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	<title>blogsgesang.de &#187; Lenin</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Die Spur des Erik Neutsch</title>
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		<comments>http://www.blogsgesang.de/2011/02/11/die-spur-des-erik-neutsch-3/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 14:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Rahn</dc:creator>
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		<description><![CDATA[  (rhe) Jetzt gelesen, nach Jahren wieder gelesen. Von einem und &#252;ber einen „Dichter und Dialektiker“ aus Halle/Saale, der auch nach der „Konterrevolution“ sich und damit seiner politischen Gesinnung treu bleibt / Ein neues Buch, das Neue Deutschland, ein neues Event: Notizen, Randnotizen, Hintergr&#252;nde, Zusammenh&#228;nge. &#160;  Der Club des einstigen SED-Zentralorgans, diesmal Seminarraum 1, ist mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><strong> </strong></div>
<p style="text-align: center"><strong>(rhe) Jetzt gelesen, nach Jahren wieder gelesen. Von einem und &#252;ber einen „Dichter und Dialektiker“ aus Halle/Saale, der auch nach der „Konterrevolution“ sich und damit seiner politischen Gesinnung treu bleibt / Ein neues Buch, das Neue Deutschland, ein neues Event: Notizen, Randnotizen, Hintergr&#252;nde, Zusammenh&#228;nge.<span id="more-2281"></span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify"> Der Club des einstigen SED-Zentralorgans, diesmal Seminarraum 1, ist mit weit &#252;ber 100 ND-Lesern, Literaturfreunden und Neutsch-Sympathi-santen gut gef&#252;llt. Einer der „Spurensucher“ meldet sich in der Diskussion: ob er – der Autor Neutsch – einen Zusammenhang s&#228;he zwischen dem Verbot des Filmes „Spur der Steine“ (von Frank Beyer mit Manfred Krug als Brigadier Balla in der Hauptrolle 1966 gedreht, in Berlin und anderswo uraufgef&#252;hrt, in Halle eine Woche gespielt) und dem Untergang der DDR.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Frage hat es in sich. Wie auch die &#252;ber 30 Romane, Erz&#228;hlungen, Essays, Gedichtb&#228;nde, Drehb&#252;cher und ihr Autor selbst es in sich haben. Das vor einem Jahr in der Reihe Neues Deutschland/Das Neue Berlin als siebter Band erschienene Buch von Klaus Walther „Erik Neutsch &#8211; Spur des Lebens“ gibt dazu prononciert Auskunft. Es ist, wie Eulenspiegel-Verlagschef Matthias Oehme mitteilt, in der einer l&#228;ngeren Funkstille folgenden andert-halbj&#228;hrigen Wiederbegegnung zwischen dem Fragesteller, einst langj&#228;hrig Lektor im Mitteldeutschen Verlag Halle, und dem Romancier nach Absprache und per Postverkehr entstanden. Auf Anregung &#252;brigens von Klaus H&#246;pcke.</p>
<p style="text-align: justify">Der &#8220;Vermittler&#8221; kann als  ein Mann gelten, von  dem hier auch die Rede sein sollte.  Beruf Journalist, SED-und FDJ-Funktion&#228;r in Leipzig, ND-Feuilleton-chef mit starker Neigung zum Notwendigen, &#8220;DDR-B&#252;cherminister&#8221; mit Gesp&#252;r f&#252;rs Machbare. Nicht unumstritten seine steile Karriere, bis in die Wendezeit hinein. Aber auch danach ist er, wie Neutsch, seiner &#220;berzeugung treu geblieben. Wovon nicht nur das 2008 erschienene Buch „&#220;ber linke Heimatliebe“ Auskunft gibt.</p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2011/02/blog11-neutsch2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2354" src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2011/02/blog11-neutsch2-193x300.jpg" alt="" width="193" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: justify">Der  auf das Verh&#228;ltnis von Geist, Macht und Ohnmacht zielenden brisante Frage ist eine Lesung der besonderen Art vorausgegan-gen. In welcher Vermittler Klaus H&#246;pcke, quasi in Vertretung des im Erzgebirge ans&#228;ssigen, wegen Knieproblem und Winterchaos verhinderten Klaus Walther das Kursive liest und Erik Neutsch – in einer Mischung von Buchtext und Kommentar – gut durchdachte, aber auch spontane Antwort gibt.</p>
