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	<title>blogsgesang.de &#187; Schröder</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>W&#228;hler bestrafte Hochmut der CDU – und der SPD</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 18:29:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[(pri) Dass die CDU in Baden-W&#252;rttemberg und – etwas weniger deutlich – auch in Rheinland-Pfalz vom W&#228;hler kr&#228;ftig abgestraft wurde, ist nicht zu leugnen. Aber auch die SPD, die sich – wie auf der anderen Seite die rheinland-pf&#228;lzische CDU-Spitzenkandidatin Julia Kl&#246;ckner – realit&#228;tsfern als Wahlsieger geriert, muss noch immer f&#252;r ihre unsoziale Politik der Schr&#246;der- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Dass die CDU in Baden-W&#252;rttemberg und – etwas weniger deutlich – auch in Rheinland-Pfalz vom W&#228;hler kr&#228;ftig abgestraft wurde, ist nicht zu leugnen. Aber auch die SPD, die sich – wie auf der anderen Seite die rheinland-pf&#228;lzische CDU-Spitzenkandidatin Julia Kl&#246;ckner – realit&#228;tsfern als Wahlsieger geriert, muss noch immer f&#252;r ihre unsoziale Politik der Schr&#246;der- und M&#252;ntefering-&#196;ra bezahlen.<span id="more-2659"></span>Wenn sie jetzt in Mainz trotz Verlusten von fast zehn Prozent weiterregieren und in Stuttgart trotz des dortigen schlechtesten Ergebnisses &#252;berhaupt in die Regierung schl&#252;pfen kann, hat sie das allein den Gr&#252;nen zu verdanken, den einzigen Siegern des heutigen Wahlabends.</p>
<p>Aber nat&#252;rlich wiegt der Einbruch von CDU und FDP in Baden-W&#252;rttemberg schwerer, auch wenn um dessen wahren Grund die systemnahen Medien zumeist einen gro&#223;en Bogen machen. In ihren schon vor dem heutigen Wahltag vielf&#228;ltig formulierten Abges&#228;ngen auf die Kanzlerin und ihrer Koalition entwickelten sie entweder<a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Wahlen-Atom-Libyen-Merkels-haerteste-Pruefung-id4466518.html" target="_blank"> abenteuerliche Katastrophentheorien</a><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/a67d777f6f784933848b990422eec625" alt="" width="1" height="1" /> – so als seien ein unvorhersehbares politisches Erdbeben und gleich darauf noch ein Tsunami &#252;ber Schwarz-Gelb gekommen – oder versuchten sich in <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0326/politik/0009/index.html" target="_blank">amateurhaften psychologischen Befunden</a> &#252;ber die doch so bedauernswerte Kanzlerin. Dass es tats&#228;chlich die verfehlten Inhalte der schwarz-gelben Politik und ein voluntaristisches Herangehen an die aktuellen Probleme, das objektive Bedingungen wie subjektive Befindlichkeiten in der Bev&#246;lkerung arrogant ausblendete, waren, die zum Desaster f&#252;hrten, lie&#223; sich so elegant verschleiern.</p>
<p>Die schwerste Hypothek hatte sich die Regierung mit dem Beschluss zur Verl&#228;ngerung der Laufzeiten f&#252;r Atomkraftwerke aufgeladen. Der sich immer st&#228;rker abzeichnende Super-GAU in Japan war eben nicht – wie einige Atombef&#252;rworter mit Altbundeskanzler Helmut Kohl an der Spitze jetzt schon wieder verk&#252;nden – ein bl&#246;der Zufall zur falschen Zeit, sondern die gesetzm&#228;&#223;ige Folge einer Politik, die um des Profits von Wirtschaftsunternehmen willen latente Gefahren klein redet und am Ende – gerade in Japan kann man das jetzt mit erschreckender Deutlichkeit sehen – die Gesellschaft auf den Folgen ihres im Grunde kriminellen Tuns sitzen l&#228;sst. Hinter der Desinformationsparole von der »Br&#252;ckentechnologie« und der noch viel gr&#246;&#223;eren L&#252;ge vom »Moratorium« sollte und soll verborgen werden, dass es nur um Milliardengewinne geht und nicht nur die Meinungen, sondern auch die lebenswichtigen Interessen der Menschen deshalb nassforsch missachtet werden.</p>
<p>Ein anderes Beispiel f&#252;r die Abgehobenheit der Bundesregierung ist der Afghanistankrieg, gegen den es seit Beginn eine Mehrheit im Volk gibt, die jedoch ebenfalls total ignoriert wird. Vielmehr unternahm es der inzwischen an anderen Verfehlungen gescheiterte Verteidigungsminister zu Guttenberg, unter Aufbietung aller nur zur Verf&#252;gung stehenden Propagandakompanien, Krieg f&#252;r Deutsche wieder salonf&#228;hig zu machen. Zwar hat die Koalition jetzt auf einige ihrer kl&#252;geren Berater geh&#246;rt und den Afghanistan-Fehler in Libyen nicht wiederholt, doch selbst diese positive Entscheidung verstand sie dadurch zu entwerten, dass sie daf&#252;r das Engagement am Hindukusch verst&#228;rkte. Und sie trieb zugleich die Kriegsfraktion&#228;re in der CDU/CSU aus der Deckung – jene, die noch heute einer Angela Merkel nachtrauern, die 2003 gern mit George W. Bush in den Irakkrieg gezogen w&#228;re, weil sie zum einen Gewalt – ob im Innern (siehe das Vorgehen gegen die Stuttfart-21-Gegner) oder nach au&#223;en (wie jetzt gegen&#252;ber Libyen) – f&#252;r ein probateres Mittel der Politik  als die Suche nach Ausgleich und friedlichen Konfliktl&#246;sungen halten und zum anderen deutsche Politik noch immer in einer Satelittenrolle sehen – lange fixiert auf die USA, nun auch auf andere; in jedem Falle ohne Sinn und Klugheit dieser Politik auch nur zu hinterfragen.</p>
<p>Weitere Beispiele, wie weit Schwarz-Gelb im Grunde von Denken der B&#252;rger entfernt ist, lieferten das sture Festhalten am Stuttgarter Bahnhofsbau, das die Bundeskanzlerin am Ende sogar zu ihrer Sache erkl&#228;rte, und die am gr&#252;nen Tisch zusammengebastelte Hartz-IV-Korrektur nach der R&#252;ge des Bundesverfassungsgerichts, die sich nicht am Bedarf von Arbeitslosen, sondern an der Kassenlage des Bundes orientierte. Auch Freiherr zu Guttenbergs arroganter Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer und sein v&#246;lliges Unverst&#228;ndnis f&#252;r die Forderungen nach einem ehrlichen, anst&#228;ndigen Umgang mit eigenen Verfehlungen geh&#246;ren in diese Reihe. Und erst heute hat einer der neuen Minister des Kabinetts Merkel ein weiteres Beispiel f&#252;r regierungsamtlichen Hochmut geliefert. Nicht etwa <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/1421531/" target="_blank">Innenminister Hans-Peter Friedrich</a> hat nach seiner Auffassung mit seinem Wort, dass der Islam nicht zu Deutschland geh&#246;re, die Gesellschaft gespalten, sondern jene, die ihn daf&#252;r kritisierten.Seine &#196;u&#223;erung sei dazu benutzt worden, »einen Keil zu treiben zwischen den Muslime und mich. Und das zeigt mir eigentlich, dass die, die mich so scharf kritisiert haben, eigentlich nur ein Ziel hatten, n&#228;mlich zu spalten und nicht zusammen zu f&#252;hren.« Und Julia Kl&#246;ckner, die das zweitschlechteste Resultat ihrer Partei in Rheinland-Pfals ohne rot zu werden ein »wunderbares Ergebnis« nennt, will sich offensichtlich in die Front der Wirklichkeitsverweigerer der Union  nahtlos einreihen.</p>
<p>Die SPD steht der CDU in dieser Frage freilich wenig nach, wie vor allem Andrea Nahles&#8217; Siegeseuphorie angesichts niederschmetternder Stimmergebnisse zeigt.. Sie hat nicht begriffen oder will nicht begreifen, dass die Abkehr der W&#228;hler, die jetzt massiv die Union erlebt, bei ihr schon lange aingesetzt hat und auch heute nicht gestoppt werden konnte; in Rheinland-Pfalz hat sie jetzt erst richtig Fahrt aufgenmmen. Beide so genannte Volksparteien waren und sind nicht das Opfer schicksalhafter politischer Katastrophen, sondern  bewusst betriebenen Regierungshandeln, das zunehmend glaubt, sich &#252;ber die B&#252;rger hinwegsetzen und allein nach den eigenen, interessengeleiteten Ma&#223;st&#228;ben handeln zu k&#246;nnen. Dass – wie zuvor schon Schr&#246;der und M&#252;ntefering – Angela Merkel und Guido Westerwelle, ihre schwarz-gelben Koalition&#228;re und die hinter ihnen stehenden, nach weiteren Milliarden gierenden Wirtschaftsbosse damit nicht durchgekommen sind, ist das wichtigste Resultat des heutigen Wahltages.</p>
