich mehr noch als Helmut Kohl – ihre Partei als Kanzlerwahlverein betrachtet. Und daf&#252;r von ihren eigenen Parteifreunden abgestraft wurde, zumal ihre Politik wahrlich keine Erfolgsstory darstellt.</p>
<p>Das ist mit dem Ergebnis des dritten Wahlgangs nicht ausger&#228;umt und vermehrt ohne Zweifel die Schwierigkeiten der Koalition, die sich aus den Widerspr&#252;chen zwischen den Koalitionspartnern und ihren jeweils eigens&#252;chtigen Interessen ergeben. Man wird sehen, wie Angela Merkel damit fertig wird. Bislang ist freilich nicht erkennbar, dass sie – die vielleicht etwas von physikalischen Prozessen versteht, aber wenig von psychologischen, woran m&#246;glicherweise Horst K&#246;hler verzweifelte, schon gar nicht von sozialpsychologischen, was auf die Dauer t&#246;dlich f&#252;r einen Parteif&#252;hrer sein kann – daraus etwas lernen k&#246;nnte.</p>
<p>SPD und Gr&#252;ne hingegen feiern ihren Erfolg, der sich am Ende aber doch nur darauf verk&#252;rzt, dass sie die bereits allgemein bekannte desolate Situation der schwarz-gelben Koalition einmal mehr sichtbar gemacht haben. F&#252;r die eigene Machtperspektive bringt dies jedoch gar nichts; sie wurde im Gegenteil weiter verbaut. Die seit dem Amtsantritt Sigmar Gabriels erkennbare Linie, die Linkspartei unter allen Umst&#228;nden auf die eigenen Politikkonzepte festzulegen, hat – nach Nordrhein-Westfalen – erneut eine Niederlage erlitten.</p>
<p>Zweimal ist somit deutlich geworden, dass SPD und Gr&#252;ne keine Machtoption haben, solange sie der Linkspartei nicht auf Augenh&#246;he entgegentreten. In D&#252;sseldorf wiesen sie – &#252;ber weitgehende inhaltliche Gemeinsamkeiten hinweggehend – das Angebot der Linken zur Zusammenarbeit br&#252;sk zur&#252;ck, unter dem Vorwand unterschiedlicher Auffassungen &#252;ber die Vergangenheit. Inzwischen buhlen sie indirekt nun doch wieder um linke Stimmen – und zwar zu Recht, denn anders kann Hannelore Kraft nicht Ministerpr&#228;sidentin werden und bleiben.</p>
<p>Dennoch wiederholten die F&#252;hrungen von SPD und Gr&#252;ne bei der Bundespr&#228;sidentenwahl das Spiel. Sie k&#252;rten einen Pr&#228;sidentschaftskandidaten und erwarteten von Anfang an die Zustimmung der Linken – ungeachtet der gravierenden Differenzen zwischen Gauck und Linken in zentralen inhaltlichen Fragen wie dem Afghanistan-Krieg und sozialer Gerechtigkeit. Sie wollten die Linkspartei zwingen, &#252;ber die Zustimmung zu Gauck auch dessen konservative politische Positionen zu tolerieren. Nicht zuf&#228;llig wurden diese Fragen in der Debatte seitens Rot-Gr&#252;n gern ausgeklammert und den Linken nahegelegt, mit der Zustimmung zum ehemaligen Chef der Stasiakten-Beh&#246;rde nun endg&#252;ltig ihre Vergangenheitsbew&#228;ltigung zu vollziehen. Doch die Linkspartei wei&#223; inzwischen aus langer Erfahrung, dass sie noch so viele Gesslerh&#252;te gr&#252;&#223;en kann, den Makel der Stasi-verd&#228;chtigen SED-Nachfolgerin wird sie deswegen noch lange nicht los.</p>
<p>Aber darum ist es SPD und Gr&#252;nen auch nicht gegangen. Sie wollten ihre angema&#223;te Meinungsf&#252;hrerschaft links von Schwarz-Gelb durchsetzen – und mussten damit scheitern, weil ihre Position eben mit Links nicht viel zu tun hat. Sie ist bislang auch nur eine Variante b&#252;rgerlicher Politik – so wie ihr Pr&#228;sidentschaftskandidat Joachim <a href="http://www.blogsgesang.de/2010/06/28/wulff-oder-gauck-jacke-wie-hose/" target="_blank">Gauck nur eine Variante des Koalitionskandidaten Christian Wulff</a> war.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/06/30/bundespraesidentenwahl-ohne-gewinner/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Leichtmatrose Westerwelle in schwierigen Wassern</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/02/06/leichtmatrose-westerwelle-in-schwierigen-wassern/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/02/06/leichtmatrose-westerwelle-in-schwierigen-wassern/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 23:31:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Programm]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1473</guid>
