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	<title>blogsgesang.de &#187; Religion</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Die Schweizer – Fundamentalisten im Herzen Europas</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 22:10:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Emil Steinberger hat es uns schon vor mehr als 30 Jahren mitgeteilt. In dem Film »Der Schweizermacher« hielt er seinen Landsleuten einen Spiegel vor, aus dem ihnen eine ziemlich h&#228;ssliche Visage entgegenblickte. Die ist seither nicht sch&#246;ner geworden, wie wir am letzten Wochenende bei der Volksabstimmung &#252;ber ein <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,664135,00.html" target="_blank">Verbot des Baus von Minaretten</a> in der Schweiz erfahren mussten. <span id="more-1396"></span>Die <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentar-politik/minarette-auch-fuer-die-schweiz-ist-globalisierung-unteilbar;2492001" target="_blank">Emp&#246;rung</a><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/955e08cf754f42c1854eaa2a26a51069" alt="" width="1" height="1" /> dar&#252;ber ist gro&#223;, nicht zuletzt in den Nachbarl&#228;ndern, die nun noch mehr glauben,sich &#252;ber die kleine Eidgenossenschaft erheben zu k&#246;nnen.</p>
<p>Mitten in Europa also religi&#246;se Fundamentalisten, die f&#252;r das Ausleben ihrer christlichen Gesinnung das Verbot der Symbole anderer Religionen ben&#246;tigen. F&#252;r die Toleranz ein Fremdwort ist, wenn es darum geht klar zu machen, wer allein sich als Herr im Hause f&#252;hlen darf. F&#252;rwahr ein Vorgang, der zwar demokratisch dem Buchstaben nach zustande kam, aber dem Geiste nach mit Demokratie wenig zu tun hat. Und dennoch: Die jenseits Schweizer Grenzen zur Schau getragene Abscheu ist nichts als heuchlerisch, denn Fundamentalisten solch Schweizer Art gibt es &#252;berall rund herum. Die Schweiz ist lediglich so plebiszit&#228;r verfasst, dass es bei ihr an den Tag kam. <a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article5386867/Die-Schweiz-und-wir.html" target="_blank">Vergleichbare Volksabstimmungen</a> in Deutschland, &#214;sterreich, Frankreich, Italien, D&#228;nemark, in den osteurop&#228;ischen L&#228;ndern h&#228;tten – da soll man sich von unverbindlichen Umfragen nichjt t&#228;uschen lassen – nichts anderes ergeben, mal weniger eindeutig vielleicht, mal aber auch merklich deutlicher. &#220;berall tobt sich Fundamentalismus aus, der sich oft christlich verbr&#228;mt – nicht selten besonders bei jenen, die &#252;berhaupt nicht in die Kirche gehen, sondern nur eine Rechtfertigung f&#252;r die Pflege ihrer Feindbilder brauchen. Feindbilder und Fundamentalismus sind zwei Seiten einer Medaille; wer sich f&#252;r den Besseren h&#228;lt, braucht einen, dem er alle Schlechtigkeiten dieser Welt vorwerfen kann.</p>
<p> Insofern ist Europas Fundamentalismus nicht besser als der islamische. Nat&#252;rlich h&#228;tte eine Volksbefragung in einem arabischen Land, ob neue christliche Kirchen oder j&#252;dische Synagogen gebaut werden sollten, ein gleichartiges Resultat erbracht. Das wird auch immer wieder ins Feld gef&#252;hrt; es stellt aber nur das angeblich so aufgekl&#228;rte Abendland auf eine Stufe mit Fanatikern der islamischen Welt. Und es verdeutlicht, dass es – ungeachtet der aufopferungsvollen Arbeit vieler, die ihren Mitmenschen beistehen und die Kraft daf&#252;r aus ihrem Glauben beziehen – eben nicht zuletzt <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1204/feuilleton/0003/index.html" target="_blank">Religionen</a> sind, die Unfrieden in die Welt bringen. Religionen, die politischen Zwecken unterworfen werden und zulassen, dass dies geschieht.</p>