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		<title>Hamburg zeigt die Ratlosigkeit des W&#228;hlers</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 18:20:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[(pri) Das Ergebnis der Hamburger B&#252;rgerschaftswahl entbehrt jeder Logik. In bundesweiten Umfragen d&#252;mpelt die SPD im 20-Prozent-Bereich herum, an der K&#252;ste jedoch schafft sie – trotz vier weiterer Parteien &#252;ber der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde – die absolute Mehrheit. Und das mit einem Politiker, der zu den Architekten der Agenda 2010 geh&#246;rte und – als Generalsekret&#228;r der Partei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Das <a href="http://www.tagesschau.de/inland/hamburgwahl156.html" target="_blank">Ergebnis der Hamburger B&#252;rgerschaftswahl</a> entbehrt jeder Logik. In bundesweiten Umfragen d&#252;mpelt die SPD im 20-Prozent-Bereich herum, an der K&#252;ste jedoch schafft sie – trotz vier weiterer Parteien &#252;ber der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde – die absolute Mehrheit. Und das mit einem Politiker, der zu den Architekten der Agenda 2010 geh&#246;rte <span id="more-2470"></span>und – als Generalsekret&#228;r der Partei unter Gerhard Schr&#246;der – sogar den Begriff des demokratischen Sozialismus aus dem Parteiprogramm tilgen wollte. Auf der anderen Seite st&#252;rzt die CDU, in der Bundes-Demoskopie klar f&#252;hrend und nun der eigentliche Sachwalter Schr&#246;derscher Politik (wie sich parallel zum Wahlgang bei den Hartz-IV-Verhandlungen erwies), fast unter die 20-Prozent-Marke. All das zeugt von der tiefen Ratlosigkeit der W&#228;hler, die angesichts der Austauschbarkeit politischen Personals jenseits aller Parteizugeh&#246;rigkeit l&#228;ngst nicht mehr wissen, wem sie ihre Stimme geben sollen. Sie haben gelernt, dass ungeachtet ihrer Wahlentscheidung in der Politik das »Weiter so!« dominiert, d. h. f&#252;r wen auch immer sie votieren, &#228;ndert sich doch kaum etwas.</p>
<p>Gerade die Hamburger hatten in der Vergangenheit versucht, auch durch Zuwendung zu politischen Exoten jemanden zu finden, der ihre Interessen origin&#228;r vertritt. 1993 machten sie die STATT-Partei stark, mit der die SPD eine Kooperationsvereinbarung schloss, da sie keine eigene Mehrheit hatte. Da sich an der Politik kaum etwas &#228;nderte, verlor die SPD erheblich an Stimmen und versuchte es 1997 mit der gr&#252;nen GAL. Auch das ging schief, und 2001 schickten die W&#228;hler die PRO-Partei des politischen Hasardeurs Ronald Schill mit 19,4 Prozent gleich bis in den nun CDU-gef&#252;hrten Senat. Nach dessen Scheitern schaffte die CDU das, was gestern der SPD gelang: Sie legte um 21 auf 47,2 Prozent zu und regierte fortan allein die Hansestadt – allerdings nur vier Jahre. Dann verb&#252;ndete sie sich mit den Gr&#252;nen. Auch das &#252;berzeugte letztlich die Hamburger nicht. Nun erh&#228;lt <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/wahlen-2011/hamburg/hamburger-spd-ein-traumhafter-sieg-ohne-stoff-fuer-traeume_aid_601985.html" target="_blank">die SPD eine neue Chance</a><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/13ba2ff7777e43c5a1baaaac6620068e" alt="" width="1" height="1" />; nutzt sie sie nicht, ist ihr Abgang bereits vorhersehbar.</p>
<p>Interessierte Kommentatoren bis hinein in die Regierungsparteien begr&#252;nden Olaf Scholz&#8217; Erfolg mit seiner <a href="http://www.welt.de/politik/wahl/hamburg-wahl/article12608131/Schroeder-freut-sich-ueber-SPD-Comeback-in-der-Mitte.html" target="_blank">R&#252;ckkehr zur Schr&#246;der-Politik</a>. Die aber hat gerade nicht stattgefunden; vielmehr erwies sich der fr&#252;here Hamburger Innensenator als &#252;berzeugender Opportunist, indem er jetzt etliche soziale Wohltaten wie die Abschaffung von Kita- oder Studiengeb&#252;hren ank&#252;ndigte und – ziemlich wolkig – »ordentliches Regieren« versprach. Andererseits war es dem eher rechts positionierten Sozialdemokraten mit Blick auf das CDU-W&#228;hlerpotential auch nicht unrecht, dass ihn der Ruf des Agenda-Politikers begleitete. Er hat die Sehnsucht der W&#228;hler nach solider Politik bedient und damit gewonnen. Dass er den Erwartungen des Wahlvolks auch wirklich entsprechen kann, muss er erst noch beweisen, und angesichts seiner absoluten Mehrheit kann er die klammheimliche Zur&#252;cknahme von Wahlversprechen nur schwer mit Sachzw&#228;ngen begr&#252;nden. Insofern steht die SPD vor einer Nagelprobe, denn bei jedem k&#252;nftigen Urnengang in diesem Jahr werden ihre potenziellen W&#228;hler schauen, was die Partei in Hamburg tut und was nicht.</p>
<p>Die &#252;brigen Ergebnissen sind kaum &#252;berraschend. Selbst der Absturz der CDU relativiert sich, wenn man wei&#223;, dass die Partei 1993 schon einmal bei nur 25,1 Prozent gelegen hatte. Die FDP profitierte von der Schw&#228;che der CDU, mit 1,8 Prozent Zuwachs jedoch so minimal, dass sich der Westerwellesche Siegestaumel schnell als verfr&#252;ht erweisen k&#246;nnte. Die Gr&#252;nen sind auf ihre reale Bedeutung zur&#252;ckgestutzt; sie werden diese Erfahrung im Super-Wahljahr noch &#246;fter machen. Und die Linke kann zufrieden sein, dass sich ihre Westposition auch unter ung&#252;nstigen Vorzeichen gefestigt hat.</p>
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		<title>Steinmeiers letztes Gefecht</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 13:04:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Ergebnis des gestrigen SPD-Parteitages war zu erwarten; es war f&#252;r die Partei faktisch alternativlos, trotz seiner bisherigen Erfolglosigkeit Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten den R&#252;cken zu st&#228;rken. Er wurde damit in sein letztes Gefecht geschickt, das &#8211; ebenso wie seine Parteikarriere &#8211; akkurat am 27. September, 18 Uhr, enden d&#252;rfte. Noch einmal haben sich alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ergebnis des gestrigen SPD-Parteitages war zu erwarten; es war f&#252;r die Partei faktisch alternativlos, trotz seiner bisherigen Erfolglosigkeit Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten den R&#252;cken zu st&#228;rken. Er wurde damit in sein letztes Gefecht geschickt, das &#8211; ebenso wie seine Parteikarriere &#8211; akkurat am 27. September, 18 Uhr, enden d&#252;rfte. <span id="more-1031"></span><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/5ef9ab03440348c0a279535c5f5caf06" width="1" height="1" alt="">Noch einmal haben sich alle Fl&#252;gel der SPD um ihn versammelt &#8211; mit Erwartungen, die allerdings weit auseinander gehen. Sehen die einen im Schr&#246;der-Vertrauten das letzte Aufgebot zur Rettung ihrer neoliberal beeinflussten Politik, die in der Agenda 2010 gipfelte, so kalkulieren die anderen &#8211; ohne es nat&#252;rlich zuzugeben &#8211; bereits dessen Niederlage ein, auf deren Tr&#252;mmern sie eine andere Linie durchzusetzen gedenken, die sich den alten sozialdemokratischen Traditionen in st&#228;rkerem Ma&#223;e verbunden f&#252;hlt.</p>