		<description><![CDATA[Politiker eher schlichten Gem&#252;ts versuchen ihre konzeptionelle &#214;dnis nicht selten durch besonders forsche Spr&#252;che und voluntaristische Ank&#252;ndigungen zu &#252;berspielen. Das kann man gegenw&#228;rtig sehr anschaulich am deutschen Vizekanzler und FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle beobachten. Was auch immer an begr&#252;ndeten Argumenten gegen einige angejahrte und mithin aus der Zeit gefallene FDP-Forderungen vorgebracht wird, Westerwelle wischt es jeweils mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Politiker eher schlichten Gem&#252;ts versuchen ihre konzeptionelle &#214;dnis nicht selten durch besonders forsche Spr&#252;che und voluntaristische Ank&#252;ndigungen zu &#252;berspielen. Das kann man gegenw&#228;rtig sehr anschaulich am deutschen Vizekanzler und FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle beobachten.<span id="more-1473"></span> Was auch immer an begr&#252;ndeten Argumenten gegen einige angejahrte und mithin aus der Zeit gefallene FDP-Forderungen vorgebracht wird, Westerwelle wischt es jeweils mit gro&#223;er Geste und lautstarker Rhetorik weg. Die Liberalen seien gar nicht mehr die Partei der Besserverdienenden, stellte ein <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0204/meinung/0016/index.html" target="_blank">Kommentator</a><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/bb3c920e897b4a20bbe0ff4b9e777761" alt="" width="1" height="1" /> in seiner 100-Tage-Bilanz der schwarz-gelben Regierung treffend fest. »Sie sind nur noch die Partei des Besserwissers.«</p>
<p>Tats&#228;chlich hat die FDP in elf Jahren ohne Regierungsamt die Oppositionsstrategie, mit der sie vor allem der eigenen wohlbetuchten Klientel alles versprach, was die nur h&#246;ren wollte, derart verinnerlicht, dass sie &#252;berhaupt nicht mehr in der Lage ist, f&#252;r die gesamte Gesellschaft zu denken und damit eine nachhaltige Politik – nicht einmal zugunsten des eigenen Machterhalts – zu verfolgen. Die<a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article6256919/FDP-bricht-ein-Westerwelle-so-unbeliebt-wie-Gysi.html" target="_blank"> j&#252;ngsten Umfragen</a> verdeutlichen den dramatischen Verfall ihres Ansehens in der Bev&#246;lkerung. Westerwelle, in typisch narzisstischer Selbst&#252;bersch&#228;tzung, sieht das &#220;bel jedoch allein in einigen vorsichtigen <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E89D568A152E3437281033AA73DF78885~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Zweiflern in den eigenen Reihen</a> bzw. beim Koalitionspartner.</p>
<p>Nun k&#246;nnte man gen&#252;sslich sagen: Lass ihn machen, er wird sich schon abwirtschaften. Doch so einfach stehen die Dinge nicht, hat er doch in Bundeskanzlerin Angela Merkel eine starke St&#252;tze. Sie, intellektuell &#228;hnlich gestrickt wie ihr Vizekanzler, sieht in ihm und der FDP endlich die Chance, jenes neoliberale Programm, das sie 2003 auf dem Leipziger CDU-Parteitag entwarf, auch durchzusetzen. Er soll ihr beim endlich m&#246;glichen »Durchregieren« helfen, daf&#252;r nat&#252;rlich auch die Hauptverantwortung &#252;bernehmen. Sie dirigiert von der Kapit&#228;nskaj&#252;te aus den Leichtmatrosen, der sie, ihre Partei und das keineswegs verworfene, nur zeitweise zur&#252;ckgestellte Leipziger Programm durch die schweren Wasser wachsenden Volkswiderstandes navigieren soll.</p>
<p>Und die Chancen daf&#252;r stehen trotz demoskopischer D&#228;mpfer gar nicht so schlecht, wei&#223; man doch, dass die Opposition so lange an tats&#228;chlich wirksamem Widerstand gehindert ist, solange die SPD in typisch opportunistischer Manier zwischen Festhalten an den falschen Beschl&#252;ssen ihrer Regierungszeit und verbalen Ank&#252;ndigungsparolen hin und her schwankt und damit faktisch das Gesch&#228;ft der Koalition betreibt. So findet selbst der Leichtmatrose Westerwelle noch Helfer – die Schiffsjungen Steinmeier und Gabriel.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/02/06/leichtmatrose-westerwelle-in-schwierigen-wassern/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>2010 – oder wie sich die SPD selbst aus der Agenda strich</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/01/01/2010-oder-wie-sich-die-spd-selbst-aus-der-agenda-strich/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/01/01/2010-oder-wie-sich-die-spd-selbst-aus-der-agenda-strich/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 18:11:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Maxibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Saarland]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1435</guid>