<p style="text-align: justify">Der Vollst&#228;ndigkeit halber sei hier angemerkt, dass wiederum vor der Frage und wiederum vor dem literarisch-politischen ND-Event ein Beitrag von Irmtraud Gutschke stand. „Realit&#228;t – nicht mit Teel&#246;ffeln“, ver&#246;ffentlicht in ihrem Blatt, der &#8220;Sozialistischen Tageszeitung&#8221;,  am 16. November 2010.</p>
<p style="text-align: justify">Dem Text mangelt es vielleicht an jener politischen Sch&#228;rfe und kommuni-stischen Konsequenz, die Neutschs herausforderndes Werk und auch sein Auftritt an diesem Abend auszeichnen. Die angemessen umfangreiche, tiefgr&#252;ndige, vorsichtig-freundliche W&#252;rdigung von Buchdialog und Schrift-steller, die Brisantes nicht ausl&#228;sst, gibt gut nachvollziehbar wieder, wie der 1931 in Sch&#246;nebeck Geborene den Weg vom ehrgeizigen, ungebildeten Plebejer, zum erfolgreichen Journalist beim SED-Bezirksorgang „Freiheit“ und vielfach preisgekr&#246;nten Autor ging.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Dichter und Dialektiker sieht sich gestellt in eine Zeit gro&#223;en gesell-schaftlichen Umbruchs, sie wurde die  seine und ist es bis heute geblieben. Wenngleich die Verh&#228;ltnisse nun nicht mehr die alten und nicht mehr die seinen sind. Nach den Schicksalsjahren 1989/90. Denn diese brisante Zeit bezeichnet er weder als Beitritt, noch als Anschluss, schon gar nicht als Wende. Er „benennt den Zusammenbruch, als das Ding, was es ist, als Kon-terrevolution, unter der Pr&#228;misse, den Osten wieder im Westen stattfinden zu lassen.“</p>
<h2 style="text-align: center">Brechts Ebenen:<br />
Der verbotene Gatt</h2>
<p style="text-align: justify">Neutschs Spur war, r&#252;ckblickend, ein hart gepflasterter Weg. Der ihn verdient weit nach oben f&#252;hrte - unter den Autorenkollegen, zu den Lesern, ins Verbandspr&#228;sidium,  zur Akademie der K&#252;nste, auch zu Recherchen ins Ausland &#8211; Richtung Osten, Richtung Westen.  Ein Weg, der Entt&#228;uschung und Zerw&#252;rfnis mit sich brachte, war es auch. Irrung und Wirrung, im Privaten wie im Politischen, sind nicht ausgeblieben.</p>
<p style="text-align: justify">So zeigt sich Neutsch, das literarische Schwergewicht, im Buch kritisch gegen Kritiker, Fragesteller, Kontrahenten, nat&#252;rlich gegen den Klassen-feind, &#252;berraschend aber auch gegen sich selbst. &#196;hnlich seine Haltung leibhaftig am Abend im ND. Immer freilich ganz in einem Einverst&#228;ndnis mit seiner Person. &#220;ber die  Christian Eger in der Mitteldeutschen Zeitung (mz-web.de) &#8211;  ihm &#8220;Selbstverliebtheit&#8221; und &#8220;Rechthaberei&#8221; unterstellend -schreibt, dass  &#8220;in politischer Hinsicht der Revolte-Rhetoriker Neutsch stets mehr ein Romantiker als ein Pragmatiker, ein Sentimentaler sowieso&#8221; gewesen sei.</p>
<p style="text-align: justify">Hin und wieder kollidierte Neutschs Selbstverst&#228;ndnis zu DDR-Zeiten mit dem Einverst&#228;ndnis anderer Personen und Instanzen. Auch solchen von einiger Wichtigkeit. Dem Schriftstellerverband und dem Kulturministerium, beispielsweise. Oder mit beiden gleichzeitig. Dazu sp&#228;ter auch mit Literatur-nobelpreistr&#228;ger Heinrich B&#246;ll. Und mit allen zusammen in selbiger Angelegenheit. Ihr Name sei „Auf der Suche nach Gatt“.</p>
<p style="text-align: justify">Es ist die Geschichte eines Bergmanns, der aufsteigt mit dem Aufstieg seiner Klasse. Der Macht aus&#252;bt, hart gegen sich und andere, der Liebe findet und verliert. Der nicht wei&#223;, wie schwer der Kampf um Emanzipation wirklich ist. Ein Mann, dessen St&#228;rken zugleich seine Schw&#228;chen sind. Einer, der sich selbst verliert, weil es ihm an Wissen fehlt, das Kommende zu erkennen. „Die M&#252;hen der Gebirge liegen hinter uns; vor uns liegen die M&#252;hen der Ebenen“ -diesen bildhaften Gedanken von Brecht hat Neutsch seiner in &#252;ber 30 Auf-lagen rund 500 000 Mal gedruckten „Spur der Steine“ vorangestellt. Er k&#246;nnte wohl f&#252;r jedes seiner B&#252;cher das Leitmotiv  sein.</p>
