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	<title>blogsgesang.de &#187; Linksextremismus</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Mit Links gegen Rechts – ein unnat&#252;rliches B&#252;ndnis</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 22:04:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Als Gro&#223;britanniens Premierminister Winston Churchill im M&#228;rz 1946 im amerikanischen Fulton eine Rede hielt, die allgemein als der Beginn des »kalten Krieges« interpretiert wird, stellte er damit die Welt wieder vom Kopf auf die F&#252;&#223;e. Denn es war im Grunde ein zutiefst unnat&#252;rliches B&#252;ndnis, das einige Jahre zuvor als »Anti-Hitler-Koalition« in die Welt trat.<span id="more-3481"></span> Ein B&#252;ndnis, bei dem sich solch klassisch kapitalistische Staaten wie die USA und England, an die Seite ihres eigentlichen Todfeinds, der sozialistischen Sowjetunion, stellten – gegen Deutschland, trotz des irref&#252;hrenden Namens seiner Staatspartei einer der ihren, der den Kapitalismus sogar besonders effizient, wenn auch mitunter zu offen brutal zu verwalten verstand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Daher brauchte es auch ziemlich lange zu diesem B&#252;ndnis, und auf dem Weg dahin mussten einige aus dem kapitalistischen Lager das Opfer der Unterwerfung unter den St&#228;rksten von ihnen bringen: &#214;sterreich, die Tschechoslowakei, Polen, sogar Frankreich. Diese Nachsicht gegen&#252;ber dem staastlichen Rechtsterrorismus im Herzen Europas beruhte auf einer so klaren wie zutreffenden Erkenntnis: Der Faschismus stellte f&#252;r das kapitalistische System keine Gefahr dar. Ganz im Gegenteil zur sozialistischen Linksdiktatur, die nicht verhehlte, ihn abschaffen zu wollen. Also schien ersterer n&#252;tzlich, um die zweite zu stoppen; man atmete auf, als sich die deutsche Kriegsmaschinereie endlich gen Osten wandte, die Grenzen des Sowjetreichs &#252;berschritt, und sie fand tausende Ausfl&#252;chte, weshalb man dem neuen Opfer nicht zu Hilfe kam.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Stattdessen fanden sofort nach dem deutschen &#220;berfall auf die Sowjetunion britisch-deutsche Geheimverhandlungen statt, denen sich sp&#228;ter auch die USA anschlossen. Lange wurde die Er&#246;ffnung einer zweiten Front im Westen hinausgez&#246;gert, und noch vor Kriegsende, im April 1945, gab Churchill seinem Oberbefehlshaber die Anweisung, deutsche Waffen sicherzustellen, »so dass sie leicht den deutschen Soldaten wiedergegeben werden k&#246;nnten, mit denen wir zusammenzuwirken h&#228;tten, wenn die Sowjets ihren Vormarsch &#252;ber die vereinbarte Demarkationslinie hinaus fortsetzen«.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Erst als sich also abzeichnete, dass die Sowjetunion es m&#246;glicherweise allein schaffen k&#246;nnte, die faschistische Bestie niederzuringen und dadurch territorial wie ideell betr&#228;chtlich an Macht gewinnen w&#252;rde, war aus Sicht des kapitalistischen Westens wirklich Gefahr im Verzuge. Im Sommer 1944 landeten die Westallierten an der franz&#246;sischen K&#252;ste, um europ&#228;isches Gebiet zu sichern und jene Zonen, die unter sowjetische Hrrschaft zu fallen drohten, &#252;berzogen sie mit einem zerst&#246;rerischen Bombardement. Wie ein Trittbrettfahrer verb&#252;ndete man sich jetzt mit dem absehbaren Sieger, um ihm nicht allein das Feld zu &#252;berlassen. Und wendete sich so schnell wie m&#246;glich wieder gegen den kurzzeitigen Verb&#252;ndeten, um ihn zu schw&#228;chen und den gerade noch gemeinsamen Gegner zu st&#228;rken – weil der eben Fleich von ihrem Fleische und Blut von ihrem Blute war.