		<description><![CDATA[2010 sollte zum Erfolgsjahr der schon beinahe vergessenen rot-gr&#252;nen Koalition werden; dazu entwarf man 2003 eine Tagesordnung, bei der bereits der hochtrabende Name »Agenda« den tiefen Widerspruch zwischen Schein und Sein, zwischen Illusion und Wirklichkeit ahnen lie&#223;. Und tats&#228;chlich brauchten die Schr&#246;der, M&#252;ntefering und Steinmeier, assistiert vom zum Anh&#228;ngsel geschrumpften gr&#252;nen Partner, nur gute f&#252;nf Jahre, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2010 sollte zum Erfolgsjahr der schon beinahe vergessenen rot-gr&#252;nen Koalition werden; dazu entwarf man 2003 eine Tagesordnung, bei der bereits der hochtrabende Name »Agenda« den tiefen Widerspruch zwischen Schein und Sein, zwischen Illusion und Wirklichkeit ahnen lie&#223;. Und tats&#228;chlich brauchten die Schr&#246;der, M&#252;ntefering und Steinmeier,<span id="more-1435"></span> assistiert vom zum Anh&#228;ngsel geschrumpften gr&#252;nen Partner, nur gute f&#252;nf Jahre, um ihre Partei, die traditionsreiche SPD, an der Abgrund zu f&#252;hren, an den sie noch immer schwankend verharrt – unschl&#252;ssig, ob sie den letzten Schritt tun oder doch noch einmal umkehren soll.</p>
<p>Rot-gr&#252;n erm&#246;glichte durch seine verfehlte Politik dem »b&#252;rgerlichen Lager« nicht nur eine schon nicht mehr erwartete Renaissance, sondern schw&#228;chte vor allem die Sozialdemokratie so nachhaltig, dass die neue schwarz-gelbe Regierungsmannschaft sich aller ernst zu nehmenden Gegnerschaft entledigt sieht und ein wahres Feuerwerk neoliberaler und konservativer Zumutungen entz&#252;ndet, dem normalerweise die Strafe seitens der W&#228;hler auf dem Fu&#223;e folgen m&#252;sste. Aber die Verh&#228;ltnisse sind eben nicht normal.</p>
<p>Zwar regt sich allm&#228;hlich Unmut &#252;ber die Unverfrorenheit, mit der vor allem die FDP schon bei den ersten Regierungsbeschl&#252;ssen die eigene Klientel bedient, wie auch &#252;ber den Kurs entscheidungsscheuen Gew&#228;hrenlassens bei der Union. Aber der Unzufriedenheit fehlt die Alternative. Keine der drei Oppositionsparteien erscheint dem W&#228;hler – aus unterschiedlichen Gr&#252;nden – als M&#246;glichkeit wirksamen Gegensteuerns; er sieht in ihnen nur andere &#220;bel. Solche Alternativlosigkeit l&#228;hmt im demokratischen System die ver&#228;nderungsbereiten Kr&#228;fte und erm&#246;glicht dem Herrschenden faktisch ungestraft eine verderbliche Politik.</p>
<p>Die Entt&#228;uschung bezieht sich vor allem auf die SPD, die sich mit ihrer Politik der vergangenen Jahre so gr&#252;ndlich diskreditiert hat, dass ihr ein Neuanfang schlicht nicht zugetraut wird. Das liegt nat&#252;rlich auch an ihrem kaum erneuerten Personal, denn nicht nur der grandios gescheiterte Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat dort weiter als Fraktionschef das Sagen; auch der neue Vorsitzende Sigmar Gabriel geh&#246;rte zur alten Mannschaft, von deren Tagtr&#228;umereien er sich kaum distanzierte, ebenso wie <a href="http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Nahles-waere-lieber-Paepstin-als-Kanzlerin_aid_794940.html" target="_blank">Andrea Nahles</a><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/948fced842774c3584b4607e74a2e36a" alt="" width="1" height="1" />, die zudem noch k&#252;rzlich den Kotau vorm Konservatismus in seiner r&#252;ckw&#228;rtsgewandtesten, der katholischen,Variante machte.</p>
<p>Aber die SPD hat nicht nur der eigenen Partei die Rolle einer Alternativkraft gegen&#252;ber der schwarz-gelben Regierung unglaubw&#252;rdig gemacht; ihre Politik tr&#228;gt ma&#223;geblich dazu bei, dass auch die Gr&#252;nen sich immer weniger in der Funktion eines Gegenparts zum »b&#252;rgerlichen Lager« sehen und statt dessen eher danach streben, zu dessen Bestandteil und damit zu einem »b&#252;rgerlichen« Konkurrenten der FDP im Buhlen um die Gunst der Unionsparteien zu werden. Schien das schwarz-gr&#252;ne B&#252;ndnis in Hamburg angesichts der dortigen Mehrheitsverh&#228;ltnisse noch unumg&#228;nglich, so beruhte die Jamaika-Koalition im Saarland bereits auf der bewussten Entscheidung gegen eine Politik links von Union und FDP; man wollte hier bereits dazugeh&#246;ren. Weitere solche Umorientierungen sind absehbar, am Ende wohl auch im Bund. Denn in ihrer heutigen Gestalt taugt die SPD auf lange Zeit nicht mehr als zuverl&#228;ssige Kraft in einem Projekt, das sich eher als links versteht.</p>
