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	<title>blogsgesang.de &#187; GdL</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Freie Fahrt f&#252;r die Lokf&#252;hrer</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2008 16:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Bahnchef Hartmut Mehdorn nicht in letzter Sekunde noch eine Finesse einf&#228;llt, mit der er den fast v&#246;llig ausgehandelten Tarifvertrag mit der Lokf&#252;hrergewerkschaft GdL zu Fall bringt, steht f&#252;r die kleine Gewerkschaft endlich das Signal auf »Freie Fahrt«. In fast zehn Monate langen, nervenaufreibenden Verhandlungen, die immer wieder von Streikaktionen unterbrochen waren, hat sie sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Wenn Bahnchef Hartmut Mehdorn nicht in letzter Sekunde noch eine Finesse einf&#228;llt, mit der er den fast v&#246;llig ausgehandelten Tarifvertrag mit der Lokf&#252;hrergewerkschaft GdL zu Fall bringt, steht f&#252;r die kleine Gewerkschaft endlich das Signal auf »Freie Fahrt«. <span id="more-306"></span>In fast zehn Monate langen, nervenaufreibenden Verhandlungen, die immer wieder von Streikaktionen unterbrochen waren, hat sie sich am Ende im wesentlichen durchgesetzt und einen <a target="_blank" href="http://de.today.reuters.com/news/newsArticle.aspx?type=topNews&amp;storyID=2008-01-14T061728Z_01_HAG422613_RTRDEOC_0_DEUTSCHLAND-TARIFE-BAHN-3ZF.xml">Abschluss</a> erreicht, der die Einkommen wie Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder verbessert.</p>
<p>Aber nicht nur das: Die Lokf&#252;hrer haben neben dem <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/meinung/716654.html">Erfolg</a> f&#252;r die eigene Klientel auch f&#252;r Arbeitnehmer in anderen Bereichen etwas erreicht – wenn diese und ihre Vertretungen denn die Ergebnisse entschlossen aufnehmen und im eigenen Bereich umsetzen. Erstens haben sie bewiesen, dass selbst unter den ung&#252;nstigen Verh&#228;ltnissen hoher Arbeitslosigkeit und starken &#246;ffentlichen Drucks seitens des Unternehmens und der Medien positive Resultate durchgesetzt werden k&#246;nnen, wenn man – so wie das die Arbeitgeber t&#228;glich und ohne jede Skrupel vormachen – entschlossen seine <a target="_blank" href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2455539">Interessen vertritt</a>, die eigenen St&#228;rken geschickt nutzt und sich den Schneid nicht von den Konzernzentralen abkaufen l&#228;sst, auch nicht durch verlockende Angebote, wie sie Gewerkschaftsfunktion&#228;ren wiederholt und leider nicht ohne Erfolg gemacht worden sind.</p>
<p>Zweitens hat es die GdL verstanden, in Sachen Tarifvertragsrecht den Spie&#223; umzudrehen und die Arbeitgeber mit deren eigenen Waffen zu schlagen. Waren sie es n&#228;mlich in der Vergangenheit, die aus Gesamttarifvertr&#228;gen ausstiegen, um Belegschaften gegeneinander ausspielen zu k&#246;nnen und das f&#252;r ihre Seite g&#252;nstigste Ergebnis zu Ungunsten der Besch&#228;ftigten herauszuholen, so hat die GdL diesmal die Solidarit&#228;t mit einem schlecht ausgehandelten Gesamttarifvertrag zwischen der Bahn AG und den von dieser &#252;ber lange Jahre ziemlich gef&#252;gig gemachten Gewerkschaften Transnet und GDBA aufgek&#252;ndigt und gezeigt, dass es besser geht. Denn Ges<font size="2" face="Times New Roman">a</font><font size="2" face="Arial">mttarifvertr&#228;ge sind eben nur dann etwas wert,</font><font size="2" face="Times New Roman"> </font><font