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	<title>blogsgesang.de &#187; Ramelow</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Bundesdeutscher Staat sichert sich gegen wachsende St&#228;rke der Linkspartei ab</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 21:51:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich k&#246;nnte die Linkspartei zufrieden sein, denn nichts zeigt mehr ihre wachsende Attraktivit&#228;t in der Bev&#246;lkerung und vor allem beim W&#228;hler, als die zunehmende Nervosit&#228;t des Staates. Letztere r&#252;ckt den Bundesinnenminister inzwischen sogar in die N&#228;he solcher gern von der Kanzlerin um der Menschenrechte willen ger&#252;gten Staatsorgane wie der russischen, die sich eine botm&#228;&#223;ige Justiz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich k&#246;nnte die Linkspartei zufrieden sein, denn nichts zeigt mehr ihre wachsende Attraktivit&#228;t in der Bev&#246;lkerung und vor allem beim W&#228;hler, als die zunehmende Nervosit&#228;t des Staates. <span id="more-1807"></span>Letztere r&#252;ckt den Bundesinnenminister inzwischen sogar in die N&#228;he solcher gern von der Kanzlerin um der Menschenrechte willen ger&#252;gten Staatsorgane wie der russischen, die sich eine botm&#228;&#223;ige Justiz halten, der nichts wichtiger ist als die Ausschaltung innenpolitischer Gegner.</p>
<p>Das gestrige Urteil des Bundesverwaltungsgerichts passt allzu gut in die j&#252;ngst forcierten Aktivit&#228;ten des bundesdeutschen Inlandsgeheimdienstes, die eine <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Weiter-unter-Beobachtung-id3270346.html" target="_blank">Zeitung so beschreibt</a><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/f565c164ab284504a61d91c1ffbce176" alt="" width="1" height="1" />: »Das Bundesamt f&#252;r Verfassungsschutz widmet den Linken in seinem Bericht 2009 f&#252;nf Seiten, die Kollegen aus Nordrhein-Westfalen formulieren schon auf elf, was ihnen alles in der neuen Partei verd&#228;chtig und extremistisch vorkommt.« Sie gibt mit ihrer folgenden Frage »Darf eine Organisation so ins Visier geraten, die erfolgreich einen Landtagssitz nach dem anderen erobert und die sogar Minister stellt?« faktisch schon die Antwort, denn genau in dieser Erfolgsbilanz der Linken liegt der Hintergrund f&#252;r das Vorgehen gegen sie. Es ist bezeichnend, dass der Anwalt des Inlandsgeheimdienstes sogar in der <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2872369_Verfassungsschutz-im-Recht-Ramelow-darf-ausspioniert-werden.html" target="_blank">Ablehnung der Wahl Joachim Gaucks zum Bundespr&#228;sidenten durch die Linke</a> einen Grund f&#252;r ihre Beobachtung durch den Verfassungsschutz sieht. Jeder, der nicht stramm dem von oben verordneten Zeitgeist huldigt, ist verd&#228;chtig!</p>
<p>Diese paranoide Sammelwut des Dienstes folgt den <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/sabotage-der-demokrate/" target="_blank">politischen Vorgaben der schwarz-gelben Regierung</a>, in der CDU, CSU und FDP unisono stets den Kampf gegen die Linkspartei zu einem ihrer Hauptziele erkl&#228;rt haben. Dieses Anliegen war es letztlich auch, dass die seit der Unterzeichnung ihres Koalitionsvertrages zutiefst zerstrittenen »Partner« erstmals wieder demonstrativ zusammenf&#252;hrte, wie nach der Bildung der rot-gr&#252;nen Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen, die nur mit Duldung von Links zustande kam, zu beobachten war. CDU/CSU und FDP wissen, dass sie solange nicht scheitern werden, solange zum einen die Linkspartei als »»Bedrohung f&#252;r die Demokratie« stigmatisiert wird und dies ihre potenziellen Partner SPD und Gr&#252;ne akzeptieren. Zum anderen aber darf die Linke nicht zu stark werden; daher wird jeder ihrer Sympathisanten letztlich zum Staatsfeind erkl&#228;rt und muss gew&#228;rtigen, in Verdacht zu geraten, der &#220;berwachung rechtfertigt.</p>