<p style="text-align: justify">Vielleicht weil Gatt es so schwer hatte mit sich und seiner Selbsterkenntnis, mit seinen Frauen und ihrer Selbstbestimmung, vor allem aber mit seiner Klasse und ihren Funktion&#228;ren stand das Buch mehrere Jahre auf einer Verbotsliste. Es war die Zensur, die es nach damaliger offizieller Verlaut-barung nicht gab. Der Roman erschien dann doch. Im Jahre 1973, mit Zeichnungen seines Hallenser Freundes Willi Sitte.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify">
<div id="attachment_3177" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.blogsgesang.de/2011/02/11/die-spur-des-erik-neutsch-3/blog11-neutsch-sitte-4/" rel="attachment wp-att-3177"><img class="size-medium wp-image-3177" src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2011/02/blog11-neutsch-sitte3-300x178.jpg" alt="" width="300" height="178" /></a><p class="wp-caption-text">1973: Beim Maler Willi Sitte, links Dr. Matthes, ein Studienfreund</p></div>
</div>
<p style="text-align: justify">„Und zwar in der Fassung, wie sie bereits seit 1968 vorlag, ohne &#196;nderung aus oppor-tunistischen Gr&#252;nden, wie mir manch einer bis heute noch unter-schieben will“. So Neutsch, selbstbewu&#223;t und angriffslustig,  im Spurensuche-Buch. Ein komplizierter Vor-gang. Geradezu  typisch f&#252;r die kleinere &#246;stliche Republik mit ihrem vorgegebenen wie selbst gestellten offiziellen, aber mehr-deutigen Anspruch &#8220;realer Sozialismus&#8221;. Hinter dem sich auch &#8211; fast unsichtbar f&#252;r den Mann aus dem Volke &#8211; jener Unfehlbar-keitswahn der f&#252;hrenden Genossen verbirgt, als e i n e r der Gr&#252;nde f&#252;r das Scheitern einer tragf&#228;higen Idee. Neutsch hat es gewu&#223;t. Und er kritisiert diesen „von gewissen Funktion&#228;ren“ verwendeten Begriff. Meint, „stattdessen sollte man wieder den idealen Sozialismus auf die Fahnen schreiben,  dessentwegen ich in die Partei eintrat.“</p>
<h2 style="text-align: center">Neutsch-L&#246;tzsch-M&#252;nkler</h2>
<p style="text-align: justify">Vor dem Hintergrund dieser Frage nach  dem Verh&#228;ltnis von Realit&#228;t und Ideal d&#252;rfte der notwendige, laut ND-Chefredakteur J&#252;rgen Reents „aber nicht zu Ende gedachte“ Beitrag von LINKE-Chefin Gesine L&#246;tzsch, Anfang Januar in der jungen Welt ver&#246;ffentlicht, heute auch f&#252;r Neutsch ein Signal sein. Der Text l&#246;st weniger seiner unbestreitbaren Logik vom demokrati-schen Sozialismus, mehr dem Kommunismus-Einstieg folgend, geradezu Pawlowsche Reflexe aus. Das politische Spektrum von pechschwarz bis rosarot &#228;u&#223;ert sich kontrovers, partiell irrational, auch hysterisch. Immer aber aufhellend. Eine Debatte findet statt, an der sich Erik Neutsch, ohne es zu ahnen, mit seinem neuen Buch schon beteiligt, ehe diese &#252;berhaupt mit L&#246;tzsch-Verk&#252;ndigung in Gang gesetzt wird.</p>
<p style="text-align: justify">Auch ein anderer beteiligt sich. Einer, der sich als Politikwissenschaftler in diesem Land einen Namen mit Standardwerken wie &#8220;Machiavelli&#8221; (1982), &#8220;Gewalt und Ordnung&#8221; (1993), &#8220;Die neuen Kriege&#8221; (2002) und &#8220;Imperien&#8221; (2005) gemacht hat, lehrt an der Berliner Humboldt-Universit&#228;t. Herfried M&#252;nkler leistet im Wintersemester vor Studen­ten und Gasth&#246;rern r&#252;ckblickend mit der Vorlesung „Utopien und Antiutopien. Politische Zukunftserwartungen in literarischer Gestalt“ im H&#246;rsaal 2097 genauso ungewollt wie Neutsch im Buch, aber auf  andere, subtilere Art einen flankierenden Beitrag zu dieser Mischung aus linker Kunde von Selbstbe-hauptung wie t&#246;nernem rechtem Scherbengericht.</p>