size="2" face="Arial">wenn sie den Arbeitnehmern etwas bringen; sie verlieren ihre positive Funktion, sobald sich die Gewerkschaft daf&#252;r die Bedingungen diktier</font><font size="2" face="Times New Roman">e</font><font size="2" face="Arial">n l&#228;sst und nicht gr&#252;ndlich pr&#252;ft, welche M&#246;glichkeiten sie f&#252;r d</font><font size="2" face="Times New Roman">e</font><font size="2" face="Arial">n optimalen Abschluss bieten. Insofern ist das s&#228;uerliche Lob der Gro&#223;gewerkschaften an der GdL unverst&#228;ndlich; sie sollten vielmehr pr&#252;fen, was von der kleinen Schwester f&#252;r die Durchsetzung der eigenen Forderungen zu lernen ist – gerade auch f&#252;r die anstehenden Tarifauseinandersetzungen.</font></p>
<p></font></p>
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		<title>Lokf&#252;hrerstreik trennt Spreu vom Weizen</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Nov 2007 18:55:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Hartmut Mehdorn dereinst ein historisches Verdienst zugesprochen werden sollte, dann jenes, dass er mit seiner fr&#252;hkapitalistischen Brecheisenmentalit&#228;t endlich wieder einmal den un&#252;berbr&#252;ckbaren Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit transparent gemacht hat. Gewiss, dieser Widerspruch ist in den letzten Jahren ohnehin schon immer deutlicher geworden, aber bisher bem&#252;hten die Unternehmer doch noch gern die alte Parole [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Wenn Hartmut Mehdorn dereinst ein historisches Verdienst zugesprochen werden sollte, dann jenes, dass er mit seiner fr&#252;hkapitalistischen Brecheisenmentalit&#228;t endlich wieder einmal den un&#252;berbr&#252;ckbaren Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit transparent gemacht hat. <span id="more-275"></span>Gewiss, dieser Widerspruch ist in den letzten Jahren ohnehin schon immer deutlicher geworden, aber bisher bem&#252;hten die Unternehmer doch noch gern die alte Parole angeblicher Sozialpartnerschaft und setzten Heerscharen von Lobbyisten und Propagandisten in Marsch, um ihr unver&#228;ndertes Ziel des Maximalprofits m&#246;glichst st&#246;rungsfrei durchzusetzen.</p>
<p>Das ist ihnen bis zu einem bestimmten Grad auch gelungen, doch nun hat eine kleine und von ihrem Verst&#228;ndnis her eigentlich gar nicht so radikale Gewerkschaft diesen Schleier zerrissen, und dahinter werden nicht nur die brutalen Machtverh&#228;ltnisse in diesem Land erkennbar, sondern auch der tats&#228;chliche Frontverlauf zwischen den Akteuren, von denen mancher, der vorgab, Arbeitnehmerinteressen zu vertreten, nun pl&#246;tzlich auf der anderen Seite der Barrikade auftaucht. Insofern ist der Lokf&#252;hrerstreik auch so etwas wie ein frischer Herbstwind, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt.</p>
<p>So wird zum Beispiel sichtbar, wo die SPD, die gerade noch in der Regierung einen sozialen Schattentanz auff&#252;hrte, in diesem Konflikt tats&#228;chlich steht. Sowohl ihr Verkehrsminister Tiefensee, eigentlich zur Neutralit&#228;t verpflichtet, stellt sich unverhohlen auf die Seite der Bahn AG und deren Weigerung, ein Angebot entsprechend dem unabh&#228;ngigen Schlichterspruch vorzulegen, und auch die SPD-Fraktion im Bundestag betreibt in Gestalt ihres stellvertretenden Vorsitzenden <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/wirtschaft/702609.html">Stiegler</a> offen das Gesch&#228;ft der Unternehmerseite.</p>