<p>Irgendwie kommt einem das alles sehr bekannt vor.</p>
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		<title>Parteijournalisten neuen Typs – zum Beispiel die Lafontaine-Vernichter</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 15:43:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wladimir Iljitsch Lenin war es, der vor der russischen Oktoberrevolution eine Zeitung gr&#252;ndete und f&#252;r sie eine eigene Theorie erfand – die von der »Presse neuen Typs«. Das war keine Weiterentwicklung des Journalismus, wie leninistische Theoretiker glauben machen wollten, sondern eher die Kreation eines Pressestellen-Journalismus, der vor allem Reklame und Marketing betreibt und sich – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wladimir Iljitsch Lenin war es, der vor der russischen Oktoberrevolution eine Zeitung gr&#252;ndete und f&#252;r sie eine eigene Theorie erfand – die von der »Presse neuen Typs«. Das war keine Weiterentwicklung des Journalismus, wie leninistische Theoretiker glauben machen wollten, sondern eher die Kreation eines Pressestellen-Journalismus<span id="more-1366"></span>, der vor allem Reklame und Marketing betreibt und sich – ganz anders als das meiste aus Lenins Theorienladen – nicht nur bis heute gehalten, sondern sogar noch betr&#228;chtlich ausgebreitet hat. So wie Lenin damals die Zeitung als Mittel verstand, f&#252;r seine bolschewistische Partei zu werben, mit ihr die Leserschaft aufzukl&#228;ren, um sie f&#252;r die aus seiner Sicht notwenigen Handlungen zu gewinnen – er betrachtete die Presse als »kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator«, so gibt es heute kaum ein Wirtschaftsunternehmen, Ministerium oder sonstige Beh&#246;rde, die nicht zum gleichen Zweck eine umf&#228;ngliche Presse- und Werbeabteilung unterhalten. Nicht um einen unabh&#228;ngigen Journalismus geht es ihnen, sondern – wie eben auch Lenin – um dessen Ausrichtung auf ihre eigenen Interessen.</p>
<p>Die so genannten seri&#246;sen Medien hierzulande m&#252;hen sich durchaus, den Verlockungen solchen <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1171/wenn-der-spiegel-mit-dem-oskar-und-der-sahra-%e2%80%a6" target="_blank">Reklamejournalismus</a><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/8d918f1174f14136a1e952a8b56ef038" width="1" height="1" alt=""> zu widerstehen, auch wenn das aus &#246;konomischen wie politischen Gr&#252;nden immer schwerer f&#228;llt. Besonders dann, wenn ein Vorgang beschrieben wird, der im Widerspruch zum »Mainstream« steht, ist zumindest der indirekte, manchmal aber auch der <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E28EFD94926E64CC08D46119C93101C8F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">direkte Druck </a>gewaltig, die Fakten ein wenig am vorherrschenden Meinungsbild auszurichten. Der eine kommt dem nur z&#246;gernd und mit sichtlichem Unbehagen nach, der andere ist schon weiter und findet vielleicht sogar Gefallen an einer Berichterstattung, die in seinem Umfeld, das nicht unbedingt die Leser, H&#246;rer und Zuschauer sind, auf allgemeines Wohlwollen st&#246;&#223;t.</p>
<p>Eins der Themen, bei dem das besonders augenf&#228;llig wird, ist all das, was unter »Links« firmiert. Hier ist die mediale Ablehnung weitgehender Konsens, und der Journalist, der kr&#228;ftig in diese Kerbe haut, kann aus Sicht seiner Chefs und erst recht der Geldgeber kaum etwas falsch machen. Man muss da in diesen Tagen gar nicht zuerst an Oskar Lafontaine denken, sondern wurde &#252;ber das Muster j&#252;ngst am Beispiel des gerade zum SPD-Vorsitzenden gew&#228;hlten Sigmar Gabriel belehrt. Bei »Zapp« plauderte der Redakteur der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«, Michael Berger, aus, dass man in der kurzen Zeit Gabriels als Ministerpr&#228;sident Niedersachsens irgendwann fand, dass dieser sich zu oft als »Fanfare« produziert h&#228;tte. Die offensichtlich inhaltlich kaum begr&#252;ndete Reaktion: »Wir haben dann irgendwann in der Zeitung des Schalter umgelegt und gesagt: Nun kritisieren wir ihn mal ordentlich!«</p>