<p style="text-align: justify">Er rollt  einen bunten Teppich aus, gekn&#252;pft aus Visionen und Konzeptideen. Von Platon, Vergil, Thomas Morus, Campanella, auch von Hegel,  Adorno, Max Weber, von Samjatin, Huxley, Or­well und Callenbach. Kant, Nietzsche, Marx und Engels stehen in Rede. Kautsky, Bernstein, Luxemburg und deren philosophische Auseinandersetzung in der Sozialdemokratie finden Erw&#228;h-nung. Ber&#252;hrt wird das „problematische Verh&#228;ltnis von F&#252;hrern und Gef&#252;hrten“. In diesem Kontext hei&#223;t es zur Geschichte der DDR bei M&#252;nkler: „Es gab eine Erm&#252;dung des Aufbaus.“</p>
<p style="text-align: justify">Noch erw&#228;hnt, weil zielf&#252;hrend, sei Saint Simon. Bei seiner Utopie  ist Arbeitspflicht geboten, M&#252;&#223;iggang und Vererbung von Eigentum sind verboten, der Staat wird gefordert: jeder nach seinen F&#228;higkeiten und Leistun­gen. Zukunfts-&#220;berlegungen kommen zur Sprache. Es f&#228;llt der Satz: „Jedem nach seinen F&#228;­higkeiten und Bed&#252;rfnissen“. M&#252;nkler: „Das alles h&#228;tte Frau L&#246;tzsch ins Auge fassen k&#246;nnen, wenn sie sich &#252;ber die Wege zum Kommunismus &#228;u&#223;ert…Beziehungsweise, was in den Kommentaren dazu zu lesen ist.“</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify">
<dl>
<dt></dt>
<dd>
<div id="attachment_3173" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.blogsgesang.de/2011/02/11/die-spur-des-erik-neutsch-3/bild068-3/" rel="attachment wp-att-3173"><img class="size-medium wp-image-3173" src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2011/02/Bild0683-300x180.jpg" alt="" width="300" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">2009: M&#252;nkler auf der Leipziger Buchmesse . &quot;Die Deutschen und ihre Mythen&quot; werden m it dem Sachbuchpreis ausgezeichnet</p></div>
</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify">Das Fazit seiner Vorlesung, deren Ideengehalt auch in linker Program-matik beachtet zu werden verdient,  zielt auf die Frage „Wie sollen wir, wie wollen wir leben?“ Sein Appell, an die Zu-h&#246;rer in H&#246;rsaal 2097, aber auch an den Kreis selbst­ernannter Apostel in Sachen Kommunismus und ihrer engstirnigen Ignoranten: Um einer Antwort n&#228;her zu kommen, m&#246;ge man weniger allgemeines Wissen ansammeln, besser ein fundiertes Urteil entwickeln &#8211; das vor der Geschichte dauerhaft Bestand hat.</p>
<h2 style="text-align: center">„Claus und Claudia“:<br />
Menetekel des Untergang ?</h2>
<p style="text-align: justify">Zur&#252;ck zum ND.  Und zur eingangs gestellten Frage vom Zusammenhang zwischen Film-Verbot und DDR-Untergang. Kunst und ihre Wirkung werde oft &#252;bersch&#228;tzt, sagt nachdenklich Neutsch. Es h&#228;tte aber auch Misstrauen gegen&#252;ber dem Volk, den einstigen „Habenichtsen“, gegeben. Zu denen der Autor sich, wie in „Spur des Lebens“ nachzulesen, mit dem Stolz des Plebejers von Anfang an z&#228;hlt. Bestimmte F&#252;hrungskr&#228;fte h&#228;tten den Marxismus nicht ernst genommen. Und im &#220;brigen: Dazu habe Marx im Brumaire doch das Notwendige gesagt.</p>
<p style="text-align: justify">Im letzten Jahr der DDR erscheint mit „Claus und Claudia“ eine literarische Arbeit, deren Handlung und Personen (ausgenommen jene in Nikaragua) frei erfunden sind, die Fakten jederzeit belegbar, ihre Deutung aber allein Sache des Autors, so der Abspann. Darin geht es – ermittelt nach neueren Dokumenten – um das Schicksal einer zuk&#252;nftigen Hebamme. Die 22j&#228;hrige geschiedene Mutter eines dreij&#228;hrigen Sohnes, Tochter eines UNESCO-Diplomaten, SED-Mitglied mit kommunistischen Idealen, sieht sich in ihrer Pers&#246;nlichkeitsentfaltung stark gehindert. Konfrontiert mit gesellschaft-licher Unmoral und B&#252;rokratie, mit Engstirnigkeit und Diskriminierung, mit Sch&#246;nf&#228;rberei, Missachtung, Verleumdung und Misstrauen. Sie sieht sich von den Menschen in ihrer Umgebung existentiell bedroht.Ihr Vater, der mit der Auseinandersetzung um seine Tochter seinen Job in Paris verliert, verhindert die Einweisung in ein Heim. Schluss dieser bitteren Erz&#228;hlung: „Und so schien Claudia dahinzud&#228;mmern. Und ob sie je wieder genesen w&#252;rde – man wusste es nicht“. Eine prophetische Vermutung &#8211; Menetekel f&#252;r das Ende eines so unvermeidbaren wie unvollkommenen Gesellschaftsversuches DDR?</p>
