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	<title>blogsgesang.de &#187; Kultur</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Fremde Heilsbringer in Tibet wie in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 15:20:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Glauben sollte man, was Tibet betrifft, weder der einen noch der anderen Seite. China kanalisiert nat&#252;rlich die Informationen &#252;ber die Krise, &#228;hnlich wie wir das aus der DDR kannten. Deshalb war jetzt von friedlichen Demonstrationen tibetischer M&#246;nche nichts zu sehen, sondern nur von gewaltsamen Ausschreitungen, die in jedem Land der Welt mit der geballten Macht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Glauben sollte man, was Tibet betrifft, weder der einen noch der anderen Seite. China kanalisiert nat&#252;rlich die Informationen &#252;ber die Krise, &#228;hnlich wie wir das aus der DDR kannten. Deshalb war jetzt von friedlichen Demonstrationen tibetischer M&#246;nche nichts zu sehen, sondern nur von gewaltsamen Ausschreitungen, die in jedem Land der Welt mit der geballten Macht der zust&#228;ndigen Kr&#228;fte beendet werden, auch hierzulande selbstverst&#228;ndlich. Westliche Medien wiederum bagatellisieren diese Gewalt <span id="more-343"></span>und r&#252;cken das drakonische Vorgehen von chinesischer Polizei und Milit&#228;r in den Vordergrund, beklagen die Verletzung von Menschen – und Freiheitsrechten. Damit ideologisieren sie den Konflikt in bew&#228;hrter Manier, obwohl die Ursachen f&#252;r die <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541758,00.html">Auseinandersetzungen</a> viel tiefer liegen.</p>
<p>China hat in den vergangenen Jahrzenten das einst fast mittelalterliche Tibet wirtschaftlich entwickelt und modernisiert. Das ging einher mit einer »Chinesierung« des Landes; Normen und gesellschaftliche Regeln des riesigen Nachbarn wurden auf die kleine Bergrepublik mit ihrer ganz eigenen Kultur &#252;bertragen, dazu kamen Tausende Einwanderer, die bald das Wirtschaftsleben beherrschten. Zwangsl&#228;ufige Folge war die Minderung der Rolle der Religion, die bis dahin durch den Dalai Lama auch die weltliche Macht verk&#246;rperte. Im Ansatz verfolgte China damit eine &#228;hnliche Politik in Tibet wie zum Beispiel die USA in der islamischen Welt – n&#228;mlich einer anderen Kultur die eigene Sichtweise aufzuzwingen, sie an das eigene Bild anzugleichen, zu assimilieren, um sie dadurch beherrschen zu k&#246;nnen. China versuchte das allerdings viel konsequenter als die USA durch &#246;konomische Entwicklung – man denke nur an die k&#252;rzlich vollendete Tibet-Bahn – und bislang weniger durch Gewalt oder gar Krieg, das bevorzugte US-amerikanische Instrument.</p>
<p>Im Ergebnis jedoch f&#252;hlen sich viele Tibeter von fremden Heilsbringern dominiert, ihrer eigenen Kultur entfremdet und lehnen sich dagegen auf. Darin &#228;hneln sie durchaus den Afghanen, f&#252;r die noch die milit&#228;rische Brutalit&#228;t hinzukommt, zu der China nun offensichtlich auch greift. Auch die Afghanen wollen nicht an eine andere Kultur angepasst leben, sondern ihre eigenen – und seien es &#252;berholte Traditionen, so sehr ihnen die R&#252;ckw&#228;rtsgewandtheit der Taliban zuwider sein mag. Sie haben – wie Tibet – das Pech, das gro&#223;e M&#228;chte sie in ihrem strategischen Spiel haben, ihnen bleibt nur der Widerstand, letztlich auch in seiner blutigen Form.</p>
<p>Damit aber stellt sich in Tibet wie Afghanistan eine Grundfrage gesellschaftlicher Entwicklung: Inwieweit ist es sinnvoll oder &#252;berhaupt m&#246;glich, unterschiedliche Kulturen im Zuge der Globalisierung zu vereinheitlichten? Kann man den Menschen, indem man ihnen ein wenig den Geldbeutel f&#252;llt, die kulturelle Identit&#228;t abkaufen? Offensichtlich nicht, weder mit Gewalt noch mit Entwicklung. Es bedarf vielmehr des Respekts vor der Seele der Menschen – ein Faktor, den die global player, gleich welcher Couleur, allerdings nicht auf ihrer Rechnung haben.</p>
<p></font></p>
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