<p>Um wieviel mehr gilt das f&#252;r Lafontaine, der nat&#252;rlich auch kr&#228;ftig die Fanfare bl&#228;st – und dazu noch <a href="http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&amp;cccpage=17112009ArtikelKommentarKneffel1" target="_blank">aus der falschen Richtu</a>ng und mit einem aufwieglerischen Sound. Da ist man sich kaum zu schade, der Leninschen Theorie – ohne sie nat&#252;rlich zu kennen – konsequent zu folgen. Die Medien werden – bis auf wenige Ausnahmen – zum kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator einer Kampagne gegen den Feind, der beim russischen Revolution&#228;r der Klassenfeind war, was bei ihnen wohl Lafontaine gleicherma&#223;en ist, wenn auch mit ver&#228;ndertem Vorzeichen. F&#252;r die SED-Propaganda war jahrelang Franz Josef Strau&#223; der Prototyp des reaktion&#228;ren Nationalisten und Imperialisten. F&#252;r die b&#252;rgerlichen Medien spielt heute Oskar Lafontaine diese Rolle – als Prototyp des umst&#252;rzlerischen, so vaterlands- und prinzipienlosen Systemver&#228;nderers. Er kann tun oder lassen, was immer er will; <a href="http://www.readers-edition.de/2009/11/19/oskar-lafontaine-und-das-elend-des-deutschen-journalismus/" target="_blank">stets sucht man nach dem Haar in der Suppe</a>, nach einer Interpretation, die die Fakten irgendwie gegen ihn wendet.</p>
<p>Auf sogenannte seri&#246;se Medien ist das keineswegs begrenzt. Der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661508,00.html" target="_blank">»Spiegel« </a>hat sich schon lange aus der Kreis der so geadelten Bl&#228;tter verabschiedet und ist zur Bild-Zeitung f&#252;r Intellektuelle mutiert; jetzt m&#252;ht sich die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/115/492471/text/" target="_blank">»S&#252;ddeutsche Zeitung«, </a>dem Hamburger Magazin nachzueifern. Jedenfalls war ihre Berichterstattung &#252;ber Oskar Lafontaine an B&#246;swilligkeit allenfalls noch von »Bild« und eben vom »Spiegel« zu &#252;berbieten. Immerhin hat sie noch Unbehagen versp&#252;rt und eine <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/670/495001/text/" target="_blank">Rechtfertigung</a> formuliert, aber gerade in dieser wurde auch der Unterschied deutlich, den man zwischen einem unakzeptablen Linken wie Lafontaine und einem »gel&#228;uterten« SPD-Mann wie zum Beispiel Peter Struck macht, wenn es um politischen Anstand geht. Bei Lafontaine hingegen dient selbst die mit Krokodilstr&#228;nen getr&#228;nkte Betroffenheitsgeste zu einem neuen Angriff auf die so tief verhasste Linkspartei – indem man sich nun <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/krank/" target="_blank">Bodo Ramelow </a>wegen seines dummen Kommentars zu Lafontaines Krebserkrankung vornimmt. Welch Gl&#252;ck, mag da mancher gedacht haben, wir m&#252;ssen nicht abr&#252;sten, sondern brauchen nur die Gesch&#252;tze auf das neue Ziel zu richten. Sie haben den Lenin verstanden, auch wenn sie ihn nie lasen.</p>
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		<title>Woher die Furcht vor Brandenburgs rotem Adler kommt</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 18:20:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eigentlich h&#228;tte man vermuten k&#246;nnen, dass Rot-Rot in Brandenburg kaum noch als Aufreger taugt. Immerhin gab es schon 1994 in Sachsen-Anhalt eine von der PDS tolerierte rot-gr&#252;ne Regierung, dann 1998 in Mecklenburg-Vorpommern die erste rot-rote Koalition, schlie&#223;lich das gleiche B&#252;ndnis sogar in der Hauptstadt mit ihren noch immer klaren Fronten zwischen dem alten Westberlin und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich h&#228;tte man vermuten k&#246;nnen, dass Rot-Rot in Brandenburg kaum noch als Aufreger taugt. Immerhin gab es schon 1994 in Sachsen-Anhalt eine von der PDS tolerierte rot-gr&#252;ne Regierung, dann 1998 in Mecklenburg-Vorpommern die erste rot-rote Koalition<span id="more-1338"></span>, schlie&#223;lich das gleiche B&#252;ndnis sogar in der Hauptstadt mit ihren noch immer klaren Fronten zwischen dem alten Westberlin und dem Machtzentrum der Ex-DDR. Um all diese unheiligen Allianzen hatte es nat&#252;rlich Diskussionen gegeben, von unverhohlener Skepsis bis scharfer Ablehnung, aber sie waren dann doch relativ stabil, wurden beinahe zum politischen Alltag. Nirgends gab es die Wiederkehr sozialistischer Verh&#228;ltnisse, schon gar nicht kommunistischer Experimente, und man h&#228;tte annehmen k&#246;nnen, der n&#228;chste derartige Versuch ginge ohne besondere Erregung &#252;ber die B&#252;hne.</p>
<p>Doch beinahe das Gegenteil ist jetzt der Fall. Das zeigte nicht erst Brandenburg, sondern zuvor schon Th&#252;ringen und das Saarland, eigentlich bereits Hessen. In den drei L&#228;ndern wurde – so unterschiedlich die Verh&#228;ltnisse im einzelnen waren – eine Machtkonstellation unter Einschluss der Linkspartei versucht. Und verhindert – trotz der genannten Vorl&#228;ufer. Offensichtlich ist in Deutschland in den letzten Jahren eine Situation entstanden, die in konservativen Kreisen als echte Bedrohung empfunden wird, weshalb man schon beinahe hysterisch gegen den Fortgang dieser Entwicklung ank&#228;mpft.</p>
<p>Als H&#246;ppner in Magdeburg, Ringstorff in Schwerin, Wowereit in Berlin die PDS bzw. die Linke mit einer gewissen, von ihnen kontrollierten Macht ausstatteten, bauten sie s&#228;mtlich darauf, sie auf diese Weise zu »entzaubern«. Das schien eine Zeitlang auch erfolgsversprechend, doch das Ende der SPD-Herrschaft in Sachsen-Anhalt wie Mecklenburg-Vorpommern und die gegenw&#228;rtigen Probleme der Berliner Sozialdemokraten haben zugleich gezeigt, dass auch der Koch wenig davon profitiert, wenn er den Kellner schlecht behandelt – zumal dann, wenn er die alten, bew&#228;hrten Rezepte beiseite legt und mit neuen, vorgeblich modernen Kreationen die Stammkundschaft nicht mehr satt macht. Indem sich die SPD von ihren Wurzeln entfernte, verhalf sie der Linkspartei zu neuer Identit&#228;t. Die besetzte das von der Sozialdemokratie aufgegebene Terrain, entwickelte sich – nicht zuletzt mit der Hilfe des Ex-SPD-Chefs Oskar Lafontaine – zur wahren Vertreterin der einstigen SPD-Klientel und ist dabei, sich an die Spitze des linken Lagers in Deutschland zu stellen.</p>
<p>Damit aber ver&#228;ndert sie – so die gewiss nicht ganz falsche Wahrnehmung des konservativen Lagers – &#252;ber einzelne Bundesl&#228;nder Schritt f&#252;r Schritt die Machtverh&#228;ltnisse im Land. In Hessen stellte sie sich hinter das f&#252;r die Gesamt-SPD schon beinahe extrem linke und daher von ihrer F&#252;hrung vehement abgelehnte Programm Andrea Ypsilantis. Im Saarland drohte j&#252;ngst eine &#228;hnliche Entwicklung – allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass die Linkspartei nicht mehr die kleine Mehrheitsbeschafferin, sondern eine der SPD fast ebenb&#252;rtige Kraft gewesen w&#228;re. Und in Th&#252;ringen hat die Linke die SPD bereits weit hinter sich gelassen. Linkes Regieren bedeutet inzwischen die weitgehende Gleichberechtigung – oder gar Meinungsf&#252;hrerschaft – der Linkspartei in einem B&#252;ndnis mit der SPD. Das ist f&#252;r die CDU immerhin so alarmierend, dass sie reihenweise einst eherne Positionen r&#228;umt, um diese Konstellation zu verhindern. Insofern kann sich die Linke die Koalitionsvertr&#228;ge von Saarbr&#252;cken und Erfurt zu gro&#223;en Teilen indirekt dem eigenen Erfolgskonto zuschreiben.</p>