<p style="text-align: justify">Der Romancier Neutsch allerdings hat seinen von Aufbruchsgeist, k&#252;nstlerischer Gestaltungskraft und dauerhafter Wirkung gepr&#228;gten litera-rischen Beitrag zur historischen Berechtigung eines untergegangenen Landes (noch) nicht in G&#228;nze geleistet. In ihm steckt das schon im Jahre 1974 begonnene, dem sozialistischen Realismus verpflichtete, unabgeschlossene Hauptwerk. Eine Arbeit  von  menschlich-sittlicher Dimension. Indiz f&#252;r das Gesp&#252;r des Autors, Notwendiges und  Machbares in einer noch unvollkommenen Gesellschaft mit ausgleichender Balance in eine haltbare Beziehung zu setzen. Und auf diese Weise ein Gesellschaftspanorama von epischer Breite zu entfalten.</p>
<h2 style="text-align: center">„Der Friede im Osten“:<br />
Lebenswerk mit Zukunft</h2>
<p style="text-align: justify">Im Fr&#252;hsommer 1988 schreibt G&#252;nter H&#246;hne dazu im Feuilleton einer mili&#228;rischen Wochenzeitung: „Jedes einzelne bisher erschienene Buch des auf  insgesamt sechs B&#228;nde konzipierten Zyklus `Der Friede im Osten` bekam vom Autor einen programmatisch-bildhaften Titel, dem immer zugleich ein tiefer, &#252;bertragener Sinn zu Grund liegt: `Am Flu&#223;`, `Fr&#252;hling mit Gewalt`, `Wenn Feuer verl&#246;schen`. Das nun erschienene vierte Buch ist `Nahe der Grenze` &#252;berschrieben. Es spielt in der NVA im Jahre 1968, die August-Ereignisse im Nachbarland bilden den Hintergrund.“ Der Rezensent urteilt, dass nicht alle bisher erschienenen „Friedens-B&#252;cher“ von gleicher k&#252;nst-lerischer Qualit&#228;t seien. Sein Fazit: „Bleibt zu hoffen, dass der Autor im kommenden f&#252;nften und vorletzten Buch wieder zu sich findet, so &#252;ber-zeugend und hinrei&#223;end wie im vorangegangenen dritten&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify"> </p>
<div class="mceTemp"><a href="http://www.blogsgesang.de/2011/02/11/die-spur-des-erik-neutsch-3/blog11-neutsch-friede-struktur1-7/" rel="attachment wp-att-3188"><img class="alignleft size-medium wp-image-3188" src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2011/02/blog11-neutsch-friede-struktur16-195x300.jpg" alt="" width="195" height="300" /></a></div>
<p style="text-align: justify">Ob dieser Wunsch so in Erf&#252;llung gehen wird, steht gegenw&#228;rtig noch in den literarischen Sternen &#252;ber Halle an der Saale. Aber: Es wird weiter geschrieben. Neutsch dazu in “Spur des Lebens“: „Also F&#252;nftes Buch. `Plebejers Unzeit oder Spiel zu dritt`. Die Handlung verl&#228;uft in den siebziger Jahren. Im Mittelpunkt stehen Achim und Ulrike, in der Gef&#228;hrdung oder Bew&#228;hrung ihrer Ehe. Den Hauptplatz nenne ich die Kunstindustrie, konkret die DEFA in Babelsberg und Berlin…“<br />
Klaus Walthers allerletzte Buch-Frage: „Jeder Autor hat Pl&#228;ne, es gibt ja keine Pensionierung als Schriftsteller. Was m&#246;chtest Du gern noch schreiben?“ Neutschs Antwort: „Nach dem F&#252;nften Buch von `Friede im Osten` das Sechste: `Jahre der ruhigen Sonne`“. &#220;ber den Inhalt sind (noch) keine Einzelheiten bekannt. Nur soviel seht fest: die Handlung von epischer Breite spielt in der, literarisch weiterhin existierenden, DDR.</p>
<h2 style="text-align: center">„Achtzehnter Brumaire“:<br />
Die unvollendete Revolution</h2>
<p style="text-align: justify">In einem Lande also, das beim Erscheinen dieses dann wohl endg&#252;ltig letzten Bandes des „Friede im Osten“ &#8211; Zyklus schon ein paar Jahrzehnte von der deutschen Landkarte verschwunden sein wird. Das nicht mehr existiert aus Gr&#252;nden, die in der von Frankreich und Russland ma&#223;geblich gepr&#228;gten europ&#228;ischen Revolutionsgeschichte doch auch schon angelegt sind.</p>