<p>Bleibt die Linkspartei, die angesichts solcher Entwicklung freilich ohne Partner f&#252;r eine alternative Politik dasteht. Und sie hat zudem – &#252;ber die scharfe Bek&#228;mpfung seitens der Regierungspartner hinaus – mit Feindseligkeit vor allem aus der SPD und innerparteilichen Problemen zu k&#228;mpfen. Im Wahlkampf richteten die Sozialdemokratien meist sch&#228;rfere Gesch&#252;tze auf die Linke als auf CDU und CSU, mit denen sie sich kaum verschleiert eine Fortsetzung des Regierungsb&#252;ndnisses erhofften. Nicht zuletzt wegen des fast geschlossenen Drucks der politischen Konkurrenz auf die Linkspartei war deren Neigung in Teilen ziemlich gering, durch Offenlegung der eigenen Vergangenheit zus&#228;tzliche Munition f&#252;r das Trommelfeuer zu liefern. Mochte man f&#252;r solch letztlich egoistisches Taktieren anfangs noch ein gewisses Verst&#228;ndnis aufbringen, so schwand das in dem Ma&#223;e, in dem die Stasi-Problematik in der Bev&#246;lkerung an Interesse verlor; nicht wenige Mandatstr&#228;ger der Linken wurden schon seit Jahren mit satten Mehrheiten gew&#228;hlt, obwohl oder weil sie ihre Geheimdienstakten l&#252;ckenlos offengelegt hatten. Einige verpassten – wohl auch aus Bequemlichkeit oder bewusster Verdr&#228;ngung – den Zeitpunkt, sich vor ihren W&#228;hlern ehrlich zu machen. Das nutzte der politische Gegner gnadenlos und weit &#252;berzogen aus, aber man h&#228;tte es wissen m&#252;ssen und tr&#228;gt ohne Zweifel die Hauptschuld an dem h&#228;sslichen Bild, in dem die Linkspartei derzeit in der ver&#246;ffentlichten Meinung dargestellt wird – und das nat&#252;rlich auch auf die Wahrnehmung dar&#252;ber hinaus abf&#228;rbt, wenn auch nicht so schwarz-wei&#223;, wie es die meisten Meinungsmacher gern h&#228;tten.</p>
<p>Insgesamt weckt die Lagebeschreibung zum Jahreswechsel auf 2010 kaum Optimismus. Das »b&#252;rgerliche Lager« hat alle seine Signale derzeit auf freie Fahrt gestellt und versch&#228;rft folglich das Tempo. Es wartet geraqde mal noch die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ab, bei denen die erneute Mehrheit f&#252;r Schwarz-gelb zwar nicht sicher ist, aber wohl – &#228;hnlich wie im Saarland oder in Th&#252;ringen – die Fortsetzung der CDU-Herrschaft, vielleicht in anderer Konstellation. Danach wird dann endlich »durchregiert«, und man muss bef&#252;rchten – auf lange Zeit. Das letzte konservativ-freidemokratische B&#252;ndnis bestand 16 Jahre; man kann nur hoffen – und daf&#252;r arbeiten –, dass sich dies in unserer schnelllebigen Zeit nicht wiederholt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/01/01/2010-oder-wie-sich-die-spd-selbst-aus-der-agenda-strich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Parteijournalisten neuen Typs – zum Beispiel die Lafontaine-Vernichter</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/11/21/parteijournalisten-neuen-typs-zum-beispiel-die-lafontaine-vernichter/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/11/21/parteijournalisten-neuen-typs-zum-beispiel-die-lafontaine-vernichter/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 15:43:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA["Süddeutsche Zeitung"]]></category>
		<category><![CDATA["Spiegel"]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Lenin]]></category>
		<category><![CDATA[Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Presse neuen Typs]]></category>
		<category><![CDATA[Ramelow]]></category>
		<category><![CDATA[Reklame]]></category>
		<category><![CDATA[SED]]></category>
		<category><![CDATA[Strauß]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1366</guid>
		<description><![CDATA[Wladimir Iljitsch Lenin war es, der vor der russischen Oktoberrevolution eine Zeitung gr&#252;ndete und f&#252;r sie eine eigene Theorie erfand – die von der »Presse neuen Typs«. Das war keine Weiterentwicklung des Journalismus, wie leninistische Theoretiker glauben machen wollten, sondern eher die Kreation eines Pressestellen-Journalismus, der vor allem Reklame und Marketing betreibt und sich – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wladimir Iljitsch Lenin war es, der vor der russischen Oktoberrevolution eine Zeitung gr&#252;ndete und f&#252;r sie eine eigene Theorie erfand – die von der »Presse neuen Typs«. Das war keine Weiterentwicklung des Journalismus, wie leninistische Theoretiker glauben machen wollten, sondern eher die Kreation eines Pressestellen-Journalismus<span id="more-1366"></span>, der vor allem Reklame und Marketing betreibt und sich – ganz anders als das meiste aus Lenins Theorienladen – nicht nur bis heute gehalten, sondern sogar noch betr&#228;chtlich ausgebreitet hat. So wie Lenin damals die Zeitung als Mittel verstand, f&#252;r seine bolschewistische Partei zu werben, mit ihr die Leserschaft aufzukl&#228;ren, um sie f&#252;r die aus seiner Sicht notwenigen Handlungen zu gewinnen – er betrachtete die Presse als »kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator«, so gibt es heute kaum ein Wirtschaftsunternehmen, Ministerium oder sonstige Beh&#246;rde, die nicht zum gleichen Zweck eine umf&#228;ngliche Presse- und Werbeabteilung unterhalten. Nicht um einen unabh&#228;ngigen Journalismus geht es ihnen, sondern – wie eben auch Lenin – um dessen Ausrichtung auf ihre eigenen Interessen.</p>