<p>Diese auch in Brandenburg wirkende Tendenz mag <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/brandenburg-weiter-kritik-an-rot-rot_aid_452157.html" target="_blank"><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/5ef38e5d4029404d9555f9f3118413e7" alt="" width="1" height="1" />Matthias Platzeck </a>bewogen haben, in einer Art Flucht nach vorn die Linke in die das eigene Konzept einzubinden. Vielleicht glaubt er wie H&#246;ppner, Ringstorff und Wowereit daran, die Linkspartei »entzaubern« zu k&#246;nnen. Vielleicht wollte er aber auch nur die eigene schwindende Machtbasis erweitern. Er nutzte auf jeden Fall das durch die schwere Wahlniederlage vom 27. September in der Bundes-SPD entstandene Machtvakuum, um sich gegen die Berliner F&#252;hrung durchzusetzen. Dass er Erfolg hat, ist angesichts der auch in der Linkspartei durchaus vorhandenen Neigung, um des Regierens willen politische Positionen aufzugeben, nicht von vornherein auszuschlie&#223;en.</p>
<p>Die Konservativen jedoch wollen das Risiko, ob die B&#228;ndigung der Linken tats&#228;chlich gelingt, nicht eingehen. Sie orientieren deshalb darauf, es gar nicht erst zu solch gef&#228;hrlichen B&#252;ndnissen kommen zu lassen, wobei es ihnen allerdings immer schwerer f&#228;llt, ihr Vorgehen &#252;berzeugend zu begr&#252;nden. Gen&#252;gte fr&#252;her oft die Stasi-Keule, um Linke von der Macht fernzuhalten, so ist das bei zunehmend anders sozialisiertem Personal der Partei immer schwieriger. Nun wird – wie beim neuen Brandenburger Justizminister <a href="http://www.welt.de/politik/article5049188/Verdraengungsvokabel-Unrechtsstaat.html" target="_blank">Volkmar Sch&#246;neburg </a>– sogar das Abweichen von einer Art Parteilinie (nicht mehr der SED, sondern jetzt wohl der CDU) als Makel gesehen; weil er &#252;ber Mauersch&#252;tzenprozesse und die Rechtslage in der DDR anderer Meinung als die regierungsoffiziellen Gesichtsdeuter ist. Und<a href="http://www.n24.de/news/newsitem_5557328.html" target="_blank"> Bodo Ramelow</a>, der in Th&#252;ringen Ministerpr&#228;sident werden wollte und dem als Westdeutschem keinerlei DDR-S&#252;nden vorgeworfen werden k&#246;nnen, disqualifiziert sich in den Augen seiner Gegner vor allem dadurch, dass er &#252;berhaupt konsequent linke Politik betreiben will.</p>
<p>Damit jedoch entlarven sich viele der gegen die Linkspartei vorgebrachten Argumente als vorgeschoben. Solange viele die Linke nicht als echte Gefahr f&#252;r das bundesrepublikanische System betrachteten, nahm man ihre Einbeziehung in SPD-gef&#252;hrte Regierung hin. Jetzt jedoch scheint mancher die Risiken linker Machtbeteiligung f&#252;r die althergebrachte Ordnung vor dem Hintergrund sozialdemokratischen Niedergangs viel dramatischer zu beurteilen. Und sich folglich vor dem frisch eingef&#228;rbten roten Brandenburger Adler so sehr zu f&#252;rchten, dass es auf &#252;berzeugende Begr&#252;ndungen gegen Rot-Rot schon gar nicht mehr ankommt, sondern nur noch auf die Verhinderung einer Entwicklung, die man vor 20 Jahren ein f&#252;r alle Mal f&#252;r beendet glaubte.</p>
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		<title>Nicht Matschie, Ramelow sichert Lieberknecht die Th&#252;ringer Ministerpr&#228;sidentschaft</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 22:06:34 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Weil er f&#252;r Th&#252;ringen eine stabile Regierung wolle, so begr&#252;ndete der dortige SPD-Chef Christoph Matschie zuletzt die Unterst&#252;tzung seiner Partei f&#252;r die Fortsetzung der abgewirtschafteten CDU-Herrschaft. Tats&#228;chlich aber ist er nun Vize-Chef der instabilsten Regierung, die Th&#252;ringen je hatte. Drei Wahlg&#228;nge brauchte Christine Lieberknecht, ehe sie heute zur Ministerpr&#228;sidentin gew&#228;hlt wurde, und es war am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil er f&#252;r Th&#252;ringen eine stabile Regierung wolle, so begr&#252;ndete der dortige SPD-Chef Christoph Matschie zuletzt die Unterst&#252;tzung seiner Partei f&#252;r die Fortsetzung der abgewirtschafteten CDU-Herrschaft. Tats&#228;chlich aber ist er nun Vize-Chef der instabilsten Regierung, die Th&#252;ringen je hatte.