<p>Dabei haben die Agenda-Vertreter derzeit ohne Zweifel die besseren Karten. Zwar glauben auch sie kaum noch daran, bis zur Bundestagswahl einen solchen Aufschwung zu erreichen, dass sie die n&#228;chste Bundesregierung f&#252;hren k&#246;nnen &#8211; mit der neoliberalen FDP und den zumindest wirtschaftspolitisch auch immer st&#228;rker in diese Richtung marschierenden Gr&#252;nen im Schlepptau. Ein solches B&#252;ndnis, das nicht zuf&#228;llig vor allem Franz M&#252;ntefering immer wieder beschw&#246;rt, garantierte ihnen allein durch seine Zusammensetzung die Fortsetzung &#8211; und Versch&#228;rfung &#8211; des Agenda-Kurses. Vor allem der SPD-Chef, der schon nach der letzten Bundestagswahl alle »unfair« nannte, die seine Partei an die Wahlversprechen erinnerten, w&#252;rde unter Hinweis auf die beiden Koalitionspartner recht schnell alles abr&#228;umen, was jetzt aus taktischen Gr&#252;nden noch ins Wahlprogramm geschrieben wurde. Und im wahrscheinlicheren Fall des Scheiterns eines solchen B&#252;ndnisprojektes st&#252;nde die Fortsetzung der gro&#223;en Koalition ins Haus &#8211; eine Konstellation, in der sich die derzeitigen SPD-Minister bereits vier Jahre lang recht wohl gef&#252;hlt haben und deren Verl&#228;ngerung sie, wie immer wieder hinter ihren vorgehaltenen H&#228;nden verlautet, nicht als Katastrophe betrachten w&#252;rden.</p>
<p>Ganz andere Hoffnungen verbindet der &#8211; allerdings ziemlich heterogene &#8211; linke Fl&#252;gel mit dem Wahlergebnis im September. Auch er rechnet nicht mit einem Sieg der SPD und will eigentlich schon am Wahlabend mit grunds&#228;tzlicher Man&#246;verkritik beginnen, um danach nicht nur einige inhaltliche Schwerpunkte neu zu bestimmen, sondern vor allem auch die eigene Karriere zu f&#246;rdern. Die Nahles, Wowereit, Sellering und andere d&#252;rften nach einem SPD-Desaster die Zeit f&#252;r gekommen sehen, sich f&#252;r 2013 aufzubauen &#8211; eine Wahl, f&#252;r die sich die meisten der jetzigen Spitzenpolitiker schon aus Altersgr&#252;nden kaum noch Chancen ausrechnen k&#246;nnen. Leicht wird das dennoch nicht werden, und zumindest ein schneller Erfolg der »jungen Garde« ist nicht zu erwarten. Denn die Agenda-Politiker d&#252;rften alles tun, um ihre Macht zu erhalten. Sie werden erneut in die Regierung mit der Union streben und sorgsam darauf achten, dass auch bei einem m&#246;glicherweise altersbedingten Wechsel der Rechtskurs der SPD nicht gef&#228;hrdet wird &#8211; so &#228;hnlich, wie nach dem Ausscheiden M&#252;nteferings aus dem Kabinett, dem mit Olaf Scholz jemand nachfolgte, der als SPD-Generalsekret&#228;r einst darauf hin arbeitete, den Begriff »Sozialismus« aus der SPD-Programmatik zu streichen.</p>
<p>Die Hauptauseinandersetzung wird auch dann um das Verh&#228;ltnis zur Linkspartei gef&#252;hrt werden. W&#228;hrend der linke Fl&#252;gel der SPD nicht nur wenig Ber&#252;hrungs&#228;ngste nach links hat und auch nicht unter einem Lafontaine-Komplex leidet, d&#252;rften die Agenda-Anh&#228;nger weiter auf ihrem Kurs bleiben, lieber als Juniorpartner unter Angela Merkel zu agieren, als eine Regierung unter Einschluss der Linken anzuf&#252;hren. Zum einen wirken hier ideologische Vorbehalte, die offensichtlich &#8211; bei allem sozialdemokratischen Opportunismus &#8211; nicht aus der Welt zu schaffen sind, zum anderen wird in einer solchen Konstellation wohl nicht zu Unrecht eine Verschiebung der innerparteilichen Machtverh&#228;ltnisse bef&#252;rchtet, die &#252;ber kurz oder lang zum Beispiel dem rechten Seeheimer Kreis seinen derzeitigen Einfluss beschnitte. Hinzu kommt nat&#252;rlich der Einfluss des konservativen Lagers aus CDU/CSU und FDP, das auch weiterhin alles tun wird, jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei zu verteufeln. Schlie&#223;lich ist die Verhinderung eines solchen B&#252;ndnisses f&#252;r die Konservativen die beste Garantie, dass es in der Bundesrepublik weder zu einer machtstrategischen noch gar zu einer echten politischen Alternative zu den herrschenden Verh&#228;ltnissen kommt. Gerade daraus speist sich der Widerstand gegen jegliche Tendenz nach links &#8211; auch innerhalb der SPD. Die dort nur noch rudiment&#228;r beheimatete Linke macht zumindest derzeit keineswegs den Eindruck, dass sie ihn &#252;berwinden k&#246;nnte.</p>
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		<title>Ergebnis der Europawahl – Herausforderung f&#252;r alle politischen Lager in Deutschland</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 14:23:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[So sehr man Schadenfreude &#252;ber den Misserfolg der M&#252;ntefering-Steinmeier-SPD bei der Europawahl empfinden mag, so wenig k&#246;nnen die sich daraus m&#246;glicherweise ergebenden Konsequenzen Befriedigung ausl&#246;sen &#8211; und das paradoxerweise in allen politischen Lagern. Denn damit r&#252;ckt die von neoliberalen Kr&#228;ften in Politik und Wirtschaft angestrebte schwarz-gelbe Koalition n&#228;her in den Bereich der M&#246;glichkeiten, was vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So sehr man Schadenfreude &#252;ber den Misserfolg der M&#252;ntefering-Steinmeier-SPD bei der Europawahl empfinden mag, so wenig k&#246;nnen die sich daraus m&#246;glicherweise ergebenden Konsequenzen Befriedigung ausl&#246;sen &#8211; und das paradoxerweise in allen politischen Lagern. Denn damit r&#252;ckt die von neoliberalen Kr&#228;ften in Politik und Wirtschaft angestrebte schwarz-gelbe Koalition n&#228;her in den Bereich der M&#246;glichkeiten, <span id="more-1024"></span><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/801e2fe2f169450fbabf1f26afdc007f" alt="" width="1" height="1" />was vor allem der Masse der Bev&#246;lkerung neue Lasten aufb&#252;rden w&#252;rde. Aber auch konservative Politiker sehen darin nicht allein eine Chance, sondern durchaus auch die Gefahr, die dadurch errungene Macht schneller wieder zu verlieren, als ihnen lieb w&#228;re.</p>
<p>&#220;ber die von einer CDU/CSU/FDP-Regierung betriebene Politik braucht man nicht viele Worte zu machen. Man muss sich nur an das Wahlprogramm der Union vor der letzten Bundestagswahl erinnern und die unverdrossen neoliberalen Spr&#252;che Guido Westerwelles derzeitig hinzuf&#252;gen &#8211; dann wei&#223; man, dass Sozialabbau auf der ganzen Front ins Haus zu stehen droht, w&#228;hrend f&#252;r die Unternehmen alles getan werden wird, sie so ungeschoren wie m&#246;glich aus der von ihnen verschuldeten Wirtschafts- und Finanzkrise herauskommen zu lassen. Insofern w&#228;re die Fortsetzung der gro&#223;en Koalition ohne Zweifel die f&#252;r die Mehrheit der Bev&#246;lkerung bessere L&#246;sung, wenn auch nur das kleinere &#220;bel. Denn in der SPD gibt es trotz aller Unterw&#252;rfigkeit unter den neoliberalen Kurs, wie sie Schr&#246;der, M&#252;ntefering und Steinmeier praktizierten, noch einen Rest sozial denkender Mitglieder, die derzeit allerdings nichts zu sagen haben und daher tats&#228;chlich auch schweigen, vielleicht auf bessere Zeiten hoffen.</p>
<p>Diese vage Hoffnung auf die Zukunft, ohne etwas daf&#252;r zu tun, k&#246;nnte sich allerdings r&#228;chen, weil sie von den W&#228;hlern offensichtlich nicht geteilt wird. F&#252;r sie war und bleibt zum Beispiel Hartz IV Bestandteil des neoliberalen Kurses, der dem Land seit den 90er Jahren unter gro&#223;em propagandistischem Aufwand der Unternehmerverb&#228;nde aufgeschwatzt worden ist, und solange sich die SPD davon nicht distanziert, wird sie Wahlen nicht mehr gewinnen k&#246;nnen. Insofern war die Entscheidung, statt Kurt Beck einen Hartz-IV-Architekten, n&#228;mlich Franz-Walter Steinmeier, aals Kanzlerkandidaten zu nominieren, ein eklatanter politischer Fehler. Er diente der gegenw&#228;rtigen SPD-F&#252;hrung nur dazu, Rechthaberei zu zelebrieren und dar&#252;ber die Realit&#228;ten im Land zu negieren. Dass dann auch noch versucht wurde, dem Hartz-IV-Kandidaten soziale Sorgenfalten &#252;ber verschwindende Arbeitspl&#228;tze ins allzu glatte Gesicht zu kleben, zur Abhilfe aber Millionenzahlungen an die gescheiterten Unternehmensbosse durchzusetzen, machte die Partei vollends unglaubw&#252;rdig, und sie hat die Quittung daf&#252;r bekommen.</p>