<p>Die so genannten seri&#246;sen Medien hierzulande m&#252;hen sich durchaus, den Verlockungen solchen <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1171/wenn-der-spiegel-mit-dem-oskar-und-der-sahra-%e2%80%a6" target="_blank">Reklamejournalismus</a><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/8d918f1174f14136a1e952a8b56ef038" width="1" height="1" alt=""> zu widerstehen, auch wenn das aus &#246;konomischen wie politischen Gr&#252;nden immer schwerer f&#228;llt. Besonders dann, wenn ein Vorgang beschrieben wird, der im Widerspruch zum »Mainstream« steht, ist zumindest der indirekte, manchmal aber auch der <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E28EFD94926E64CC08D46119C93101C8F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">direkte Druck </a>gewaltig, die Fakten ein wenig am vorherrschenden Meinungsbild auszurichten. Der eine kommt dem nur z&#246;gernd und mit sichtlichem Unbehagen nach, der andere ist schon weiter und findet vielleicht sogar Gefallen an einer Berichterstattung, die in seinem Umfeld, das nicht unbedingt die Leser, H&#246;rer und Zuschauer sind, auf allgemeines Wohlwollen st&#246;&#223;t.</p>
<p>Eins der Themen, bei dem das besonders augenf&#228;llig wird, ist all das, was unter »Links« firmiert. Hier ist die mediale Ablehnung weitgehender Konsens, und der Journalist, der kr&#228;ftig in diese Kerbe haut, kann aus Sicht seiner Chefs und erst recht der Geldgeber kaum etwas falsch machen. Man muss da in diesen Tagen gar nicht zuerst an Oskar Lafontaine denken, sondern wurde &#252;ber das Muster j&#252;ngst am Beispiel des gerade zum SPD-Vorsitzenden gew&#228;hlten Sigmar Gabriel belehrt. Bei »Zapp« plauderte der Redakteur der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«, Michael Berger, aus, dass man in der kurzen Zeit Gabriels als Ministerpr&#228;sident Niedersachsens irgendwann fand, dass dieser sich zu oft als »Fanfare« produziert h&#228;tte. Die offensichtlich inhaltlich kaum begr&#252;ndete Reaktion: »Wir haben dann irgendwann in der Zeitung des Schalter umgelegt und gesagt: Nun kritisieren wir ihn mal ordentlich!«</p>
<p>Um wieviel mehr gilt das f&#252;r Lafontaine, der nat&#252;rlich auch kr&#228;ftig die Fanfare bl&#228;st – und dazu noch <a href="http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&amp;cccpage=17112009ArtikelKommentarKneffel1" target="_blank">aus der falschen Richtu</a>ng und mit einem aufwieglerischen Sound. Da ist man sich kaum zu schade, der Leninschen Theorie – ohne sie nat&#252;rlich zu kennen – konsequent zu folgen. Die Medien werden – bis auf wenige Ausnahmen – zum kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator einer Kampagne gegen den Feind, der beim russischen Revolution&#228;r der Klassenfeind war, was bei ihnen wohl Lafontaine gleicherma&#223;en ist, wenn auch mit ver&#228;ndertem Vorzeichen. F&#252;r die SED-Propaganda war jahrelang Franz Josef Strau&#223; der Prototyp des reaktion&#228;ren Nationalisten und Imperialisten. F&#252;r die b&#252;rgerlichen Medien spielt heute Oskar Lafontaine diese Rolle – als Prototyp des umst&#252;rzlerischen, so vaterlands- und prinzipienlosen Systemver&#228;nderers. Er kann tun oder lassen, was immer er will; <a href="http://www.readers-edition.de/2009/11/19/oskar-lafontaine-und-das-elend-des-deutschen-journalismus/" target="_blank">stets sucht man nach dem Haar in der Suppe</a>, nach einer Interpretation, die die Fakten irgendwie gegen ihn wendet.</p>