<span id="more-1329"></span></p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E81EE8CB4848947E3969E7F735502B31D~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/073dd5b6dd4f4aa7abcf04dd4b737de7" alt="" width="1" height="1" />Drei Wahlg&#228;nge</a> brauchte Christine Lieberknecht, ehe sie heute zur Ministerpr&#228;sidentin gew&#228;hlt wurde, und es war am Ende ausgerechnet Bodo Ramelow, der Fraktionschef der Linken, der mit seiner polarisierenden Gegenkandidatur die Mehrheit f&#252;r die CDU-Kandidatin organisierte. Ganz nebenbei machte er damit auch klar, dass die FDP im Interesse der CDU auf ihre Oppositionsrolle – und damit auf ihre Eigenst&#228;ndigkeit – zu verzichten bereit ist, ein Vorgang, der zwar mit demokratischer Gewaltenteilung wenig zu tun hat, gleichwohl aber den frenetischen Beifall jener <a href="http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E062000F573194505A9B58446480D4ECE~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">medialen Grabenk&#228;mpfer</a> findet, die um ihres Antikommunismus willen auf Demokratierituale leichten Herzens zu verzichten bereit sind. Ramelow testete zudem die Bereitschaft des Landtags, irgendwann einen Wechsel zu ihm zu vollziehen – das allerdings mit dem ern&#252;chternden Resultat, dass er vermutlich nur eine Stimme &#252;ber die eigene Fraktion hinaus erhielt.</p>
<p>Die schwarz-rote Koalition in Erfurt macht das freilich nicht stabiler, denn sowohl Lieberknecht als auch Matschie wissen nun, dass irgendwo im Hinterhalt die Heckensch&#252;tzen lauern, die wohl auch weiterhin aus der Unkenntlichkeit heraus Pl&#228;ne gegen das gegenw&#228;rtige Th&#252;ringer F&#252;hrungspersonal schmieden werden – nat&#252;rlich nicht, um Ramelow an die Macht zu bringen, aber immer auch bereit, die Linksfraktion als n&#252;tzliche Helfer vors Loch zu schieben.</p>
<p>Wo die Abweichler sitzen, wird derzeit heftig er&#246;rtert, und die nahe liegende Vermutung, sie k&#228;men allein aus der zerstrittenen SPD, ist nicht sonderlich schl&#252;ssig, denn diese Fraktion hat Matschie in den letzten Jahren v&#246;llig auf sich zugeschnitten; hier sitzen eigentlich nur seine Kreaturen, die ihrem Chef wohl kaum in den R&#252;cken gefallen sind. Andererseits war Christine Lieberknecht dem erzkonservativen Kreis der Th&#252;ringer CDU um Althaus schon immer suspekt. Der fr&#252;here Ministerpr&#228;sident hielt sie stets auf Distanz, speiste sie mit Posten ab, in denen sie wenig Einfluss hatte oder unter seiner Kontrolle stand. Dass sie nun unversehens an die Spitze trat und an diese Altherrenriege offensichtlich keine Zugest&#228;ndnisse machte, d&#252;rfte weder ihm noch seinen Vertrauten gefallen haben. Dass sie dar&#252;berhinaus in den Koalitionsverhandlungen unter dem Druck der Verh&#228;ltnisse weitgehende Positionen zugunsten der SPD – von den CDU-Konservativen bisher nur entweder hochm&#252;tig als Gegner oder herablassend als Mehrheitsbeschaffer betrachtet – r&#228;umte, mag ein &#220;briges getan haben. Jedenfalls steht sie von mehreren Seiten unter Druck – und Matschie ist offensichtlich derjenige, der ihr dabei am wenigsten helfen kann.</p>