<p style="text-align: justify">Ein politisches Wetterleuchten zieht  &#252;ber die Jahrhunderte. Antoine de Saint-Just, Anh&#228;nger von Robespierre, erkl&#228;rt 1792 vor dem National- konvent: „<em>Diejenigen, die Revolutionen nur halb durchf&#252;hren, haben lediglich ihr Grab geschaufelt“. </em>Sp&#228;ter warnt Lenin vor der gleichen Gefahr. Auf dem 7. Parteitag der Kommunistischen Partei Russlands im M&#228;rz 1918: „<em>Den Sozialismus aber kann nicht eine Minderheit – die Partei – einf&#252;hren. Einf&#252;hren k&#246;nnen ihn Dutzende von Millionen, wenn sie es lernen, das selbst zu tun.</em><em> </em></p>
<p style="text-align: justify">Nach Saint-Just und vor Lenin &#228;u&#223;ert sich Marx. Im „Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte“, erstmals gedruckt 1852, stellt er (s)eine Forderung auf.  Moderne sozialistische Gesellschaftssysteme sind ihr bis heute auf Dauer nicht gewachsen:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center"><strong>„</strong><strong><em>Proletarische Revolutionen dagegen, wie die des neunzehnten Jahrhunderts, kritisieren best&#228;ndig sich selbst, unterbrechen sich fortw&#228;hrend in ihrem eigenen Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zur&#252;ck, um es wieder von neuem anzufangen, verh&#246;hnen grausam-gr&#252;ndlich die Halbheiten, Schw&#228;chen und Erb&#228;rmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er seine Kr&#228;fte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegen&#252;ber wieder aufrichte, schrecken stets von neuem zur&#252;ck vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unm&#246;glich macht, und die Verh&#228;ltnisse selbst rufen:<br />
Hic Rhodus, hic salta!<br />
Hier ist die Rose, hier tanze!“</em> </strong></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify">Dieses von Marx gl&#228;nzend beschworene Revolutionsdilemma eines &#252;ber-holten Jahrhunderts wurde offensichtlich auch f&#252;r Neutsch mit den Jahren ein Faktor von historischem Gewicht. Aus einer „vielleicht nur erst diffusen Ahnung“ entstand bei ihm Mitte der achtziger Jahre Gewissheit: „Die sozia-listische Revolution…war auf der H&#228;lfte ihres Weges stecken geblieben. Sie hatte bestenfalls die Kader der Partei erreicht, nicht aber das Volk.“ Trotzdem, oder gerade deshalb sieht Erik Neutsch sich mit seinem im Wortsinn merk-w&#252;rdigen Geschichtsverst&#228;ndnis bis heute als „Kind einer DDR“, die „man nur h&#228;tte in Ruhe lassen sollen und nicht st&#228;ndig vom Globus h&#228;tte ausradieren und aus der Geschichte streichen wollen…ich bin mir sicher, wir h&#228;tten uns peu a` peu auch noch jede Menge anderer Freiheiten leisten k&#246;nnen.“</p>
<p style="text-align: justify">Ein frommer Wunsch? Die Geschichte, in der das Volk der DDR f&#252;r einen kurzen Moment seine &#8211; zentrale! - Rolle spielte, hat anders entschieden.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify">
<dl>
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<div id="attachment_3181" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.blogsgesang.de/2011/02/11/die-spur-des-erik-neutsch-3/blog11-neutsch-nd-p1010594/" rel="attachment wp-att-3181"><img class="size-medium wp-image-3181" src="http://www.blogsgesang.de/wp-content/uploads/2011/02/blog11-neutsch-nd-P1010594-300x230.jpg" alt="" width="300" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Dezember 2010: ND im Club - Dialog alter Bekannter</p></div>