<p>Auf sogenannte seri&#246;se Medien ist das keineswegs begrenzt. Der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661508,00.html" target="_blank">»Spiegel« </a>hat sich schon lange aus der Kreis der so geadelten Bl&#228;tter verabschiedet und ist zur Bild-Zeitung f&#252;r Intellektuelle mutiert; jetzt m&#252;ht sich die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/115/492471/text/" target="_blank">»S&#252;ddeutsche Zeitung«, </a>dem Hamburger Magazin nachzueifern. Jedenfalls war ihre Berichterstattung &#252;ber Oskar Lafontaine an B&#246;swilligkeit allenfalls noch von »Bild« und eben vom »Spiegel« zu &#252;berbieten. Immerhin hat sie noch Unbehagen versp&#252;rt und eine <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/670/495001/text/" target="_blank">Rechtfertigung</a> formuliert, aber gerade in dieser wurde auch der Unterschied deutlich, den man zwischen einem unakzeptablen Linken wie Lafontaine und einem »gel&#228;uterten« SPD-Mann wie zum Beispiel Peter Struck macht, wenn es um politischen Anstand geht. Bei Lafontaine hingegen dient selbst die mit Krokodilstr&#228;nen getr&#228;nkte Betroffenheitsgeste zu einem neuen Angriff auf die so tief verhasste Linkspartei – indem man sich nun <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/krank/" target="_blank">Bodo Ramelow </a>wegen seines dummen Kommentars zu Lafontaines Krebserkrankung vornimmt. Welch Gl&#252;ck, mag da mancher gedacht haben, wir m&#252;ssen nicht abr&#252;sten, sondern brauchen nur die Gesch&#252;tze auf das neue Ziel zu richten. Sie haben den Lenin verstanden, auch wenn sie ihn nie lasen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/11/21/parteijournalisten-neuen-typs-zum-beispiel-die-lafontaine-vernichter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Schw&#228;che der SPD l&#228;sst eine lange konservative Herrschaft bef&#252;rchten</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/10/02/spddie-schwaeche-der-spd-laesst-eine-lange-konservative-herrschaft-befuerchten/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/10/02/spddie-schwaeche-der-spd-laesst-eine-lange-konservative-herrschaft-befuerchten/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 22:14:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Maxibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Dewes]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Maas]]></category>
		<category><![CDATA[Matschie]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiner]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[Seeheimer Kreis]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Wowereit]]></category>
		<category><![CDATA[Ypsilanti]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1305</guid>
		<description><![CDATA[F&#252;nfzehn Jahre Opposition sagte Herbert Wehner 1982 der SPD voraus, als sie die Macht an ein christlich-freidemokratisches B&#252;ndnis verlor. Sogar sechzehn sind schlie&#223;lich daraus geworden, und so wie die Sozialdemokraten den Machtverlust damals als Betriebsunfall bagatellisierten, zeichnet sich erneut die Tendenz ab, nicht die tieferen Ursachen des Debakels zu untersuchen, sondern m&#246;glichst schnell wieder zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;nfzehn Jahre Opposition sagte Herbert Wehner 1982 der SPD voraus, als sie die Macht an ein christlich-freidemokratisches B&#252;ndnis verlor. Sogar sechzehn sind schlie&#223;lich daraus geworden, und so wie die Sozialdemokraten den Machtverlust damals als <a href="http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4542494/Peter-Struck-Opposition-ist-Mist-hoch-drei.html" target="_blank">Betriebsunfall</a> bagatellisierten, <span id="more-1305"></span>zeichnet sich erneut die Tendenz ab, nicht die tieferen Ursachen des Debakels zu untersuchen, sondern m&#246;glichst schnell wieder zur alten, lediglich durch etwas schm&#252;ckendes Beiwerk erg&#228;nzten Tagesordnung &#252;berzugehen. Diese Schw&#228;che der SPD, ihren einstigen Gr&#252;ndungskonsens zu ignorieren und sich zugleich gegen&#252;ber der Realit&#228;t im Lande blind zu verhalten, l&#228;sst eine lange konservative Herrschaft bef&#252;rchten.</p>
<p>Der Hintergrund f&#252;r solch ern&#252;chternde Prognose ist die Rechtsentwicklung, die die SPD in den vergangenen zehn Jahren genommen hat. Beginnend mit dem Schr&#246;der/Blair-Papier 1999 hat die damalige F&#252;hrung – Lafontaine ausgenommen, der sich nur durch Niederlegung aller seiner &#196;mter dem neuen Kurs entziehen konnte – die sozialdemokratische Partei Schritt f&#252;r Schritt ins b&#252;rgerliche Lager gef&#252;hrt. Unter dem Motto, man m&#252;sse die »Mitte« erobern, gab die SPD eine ihrer traditionellen Positionen nach der anderen auf und wurde vor allem dadurch kompatibel f&#252;r die Koalition mit CDU und CSU.</p>