<p>Paradoxerweise ist es das schwache Ergebnis der Linkspartei, das der SPD doch noch eine letzte Chance geben k&#246;nnte. W&#228;ren die Sozialdemokraten schon endg&#252;ltig abgeschrieben, h&#228;tte sich das in einem zweistelligen Resultat f&#252;r die Linke gezeigt &#8211; und m&#246;glichweise in einem Absturz der SPD in den 15-Prozent-Bereich. Dass dies (noch) nicht eintrat, deutet daraufhin, dass viele W&#228;hler ihre Stimme daheim parkten, also Wahlenthaltung &#252;bten &#8211; und damit der SPD noch eine Chance geben wollen, bis zur Bundestagswahl den Schr&#246;der-M&#252;ntefering-Steinmeier-Kurs zu verlassen. Dass dies allerdings eintreten wird, ist ziemlich unwahrscheinlich; daraus ergibt sich die reale Gefahr, dass Union und FDP tats&#228;chlich am 27. September eine Mehrheit erreichen k&#246;nnten. Denn noch scheint die Linke nicht in der Lage, SPD-Stimmen in einem nennenswerten Umfang auf sich zu ziehen; dazu ist sie innerlich zu sehr zerstritten &#252;ber einen realistischen und zugleich systemver&#228;ndernden Kurs, und zudem sitzt die jahrzehntelange antilinke Propaganda noch immer fest in den K&#246;pfen einer &#252;bergro&#223;en Mehrheit der W&#228;hler.</p>
<p>Doch auch das konservative Lager schaut mit gemischten Gef&#252;hlen auf die Botschaft, die die W&#228;hler mit der Europawahl aussandten. Zum einen ist sein Sieg nat&#252;rlich noch l&#228;ngst nicht gesichert, zum anderen k&#246;nnte er sich schnell als Pyrrhussieg erweisen. Denn eine schwarz-gelbe Regierung w&#252;rde mit ihrer jetzt erkl&#228;rten Politik sehr schnell auf den Widerstand des Volkes sto&#223;en. Wachsende Arbeitslosigkeit, durch die Millionenzuwendungen an Banken und Unternehmen leere Staatskassen und m&#246;glicherweise durch eine Inflation steigende Preise, um nur einige absehbare Probleme zu nennen, mit neoliberalen Mitteln zu heilen, kann nur scharfe Konflikte ausl&#246;sen, die sich auch im Regierungslager selbst spiegeln w&#252;rden. Schnell w&#252;rde diese Regierung bei Landtagswahlen abgestraft; sie m&#252;sste damit rechnen, sp&#228;testens nach vier Jahren abgew&#228;hlt zu werden &#8211; wie es auch Gerhard Schr&#246;der beinahe passierte.</p>
<p>Auf der anderen Seite w&#252;rde sich die SPD in der Opposition m&#246;glicherweise inhaltlich wie personell erneuern, vor allem auch ihr Verh&#228;ltnis zur Linkspartei kl&#228;ren und nicht l&#228;nger der Weisung aus dem konservativen Lager folgen, vorhandene linke Mehrheiten zu ignorieren. Derart gest&#228;rkt und strategisch neu aufgestellt, w&#228;re ein Neuanfang m&#246;glich &#8211; im besten Falle sogar ein solcher, der das b&#252;rgerliche Lager auf l&#228;ngere Zeit von der Macht fernh&#228;lt. Dass eine solche Vision derzeit eher die Konservativen umtreibt und weniger die Linken, schon gar nicht die SPD, ist ein zus&#228;tzlicher Beweis f&#252;r deren Schw&#228;che. Aber vielleicht sto&#223;en sie die W&#228;hler demn&#228;chst mit der Nase auf diese M&#246;glichkeit. Wenn man davon ausgeht, dass Wahlergebnisse am Ende immer von der Weisheit der W&#228;hler zeugen, dann waren die Resultate der Europawahl vielleicht ein Warnschuss, der sich f&#252;r alle politischen Akteuere als echte Herausforderung erweist.</p>
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		<title>Dieter Althaus duldet kein Hindernis auf seinem Weg</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 21:15:54 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nicht der allt&#228;gliche politische Betrieb, der Einblick in den Mechanismus der Macht und die Antriebe der M&#228;chtigen gestattet, sondern der Sonderfall, die Ausnahme, das Unvorhergesehe, das auf den Boden des politischen Systems, in die Tiefe der Seele seiner Akteure schauen l&#228;sst. So auch beim Th&#252;ringer Ministerpr&#228;sidenten Dieter Althaus.<span id="more-919"></span></p>
<p>Seit der einstige Mathematik- und Physiklehrer aus der DDR auf der Leiter der Macht immer h&#246;her kletterte, hat sich bei ihm &#8211; wie mehr oder weniger wohl bei jedem Politiker &#8211; als Grundhaltung herausgebildet, jedes, aber auch jedes Hindernis schleunigst aus dem Weg zu r&#228;umen. Helmut Kohl hat das verstanden, der sich gegen Barzel und Franz Josef Strau&#223; durchsetzte, sp&#228;ter Gei&#223;ler und Sp&#228;th ausbootete und Wolfgang Sch&#228;uble auf langen Arm f&#246;rmlich verhungern lie&#223;. Angela Merkel hat von ihm gelernt. Sie stellte erst Kohl in Frage, beerbte dann Sch&#228;uble, schlug den Konkurrenten Merz aus dem Feld und nutzte am Ende geschickt die Chance, Edmund Stoiber beim Kampf um die Kanzlerschaft den Rang abzulaufen.</p>
<p>Aber nicht nur die Union kann solche Machtmenschen vorweisen, sondern auch andere. Man denke nur an die SPD, wo ein Oskar Lafontaine Rudolf Scharping die Macht entrang, um sp&#228;ter von Gerhard Schr&#246;der kalt gestellt zu werden. Willy Brandt scheiterte nicht zuletzt an Herbert Wehner &#8211; und Kurt Beck j&#252;ngst an Franz M&#252;ntefering. Althaus steht angesichts solch blutiger politischer B&#252;hne, auf der er sich nun ausdr&#252;cklich zur&#252;ckmeldete, so schlecht nicht da, denn er war bis zur Selbstverleugnung loyal gegen&#252;ber seinem Ziehvater Bernhard Vogel und harrte dessen altersbedingten Abgangs, sicherte seine Macht auch nach dem Sprung an die Spitze relativ ger&#228;uschlos, sorgte weitsichtig daf&#252;r, dass ernsthafte Konkurrenten gar nicht erst entstehen konnten (was seiner Partei aber durch den Skiunfall ihres Vormannes m&#246;glicherweise noch zum Verh&#228;ngnis werden k&#246;nnte).</p>
<p>Und dennoch: Auch er hat nie einen Zweifel gelassen, dass er Hindernisse bei der Durchsetzung seiner Ziele rigoros zu &#252;berwinden versteht. War er als stellvertretender Leiter der polytechnischen Oberschule im th&#252;ringischen Geismar so angepasst gewesen, dass man ihn noch 1989 der »Medaille f&#252;r hervorragende Leistungen bei der kommunistischen Erziehung in der Pionierorganisation Ernst Th&#228;lmann« in Gold f&#252;r w&#252;rdig hielt und zum letzten P&#228;dagogischen Kongress der DDR delegierte, vollzog er nach der Wende eine eigene um 180 Grad. Zum Kreisschulrat und sp&#228;ter zum zust&#228;ndigen Dezernenten in Heiligenstadt geworden, verbot er die FDJ, die Pioniere, die Jugendweihe und das Fach Staatsb&#252;rgerkunde in seinem Verantwortungsbereich. Zugleich entlie&#223; er all jene aus den Schulleitungen, die er aus DDR-Zeiten f&#252;r belastet hielt &#8211; gewisserma&#223;en seine »Leichen« auf dem Weg nach oben.</p>
<p>Dieter Althaus h&#228;lt sich f&#252;r unentbehrlich f&#252;r das Gedeihen Th&#252;ringens, wie er es versteht. Und nimmt daf&#252;r schon mal auch in Kauf, am Rande der Landesverfassung zu wandeln. Mehrfach musste das Verfassungsgericht seine Pl&#228;ne stoppen; Unrechtsbewusstsein entwickelte er daraus aber nicht, sondern sch&#252;ttelte die h&#246;chstrichterlichen R&#252;gen mit einem Achselzucken ab. Ganz so wie jetzt nach dem Unfall vom Neujahrstag jedes Nachdenken &#252;ber dessen Ursache und Folgen. Althaus kann daran <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0421/seite3/0005/index.html" target="_blank"><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/466f419db97f4edcab2208a3bbe16f3f" alt="" width="1" height="1" />eine eigene Schuld nicht erkennen</a>, leugnete sie erst gar und zieht sich nun auf das offizielle Gutachten zur&#252;ck, aus dem sich ergibt, »dass ich Schuld trage« &#8211; wobei un&#252;berh&#246;rbar seine andere Auffassung mitschwingt.</p>