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		<title>Tibet und der »Pluralismus« der Medien</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Mar 2008 23:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit den Tagen der DDR hat sich eine deutsche Medienlandschaft – selbst die sich links verstehende Wochenzeitung »Freitag« ist davon nicht frei – nicht mehr so einm&#252;tig – und damit einseitig – gegen einen »Feind« formiert wie gegenw&#228;rtig bei der Behandlung der Situation in Tibet. Wie im kruden Parteijournalismus steht auch jetzt in der Berichterstattung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Seit den Tagen der DDR hat sich eine deutsche Medienlandschaft – selbst die sich links verstehende Wochenzeitung <a target="_blank" href="http://www.freitag.de/2008/13/08130601.php">»Freitag«</a> ist davon nicht frei – nicht mehr so einm&#252;tig – und damit einseitig – gegen einen »Feind« formiert wie gegenw&#228;rtig bei der Behandlung der Situation in Tibet. <span id="more-347"></span>Wie im kruden Parteijournalismus steht auch jetzt in der Berichterstattung dar&#252;ber von vornherein fest, wer der Gute und wer der B&#246;se ist. Differenzierung und Zwischent&#246;ne, stets der Ausweis wirklichkeitsnaher Information, sind Fehlanzeige.</font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Das bedeutet nicht nur, dass alles, was nicht in dieses propagandistische Bild passt, zum Beispiel gewaltsame Ausschreitungen tibetischer Jugendlicher gegen Chinesen, bagatellisiert und faktisch gerechtfertigt wird – eine Gro&#223;z&#252;gigkeit gegen&#252;ber Gewalt, die bei vergleichbaren Vorf&#228;llen anderswo und auch hierzulande nat&#252;rlich – mit Recht – nicht ge&#252;bt wird. Es bedeutet auch, dass die chinesischen Beh&#246;rden tun oder lassen k&#246;nnen, was sie wollen – es ist immer falsch. Werden Journalisten aus Tibet ausgewiesen, ist das Willk&#252;r, d&#252;rfen einige zur&#252;ckkehren, sind sie »handverlesen«. Wird Kritik an der chinesischen Tibetpolitik brutal unterbunden, kann die Emp&#246;rung nicht gro&#223; genug sein. L&#228;sst man aber – wie jetzt in Lhasa – rebellische M&#246;nche ausf&#252;hrlich gegen&#252;ber den »handverlesenen« Journalisten zu Wort kommen, gilt das lediglich als eine gro&#223;e Blamage f&#252;r Peking, weil als Beleg, dass die chinesischen Sicherheitsleute den Protest eben doch nicht verhindern konnten.</font><font size="2" face="Arial"> </font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Diese parteiliche Sicht ist umso auff&#228;lliger, weil sie ihr <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E713DA7DC7D564F7887103E84D8AFD633~ATpl~Ecommon~Scontent.html">spiegelbildliches Pendant </a>auf der anderen, der chinesischen Seite, hat. Dort wird die Situation in Tibet genau umgekehrt gesehen – doch von China mit seinem vulg&#228;rsozialistischen, totalit&#228;ren Medienverst&#228;ndnis hatte man nichts anderes erwartet; dass aber »freien Medien« mit ihrem pluralistischem Anspruch auch nichts anderes einf&#228;llt, verbl&#252;fft dann doch. Ein realistisches, was auch hei&#223;t widerspr&#252;chliches Bild der Lage in Tibet erforderte zum Beispiel die ungeschminkte Darstellung der Lebenslage der Tibeter in Vergangenheit wie Gegenwart, die Reflexion der Rolle der tibetischen Religion im Leben der Menschen, der von ihr ausgehenden Faszination ebenso wie ihrer mittelalterlichen, menschenfeindlichen Z&#252;ge. Es w&#228;re zu untersuchen, warum zu Friedfertigkeit erzogene M&#246;nche in Gewalt explodierten, welche Rolle dabei zum einen die r&#252;cksichtslose Modernisierung durch den chinesischen Turbo-Kapitalismus und zum anderen die gro&#223;e Gemeinde der Exil-Tibeter spielte, die l&#228;ngst nicht mehr die strengen religi&#246;sen Traditionen lebt. Viele weitere Fragen lie&#223;en sich denken; auf sie alle wird in den Medien so gut wie nicht eingegangen. Statt dessen vordergr&#252;ndige Stimmungsmache, oberfl&#228;chliche Interpretation und kurzschl&#252;ssige Urteile, denn Leser, H&#246;rer und Zuschauer nur glauben oder nicht glauben k&#246;nnen; zur eigenen Meinungsbildung erhalten sie keine Hilfestellung.</font><font size="2" face="Arial"> </font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Dabei steht nicht zur Debatte, dass China etwa richtig mit den Tibetern umgehe, nur zum Wohle dieses Landesteils agiere; diesbez&#252;gliche Fehlentwicklungen und &#220;berreaktionen geh&#246;ren ebenso in ein zutreffendes Gesamtbild. Das aber kann nur stimmig sein, wenn es nicht im Schwarz-Wei&#223;-Kontrast gehalten ist, sondern alle Schattierungen und Abstufungen aufweist, die nun einmal unsere Wirklichkeit auch ausmachen. Mit einer in Zeiten des »kalten Krieges« einge&#252;bten ideologischen Betrachtungsweise ist das allerdings nicht zu leisten.</font></p>
