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	<title>blogsgesang.de &#187; Reklame</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Parteijournalisten neuen Typs – zum Beispiel die Lafontaine-Vernichter</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 15:43:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wladimir Iljitsch Lenin war es, der vor der russischen Oktoberrevolution eine Zeitung gr&#252;ndete und f&#252;r sie eine eigene Theorie erfand – die von der »Presse neuen Typs«. Das war keine Weiterentwicklung des Journalismus, wie leninistische Theoretiker glauben machen wollten, sondern eher die Kreation eines Pressestellen-Journalismus, der vor allem Reklame und Marketing betreibt und sich – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wladimir Iljitsch Lenin war es, der vor der russischen Oktoberrevolution eine Zeitung gr&#252;ndete und f&#252;r sie eine eigene Theorie erfand – die von der »Presse neuen Typs«. Das war keine Weiterentwicklung des Journalismus, wie leninistische Theoretiker glauben machen wollten, sondern eher die Kreation eines Pressestellen-Journalismus<span id="more-1366"></span>, der vor allem Reklame und Marketing betreibt und sich – ganz anders als das meiste aus Lenins Theorienladen – nicht nur bis heute gehalten, sondern sogar noch betr&#228;chtlich ausgebreitet hat. So wie Lenin damals die Zeitung als Mittel verstand, f&#252;r seine bolschewistische Partei zu werben, mit ihr die Leserschaft aufzukl&#228;ren, um sie f&#252;r die aus seiner Sicht notwenigen Handlungen zu gewinnen – er betrachtete die Presse als »kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator«, so gibt es heute kaum ein Wirtschaftsunternehmen, Ministerium oder sonstige Beh&#246;rde, die nicht zum gleichen Zweck eine umf&#228;ngliche Presse- und Werbeabteilung unterhalten. Nicht um einen unabh&#228;ngigen Journalismus geht es ihnen, sondern – wie eben auch Lenin – um dessen Ausrichtung auf ihre eigenen Interessen.</p>
<p>Die so genannten seri&#246;sen Medien hierzulande m&#252;hen sich durchaus, den Verlockungen solchen <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1171/wenn-der-spiegel-mit-dem-oskar-und-der-sahra-%e2%80%a6" target="_blank">Reklamejournalismus</a><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/8d918f1174f14136a1e952a8b56ef038" width="1" height="1" alt=""> zu widerstehen, auch wenn das aus &#246;konomischen wie politischen Gr&#252;nden immer schwerer f&#228;llt. Besonders dann, wenn ein Vorgang beschrieben wird, der im Widerspruch zum »Mainstream« steht, ist zumindest der indirekte, manchmal aber auch der <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E28EFD94926E64CC08D46119C93101C8F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">direkte Druck </a>gewaltig, die Fakten ein wenig am vorherrschenden Meinungsbild auszurichten. Der eine kommt dem nur z&#246;gernd und mit sichtlichem Unbehagen nach, der andere ist schon weiter und findet vielleicht sogar Gefallen an einer Berichterstattung, die in seinem Umfeld, das nicht unbedingt die Leser, H&#246;rer und Zuschauer sind, auf allgemeines Wohlwollen st&#246;&#223;t.</p>
<p>Eins der Themen, bei dem das besonders augenf&#228;llig wird, ist all das, was unter »Links« firmiert. Hier ist die mediale Ablehnung weitgehender Konsens, und der Journalist, der kr&#228;ftig in diese Kerbe haut, kann aus Sicht seiner Chefs und erst recht der Geldgeber kaum etwas falsch machen. Man muss da in diesen Tagen gar nicht zuerst an Oskar Lafontaine denken, sondern wurde &#252;ber das Muster j&#252;ngst am Beispiel des gerade zum SPD-Vorsitzenden gew&#228;hlten Sigmar Gabriel belehrt. Bei »Zapp« plauderte der Redakteur der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«, Michael Berger, aus, dass man in der kurzen Zeit Gabriels als Ministerpr&#228;sident Niedersachsens irgendwann fand, dass dieser sich zu oft als »Fanfare« produziert h&#228;tte. Die offensichtlich inhaltlich kaum begr&#252;ndete Reaktion: »Wir haben dann irgendwann in der Zeitung des Schalter umgelegt und gesagt: Nun kritisieren wir ihn mal ordentlich!«</p>
<p>Um wieviel mehr gilt das f&#252;r Lafontaine, der nat&#252;rlich auch kr&#228;ftig die Fanfare bl&#228;st – und dazu noch <a href="http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&amp;cccpage=17112009ArtikelKommentarKneffel1" target="_blank">aus der falschen Richtu</a>ng und mit einem aufwieglerischen Sound. Da ist man sich kaum zu schade, der Leninschen Theorie – ohne sie nat&#252;rlich zu kennen – konsequent zu folgen. Die Medien werden – bis auf wenige Ausnahmen – zum kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator einer Kampagne gegen den Feind, der beim russischen Revolution&#228;r der Klassenfeind war, was bei ihnen wohl Lafontaine gleicherma&#223;en ist, wenn auch mit ver&#228;ndertem Vorzeichen. F&#252;r die SED-Propaganda war jahrelang Franz Josef Strau&#223; der Prototyp des reaktion&#228;ren Nationalisten und Imperialisten. F&#252;r die b&#252;rgerlichen Medien spielt heute Oskar Lafontaine diese Rolle – als Prototyp des umst&#252;rzlerischen, so vaterlands- und prinzipienlosen Systemver&#228;nderers. Er kann tun oder lassen, was immer er will; <a href="http://www.readers-edition.de/2009/11/19/oskar-lafontaine-und-das-elend-des-deutschen-journalismus/" target="_blank">stets sucht man nach dem Haar in der Suppe</a>, nach einer Interpretation, die die Fakten irgendwie gegen ihn wendet.</p>
<p>Auf sogenannte seri&#246;se Medien ist das keineswegs begrenzt. Der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661508,00.html" target="_blank">»Spiegel« </a>hat sich schon lange aus der Kreis der so geadelten Bl&#228;tter verabschiedet und ist zur Bild-Zeitung f&#252;r Intellektuelle mutiert; jetzt m&#252;ht sich die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/115/492471/text/" target="_blank">»S&#252;ddeutsche Zeitung«, </a>dem Hamburger Magazin nachzueifern. Jedenfalls war ihre Berichterstattung &#252;ber Oskar Lafontaine an B&#246;swilligkeit allenfalls noch von »Bild« und eben vom »Spiegel« zu &#252;berbieten. Immerhin hat sie noch Unbehagen versp&#252;rt und eine <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/670/495001/text/" target="_blank">Rechtfertigung</a> formuliert, aber gerade in dieser wurde auch der Unterschied deutlich, den man zwischen einem unakzeptablen Linken wie Lafontaine und einem »gel&#228;uterten« SPD-Mann wie zum Beispiel Peter Struck macht, wenn es um politischen Anstand geht. Bei Lafontaine hingegen dient selbst die mit Krokodilstr&#228;nen getr&#228;nkte Betroffenheitsgeste zu einem neuen Angriff auf die so tief verhasste Linkspartei – indem man sich nun <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/krank/" target="_blank">Bodo Ramelow </a>wegen seines dummen Kommentars zu Lafontaines Krebserkrankung vornimmt. Welch Gl&#252;ck, mag da mancher gedacht haben, wir m&#252;ssen nicht abr&#252;sten, sondern brauchen nur die Gesch&#252;tze auf das neue Ziel zu richten. Sie haben den Lenin verstanden, auch wenn sie ihn nie lasen.</p>
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