<p>Mit dieser inhaltlichen Umorientierung einher ging die personelle »S&#228;uberung«. Nach Lafontaine verlie&#223;en weitere linke Sozialdemokraten notgedrungen ihre Partei und gingen teilweise zur Linken. Andere – Beispiel Ottmar Schreiner – wurden kalt gestellt, die meisten jedoch – wie Andrea Nahles, Klaus Wowereit oder Heiko Maas – unterwarfen sich so sehr der herrschenden Linie, dass sie kaum noch mit dem Pr&#228;dikat links in Verbindung gebracht werden. Wer das nicht tat – Beispiel <a href="http://www.blogsgesang.de/2009/01/19/rechte-spd-als-geburtshelfer-von-schwarz-gelb/" target="_blank">Andrea Ypsilanti</a><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/70a63cf85bb943689386ae246eaada3e" width="1" height="1" alt=""> – wurden erbarmungslos weggemobbt. So gelang es vor allem Franz M&#252;ntefering und dem ihn st&#252;tzenden rechtsopportunistischen Seeheimer Kreis, die SPD nicht nur konzeptionell auf einen weitgehenden Rechtskurs auszurichten, sondern auch die personellen Voraussetzungen f&#252;r seine Durchsetzung gegen den Widerstand der Parteibasis zu schaffen. Selbst ein Kurt Beck, der sich aus Sicht des F&#252;hrungskreises um M&#252;ntefering, in den sich schlie&#223;lich auch Schr&#246;ders »bester Mann« Frank-Walter Steinmeier bereitwillig einbinden lie&#223;, musste gehen, weil er vorsichtige Zweifel am Rechtskurs ge&#228;u&#223;ert und und halbherzige Korrekturversuche vorgenommen hatte.</p>
<p>Typische, wenngleich sehr unterschiedliche Beispiele f&#252;r die Formierung der SPD als partnerschaftlicher Konkurrent der Union lieferten die Landesverb&#228;nde Hessen und Th&#252;ringen. Auch in Hessen hatte die Bundesf&#252;hrung versucht, durch St&#228;rkung ihres Gew&#228;hrsmannes J&#252;rgen Walter den traditionell links stehenden Landesverband nach rechts umzuorientieren. Das gelang nicht; statt dessen setzte die Parteibasis die linke Andrea Ypsilanti als Spitzenkandidatin f&#252;r die Landtagswahlen durch. Das h&#228;tte in Berlin gerade noch hingenommen werden k&#246;nnen, nicht jedoch der &#252;berraschende Erfolg der hessischen SPD bei der Wahl im Januar 2008 mit 36,7 Prozent der Stimmen – ein Resultat, das f&#252;r die Partei wohl f&#252;r lange Zeit in weite Ferne ger&#252;ckt ist. Es signalisierte n&#228;mlich, dass mit einem dezidierten und durchdachten Linkskurs die SPD-W&#228;hler an die Urnen zu holen sind und sogar ein Roland Koch aus dem Amt zu werfen ist. W&#228;hrend Beck bereit schien, das Signal positiv aufzunehmen, reihte sich der rechte Fl&#252;gel der SPD in die von konservativen Kreisen sofort losgetretene Wahlbetrugs-Kampagne gegen Andrea Ypsilanti ein, versagte ihr jegliche Solidarit&#228;t und wirkte – wie wir heute wissen – im Hintergrund daran mit, dass Ypsilantis Versuch, eine linke Mehrheit gegen Koch zusammenzubringen, auf den letzten Metern scheiterte.</p>
<p>Viel lieber w&#228;re den Rechten in der SPD-F&#252;hrung nat&#252;rlich eine solch ger&#228;uschlose Ann&#228;herung ihrer Partei an die CDU gewesen, wie sie <a href="http://www.blogsgesang.de/2009/09/02/mit-christoph-matschie-geht-in-thueringen-nur-althaus/" target="_blank">Christoph Matschie</a> in Th&#252;ringen praktizierte. Er sorgte mit tatkr&#228;ftiger Unterst&#252;tzung aus Berlin rechtzeitig daf&#252;r, dass fast alle Bef&#252;rworter eines Zusammengehens mit der Linkspartei im Land aus der F&#252;hrung entfernt wurden. Er entmachtete seinen Vorg&#228;nger im Parteivorsitz, Richard Dewes, und schwor die Partei auf das B&#252;ndnis mit der CDU ein. Damit verlor er zwar bei den W&#228;hlern jede Glaubw&#252;rdigkeit hinsichtlich seiner Parolen von der Beendigung des »Systems Althaus« und wurde folgerichtig von der Linkspartei um fast zehn Prozent deklassiert, aber er erhielt sich die Chance, in die kleine schwarz-rote Koalition einzutreten. Die Sondierungen mit der Linken waren insofern nicht mehr als Augenauswischerei. Die Weichen hatte Matschie f&#252;r sich vermutlich schon am Wahlabend gestellt. Und der von ihm geformte Landesvorstand lie&#223; ihn nicht im Stich; allerdings wurde ihm sachkundig von einem interessanten Gast aus Berlin sekundiert – dem M&#252;ntefering-Vertrauten Mathias Machnig.</p>