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		<title>Fremde Heilsbringer in Tibet wie in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 15:20:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Glauben sollte man, was Tibet betrifft, weder der einen noch der anderen Seite. China kanalisiert nat&#252;rlich die Informationen &#252;ber die Krise, &#228;hnlich wie wir das aus der DDR kannten. Deshalb war jetzt von friedlichen Demonstrationen tibetischer M&#246;nche nichts zu sehen, sondern nur von gewaltsamen Ausschreitungen, die in jedem Land der Welt mit der geballten Macht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Glauben sollte man, was Tibet betrifft, weder der einen noch der anderen Seite. China kanalisiert nat&#252;rlich die Informationen &#252;ber die Krise, &#228;hnlich wie wir das aus der DDR kannten. Deshalb war jetzt von friedlichen Demonstrationen tibetischer M&#246;nche nichts zu sehen, sondern nur von gewaltsamen Ausschreitungen, die in jedem Land der Welt mit der geballten Macht der zust&#228;ndigen Kr&#228;fte beendet werden, auch hierzulande selbstverst&#228;ndlich. Westliche Medien wiederum bagatellisieren diese Gewalt <span id="more-343"></span>und r&#252;cken das drakonische Vorgehen von chinesischer Polizei und Milit&#228;r in den Vordergrund, beklagen die Verletzung von Menschen – und Freiheitsrechten. Damit ideologisieren sie den Konflikt in bew&#228;hrter Manier, obwohl die Ursachen f&#252;r die <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541758,00.html">Auseinandersetzungen</a> viel tiefer liegen.</p>
<p>China hat in den vergangenen Jahrzenten das einst fast mittelalterliche Tibet wirtschaftlich entwickelt und modernisiert. Das ging einher mit einer »Chinesierung« des Landes; Normen und gesellschaftliche Regeln des riesigen Nachbarn wurden auf die kleine Bergrepublik mit ihrer ganz eigenen Kultur &#252;bertragen, dazu kamen Tausende Einwanderer, die bald das Wirtschaftsleben beherrschten. Zwangsl&#228;ufige Folge war die Minderung der Rolle der Religion, die bis dahin durch den Dalai Lama auch die weltliche Macht verk&#246;rperte. Im Ansatz verfolgte China damit eine &#228;hnliche Politik in Tibet wie zum Beispiel die USA in der islamischen Welt – n&#228;mlich einer anderen Kultur die eigene Sichtweise aufzuzwingen, sie an das eigene Bild anzugleichen, zu assimilieren, um sie dadurch beherrschen zu k&#246;nnen. China versuchte das allerdings viel konsequenter als die USA durch &#246;konomische Entwicklung – man denke nur an die k&#252;rzlich vollendete Tibet-Bahn – und bislang weniger durch Gewalt oder gar Krieg, das bevorzugte US-amerikanische Instrument.</p>
<p>Im Ergebnis jedoch f&#252;hlen sich viele Tibeter von fremden Heilsbringern dominiert, ihrer eigenen Kultur entfremdet und lehnen sich dagegen auf. Darin &#228;hneln sie durchaus den Afghanen, f&#252;r die noch die milit&#228;rische Brutalit&#228;t hinzukommt, zu der China nun offensichtlich auch greift. Auch die Afghanen wollen nicht an eine andere Kultur angepasst leben, sondern ihre eigenen – und seien es &#252;berholte Traditionen, so sehr ihnen die R&#252;ckw&#228;rtsgewandtheit der Taliban zuwider sein mag. Sie haben – wie Tibet – das Pech, das gro&#223;e M&#228;chte sie in ihrem strategischen Spiel haben, ihnen bleibt nur der Widerstand, letztlich auch in seiner blutigen Form.</p>
<p>Damit aber stellt sich in Tibet wie Afghanistan eine Grundfrage gesellschaftlicher Entwicklung: Inwieweit ist es sinnvoll oder &#252;berhaupt m&#246;glich, unterschiedliche Kulturen im Zuge der Globalisierung zu vereinheitlichten? Kann man den Menschen, indem man ihnen ein wenig den Geldbeutel f&#252;llt, die kulturelle Identit&#228;t abkaufen? Offensichtlich nicht, weder mit Gewalt noch mit Entwicklung. Es bedarf vielmehr des Respekts vor der Seele der Menschen – ein Faktor, den die global player, gleich welcher Couleur, allerdings nicht auf ihrer Rechnung haben.</p>
<p></font></p>
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