<p>F&#252;r die anderen Gewerkschaften ist der Streik der GdL ebenfalls zur Nagelprobe geworden. Hatten j&#252;ngst schon Vorg&#228;nge bei VW und Siemens gezeigt, wie leicht sich Gewerkschaftsf&#252;hrer von Konzernbossen kaufen lie&#223;en, so sch&#252;rt das Mehdorn-treue Verhalten der Eisenbahnergewerkschaft Transnet eine ganz &#228;hnlichen Verdacht. Sogar <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/wirtschaft/702609.html">Teile des DGB </a>springen nicht etwa ihren bedr&#228;ngten Kollegen von der GdL bei, sondern schlagen sich demonstrativ auf die Unternehmerseite. Ihr Argument, sie wollten auf diese Weise einheitliche Tarifvertr&#228;ge sichern, haben sie selbst l&#228;ngst dadurch entwertet, dass sie den Austritt von Arbeitgebern aus der Tarifgemeinschaft ebenso zulie&#223;en wie betriebliche Tarifabschl&#252;sse oder »&#214;ffnungsklauseln« zum Unterlaufen von Tarifvertr&#228;gen und dadurch selbst das einheitliche Tarifgef&#252;ge unterminierten. Solange dies zugunsten der Unternehmenschefs geschah, schien sie das wenig zu st&#246;ren; erst jetzt, wo sich einfache Gewerkschaftsmitglieder <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/meinung/702394.html">auf ihre Kraft besinnen </a>und ihre von den Gro&#223;gewerkschaften str&#228;flich vernachl&#228;ssigten Interessen rigoros durchsetzen, erheben sie lautstark ihre Stimme.</p>
<p>Diese einfache Gewerkschafter begreifen jedenfalls weitaus besser als manche ihrer angeblichen Vertreter in Gewerkschaftszentralen, dass der Lokf&#252;hrerstreik nicht nur dar&#252;ber entscheidet, ob die Streikenden einen eigenen Tarifvertrag und eine angemessene Lohnerh&#246;hung erhalten, sondern vor allem dar&#252;ber, ob k&#252;nftig &#252;berhaupt noch gewerkschaftliche Ziele durchzusetzen sind. Schon ist die Unternehmerschaft unterwegs, den Widerstand gegen ihrer wirtschaftsradikalen Aktivit&#228;ten durch eine gewerkschafts- und vor allem <a target="_blank" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/119423.html?sstr=Streikgegner">streikfeindliche Gesetzgebung </a>zu brechen – und die schwarz-rote Regierung scheint durchaus gesonnen, ihr auch noch diesen Dienst zu erweisen. Immer mehr Menschen erkennen diese Gefahr. Sie sehen, dass der Kampf der Lokf&#252;hrer auch ihr Kampf ist und verhalten sich daher trotz aller Erschwernisse <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/702746.html">ungebrochen solidarisch</a>. Sie wissen, dass eine Niederlage der Lokf&#252;hrer auch ihre Niederlage w&#228;re, weil sie dem Durchmarsch des Kapitals T&#252;r und Tor &#246;ffnete.</p>
<p></font></p>
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		<title>Das Beispiel der Lokf&#252;hrer</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Nov 2007 15:38:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dass die Gewerkschaft der Lokf&#252;hrer (GdL) trotz immer neuer, oft kurzfristig angek&#252;ndigter und viele treffender Streiks noch immer auf Zustimmung bei der Mehrheit der Bev&#246;lkerung st&#246;&#223;t, verr&#228;t eindringlich, wie sehr eine Mehrheit der B&#252;rger den Kampf der kleinen Gewerkschaft gegen das Diktat eines gro&#223;en Konzerns, der nun daf&#252;r sogar den Staat um Hilfe anfleht, auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Dass die Gewerkschaft der Lokf&#252;hrer (GdL) trotz immer neuer, oft kurzfristig angek&#252;ndigter und viele treffender Streiks noch immer auf <a