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		<title>Der Matschie des Saarlands hei&#223;t Hubert Ulrich</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 19:58:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Entscheidung der Saar-Gr&#252;nen f&#252;r die Fortsetzung der CDU-Herrschaft im Lande war seit langem vorhersehbar. Wie in Th&#252;ringen Christoph Matschie, so hatte der hiesige Vorsitzende der einstigen Alternativen, Hubert Ulrich, seine Pr&#228;ferenz von Anfang an ziemlich unverhohlen durchblicken lassen und brauchte die sechs Wochen seit der Landtagswahl nur dazu, um die Linkspartei als »Schuldigen« aufzubauen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Entscheidung der Saar-Gr&#252;nen f&#252;r die <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article4812255/Gruene-fluechten-vor-Lafontaine-nach-Jamaika.html" target="_blank"><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/e9a15111dab8403698764ffc2a32d24e" width="1" height="1" alt="">Fortsetzung der CDU-Herrschaft</a> im Lande war seit langem vorhersehbar. Wie in Th&#252;ringen Christoph Matschie, so hatte der hiesige Vorsitzende der einstigen Alternativen, Hubert Ulrich, seine Pr&#228;ferenz von Anfang an ziemlich unverhohlen durchblicken lassen <span id="more-1310"></span>und brauchte die sechs Wochen seit der Landtagswahl nur dazu, um die Linkspartei als »Schuldigen« aufzubauen. Und so wie an der Saar der th&#252;ringische Ramelow Oskar Lafontaine hei&#223;t, so ist Ulrich damit zum saarl&#228;ndischen Matschie geworden. Gemeinsam ist beiden die zahlenm&#228;&#223;ige wie wohl auch intellektuelle Unterlegenheit gegen&#252;ber der Linkspartei und ihren Protagonisten; sie wollten einfach das Risiko nicht eingehen, in einer solchen Konstellation nur die Nebenrollen spielen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Die bleiben ihnen zwar nun auch nur, aber wenigstens in der CDU-W&#228;rmestube mit ihrem vertrauten Mief. Dem frischen und f&#252;r neoliberale Anwandlungen gewiss auch rauen Wind der Ver&#228;nderung mochten sie sich nicht aussetzen – und schon gar nicht der Unberechenbarkeit neuer politischer Wege. In der Koalition mit Schr&#246;ders SPD hatten sich die Gr&#252;nen endg&#252;ltig von der einst beschworenen Alternative zum herrschenden System verabschiedet. Das Zusammengehen mit der CDU in Hamburg und jetzt im Saarland sind insofern nur die logische Konsequenz ihres<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/gruene-als-fdp-des-21-jahrhunderts;2467710" target="_blank"> &#220;bertritts ins so genannte b&#252;rgerliche Lager</a>. Weitere derartige Schritte werden folgen.</p>
<p>F&#252;r die Linke ist diese Entwicklung zwar eine Wachstumsgarantie, die politisch allerdings auf absehbare Zeit ohne substantielle Folgen bleiben d&#252;rfte. Denn f&#252;r die Union ist die Umorientierung erst der SPD und nun auch der Gr&#252;nen viel mehr – n&#228;mlich eine <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Jamaika-Saarland-Lafontaine;art141,2921241" target="_blank">Herrschaftsgarantie</a>.</p>
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		<title>Mit Christoph Matschie geht in Th&#252;ringen nur Althaus</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 13:35:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[»Was ich vor der Wahl gesagt habe, gilt auch nach der Wahl«, erkl&#228;rt Th&#252;ringens SPD-Spitzenkandidat f&#252;r die Landtagswahl, Christoph Matschie, immer wieder. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass er dieses Versprechen brechen wird. Denn im Wahlkampf hatte er nicht nur eine Wahl des Linken Bodo Ramelow zum Ministerpr&#228;sidenten ausgeschlossen, sondern auch die Wiederwahl des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Was ich vor der Wahl gesagt habe, gilt auch nach der Wahl«, erkl&#228;rt Th&#252;ringens SPD-Spitzenkandidat f&#252;r die Landtagswahl, Christoph Matschie, immer wieder. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass er dieses Versprechen brechen wird. <span id="more-1270"></span><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/c543228bd8f84e49a7c206ba836a31aa" alt="" width="1" height="1" />Denn im Wahlkampf hatte er nicht nur eine Wahl des Linken Bodo Ramelow zum Ministerpr&#228;sidenten ausgeschlossen, sondern auch die Wiederwahl des derzeitigen CDU-Regierungschefs Dieter Althaus , denn das Schlimmste f&#252;r Th&#252;ringen w&#228;ren <a href="http://www.stern.de/wahl-2009/landtagswahl/regierungsbildung-in-thueringen-alle-wollen-chef-werden-1506369.html" target="_blank">»f&#252;nf weitere verlorene Jahre mit einer Regierung Althaus«</a>. Noch am Wahlabend rief er: »Das System Althaus ist abgew&#228;hlt.«</p>