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die darauf folgende Geschichte der Bundesrepublik l&#228;sst sich unschwer als nahtlose Fortsetzung dieses Kurses lesen, ist sie doch gekennzeichnet einerseits vom schonenden Umgang mit Nazikriegsverbrechern und auf der anderen Seite von der w&#252;tenden Verfolgung jeglicher als links verstandener Bewegung. Von der Wiederverwendung eines Hans Globke und Tausender anderer seines Geistes beim Aufbau eines »demokratischen« Deutschland &#252;ber die Reinwaschung der NS-Justiz bis hin zur Kultivierung rechten Gedankenguts als ein Standbein des Adenauerschen Konservatismus reicht die Vers&#246;hnung des bundesdeutschen Kapitalismus mit seinem ungeb&#228;rden Nazi-Kind, das er zwar ein wenig eingehegt hat, ansonsten aber gew&#228;hren l&#228;sst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ganz im Unterschied zu allem, was als links verd&#228;chtigt wird. Nicht nur wurden 1956 die KPD verboten und die T&#228;tigkeit ihrer Funktion&#228;re r&#252;ckwirkend ab 1951 f&#252;r strafbar erkl&#228;rt, was zu einer Vielzahl von Anklagen und Verurteilungen f&#252;hrte. Auch andere Kritiker der bundesrepublikanischen Entwicklung wurden dem antilinken Feindbild zugeordnet . So der CDU-Politiker Wilhelm Elfes, der Adenauers Politik offen kritisiert hatte und daraufhin als »Dissident« nicht einmal mehr einen Pass bekam, weil er »die innere oder die &#228;u&#223;ere Sicherheit oder sonstige erhebliche Belange der Bundesrepublik Deutschland« gef&#228;hrdete. So Mitglieder des »Westdeutschen Friedenskomitees«, die allein deshalb zu Haft- und Geldstrafen verurteilt wurden, weil in der Organisation auch KPD-Mitglieder mitgearbeitet hatten. Und so der sp&#228;tere Bundespr&#228;sident Gustav Heinemann, der als Innenminister 1950 aus dem Adenauer-Kabinett zur&#252;cktrat, 1952 auch die CDU verlie&#223; und die Gesamtdeutsche Volkspartei gr&#252;ndete und danach von Verfassungsschutz und BND observiert wurde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15596569,00.html" target="_blank"><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/db206dd9dae641d797c3525909ffde04" alt="" width="1" height="1" />gnadenvolle Blick nach rechts</a> und die grelle Ausleuchtung des linken Lagers haben die Zeitl&#228;ufte &#252;berstanden, was sich auch oder gerade nach der Vereinigung der deutschen Staaten nicht &#228;nderte. In diesem Sinne erzogene Politiker, Juristen, Sicherheitsexperten setzten nur fort, was ihre gel&#228;ufige Praxis war: Freiraum nach rechts zu schaffen und zugleich linke Gegenkr&#228;fte politisch, juristisch und polizeilich zu behindern. Sie taten und tun dies, weil sie eine Gefahr f&#252;r ihr Systems zu Recht von rechts nicht bef&#252;rchten, w&#228;hrend sie auf der Linken, wo man die bestehende Gesellschaftsordnung f&#252;r ver&#228;nderbar h&#228;lt und daf&#252;r streitet, die eigentliche Bedrohung ortet.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Komplizenschaft mit dem Rechtsextremismus</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 18:41:39 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Je mehr derzeit &#252;ber die enge Verbindung der rechtsextremistischen Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) mit den deutschen »Verfassungsschutz«-Beh&#246;rden bekannt wird, desto dringlicher stellt sich die Frage, wie in dieser offensichtlich engen Beziehung Koch und Kellner zusammenwirkten. Dieser Frage freilich suchen Sicherheitsleute wie Politiker tunlichst auszuweichen<span id="more-3345"></span> – durch einen st&#228;ndig wachsenden Wust vermeintlicher Informationen, der mehr zu- als aufdecken soll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Neu ist diese Methode nicht. Auf schon fr&#252;her offenbar gewordene Konspirationen zwischen Rechtsextremisten und Sicherheitsbeh&#246;rden wurde gern mit der verharmlosenden Alliteration »Pleiten, Pech und Pannen« reagiert und der daraus erwachsende kabarettistische Spott klaglos in Kauf genommen; Hauptsache, es fragte keiner nach. Jetzt verf&#228;ngt – angesichts von mindestens zehn brutalen Morden – solch launige »Selbstkritik« nicht mehr. Nun spricht man, auch in den staatstreuen Medien, immerhin vom Versagen des Verfassungsschutzes – und lenkt auch damit vom Kern des Skandals ab. Denn es waren nicht Fehlleistungen und professionelle Unf&#228;higkeit, die das Netzwerk von Geheimdienstlern und Neonazis hervorbrachten, , sondern offensichtlich ein bewusstes Kalk&#252;l. Man fand sich im Kampf gegen vermeintlich gemeinsame Feinde und ging dankbar auf die M&#246;glichkeit ein, gewisserma&#223;en sich erg&#228;nzende Mittel dabei einzusetzen. Man betrachtete und akzeptierte sich gegenseitig als Komplizen bei der Aufgabe, Gegner zur Strecke zu bringen, die von beiden als gro&#223;e Gefahr angesehen wurden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Vorgaben zu solchem Denken kamen aus der Politik, vor allem aus deren so genanntem b&#252;rgerlichen Lager von CDU/CSU und FDP, zunehmend aber auch aus der SPD. Sie sahen und sehen die Hauptgefahr f&#252;r die Sicherheit der Bundesrepublik zum einen in den hier lebenden Ausl&#228;ndern, besonders jenen mit islamischem Glauben, und zum anderen in allen Str&#246;mungen »links von der Mitte«, wozu sie au&#223;erparlamentarische Bewegungen, antifaschistische Gruppierungen, die Linkspartei und da und dort auch noch die Gr&#252;nen z&#228;hlen. Vorwiegend diese unsicheren Kantonisten finden in den turnusm&#228;&#223;igen Verfassungsschutzberichten die Hauptaufmerksamkeit. Auf mehr als 130 Seiten besch&#228;ftigt sich der aktuelle Bericht f&#252;r 2010 mit Islamismus und sonstigem Ausl&#228;nderextremismus, nur auf 70 Seiten hingegen mit Rechtsextremismus; fast genau der gleiche Umfang wurde dem Linksextremismus gewidmet, davon fast 20 Seiten der Linkspartei. Und was zum Rechtsextremismus gesagt wurde, liest sich als<a href="http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/artikel/gestoerte_wahrnehmung/726707/gestoerte_wahrnehmung.html" target="_blank"> Beschwichtigung und Verharmlosung</a><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9c6cdfd13b8c4cc89a2c72858ca2896b" alt="" width="1" height="1" />, insgesamt also eine klare Ansage f&#252;r Geheimdienste, Polizei und Justiz, wohin sie ihre Augen bevorzugt lenken sollten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ist auf diese Weise der Feind identifiziert, muss man sich nicht wundern, dass sich seine Bek&#228;mpfer schnell zusammentun; eine Kr&#228;he hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus. Man hilft sich gar, zwar klandestin, aber doch mit Eifer. Bei der Aufkl&#228;rung so genannter linker Gewalt scheuen die bundesdeutschen Sicherheitsbeh&#246;rden weder Kosten noch M&#252;he und &#252;berschreiten auch bedenkenlos Grenzen, die ihnen der Rechtsstaat setzt. So sch&#252;tzte die s&#228;chsische Polizei im Februar dieses Jahres eine rechtsextremistische Demonstration auch dadurch, dass sie die Handydaten der <a href="http://www.taz.de/!74992/" target="_blank">antifaschistischen Gegendemonstranten illegal erfasste</a>, insgesamt &#252;ber eine Million Daten. Sie begr&#252;ndete dies mit einem »Verdacht auf schweren Landfriedensbruch und Bildung einer kriminellen Vereinigung«, was sich aber nat&#252;rlich nicht gegen die Neonazis, sondern die Antifaschisten wandte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#196;hnliche Erfahrungen machen immer wieder auch hier lebende B&#252;rger »mit Migrantenhintergrund«. Auf sie richten Polizei und Justiz ihr besonderes Augenmerk, so bald sie im Umfeld von Kriminalit&#228;t auftauchen. Und offenbar sehen sie weg, wenn