<p>F&#252;r ihn war die an den Folgen des Zusammensto&#223;es gestorbene Beata Christandl vermutlich auch nicht mehr als ein Hindernis, dass an die Stelle der Skipiste, auf der er unterwegs war, nicht hingeh&#246;rte. Und Hindernisse auf seinem Weg duldet Dieter Althaus nicht.</p>
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		<title>Die SPD und ihre Abtr&#252;nnigen – die F&#228;lle Lafontaine und Clement</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 13:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am erstaunlichsten am Entscheid des SPD-Landesschiedsgerichts Nordrhein-Westfalen &#252;ber den Parteiausschluss Wolfgang Clements ist die &#220;berraschung, die darob allenthalben herrscht. Denn in jeder Partei ist es Usus, dass Mitglieder, die ja in diesen Status nicht gezwungen werden, das Vertrauen der Gemeinschaft dann verspielen, wenn sie ihr die Solidarit&#228;t aufk&#252;ndigen und offen f&#252;r Positionen des politischen Gegners [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial;">Am erstaunlichsten am Entscheid des SPD-Landesschiedsgerichts Nordrhein-Westfalen &#252;ber den Parteiausschluss Wolfgang Clements ist die &#220;berraschung, die darob allenthalben herrscht. Denn in jeder Partei ist es Usus, dass Mitglieder, die ja in diesen Status nicht gezwungen werden, das Vertrauen der Gemeinschaft dann verspielen, wenn sie ihr die Solidarit&#228;t aufk&#252;ndigen und offen f&#252;r Positionen des politischen Gegners werben <span id="more-388"></span>– bis hin zum indirekten Aufruf, die eigenen Genossen nicht zu w&#228;hlen. In solch einem Falle muss jedes Parteimitglied damit rechnen, aus der Partei verwiesen zu werden, denn eigentlich erwartete man, dass jemand, der sich nur noch so wenig mit seiner Partei verbunden f&#252;hlt, dass er sie nicht einmal mehr w&#228;hlen w&#252;rde, dann selbst austritt. So hatte es zum Beispiel Oskar Lafontaine gehalten, der die SPD ihrer Politik wegen verlie&#223; und erst dann f&#252;r eine andere politische Formation warb. Das war eine klare Entscheidung – weit entfernt von Clements Lavieren, der in der Partei bleiben m&#246;chte, deren Politik er auf vielen Feldern ablehnt, was nur hei&#223;en kann, von innen heraus den Spaltpilz zu bef&#246;rdern. Der Ex-Wirtschaftsminister im Kabinett Schr&#246;der bekr&#228;ftige das gar noch w&#228;hrend des Verfahrens intern wie &#246;ffentlich, indem er Wiederholung nicht ausschloss. Solches Verhalten lie&#223; dem <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1217410423593.shtml" target="_blank">Landesschiedsgericht</a> gar keine andere Wahl, um der SPD ihre Integrit&#228;t zu bewahren und nicht zu einem beliebigen Diskussionsklub verkommen zu lassen.</p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/825273/" target="_blank">Wer nun am lautesten aufschreit</a>, sind die Heuchler, die zwar Kritiker der Agenda 2010 intern w&#252;tend beschimpften und ihnen – wie es zum Beispiel Franz M&#252;ntefering als Bundestagsfraktionschef tat – auch damit drohten, sie bei kommenden Kandidatenaufstellungen nicht mehr zu ber&#252;cksichtigen, Clements Verhalten, das sie jetzt besch&#246;nigend einen »Fehler« nennen, aber in keiner Weise r&#252;gten. Pl&#246;tzlich erkennen sie den »Wert von Fl&#252;geln« in der SPD, nachdem sie in der Vergangenheit alles versuchten, die Parteilinken an den Rand zu dr&#228;ngen; auch jetzt reduzieren sich Linke bei ihnen auf Erhard Eppler, Andrea Nahles und allenfalls Hermann Scheer, Andrea Ypsilanti geh&#246;rt nicht zu den Geduldeten. Vor allem aber rufen sie teils ganz offen zur Missachtung der Meinung der Parteibasis auf, denn diese war es schlie&#223;lich, die allein die Auseinandersetzung mit Clement betrieb. W&#228;hrend sich Oskar Lafontaine lautstarke Kritik nicht nur der Basis, sondern auch der F&#252;hrung gefallen lassen musste, schwieg sich letztere &#252;ber Wolfgang Clement aus – vielleicht weil er die SPD nach links verlie&#223; und nicht aus sozialdemokratischer Perspektive nach rechts schwenkte, n&#228;mlich direkt ins Unternehmerlager.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist das Verfahren um Clement erneut eine Nagelprobe &#252;ber die k&#252;nftige Linie der SPD, denn nat&#252;rlich geht es nicht nur um dessen Auftreten im hessischen Wahlkampf. Er ist <a href="http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1109797.html" target="_blank">mit anderen angetreten</a>, die SPD dauerhaft zu einer Wirtschaftspartei zu machen, die sich zusammen mit der Union f&#252;r lange Zeit auf den Regierungsb&#228;nken einzurichten gedenkt. Dem dient nicht nur die Favorisierung Steinmeiers als Kanzlerkandidat, sondern auch die erkennbare Offensive der Agenda-Politiker auf allen Feldern – bis hin zur angek&#252;ndigten Revitalisierung Gerhard Schr&#246;ders in kommenden Wahlk&#228;mpfen. Auf der Linken sehen die »Schr&#246;derianer« schon lange keine Zukunft mehr f&#252;r die SPD, wie sie sie verstehen, sondern nur noch als Mehrheitsbeschaffer f&#252;r eine Politik der Umverteilung nach oben. F&#252;r einen solchen Kurs allerdings k&#246;nnte ein Parteiausschluss Clements »suizidal« sein, wie es <a href="http://www.welt.de/politik/arti2272599/Clements_Rauswurf_wird_zu_Blamage_fuer_SPD.html" target="_blank">Otto Schily</a> nannte. Gerade darin aber liegt wohl auch die <a href="http://www.n-tv.de/Fall_Clement_Butterwegge_fordert_Exempel/010820083713/1002618.html" target="_blank">letzte Chance der SPD </a>als einer Partei, die sich als Interessenvertreter der Schw&#228;cheren in der Gesellschaft versteht.</p>
<p></span></p>
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		<title>Schr&#246;ders bester Mann</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2008/07/20/schroeders-bester-mann/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jul 2008 20:11:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Agenda-Fl&#252;gel der SPD favorisiert Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten – gegen die Skepsis der Parteibasis Wenn dieser Tage in den Medien &#252;ber die politische Zukunft von Frank-Walter Steinmeier spekuliert wird – und das geschieht ausgiebig – dann fehlt in keiner der Darstellungen der Auftritt des SPD-Vizevorsitzenden und Bundesau&#223;enministers auf dem Landesparteitag der nieders&#228;chsischen Sozialdemokraten vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Der Agenda-Fl&#252;gel der SPD favorisiert Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten – gegen die Skepsis der Parteibasis</b></p>
<p>Wenn dieser Tage in den Medien &#252;ber die politische Zukunft von Frank-Walter Steinmeier spekuliert wird – und das geschieht ausgiebig – dann fehlt in keiner der Darstellungen der Auftritt des SPD-Vizevorsitzenden und Bundesau&#223;enministers auf dem Landesparteitag der nieders&#228;chsischen Sozialdemokraten vor vier Wochen. Damals in Hannover habe Steinmeier, so war in den Zeitungen zu lesen, bewiesen, dass er »auch Partei kann, nicht nur Dalai Lama, vergr&#228;tzte Chinesen, Nahost und Amerikaner«. <span id="more-375"></span>In Niedersachsens Hauptstadt inszenierte sich Steinmeier als eine Art Schr&#246;derscher Klon – so &#252;berzeugend, dass nicht nur Journalisten glaubten, »Gerhard Schr&#246;der mit nat&#252;rlichem wei&#223;en Haar geh&#246;rt und gesehen zu haben«. Er gab sich als Wahlk&#228;mpfer, beschwor die Geschlossenheit seiner Partei und attackierte lautstark den politischen Gegner.</p>