target="_blank" href="http://www.netzeitung.de/wirtschaft/unternehmen/788412.html">Zustimmung bei der Mehrheit der Bev&#246;lkerung </a>st&#246;&#223;t, <span id="more-259"></span>verr&#228;t eindringlich, wie sehr eine Mehrheit der B&#252;rger den Kampf der kleinen Gewerkschaft gegen das Diktat eines gro&#223;en Konzerns, der nun daf&#252;r sogar den <a target="_blank" href="http://www.netzeitung.de/wirtschaft/unternehmen/798730.html">Staat um Hilfe anfleht</a>, auch als ihre Sache betrachtet. Denn bei den streiks der Lokf&#252;hrer geht es eben nicht, wie manche der Mehrdorns-Anh&#228;nger in Wirtschaft, Medien und Politik – einschlie&#223;lich des zwar der SPD angeh&#246;renden, aber f&#252;r gewerkschaftlichen Kampf keinerlei Verst&#228;ndnis aufbringenden Verkehrsministers Tiefensee – glauben machen wollen, um ein paar durchgeknallte GdL-Funktion&#228;re, die die gesamte Wirtschaft lahm zu legen beabsichtigen, sondern um ein kleines Tr&#252;ppchen konsequenter Arbeitnehmervertreter, die f&#252;r deren gemeinsame Anliegen eintreten und damit auch den mutlos oder bequem gewordenen Gro&#223;gewerkschaften zeigen, dass das Heil nicht in vers&#246;hnlerischen Kompromissen mit dem Kapital liegt, sondern allein in der scharfen Auseinandersetzung mit jeglicher unsozialen Politik.</font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Dabei hat die GdL schon einiges erreicht. Sie erstritt ein – ihr nicht ausreichendes – Angebot der Deutschern Bahn AG, das weitaus besser als der von den gr&#246;&#223;eren Bahn-Gewerkschaften ausgehandelte Tarifvertrag ist. Sie k&#228;mpfte in den <a target="_blank" href="http://www.welt.de/welt_print/article1326439/Lokfhrer_drfen_alle_Zge_bestreiken.html">Gerichtss&#228;len</a> gegen die vom Bahnkonzern angestrebte Einschr&#228;nkung des Streikrechts, die dieser nun &#252;ber gesetzliche Regelungen, zu denen er die Bundeskanzlerin aufforderte durchsetzen will. Sie zeigte vor allem, dass eine selbst kleine Gewerkschaft gegen einen Konzernmulti nicht chancenlos ist, wenn sie sich auf ihre Kraft besinnt. Und ganz nebenbei legte sie noch eine von den Unternehmen selbst verursachte <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/wirtschaft/699066.html">Achillesferse</a> blo&#223;, indem sie klar stellte, dass die in den letzten Jahre intensiv betriebene Produktionsverlagerung ins billigere Ausland nun auf sie selbst zur&#252;ckf&#228;llt, weil pl&#246;tzlich der Transport stockt. Globalisierung, die meist – wie auch hier – mit Nachteilen f&#252;r die Besch&#228;ftigten ist, kann auch Risiken f&#252;r die Wirtschaft bergen, sofern die Gewerkschaften sich daraus ergebende M&#246;glichkeiten in ihrem Sinne nutzen.</font></p>
<p><font size="2" face="Arial"> </font><font size="2" face="Arial">Auf diese Weise ist die GdL – ungeachtet auch egoistischer Motive in ihrem Vorgehen – objektiv zu einem Vork&#228;mpfer f&#252;r Gewerkschaftsrechte geworden, gibt sie ein Beispiel daf&#252;r, wie der bislang beinahe ungez&#252;gelte Vormarsch der Neoliberalen vielleicht nicht g&#228;nzlich aufgehalten, aber doch gebremst werden kann. Daher verdient sie nicht nur unser aller Solidarit&#228;t, sondern auch, dass die Gewerkschaftsbewegung in G&#228;nze daraus Lehren zieht und ihre Kampfformen den neuen Bedingungen anpasst. Und zwar ebenso entschlossen und gegebenenfalls r&#252;cksichtslos, wie das die Wirtschaftsbosse st&#228;ndig vorexerzieren.</font></p>
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