im Kampf gegen »Ausl&#228;nder« Rechtsextremisten Mittel anwenden, die ihnen versagt sind. Mehr noch – und besonders perfide: Sie <a href="http://www.berliner-zeitung.de/politik/vorsitzender-der-tuerkischen-gemeinde--der-begriff-doener-morde-macht-mich-wuetend-,10808018,11147612.html" target="_blank">belasten die Opfergruppe</a> auch dann mit diesen Taten, wenn es daf&#252;r wenig Belege oder gar Gegenbeweise gibt. Die Morde der NSU, bei denen zumindest <a href="http://www.berliner-zeitung.de/neonazi-terror/rechtsextremistischer-terror-mord-unter-aufsicht,11151296,11152902,item,1.html">ein hessischer Verfassungssch&#252;tzer offenbar »Schmiere stand«</a>, zeigen dies in besonders drastischer Weise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieses Zusammenspiel von Rechtsextremismus und staatlichen Autorit&#228;ten hat besonders in Deutschland, wenn auch nicht nur hier, Tradition. Man erinnere sich nur an die Weimarer Republik, in der die schnell wechselnden Regierungen, gleich welcher F&#228;rbung, den Kampf bevorzugt gegen Links f&#252;hrten und damit dem Nationalsozialismus die Bahn bereiteten. Die konservativ-b&#252;rgerliche Gesellschaft mag den Rechtsextremismus ekelhaft finden, sich seiner, wie die Kanzlerin jetzt sagte, sch&#228;men, sie »eine Schande« nennen, eine echte Gefahr f&#252;r die so genannte freiheitlich-demokratische Grundordnung sieht sie darin nicht. Diese Gefahr macht sie ganz woanders aus, und wo es passt, akzeptiert sie auch den ekelhaften Rechtsextremen als Bundesgenossen gegen die eigentliche Gefahr durch »das Fremde«, sei es nun ethnischer oder politischer Natur.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Insofern kann die unheilige Allianz von Rechtsextremismus und Staatsgewalt, wie sie an der NSU-Mordserie zu Tage trat, nicht &#252;berraschen. Und noch weniger das fieberhafte Bem&#252;hen, solche Zusammenh&#228;nge mit allen Mitteln zu verschleiern. Auch die Warnungen vor einem NPD-Verbot passen in diesen Kontext, w&#228;re doch Voraussetzung daf&#252;r, die Komplizenschaft mit dem Rechtsextremismus zu beenden. Diese Karte in der politischen Auseinandersetzung m&#246;chte man jedoch nicht aus der Hand legen – gerade in diesen Zeiten, da der Protest gegen eine ungerechte Gesellschaftsordnung im Wachsen begriffen ist.</p>
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		<title>Wer gegen Rechts k&#228;mpft, macht sich verd&#228;chtig</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 18:14:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Sachsen hat diese Woche das »Alternative Kultur- und Bildungszentrum Pirna« (AkuBIZ) einen so genannten Demokratiepreis abgelehnt, der von der Landesregierung mit einer undemokratischen Zumutung versehen wurde. Die Initiative, die sich besonders im Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus einen Namen gemacht hat, sollte vor Entgegennahme des Preisgeldes von 10 000 Euro eine Erkl&#228;rung unterschreiben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Sachsen hat diese Woche das »Alternative Kultur- und Bildungszentrum Pirna« (AkuBIZ) einen so genannten Demokratiepreis abgelehnt, der von der Landesregierung mit einer undemokratischen Zumutung versehen wurde. Die Initiative, die sich besonders im Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus einen Namen gemacht hat<span id="more-2048"></span>, sollte vor Entgegennahme des Preisgeldes von 10 000 Euro eine <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/wirbel-um-verleihung-des-saechsischen-foerderpreis-8957/" target="_blank"><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/638a339014494c0688ba6703f7c628a5" alt="" width="1" height="1" />Erkl&#228;rung unterschreiben</a>, mit der sie sich faktisch verpflichtete, ihre Arbeit und ihre Partner vom Verfassungsschutz untersuchen zu lassen. Das CDU/FDP-regierte Sachsen machte sich damit zum Vorreiter der schwarz-gelben Bundesregierung, die generell plant, F&#246;rdergelder f&#252;r den Kampf gegen Rechts nur noch dann zur Verf&#252;gung zustellen, wenn die beteiligten Vereine und Initiativen eine <a href="http://nachrichten.