Artikel mit ‘Naher Osten’ getagged

Der Fluch der Bombe

Sonntag, 13. August 2017

(pri) Neun Staaten sind es bislang, die über Nuklearwaffen verfügen. Sie alle sahen und sehen darin eine Art Versicherung ihrer Unverwundbarkeit, muss doch jeder Aggressor befürchten, einem tödlichen Gegenschlag ausgesetzt zu werden. Gleichzeitig betrachteten und betrachten sie die Bombe als einen Machtfaktor, der ihnen eine besondere Rolle in der Weltpolitik zuweist. Beides erwies sich in der nun 72-jährigen Geschichte der Atombombe faktisch als Schimäre; weder sorgte sie für die Besitzer für mehr Sicherheit noch stärkte sie deren Verantwortungsgefühl für den Weltfrieden – ganz im Gegenteil. (mehr …)

Von selektiver Wahrnehmung zu totaler Kriegführung – Gaza und die Ukraine

Dienstag, 22. Juli 2014

(pri) Gern verteidigt das hoch gerüstete Israel seinen ungezügelten Krieg gegen den winzigen Landstrich Gaza mit der Frage, was man denn zum Beispiel in Berlin täte, wenn die Stadt dauernd – vielleicht aus Sachsen – von Raketen angegriffen würde und die Menschen der Hauptstadt in ständiger Angst leben müssten. Wie die Antwort auch immer ausfiele, eine wäre wohl niemand in den Sinn gekommen – dass nämlich Sachsen durch Panzer, Artillerie und Bomber dem Erdboden gleichgemacht werden müsste. Aber das nur nebenbei, denn viel aufschlussreicher an der israelischen Frage ist die daraus sprechende selektive Wahrnehmung eines jahrzehntelangen Konfliktes, der zwar auch gelegentlich durch palästinensische Raketenangriffe auf Israel gekennzeichnet ist, aber sich keineswegs darauf beschränkt. (mehr …)

Der »Brot- und-Spiele«-Weltmeister

Donnerstag, 17. Juli 2014

(pri) Für Angela Merkel mag es eine willkommene Ablenkung vom gerade jetzt sehr ärgerlichen Regierungsgeschäft gewesen sein, als sie »unseren Jungs« in der Schweißluft der Stadionkabine von Rio zum Weltmeistertitel gratulieren und einen nach dem anderen inbrünstig umarmen konnte. Aber der Prestigegewinn auf einem unwichtigen Nebenschauplatz kann den dramatischen Bedeutungsverlust deutscher Außenpolitik (mehr …)

Die unerwünschte Revolution im Nahen Osten

Sonntag, 18. August 2013

(pri) Wenn sich ein System erst einmal fest etabliert glaubt, mag es Aufruhr nicht mehr. Er ist zwar nützlich zur Durchsetzung des eigenen Gesellschaftsmodells, und man hilft ihm auch durch Intervention von außen gern nach, aber dann wird flugs das »Ende der Geschichte« proklamiert – auf dass alles so bleibe, wie man es zu eigenem Nutz und Frommen eingerichtet hat. Ganz offensichtlich ist es diese Grundhaltung, die – nach dem Sozialismus – jetzt der Kapitalismus einnimmt und die ihn daher so verstört auf die Vorgänge im Nahen Osten blicken lässt.

 

Solange dem Westen die Entwicklungen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien und anderswo überschaubar und in eine genehme Richtung zu steuern schienen, war er bereit, sie »Revolution« zu nennen. (mehr …)

Auch Israel muss sich den Realitäten stellen

Mittwoch, 21. November 2012

(pri) Wenn es beim jetzt verkündeten Waffenstillstand zwischen Israel und der palästinensischen Hamas einen Sieger gibt, dann ist es – natürlich außer den Menschen im Gazastreifen und dem südlichen Landesteil Israels, die auf ruhigere Tage und Nächte hoffen können – die Hamas. Sie setzte nicht nur durch, was Israels Premier Netanjahu bis zuletzt entschieden ausgeschlossen hatte (mehr …)

Syrien als Schlachtfeld weltstrategischer Machtkämpfe

Samstag, 28. Juli 2012

(pri) Je länger die kriegerische Auseinandersetzung in und um Syrien dauert, umso klarer wird, dass es sich dabei schon lange nicht mehr um eine nationale Angelegenheit, nicht einmal vordergründig um einen regionalen Konflikt im Pulverfass des Nahen Ostens, sondern um eine weltstrategische Auseinandersetzung handelt, bei der es darum geht, wer global das Sagen hat und wer nicht (mehr …)

Zwei Wahrheiten in Syrien

Sonntag, 05. Februar 2012

(pri) Die seit Monaten andauernde Kampagne westlicher Politiker und der auf sie eingeschworenen Medien gegen Syrien trägt inzwischen alle Züge des originalgetreuen Remakes eines Thrillers aus der Hochzeit des kalten Krieges. Ideologietreu und starrsinnig zogen sich die USA und ihre Verbündeten in flink erneut ausgehobene Schützengräben zurück und lassen sich daraus durch nichts vertreiben – weder durch den gesunden Menschenverstand (mehr …)

Panzersperren gegen die arabische Demokratie

Mittwoch, 06. Juli 2011

(pri) Wenn Politiker und Medien am Waffendeal der Bundesrepublik mit Saudi-Arabien nur beklagen, dass wieder einmal Geschäft vor Moral ging oder es an politischem Fingerspitzengefühl, an Sensibilität für den Zeitpunkt fehlte, dann greifen sie eindeutig zu kurz. Denn die Lieferung von 200 Kampfpanzern an das diktatorische Regime Saudi-Arabiens ist vor allem ein klares Signal an die demokratischen Kräfte im Nahen Osten, dass dem Westen die eigenen strategischen Interessen in der Region allemal wichtiger sind als die emanzipatorischen Träume der Araber. (mehr …)

Kein Förster in Gaza

Montag, 05. Januar 2009

Beim Theaterregisseur Dimiter Gotscheff fand sich jüngst ein »Witz«, den der von Heiner Müller hatte und der – wie fast alles von Müller – zum Kommentar auf die Gegenwart taugt, zum Beispiel mit Blick auf den Nahen Osten: »Man findet im Wald ein fast völlig zerfallenes Tagebuch von einem bulgarischen Partisanen, darin steht, schwer zu entziffern: Donnerstag. Wir haben die Faschisten aus dem Wald gejagt. (mehr …)

Bushs sinnlose Reise in den Nahen Osten

Dienstag, 08. Januar 2008

George W. Bush reist heute nicht zum ersten Mal in den Nahen Osten – bereits 2003 feierte er dort den Sieg über Saddam Hussein, der sich inzwischen jedoch als Pyrrhussieg hoch 3 erwiesen hat. Er reist aber zum ersten Mal nach Israel, und man muss fürchten, dass das Ergebnis ähnlich ist wie vor knapp fünf Jahren; (mehr …)