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	<title>blogsgesang.de &#187; Nordkorea</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Nordkorea und das irakische Menetekel</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 21:31:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Br&#252;skierung der Weltgemeinschaft durch Nordkoreas j&#252;ngsten Atombombenversuch ist &#8211; was nur wenige Kommentatoren erw&#228;hnen &#8211; eine zumindest indirekte Folge der Politik des fr&#252;heren US-Pr&#228;sidenten George W. Bush. Das macht den Nukleartest nicht besser, aber verst&#228;ndlicher - was zu bewirken verm&#246;chte, eine L&#246;sung des Problems nicht durch Fortsetzung und Versch&#228;rfung des gescheiterten Bush-Kurses, sondern durch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Br&#252;skierung der Weltgemeinschaft durch Nordkoreas j&#252;ngsten Atombombenversuch ist &#8211; was nur wenige Kommentatoren erw&#228;hnen &#8211; eine zumindest indirekte Folge der Politik des fr&#252;heren US-Pr&#228;sidenten George W. Bush. Das macht den Nukleartest nicht besser, aber verst&#228;ndlicher<span id="more-995"></span> - was zu bewirken verm&#246;chte, eine L&#246;sung des Problems nicht durch Fortsetzung und Versch&#228;rfung des gescheiterten Bush-Kurses, sondern durch ein tats&#228;chliches »change«, das der neue Pr&#228;sident Obama allerdings auch diesbez&#252;glich noch nicht herbeigef&#252;hrt hat.</p>
<p>Zwar hat sich George W. Bush gegen&#252;ber dem »Schurkenstaat« Nordkorea bei weitem nicht so aggressiv verhalten wie gegen&#252;ber Irak &#8211; schlie&#223;lich ging es im Fernen Osten nicht um &#214;l, doch mit dem Irakkrieg f&#252;hrte er dem Regime in Pj&#246;ngjang anschaulich vor Augen, was ihm drohe, wenn es &#8211; wie eben Irak &#8211; nicht &#252;ber eine Abschreckungswaffe verf&#252;gt, die die USA als eine Bedrohung auffassen. Nordkoreas pseudo-kommunistische F&#252;hrung will nat&#252;rlich nicht unter einem schwebenden Damoklesschwert regieren, was man nur dadurch glaubt verhindern zu k&#246;nnen, dass man selbst ein solches in Stellung bringt &#8211; in Form eigener Atomwaffen. Und verhielt sich damit nicht anders als Israel, das sich so gegen arabische Angriffsgel&#252;ste sichern will, nicht anders als Indien und Pakistan, die beide den jeweils anderen Staat auf diese Weise in Schach zu halten versuchen. Und so wie es bei diesen L&#228;ndern, die die Nuklearwaffe als Lebensversicherung betrachten, bisher nicht gelungen ist, sie ihnen durch Verhandlungen und diplomatische Einigung als &#252;berfl&#252;ssig darzustellen, vielmehr nun auch noch droht, dass auf Israels Bombe demn&#228;chst Iran mit einer eigenen antwortet, so wird auch Nordkorea sein schwer, weil um den Preis massenhafter Verarmung der Bev&#246;lkerung errungenes <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Fragen-des-Tages-Nordkorea-Atomstreit;art693,2806900" target="_blank">Faustpfand</a><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/b4407aa0ff714c74abe3ce30454b5ef4" alt="" width="1" height="1" /> nicht aus der Hand geben, solange das irakische Menetekel an der Wand steht.</p>
<p>Dass Pj&#246;ngjang dazu grunds&#228;tzlich nicht bereit sei, l&#228;sst sich an der Geschichte des bereits seit zwei Jahrzehnten schwelenden Konflikts nicht belegen. Zwar hat Nordkorea sein Atomprogramm immer vorangetrieben, aber auch immer ein gewisses Ma&#223; an Kompromissbereitschaft erkennen lassen. So erkl&#228;rte es sich im Herbst 2005 zur Aufgabe seines Atomprogramms, was allerdings die USA und ihre Verb&#252;ndeten kaum honorierten, worauf ein Jahr sp&#228;ter der erste nordkoreanische Nukleartest stattfand. Wieder ein Jahr sp&#228;ter lie&#223; sich das Land die Schlie&#223;ung seines Atomzentrums abhandeln und sprengte medienwirksam sogar einen Reaktor, doch »Schurkenstaat« mit allen daraus drohenden Konsequenzen blieb Pj&#246;ngjang dennoch.</p>
<p>Nun mag man aus vertretbaren Gr&#252;nden ein solches »Rating« f&#252;r richtig halten, erfolgreiche Politik darauf aufbauen kann man hingegen nicht. Dass das Regime unter Kim Jong Il immer wieder von fr&#252;heren Zusagen abr&#252;ckte, hat eben auch damit zu tun, dass ihm der vereinigte Westen nie das Existenzrecht garantieren mochte. Das mag ihm angesichts der Realit&#228;t in der »Koreanischen Demokratischen Volksrepublik« schwer fallen, aber wer berechtigte Forderungen nach atomarer Abr&#252;stung unmittelbar mit solchen nach Abdankung der &#252;ber die Nuklearpotenz verf&#252;genden Clique verbindet, muss sich nicht wundern, dass er erfolglos bleibt.</p>
<p>Politik wird gern als Kunst des M&#246;glichen definiert. Die westliche Linie gegen&#252;ber Nordkorea ist seit Jahren allein von <a href="http://www.merkur.de/2009_22_polkom_nordkorea.34662.0.html?&amp;no_cache=1" target="_blank">Unm&#246;glichkeiten</a> bestimmt und hat darum &#8211; nicht die Hauptschuld, aber &#8211; ein ger&#252;ttelt Ma&#223; an eigener Verantwortung daran, dass wir derzeit so dicht an einem atomaren Schlagabtausch sind wie seit langem nicht.</p>
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