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/bund-verteidigt-neue-extremismus-klausel/r-mitteldeutschland-a-60034.html" target="_blank">Ergebenheitserkl&#228;rung gegen&#252;ber den bestehenden Verh&#228;ltnissen </a>abgeben, die a priori – und im Gegensatz zu einer inzwischen nicht geringen Zahl von Verfassungsschutzurteilen – als grundgesetzkonform und damit f&#252;r sakrosankt erkl&#228;rt werden.</p>
<p>Nicht so sehr das Ansinnen der s&#228;chsischen Staatsregierung und der Bundesregierung, sondern vielmehr der mutige Verzicht der Pirnaer Antifaschisten auf das dringend ben&#246;tigte Geld hat erheblichen Staub aufgewirbelt, doch genau betrachtet ist solch ein Verhalten der Regierenden nicht neu, hat es vielmehr in der Geschichte der Bundesrepublik bereits prominente Vorl&#228;ufer. Und zwar in jener gerade k&#252;rzlich wieder aufgedeckten Praxis, gleich nach dem Krieg in die neuen »demokratischen« Ministerien zwar <a href="http://www.blogsgesang.de/2010/10/31/warum-nazi-diplomaten-die-bundesrepublik-besser-repraesentieren-als-sed-funktionaere/" target="_blank">unbehindert alte Nazis einziehen zu lassen</a>, ihre Kritiker aber oder gar antifaschistische Widerstandsk&#228;mpfer weitgehend aus ihnen fernzuhalten. Die b&#252;rgerlichen Politiker wussten und wissen eben, dass ihnen von Rechtsextremen keine wirkliche Gefahr drohte und droht, denn diese hatten und haben weder vor, ihnen ihr Eigentum als Deutsche zu nehmen noch ihre Positionen, solange sie sich – wie in der NS-Zeit – bereitwillig anpassen und schon gar nicht planten und planen sie, das kapitalistische System abzuschaffen.</p>
<p>Das jedoch bef&#252;rchten sie von Linksextremisten, aber auch von jedem gem&#228;&#223;igten Linken – siehe den Umgang mit deren Partei im Bundestag wie der &#214;ffentlichkeit. Daher ist es beinahe gesetzm&#228;&#223;ig, dass die b&#252;rgerliche Politik den Feind auf der Linken sieht und nicht auf der Rechten. Und damit auch, dass sie ihre – zwar etwas schmuddeligen, daf&#252;r aber umso wirksameren – <a href="http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5b5e7b651cc.0.html" target="_blank">Verb&#252;ndeten rechts </a>gegen deren Widersacher links sch&#252;tzt – wie im Affentheater um ein NPD-Verbot ebenso zu sehen ist wie an den Polizeiketten zur Abschirmung rechtsextremer Demonstrationen. Rechte jedenfalls haben die H&#228;rte des »Rechtsstaates« noch nie so unmittelbar zu sp&#252;ren bekommen wie linke Demonstranten, jene aus dem Stuttgarter Stadtpark, die sich allein durch ihre Unbotm&#228;&#223;igkeit gegen&#252;ber dem Herrschaftssystem linker Gesinnung verd&#228;chtig machten, eingeschlossen. Manche wie der s&#228;chsische <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/183910.spitzeln-fuer-einen-demokratiepreis.html" target="_blank">CDU-Politiker Volker Bandmann </a>gehen dabei sogar so weit, Initiativen gegen Rechts als »kriminelle Gruppen« zu bezeichnen.</p>
<p>Es ist also nicht so, dass das bundesrepublikanische Establishment aus dem Nationalsozialismus nichts gelernt h&#228;tte. Es wollte in seiner Mehrheit daraus gar nichts lernen, weil es dann h&#228;tte bef&#252;rchten m&#252;ssen, sich eigener Machtpositionen zu berauben.</p>