<p>In Hannover, wo Steinmeiers politische Karriere begann, wurde ihm das leicht gemacht. Nicht nur der nieders&#228;chsische Landes-Vize Hauke Jagau hatte ihn bereits als Bundeskanzler begr&#252;&#223;t; auch sein Vorsitzender Garrelt Duin und Hubertus Heil, Generalsekret&#228;r der Bundespartei, stellten ihn in eine Reihe mit Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schr&#246;der. Nach Steinmeiers Rede erhoben sich alle jubelnd von ihren Pl&#228;tzen und Duin bekannte: »So w&#252;nschen wir uns das! (&#8230;) Mir ist nicht bange um die deutsche Sozialdemokratie nach dieser Rede von Frank-Walter Steinmeier.«</p>
<p><b>Eine inzwischen ausgemachte Sache</b></p>
<p>Der Umworbene jedoch blieb vorsichtig und mochte sich damals und bis heute an Personaldebatten nicht beteiligen, obwohl es inzwischen viele schon f&#252;r eine ausgemachte Sache halten, dass nicht Parteichef Kurt Beck, sondern sein Stellvertreter aus dem alten Schr&#246;der-Stall die SPD in den Wahlkampf f&#252;hren wird. Zum einen wohl deshalb, weil Steinmeier – so sehr er die Ovationen von Hannover genossen hat – als k&#252;hler Rechner nicht vergessen haben d&#252;rfte, dass gerade die nieders&#228;chsische SPD mit ihrer strikten Ausrichtung auf eine Fortsetzung des Schr&#246;derschen Agenda-2010-Kurses bei den Landtagswahlen im Januar nur 30,3 Prozent der Stimmen gewann, das schlechteste Resultat ihrer Geschichte. Bei Arbeitern und Gewerkschaftsmitgliedern verlor sie mehr als acht Prozent der Stimmen. So etwas relativiert &#252;berbordenden Applaus.</p>
<p>Zum zweiten aber z&#246;gert Steinmeier wohl auch, weil ihm die Rolle der Wahllokomotive, des charismatischen Volkstribunen nicht auf den Leib geschrieben ist. Als »Praktiker, Umsetzer, Verwirklicher« bezeichnete ihn einmal die »Zeit«, als jemanden, dem »das Machbare wichtiger als das W&#252;nschenswerte« sei. In dieser Rolle war er erfolgreich, mehr noch: unentbehrlich. Zum Beispiel f&#252;r Gerhard Schr&#246;der. Nach dem Studium der Rechts- und der Politikwissenschaft in Gie&#223;en sowie der Promotion fand Steinmeier 1991 Anstellung in der nieders&#228;chsischer Staatskanzlei, wo der damalige Ministerpr&#228;sident bald auf ihn aufmerksam wurde. Schon 1993 leitete er dessen B&#252;ro; 1996 wurde er Staatssekret&#228;r und Leiter der Staatskanzlei.</p>
<p>Steinmeier erwies sich als ein au&#223;erordentlich zuverl&#228;ssig und effizient arbeitender Beamter. Schnell erkannte er die Probleme und machte sich so beharrlich wie geduldig an ihre L&#246;sung. Nichts, was er f&#252;r wesentlich hielt, entging ihm, so dass ihn manche als »&#220;berperfektionisten« bezeichneten, als »Dr. Makellos« oder als »stillen Star der Schr&#246;der-Truppe«, weil nicht einmal Oppositionspolitiker Negatives &#252;ber ihn zu vermelden wussten. So wirkte er als best&#228;ndiger und unauff&#228;lliger Manager im Hintergrund. Au&#223;er seiner Frau, soll Schr&#246;der einmal bekannt haben, vertraue er nur zwei Menschen uneingeschr&#228;nkt: seiner B&#252;roleiterin und »dem Frank«.</p>
<p>Und dennoch – oder gerade deswegen – war es vielleicht nicht zuf&#228;llig, dass Schr&#246;der nach der Bundestagswahl 1998 nicht den zwar gut funktionierenden, aber wenig inspirierenden Steinmeier zum Kanzleramtschef machte, sondern den zupackenden, umtriebigen Bodo Hombach, der sich dann allerdings als allzu umtriebig erwies. Damit schlug doch noch Steinmeiers Stunde, und er managte sechs Jahre lang in vorderster Front die rot-gr&#252;ne Regierungsarbeit. Er tat es als jemand, der vor allem ausf&#252;hrte, was andere vordachten, der dabei korrigierte und nachbesserte, jedoch nicht den Ehrgeiz entwickelte, eigene Leitlinien zu entwerfen.</p>
<p><b>Ausf&#252;hren, was das Orakel verk&#252;ndet</b></p>
<p>Wichtige Entscheidungen traf Schr&#246;der ohne seinen Amtschef. Dazu beriet er sich mit Franz M&#252;ntefering oder Peter Struck. Steinmeier hatte auszuf&#252;hren, was das Orakel verk&#252;ndete. Auch der &#252;berraschende Entschluss &#252;ber vorgezogene Neuwahlen, dem Steinmeier kritisch gegen&#252;berstand, erfolgte ohne ihn, wenngleich er davon am Ende innerhalb der SPD am meisten profitierte. Denn Schr&#246;der war es wenigstens noch gelungen, mit M&#252;nteferings Hilfe seinen Vertrauten als Au&#223;enminister zu platzieren und damit nicht nur der SPD, sondern deren von ihm vertretenem Fl&#252;gel eine Schl&#252;sselfunktion in der gro&#223;en Koalition zu sichern. Als Vizekanzler, der mit Merkel auf Augenh&#246;he verkehren k&#246;nne, sahen ihn beide damals aber nicht.</p>
<p>Auch der neuen Aufgabe im Ausw&#228;rtigen Amt wurde Steinmeier nur allm&#228;hlich gerecht. Gewohnt, vor allem auszuf&#252;hren, was ein anderer mit Richtlinienkompetenz bestimmte, vermochte er es lange nicht, in der Au&#223;enpolitik aus dem Schatten Angela Merkels zu treten. Die Kanzlerin hatte schnell das internationale Feld als imagef&#246;rdernd erkannt und lie&#223; ihrem obersten Diplomaten nur geringe Spielr&#228;ume, was dieser zun&#228;chst auch klaglos hinnahm. Erst allm&#228;hlich machte er sich vorsichtig frei von ihren Vorgaben, die allzu sehr an den W&#252;nschen der Bush-Administration orientiert sind, so im Streit um den Besuch des Dalai Lama, sp&#228;ter im Umgang mit Syrien oder j&#252;ngst in der Frage des Obama-Auftritts am Brandenburger Tor.</p>
<p>Es sind dabei nicht so sehr origin&#228;re Positionen, die er vertritt, sondern Auffassungen seiner Partei, die sich noch immer aus Schr&#246;ders Distanz zu George W. Bush speisen. Und &#228;hnlich belebt er auch in der Innenpolitik vor allem jene politischen Leits&#228;tze, die Schr&#246;der und die Seinen einst formulierten und an deren theoretischer wie praktischer Ausgestaltung er an prominenter Stelle mitwirkte. Ihm soll nun die Aufgabe &#252;bertragen werden, wenigstens Angela Merkel herauszufordern.</p>
<p>Die besten Voraussetzungen daf&#252;r hat Frank-Walter Steinmeier nicht. Zwar liegt er in den Umfragen weit vor allen seinen Genossen, besonders vor seinem Vorsitzenden Kurt Beck und nur wenige Prozentpunkte hinter der Regierungschefin, doch verdankt er das dem Au&#223;enminister-Job und nicht der Rolle in der SPD-F&#252;hrung. Diese stellt er daher auch nur selten heraus, hat die Parteikarriere nie gesucht und sich eher z&#246;gernd auf den Weg gemacht, wenigstens um ein sozialdemokratisches Bundestagsmandat zu k&#228;mpfen. »Ich habe nie geplant, Politiker zu werden, so etwas entwickelt sich«, sagte er einmal. Und die hypothetische Frage, ob er sich vorstelle, einmal Bundeskanzler zu werden, beschied er bislang eher abweisend: »Ich wei&#223;, was ich kann. Und ich wei&#223;, was ich nicht kann.«</p>
<p>Dennoch wird er sich von seiner Partei letztlich in die Pflicht nehmen lassen – wie bisher. Und dann – auch wie bislang immer – ausf&#252;hren, was jene Str&#246;mung, der er sich zugeh&#246;rig f&#252;hlt, die »Schr&#246;derianer«, f&#252;r das Richtige h&#228;lt. Schon spricht er nicht nur im »Schr&#246;der-Sound«, sondern vor allem Schr&#246;der-Text, den er ja oft selbst formulierte. »F&#252;r mich ist und bleibt die SPD eine Partei der politischen Mitte«, sagt er. Oder: »Ich glaube nicht, dass die SPD am linken Rand unserer Gesellschaft ihren Einfluss sichern wird«, weshalb er nichts davon halte, populistischen Parolen hinterherzulaufen.</p>