<p>Damit hat er recht, doch zugleich schickt er sich gerade an, den von den Th&#252;ringern abgew&#228;hlten Althaus vor dem Untergang zu retten und mit den Stimmen seiner Partei erneut ins Spitzenamt der Regierung zu w&#228;hlen. Damit macht er sich zu einer tragischen Figur, die zwar lauthals verk&#252;ndet, ohne die SPD gehe in Th&#252;ringen nichts; dabei geht mit ihr nicht anders als Althaus und seine System. In seiner Person spiegelt sich, wie sehr die Wirklichkeit &#252;ber die Sozialdemokratie inzwischen hinweggegangen ist. Zwanzig Jahre hat sie in ihrer Mehrheit gebraucht, sich halbherzig dazu durchzuringen, die Linkspartei wenigstens in den L&#228;ndern als Koalitionspartner zu akzeptieren, zwanzig Jahre, die die Linken dazu nutzten, W&#228;hlerstimme um W&#228;hlerstimme zuzulegen und die SPD da und dort bereits zu &#252;berholen, was f&#252;r die Sozialdemokraten ein neues Problem schuf: Wer &#252;bernimmt in einer solchen Koalition die F&#252;hrung? Und erneut erweist sich die SPD als politikunf&#228;hig, und man muss f&#252;rchten, dass sie weitere zwanzig Jahre braucht, diese neue Herausforderung auf demokratische Weise und nicht nach ideologisch gepr&#228;gtem Wunschdenken zu bew&#228;ltigen. Sie erinnert mit ihrer Realit&#228;tsverweigerung erstaunlich stark an die SED in ihrer Schlussphase, und gespannt wartet man schon auf einen M&#252;ntefering-Satz der Art: Die SPD in ihrem Lauf h&#228;lt weder Ochs noch Esel auf!</p>
<p>Was die Sache selbst, n&#228;mlich die Entscheidung &#252;ber einen Ministerpr&#228;sidenten ungeachtet der von den Parteien erreichten Mehrheiten, angeht, kann man nat&#252;rlich sagen, dass die Au&#223;erachtlassung bisheriger Gepflogenheiten kein uninteressanter Gedanke ist. Es w&#228;re durchaus vorstellbar, nicht denjenigen mit den st&#228;rksten Bataillonen, sondern den vermutlich F&#228;higsten zum Ministerpr&#228;sidenten zu bestimmen. . Das aber geht nat&#252;rlich nur, wenn er diese F&#228;higkeit nachhaltig bewiesen hat und sie daher allgemein anerkannt wird. Gerade Christoph Matschie auf diesen Sockel zu stellen, scheint etwas vermessen; eher w&#228;re schon denkbar, dass im Saarland ein Oskar Lafontaine an die Spitze der Regierung tritt; schlie&#223;lich ist er dort bei Freund wie Feind popul&#228;r und betr&#228;gt sein Abstand zum SPD-Spitzenmann Heiko Maas keine neun, sondern nur gut drei Prozent. Aber wenn es schon nicht um Mehrheiten, sondern um die Position im Koalitionspoker geht, k&#246;nnte hier auch der Gr&#252;nen-Spitzenkandidat Hubert Ulrich Anspruch auf die Staatskanzlei in Saarbr&#252;cken erheben, denn ohne seine drei Abgeordneten geht dort schlie&#223;lich auch nichts.</p>
<p>Bleibt eigentlich nur die Frage, warum Matschie nicht auch gegen&#252;ber die CDU den eigenen Anspruch auf das Ministerpr&#228;sidentenamt formuliert. Schlie&#223;lich w&#228;re das seine einzige Chance, dem <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=4164" target="_blank">Wortbruch gegen&#252;ber dem W&#228;hler </a>zu entgehen. Aber nicht einmal jene Medien, die am Beispiel Andrea Ypsilanti spaltenlang &#252;ber die Verwerflichkeit von Wortbr&#252;chen nach dem Wahltag philosophierten, sehen jetzt dieses Problem. Es ist offenbar nur existent, wenn wenn man damit der Linkspartei eins auswischen kann. Geht es jedoch um den Machterhalt der CDU, wird Wortbruch zum Kavaliersdelikt, &#252;ber das man gern gro&#223;z&#252;gig hinwegsieht.</p>
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