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<p style="text-align: justify">„Das Gl&#252;ck meines Lebens ist untrennbar, fast ein halben Jahr-hundert, damit ver-bunden“, so der Unbeirrbare, „die sch&#246;pferischsten Jahre in einer Gesell- schaft gelebt zu haben, die von Grund auf den humanistischen Idealen der Mensch-heit verpflichtet war“. Das ist Neutschs Bilanz. Als Schrift-steller und als Kommunist. Die Auseinandersetzung mit dem vielfach selbstverschuldeten Mangel &#8220;seiner&#8221; Gesellschaft bestimmt wesentlich den revolution&#228;ren Geist eines umfangreichen Werkes. In dem er jenen ein Hohelied singt, die sich f&#252;r den Versuch, zum ersten Mal in Deutschland etwas anders zu machen, „abgequ&#228;lt haben“. Daf&#252;r hat der Romancier aus Halle/Saale seine Spur gezogen. So viel steht fest: Sie wird im sozialistischen Teil der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts &#8211; deren Geschichte  noch nicht gechrieben ist - Bestand haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Klaus Walther: Erik Neutsch &#8211; Spur des Lebens. Neues Deutschland/Das Neue Berlin. 240 Seiten, geb. 16.95 Euro</em></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Fotos: ND/DNB (Archiv), Rudolf Hempel (1)</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong><em> </em></strong></p>
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		<title>Parteijournalisten neuen Typs – zum Beispiel die Lafontaine-Vernichter</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 15:43:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wladimir Iljitsch Lenin war es, der vor der russischen Oktoberrevolution eine Zeitung gr&#252;ndete und f&#252;r sie eine eigene Theorie erfand – die von der »Presse neuen Typs«. Das war keine Weiterentwicklung des Journalismus, wie leninistische Theoretiker glauben machen wollten, sondern eher die Kreation eines Pressestellen-Journalismus, der vor allem Reklame und Marketing betreibt und sich – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wladimir Iljitsch Lenin war es, der vor der russischen Oktoberrevolution eine Zeitung gr&#252;ndete und f&#252;r sie eine eigene Theorie erfand – die von der »Presse neuen Typs«. Das war keine Weiterentwicklung des Journalismus, wie leninistische Theoretiker glauben machen wollten, sondern eher die Kreation eines Pressestellen-Journalismus<span id="more-1366"></span>, der vor allem Reklame und Marketing betreibt und sich – ganz anders als das meiste aus Lenins Theorienladen – nicht nur bis heute gehalten, sondern sogar noch betr&#228;chtlich ausgebreitet hat. So wie Lenin damals die Zeitung als Mittel verstand, f&#252;r seine bolschewistische Partei zu werben, mit ihr die Leserschaft aufzukl&#228;ren, um sie f&#252;r die aus seiner Sicht notwenigen Handlungen zu gewinnen – er betrachtete die Presse als »kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator«, so gibt es heute kaum ein Wirtschaftsunternehmen, Ministerium oder sonstige Beh&#246;rde, die nicht zum gleichen Zweck eine umf&#228;ngliche Presse- und Werbeabteilung unterhalten. Nicht um einen unabh&#228;ngigen Journalismus geht es ihnen, sondern – wie eben auch Lenin – um dessen Ausrichtung auf ihre eigenen Interessen.</p>
<p>Die so genannten seri&#246;sen Medien hierzulande m&#252;hen sich durchaus, den Verlockungen solchen <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1171/wenn-der-spiegel-mit-dem-oskar-und-der-sahra-%e2%80%a6" target="_blank">Reklamejournalismus</a><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/8d918f1174f14136a1e952a8b56ef038" width="1" height="1" alt=""> zu widerstehen, auch wenn das aus &#246;konomischen wie politischen Gr&#252;nden immer schwerer f&#228;llt. Besonders dann, wenn ein Vorgang beschrieben wird, der im Widerspruch zum »Mainstream« steht, ist zumindest der indirekte, manchmal aber auch der <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E28EFD94926E64CC08D46119C93101C8F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">direkte Druck </a>gewaltig, die Fakten ein wenig am vorherrschenden Meinungsbild auszurichten. Der eine kommt dem nur z&#246;gernd und mit sichtlichem Unbehagen nach, der andere ist schon weiter und findet vielleicht sogar Gefallen an einer Berichterstattung, die in seinem Umfeld, das nicht unbedingt die Leser, H&#246;rer und Zuschauer sind, auf allgemeines Wohlwollen st&#246;&#223;t.</p>