<p>Auch im Bund hatte die SPD als nur unzul&#228;nglich verborgenes Wahlziel nicht mehr als die Fortsetzung der Koalition mit CDU und CSU im Sinn. Und von dieser inzwischen dem Funktion&#228;rskader aufgebrannten rechten Pr&#228;gung wird sie sobald nicht weg kommen. Und will, was den &#252;berwiegenden Teil des F&#252;hrung angeht, das wohl auch nicht. Denn sowohl der designierte Parteivorsitzende Gabriel als auch der sich selbst ausrufende Fraktionsvorsitzende Steinmeier sind <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,652321,00.html" target="_blank">Vertreter des alten Kurses</a>; mit beiden ist eine glaubw&#252;rdige Alternative zur gescheiterten Politik nicht zu machen. Die SPD in ihrer heutigen Gestalt hat zwar Schwarz-Gelb nicht verhindern k&#246;nnen, aber sie hat die Sammlung des linken Lagers hierzulande verhindert – und damit auch den Erfolg der Linkspartei zu einem Pyrrhussieg gemacht. Aber vielleicht war gerade das ihr wichtigstes Anliegen im verflossenen Wahlkampf.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/10/02/spddie-schwaeche-der-spd-laesst-eine-lange-konservative-herrschaft-befuerchten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Doppelz&#252;ngiges um CO 2</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2007/12/19/doppelzuengiges-um-co-2/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2007/12/19/doppelzuengiges-um-co-2/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 21:11:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Autoindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Autolobby]]></category>
		<category><![CDATA[CO2-Emissionen]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Glos]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/2007/12/19/doppelzuengiges-um-co-2/</guid>
		<description><![CDATA[Die Nebelschwaden, mit denen die schwarz-rote Koalition die wabernde Klimaschutzdebatte bestreitet, kommen aus den Auspuffen deutscher Autos. Das hat sich heute wieder einmal erwiesen, als die EU-Kommission ihre Ziele zur Reduzierung der CO2 -Emissionen verk&#252;ndete. Denn kaum hatte der Umweltkommissar gesprochen, brach aus Deutschland ein Donnerwetter &#252;ber ihn herein. Von der Kanzlerin bis zur Autolobby, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Die Nebelschwaden, mit denen die schwarz-rote Koalition die wabernde Klimaschutzdebatte bestreitet, kommen aus den Auspuffen deutscher Autos. Das hat sich heute wieder einmal erwiesen, <span id="more-292"></span>als die EU-Kommission ihre Ziele zur <a target="_blank" href="http://www.handelsblatt.com/News/Politik/International/_pv/_p/200051/_t/ft/_b/1368700/default.aspx/faq-zu-den-geplanten-co2-grenzen.html">Reduzierung der CO2 -Emissionen </a>verk&#252;ndete. Denn kaum hatte der Umweltkommissar gesprochen, brach aus Deutschland ein Donnerwetter &#252;ber ihn herein. Von der <a target="_blank" href="http://de.today.reuters.com/news/newsArticle.aspx?type=topNews&amp;storyID=2007-12-19T142736Z_01_HUM952033_RTRDEOC_0_EU-BRANCHEN-AUTOS-CO2-2ZF.xml">Kanzlerin</a> bis zur <a target="_blank" href="http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Industrie/_pv/_p/200038/_t/ft/_b/1368609/default.aspx/autobauer-protestieren-gegen-eu-klimaschutzplan.html">Autolobby</a>, vom <a target="_blank" href="http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1368734/default.aspx/dieser-vorschlag-gefaehrdet-arbeitsplaetze.html">Wirtschaftsminister</a> bis gar zu seinem <a target="_blank" href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/eu-will-limousinen-teurer-machen/?src=AR&amp;cHash=dcb453499b">Umweltkollegen</a>, der doch eben noch in Bali so furchtlos auch f&#252;r saubere Luft gek&#228;mpft hatte, waren sich alle einig: So ernst haben wir das doch nicht gemeint.</p>
<p>Zwar stehen deutsche Autos eindeutig an der Spitze der CO2-Verpester und &#252;bertreffen den durchschnittlichen Wert aller Autobauer von 163 g pro Kilometer zum Teil betr&#228;chtlich (BMW 192 g, Mercedes 185 g, Audi 177 g), doch die geplante Absenkung auf 130 g im Durchschnitt sei ihnen nicht zuzumuten. Wie stets geht der Profit im Zweifel vor die Umwelt, und au&#223;er salbungsvollen Worten und effektvollen Bildern aus schmelzendem Eis kommt nichts zustande, wenn es zur Sache geht. Dann wird die Drohung mit schwindenden Arbeitspl&#228;tzen aus der Mottenkiste geholt, so umstritten sie ist. Dabei rettete die CO2-Senkung wohl eher das Leben von Arbeitskr&#228;ften, doch ist das – sarkastisch gefragt – &#252;berhaupt gewollt?</p>
<p>Mit 28 Milliarden Euro bezifferte die Autoindustrie die geplante Strafgeb&#252;hr f&#252;r &#252;berh&#246;hten CO2-Aussto&#223; von 95 Euro pro Gramm (die in dieser H&#246;he nun erst 2015 kommt) und machte damit wohl unfreiwillig klar, dass ihre Flotten fast 295 Millionen Gramm &#252;ber der geplanten Norm absondern – ein Grund mehr, endlich Ma&#223;nahmen zu ergreifen und nicht weiter mit erfolglosen Konferenzen und folgenlosen Papieren – wie gesagt – CO2-geschw&#228;ngerte Nebelschwaden zu verbreiten.</p>
<p></font></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2007/12/19/doppelzuengiges-um-co-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