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		<title>Extremisten und der Rechtsstaat</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Dec 2007 18:41:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nicht immer wird das Zusammenspiel von Rechtsextremisten und unseren »Demokraten« so offenbar, wie j&#252;ngst im Fall der neuen Juso-Vorsitzenden Franziska Drohsel. Zuerst hatte die »Junge Freiheit«, das Zentralorgan des Rechtsextremismus, »enth&#252;llt«, dass Drohsel Mitglied der »Roten Hilfe«, eines Rechtshilfevereins f&#252;r die linke Szene ist. Diese Vorlage nahm die Union sofort dankbar an und wollte einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Nicht immer wird das Zusammenspiel von Rechtsextremisten und unseren »Demokraten« so offenbar, wie j&#252;ngst im Fall der neuen Juso-Vorsitzenden Franziska Drohsel. <span id="more-282"></span>Zuerst hatte die »<a target="_blank" href="http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M50bea4d98a4.0.html">Junge Freiheit</a>«, das Zentralorgan des Rechtsextremismus, »enth&#252;llt«, dass Drohsel Mitglied der »Roten Hilfe«, eines Rechtshilfevereins f&#252;r die linke Szene ist. Diese Vorlage nahm die Union sofort dankbar an und wollte einen Bombenschuss ins Tor des politischen Gegners, den sie sich derzeit zum Machterhalt allerdings als braven Koalition&#228;r h&#228;lt, daraus machen. Kein Geringerer als ihr Fraktionsvize <a target="_blank" href="http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/11/30/juso-chefin/drohsel-linksextrem,geo=3110988.html">Wolfgang Bosbach</a> verlangte von den Sozialdemokraten Rechenschaft &#252;ber solch »linksextremistische« Verbindungen, und die neue CSU-Generalsekret&#228;rin Haderthauer forderte in gewohnt christsozialer Wadenbei&#223;er-Manier gar den R&#252;cktritt Franziska Drohsels.</font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Nat&#252;rlich beeilte sich die SPD, den Koalitionspartner zufrieden zu stellen und lie&#223; ihren innenpolitischen Sprecher Dieter Wiefelsp&#252;tz von der Leine, der sich schon lange als verl&#228;ngerter Arm Wolfgang Sch&#228;ubles in seiner Partei bet&#228;tigt. Er verlangte den umgehenden Austritt Drohsels aus der »Roten Hilfe« – und sie, ein folgsames Kind der derzeitigen SPD-F&#252;hrung, tat das denn auch. Von Rechtsau&#223;en wurde gepfiffen, und in der Mitte machte sich das politische Establishment in die Hose.</font><font size="2" face="Arial"> </font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Dabei ist die »<a target="_blank" href="http://www.pr-inside.com/de/stichwort-rote-hilfe-r325876.htm">Rote Hilfe«</a> ungeachtet aller Ausschl&#228;ge in extreme Positionen, die man auch in den Unionsparteien nicht gerade selten findet (allerdings stets in die andere Richtung), eine Institution, auf die ein wahrer Rechtsstaat stolz sein sollte – und das nicht nur wegen ihrer &#252;ber 80-j&#228;hrigen Geschichte. Tritt sie doch daf&#252;r ein, jedermann vor der Justiz die gleichen Chancen zu er&#246;ffnen. Dass dies gerade zugunsten der Linken bitter n&#246;tig ist, zeigte unl&#228;ngst der bundesanwaltliche Verfolgungswahn gegen Mitglieder der »militanten gruppe«, dem rechtsextreme Vereinigungen in der Bundesrepublik in dieser Form noch nie ausgesetzt waren und der letztlich erst durch verfassungskundige Richter des <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/705542.html">Bundesgerichtshofs</a> gestoppt werden konnte.</font><font size="2" face="Arial"> </font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Es ist inzwischen eine Binsensweisheit, dass der bundesrepublikanische Rechtsstaat – und zwar seit seiner Gr&#252;ndung – den Extremismus vor allem auf der Linken bek&#228;mpft, w&#228;hrend er ihn auf der Rechten gern gew&#228;hren l&#228;sst. Dass er sich f&#252;r diese ein&#228;ugige Vorgehensweise allerdings nun auch noch des Rechtsextremismus bedient, ist eine ziemlich neue Erfahrung.</font></p>
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