<p>Eins der Themen, bei dem das besonders augenf&#228;llig wird, ist all das, was unter »Links« firmiert. Hier ist die mediale Ablehnung weitgehender Konsens, und der Journalist, der kr&#228;ftig in diese Kerbe haut, kann aus Sicht seiner Chefs und erst recht der Geldgeber kaum etwas falsch machen. Man muss da in diesen Tagen gar nicht zuerst an Oskar Lafontaine denken, sondern wurde &#252;ber das Muster j&#252;ngst am Beispiel des gerade zum SPD-Vorsitzenden gew&#228;hlten Sigmar Gabriel belehrt. Bei »Zapp« plauderte der Redakteur der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«, Michael Berger, aus, dass man in der kurzen Zeit Gabriels als Ministerpr&#228;sident Niedersachsens irgendwann fand, dass dieser sich zu oft als »Fanfare« produziert h&#228;tte. Die offensichtlich inhaltlich kaum begr&#252;ndete Reaktion: »Wir haben dann irgendwann in der Zeitung des Schalter umgelegt und gesagt: Nun kritisieren wir ihn mal ordentlich!«</p>
<p>Um wieviel mehr gilt das f&#252;r Lafontaine, der nat&#252;rlich auch kr&#228;ftig die Fanfare bl&#228;st – und dazu noch <a href="http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&amp;cccpage=17112009ArtikelKommentarKneffel1" target="_blank">aus der falschen Richtu</a>ng und mit einem aufwieglerischen Sound. Da ist man sich kaum zu schade, der Leninschen Theorie – ohne sie nat&#252;rlich zu kennen – konsequent zu folgen. Die Medien werden – bis auf wenige Ausnahmen – zum kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator einer Kampagne gegen den Feind, der beim russischen Revolution&#228;r der Klassenfeind war, was bei ihnen wohl Lafontaine gleicherma&#223;en ist, wenn auch mit ver&#228;ndertem Vorzeichen. F&#252;r die SED-Propaganda war jahrelang Franz Josef Strau&#223; der Prototyp des reaktion&#228;ren Nationalisten und Imperialisten. F&#252;r die b&#252;rgerlichen Medien spielt heute Oskar Lafontaine diese Rolle – als Prototyp des umst&#252;rzlerischen, so vaterlands- und prinzipienlosen Systemver&#228;nderers. Er kann tun oder lassen, was immer er will; <a href="http://www.readers-edition.de/2009/11/19/oskar-lafontaine-und-das-elend-des-deutschen-journalismus/" target="_blank">stets sucht man nach dem Haar in der Suppe</a>, nach einer Interpretation, die die Fakten irgendwie gegen ihn wendet.</p>
<p>Auf sogenannte seri&#246;se Medien ist das keineswegs begrenzt. Der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661508,00.html" target="_blank">»Spiegel« </a>hat sich schon lange aus der Kreis der so geadelten Bl&#228;tter verabschiedet und ist zur Bild-Zeitung f&#252;r Intellektuelle mutiert; jetzt m&#252;ht sich die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/115/492471/text/" target="_blank">»S&#252;ddeutsche Zeitung«, </a>dem Hamburger Magazin nachzueifern. Jedenfalls war ihre Berichterstattung &#252;ber Oskar Lafontaine an B&#246;swilligkeit allenfalls noch von »Bild« und eben vom »Spiegel« zu &#252;berbieten. Immerhin hat sie noch Unbehagen versp&#252;rt und eine <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/670/495001/text/" target="_blank">Rechtfertigung</a> formuliert, aber gerade in dieser wurde auch der Unterschied deutlich, den man zwischen einem unakzeptablen Linken wie Lafontaine und einem »gel&#228;uterten« SPD-Mann wie zum Beispiel Peter Struck macht, wenn es um politischen Anstand geht. Bei Lafontaine hingegen dient selbst die mit Krokodilstr&#228;nen getr&#228;nkte Betroffenheitsgeste zu einem neuen Angriff auf die so tief verhasste Linkspartei – indem man sich nun <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/krank/" target="_blank">Bodo Ramelow </a>wegen seines dummen Kommentars zu Lafontaines Krebserkrankung vornimmt. Welch Gl&#252;ck, mag da mancher gedacht haben, wir m&#252;ssen nicht abr&#252;sten, sondern brauchen nur die Gesch&#252;tze auf das neue Ziel zu richten. Sie haben den Lenin verstanden, auch wenn sie ihn nie lasen.</p>
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