<p><b>Mit der Agenda 2010 und den USA verbunden</b></p>
<p>Es sind dies vor allem die Positionen des rechten Fl&#252;gels der Partei und des alten Schr&#246;der-Netzwerks; daher sind sie vielen in der SPD-Basis auch verd&#228;chtig, was Steinmeier zus&#228;tzlich z&#246;gern l&#228;sst. Er wei&#223;, wie sehr sein Name mit der Agenda 2010, der Hartz-Gesetzgebung, aber auch mit dem heimlichen Kotau vor den USA verbunden ist, der sich besonders im Falle Kurnaz zeigte. Doch der 52-J&#228;hrige hat weder die Fantasie noch die Kraft, sich aus dem alten Denkgeb&#228;ude zu befreien und einen Neuanfang zu machen. Er ist lediglich die letzte Hoffnung des Schr&#246;der-Clans, an der Macht bleiben zu k&#246;nnen – und sei es weiterhin als Juniorpartner der Union in einer Neuauflage der Gro&#223;en Koalition. Offen wird das in der SPD ungern gesagt, auch wenn manche, wie Steinmeiers Kabinettskollege Peer Steinbr&#252;ck, es durchblicken lassen. Und hatte nicht der Ex-Kanzler selbst Steinmeier laut »Zeit« einmal attestiert, er »sei der Einzige unter den derzeit politischen agierenden Sozialdemokraten, dem er zutraue, den Job des Bundeskanzlers auf Anhieb erfolgreich auszuf&#252;llen«?</p>
<p>Auch die Parteilinken k&#246;nnten sich mit der Kanzlerkandidatur des geb&#252;rtigen Ostwestfalen anfreunden, sehen sie doch ihre Zeit f&#252;r noch nicht gekommen. Sie k&#246;nnen sich einen Wahlsieg ihrer zerrissenen Partei 2009 nicht vorstellen und wollen keinen der Ihren verschlei&#223;en. Bj&#246;rn B&#246;hning, als Ex-Juso-Chef einer ihrer Vertreter, sagte gar zu, f&#252;r Steinmeier werben zu wollen: »Das kriegen wir schon hin.«</p>
<p>Die alten »Schr&#246;derianer« r&#252;sten derweil zum Kampf. Generalsekret&#228;r Hubertus Heil und Fraktions-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Thomas Oppermann r&#252;hren f&#252;r Steinmeier unverbl&#252;mt die Trommel. Wolfgang Clement verk&#252;ndete, er werde weiter »etwas sagen«, sollte die Reformpolitik in Deutschland angegriffen werden. Otto Schily nannte sie »einen ganz gro&#223;en Erfolg«, und Schr&#246;der selbst will den zehnten Jahrestag des rot-gr&#252;nen Wahlsiegs nutzen, um seine Politik zu verteidigen. Steinmeier, den der Alt-Bundeskanzler einst als seinen »besten Mann« bezeichnete, wird noch einmal gebraucht. Und er &#252;bt auch schon – als »heiserer Schr&#246;der« unl&#228;ngst in Hannover und jetzt im bayerischen Wahlkampf.</p>
<p>(Gedruckt in: Neues Deutschland vom 21. 07. 2008)</p>
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		<title>Die vergifteten Ratschl&#228;ge der Rechthaber</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Feb 2008 17:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie jeder Rechthaber, der die eigene Schuld unger&#252;hrt ignoriert, zeigt die Union jetzt mit langen Fingern auf die SPD. Sie habe gegen&#252;ber der Linkspartei versagt, denn es sei ihr als eigentlich auch linker Kraft nicht gelungen, die Konkurrenz am noch linkeren Rand klein zu halten. In gewisser Weise haben CDU und CSU damit sogar Recht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Wie jeder Rechthaber, der die eigene Schuld unger&#252;hrt ignoriert, zeigt die Union jetzt mit langen Fingern auf die SPD. Sie habe <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/721814.html">gegen&#252;ber der Linkspartei versagt</a>, denn <span id="more-320"></span>es sei ihr als eigentlich auch linker Kraft nicht gelungen, die Konkurrenz am noch linkeren Rand klein zu halten. In gewisser Weise haben CDU und CSU damit sogar Recht, hat doch die SPD tats&#228;chlich kein Mittel gegen die Linke gefunden – einfach deshalb, weil sie einen politischen Kurs einschlug, der von ihr fr&#252;heren Klientel der oft Benachteiligten der Gesellschaft weg f&#252;hrte in eine ziemlich undefinierbare Mitte und damit links R&#228;ume freigab, in die erst die SPD-Absplitterung WASG und dann auch die sich mit dieser vereinigende PDS vorstie&#223;en. Insofern tat die Linke nicht anderes als einen Teil heimatlos gewordener W&#228;hler an sich zu ziehen, ehe sie vielleicht in totaler Resignation oder gar bei Rattenf&#228;ngern ganz Rechtsau&#223;en landen.</p>
<p>Diese Umorientierung der SPD, f&#252;r die solche Begriffe wie Agenda 2010 und Hartz IV, aber auch Bundeswehreins&#228;tze im Ausland stehen, ist noch vor kurzem von beiden Unionsparteien hoch gelobt worden. Gerade sie haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass die Sozialdemokratie diesen f&#252;r sie verderblichen Weg einschlug; ihre jetzige Kritik am Versagen der SPD, dennoch bis weit nach links attraktiv zu bleiben, entbehrt somit nicht einer gewissen Ironie oder gar der Hohns nach dem Motto: Wer den Schaden hat, muss f&#252;r den Spott nicht sorgen. Und auch ihre Ratschl&#228;ge, wie der Fehlentwicklung der SPD abzuhelfen sei, verraten wenig Konstruktivit&#228;t – sagen sie doch im Kern nichts anderes als so weiterzumachen, nur noch gr&#252;ndlicher.</p>
<p>F&#252;r die Union ist das eine n&#252;tzliche Strategie, wie sich bei der Landtagswahl in Niedersachsen zeigte. Denn je kleiner die SPD wird, umso weniger f&#228;llt f&#252;r die CDU die St&#228;rke der Linkspartei ins Gewicht. Ihr gelang es in Hannover, zusammen mit der FDP eine Mehrheit zu gewinnen, obwohl sich mehr als sieben Prozent der W&#228;hler f&#252;r die Linke entschieden. In Hessen jedoch, wo die SPD weitaus st&#228;rker war, hatte die Linke M&#252;he, in den Landtag zu kommen – und gleichzeitig fehlt der CDU eine Mehrheit mit der FDP. Daraus ergibt sich, dass eine wenigstens einigerma&#223;en glaubw&#252;rdig Linkspolitik versprechende SPD durchaus Chancen hat, nicht nur die Linke klein zu halten, sondern auch die CDU zu &#252;berfl&#252;geln, w&#228;hrend eine SPD, die – wie in Niedersachsen – mit Gerhard Schr&#246;der oder Kurt Beck identifiziert wird, gegen&#252;ber dem »b&#252;rgerlichen Lager« auf der Strecke bleibt und der Linkspartei zu &#252;berraschenden Resultaten verhilft.</p>
<p>Obwohl dies alles ziemlich klar auf der Hand liegt, ist nicht zu erwarten, dass die SPD daraus die entsprechenden Schl&#252;sse zieht. Sie hatte sich schon mit ihrer Agenda-Politik in gro&#223;en Teilen auf den von der Union und den Wirtschaftsbossen abgesteckten Irrweg begeben und damit ihren Niedergang eingeleitet, und sie wird auch jetzt den vergifteten Ratschl&#228;gen von Rechts eher folgen als dem eigenen Verstand. Schon gibt es Stimmen, die Andrea Ypsilantis Erfolg zu einer <a target="_blank" href="http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Landtagswahlen-2008/_pv/_p/303639/_t/ft/_b/1384820/default.aspx/zweifel-an-kurt-becks-strategie-wachsen.html">zuf&#228;lligen Eintagsfliege </a>erkl&#228;ren und ihrer Partei dringend empfehlen, den Kurs in weitere Niederlagen nicht zu verlassen. Sie halten es lieber mit Wolfgang Clement, der ziemlich offen zur Wahl von Roland Koch in Hessen aufrief; das gegen ihn angeblich angestrengte Ausschlussverfahren wird wohl wie das Hornberger Schie&#223;en ausgehen, weil damit einer der f&#252;hrenden Agenda-Politiker ausgeschaltet w&#252;rde. Hingegen d&#252;rfte der <a target="_blank" href="http://www.linie1-magazin.de/linie1/index.php?ressort=Politik&amp;id=9956">Ausschluss Detlev von Larchers </a>ziemlich glatt &#252;ber die B&#252;hne gehen. Der fr&#252;here Vorsitzende der parlamentarischen Linken hatte die Wahl der Linkspartei empfohlen und damit einen Kurswechsel seiner Partei erzwingen wollen. Der Ausgang beider Parteiverfahren d&#252;rfte den gegenw&#228;rtigen Standort der SPD best&#228;tigen; als links ist er kaum zu beschreiben.</p>
<p></font></p>
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		<title>Die Agenda 2010 frisst ihre Eltern</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Nov 2007 17:25:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach Schr&#246;der vor fast genau zwei Jahren nun M&#252;ntefering. Die beiden Hauptinspiratoren der antisozialdemokratischen Agenda 2010 sind auf der ganzen Linie gescheitert. Ihr Abgang von der politischen B&#252;hne ist die logische Konsequenz einer schweren Niederlage, die ihnen ihre Partei, vor allem deren Basis beigebracht hat. F&#252;r den politischen Profi M&#252;ntefering war die bereits Stunden vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Nach Schr&#246;der vor fast genau zwei Jahren nun M&#252;ntefering. Die beiden Hauptinspiratoren der antisozialdemokratischen Agenda 2010 sind auf der ganzen Linie gescheitert. <span id="more-272"></span>Ihr Abgang von der politischen B&#252;hne ist die logische Konsequenz einer schweren Niederlage, die ihnen ihre Partei, vor allem deren Basis beigebracht hat.</p>
<p>F&#252;r den politischen Profi M&#252;ntefering war die bereits Stunden vor der Sitzung des Koalitionsausschusses absehbare Ablehnung des Mindestlohnes f&#252;r Briefzusteller der wohl letzte jener bitteren Tropfen, die er seit Wochen schlucken musste. Er fand sich unversehens zwischen allen St&#252;hlen wieder, denn die Union war keineswegs bereit, ihn f&#252;r seinen Beitrag zur Umorientierung der SPD zu belohnen; da mag er sich – nat&#252;rlich auch angesichts der Krankheit seiner Frau – gefragt haben, warum er sich das politische Hamsterrad weiter antun soll, in dem er nun nur noch erfolglos seine Runden drehte. Er wei&#223;, dass, zumal im beginnenden Wahlkampf, f&#252;r ihn, der Opposition immer wieder als »Mist« bezeichnete, nichts mehr zu gewinnen war. Er regierte zwar noch mit, war aber in der eigenen Partei zur Opposition geworden.</p>
<p>Die Jahre seit 1999, als M&#252;ntefering von Schr&#246;der geholt wurde, um die tiefe Vertrauenskrise, in die der Kanzler die SPD durch das Ausbooten Oskar Lafontaines gest&#252;rzt hatte, zu &#252;berwinden, waren f&#252;r das einstige »SPD-Urgestein«, den »Parteisoldaten« aus der SPD-Herzkammer Nordrhein-Westfalen Jahre des pers&#246;nlichen Abstiegs – vor allem nachdem er ab 2002 zu einem der Hauptarchitekten und Durchpeitscher der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetzgebung wurde. Die Quittung f&#252;r diese Abkehr von sozialdemokratischen Grundprinzipien hat er in den letzten Wochen bekommen; das h&#228;tte man der SPD kaum noch zugetraut. Wie sehr auch Angela Merkel von dieser Entwicklung , die ihre Regierungsf&#228;higkeit auf eine schwere Probe zu stellen verspricht, getroffen ist, zeigte ihre einsilbige Stellungnahme. Zwar gibt es noch gen&#252;gend in der SPD-F&#252;hrung, die ihr die Stange zu halten bereit sind – und einen von ihnen hat sie gerade zum neuen Arbeitsminister gek&#252;rt, aber der Druck von unten hat sich betr&#228;chtlich verst&#228;rkt und wird wohl so schnell nicht nachlassen.</p>
<p>M&#252;ntefering jedoch sei geg&#246;nnt, dass er sich nun um seine Frau k&#252;mmern kann. Dar&#252;ber hinaus aber wird er sich wohl demn&#228;chst wie andere abgetretene Politiker in die Riege der alten Politkommentatoren begeben, die pl&#246;tzlich mit Verve ganz etwas anderes erz&#228;hlen, als sie selbst praktizierten. Wie bei den Gei&#223;ler und Bl&#252;m d&#252;rfte seine Partei dies mit ironischem L&#228;cheln beobachten, ihn aber doch gew&#228;hren lassen. Denn nun kann er Schaden nicht mehr anrichten.</p>
<p></font></p>
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		<title>SPD an der Startlinie</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Oct 2007 15:39:27 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Entkleidet man den SPD-Parteitag sowohl aller <a target="_blank" href="http://www.netzeitung.de/deutschland/792251.html">euphorischen</a> wie <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,514010,00.html">s&#228;uerlichen</a> Kommentierungen, bleibt als Resultat: Ihm ist eine <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/meinung/697318.html">Lockerungs&#252;bung</a> gelungen, auf der sich aufbauen l&#228;sst. <span id="more-256"></span>&#196;hnlich einem Sportler, der das Warmmachen braucht, um Verh&#228;rtungen aus den Muskeln zu treiben und den K&#246;rper f&#252;r den Wettkampf geschmeidig zu machen, hat sich die SPD aus den Erstarrungen, in die sie Schr&#246;der und M&#252;ntefering mit der Agenda 2010 f&#252;hrten, gel&#246;st und sich f&#252;r die ab Anfang kommenden Jahres anstehenden Rennen um W&#228;hlerstimmen fit gemacht. Das ist allerhand, denn viele hatten ihr das &#252;berhaupt nicht mehr zugetraut. Es ist aber dennoch nur die Wettkampfvorbereitung; die SPD steht an der Startlinie und muss erst noch zeigen, was sie tats&#228;chlich drauf hat.</p>
<p>Dass die Mehrzahl der Delegierten den SPD-Parteitag in Hamburg nicht als End-, sondern als Anfangspunkt verstand, zeigte sie deutlich durch ihr Abstimmungsverhalten. Immer wieder verweigerten sie der Vorstandsregie die Gefolgschaft und setzten selbstbewusst Forderungen durch, mit denen sie sich nicht nur vom Berliner Koalitionspartner, sondern auch von allzu willf&#228;hrigen Gro&#223;koalition&#228;ren in den eigenen Reihen abgrenzen wollten – so bei der Altersgrenze f&#252;rs Kindergeld, beim Tempolimit auf Autobahnen und eigentlich auch bei der Bahnprivatisierung, ungeachtet dessen, dass hier Kurt Beck mit seinem Kompromissvorschlag die totale Ablehnung verhinderte.</p>
<p>Doch nicht nur der Parteitag, auch Beck selbst hatte in seiner Rede <a target="_blank" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/118451.html">weitergehende Schritte</a> angek&#252;ndigt, auf dass die Sozialdemokratie wieder mit sozialer Kompetenz assoziiert werden k&#246;nne. Die Erh&#246;hung der Regels&#228;tze bei Hartz IV geh&#246;rt ebenso dazu wie die Reduzierung von Belastungen beim &#220;bergang in die Rente mit 67. Nat&#252;rlich weiter der Mindestlohn und der K&#252;ndigungsschutz – insgesamt also ein Programm, das manche nicht ohne Berechtigung darauf verweisen lie&#223;, solche Ziele seien in einer gro&#223;en Koalition kaum erreichbar, wohl aber, wenn sich die linken Kr&#228;fte einschlie&#223;lich der neuen Linkspartei b&#252;ndelten.</p>
<p>Davon will die neue Parteif&#252;hrung von Beck bis Nahles nat&#252;rlich nichts wissen, aber die SPD-Basis wie die Gewerkschaften d&#252;rften sich durch die Auflockerungs&#252;bungen an der Spitze ermutigt f&#252;hlen, nun f&#252;r den Wettkampf die passenden Anfeuerungsrufe in die Arena zu senden. »Ein St&#252;ck W&#228;rme« hat Beck der SPD versprochen, in der diese wohl nicht einnicken m&#246;chte, sondern die sie als Impuls versteht, als Beitrag zum Kr&#228;ftereservoir f&#252;r einen Spurt zu neuen Zielen, solchen, die auch die (w&#228;hlenden) Zuschauer begeistern und damit f&#252;r die Partei erw&#228;rmen.</p>
<p>Ob derlei Signale tats&#228;chlich aufgenommen werden oder aber an der Spitze zu neuen Verkrampfungen f&#252;hren, die den Vorw&#228;rtsdrang bremsen – das wird ganz wesentlich dar&#252;ber entscheiden, ob sich die SPD nach diesem Parteitag tats&#228;chlich berappelt oder ob das Aufb&#228;umen in Hamburg nur ein Strohfeuer bleibt, das im Regierungsalltag mit einer schon die Schauml&#246;scher bereit haltenden CDU/CSU schnell wieder erstickt wird.</p>
<p></font></p>
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