<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>blogsgesang.de &#187; Schwarz-Gelb</title>
	<atom:link href="http://www.blogsgesang.de/tag/schwarz-gelb/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.blogsgesang.de</link>
	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 14:04:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>W&#228;hler bestrafte Hochmut der CDU – und der SPD</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2011/03/27/waehler-bestrafte-hochmut-der-cdu-und-der-spd/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2011/03/27/waehler-bestrafte-hochmut-der-cdu-und-der-spd/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 18:29:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[AKW-Laufzeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Peter Friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-IV]]></category>
		<category><![CDATA[Klöckner]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland-Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart-21]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>
		<category><![CDATA[zu Guttenberg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=2659</guid>
		<description><![CDATA[(pri) Dass die CDU in Baden-W&#252;rttemberg und – etwas weniger deutlich – auch in Rheinland-Pfalz vom W&#228;hler kr&#228;ftig abgestraft wurde, ist nicht zu leugnen. Aber auch die SPD, die sich – wie auf der anderen Seite die rheinland-pf&#228;lzische CDU-Spitzenkandidatin Julia Kl&#246;ckner – realit&#228;tsfern als Wahlsieger geriert, muss noch immer f&#252;r ihre unsoziale Politik der Schr&#246;der- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Dass die CDU in Baden-W&#252;rttemberg und – etwas weniger deutlich – auch in Rheinland-Pfalz vom W&#228;hler kr&#228;ftig abgestraft wurde, ist nicht zu leugnen. Aber auch die SPD, die sich – wie auf der anderen Seite die rheinland-pf&#228;lzische CDU-Spitzenkandidatin Julia Kl&#246;ckner – realit&#228;tsfern als Wahlsieger geriert, muss noch immer f&#252;r ihre unsoziale Politik der Schr&#246;der- und M&#252;ntefering-&#196;ra bezahlen.<span id="more-2659"></span>Wenn sie jetzt in Mainz trotz Verlusten von fast zehn Prozent weiterregieren und in Stuttgart trotz des dortigen schlechtesten Ergebnisses &#252;berhaupt in die Regierung schl&#252;pfen kann, hat sie das allein den Gr&#252;nen zu verdanken, den einzigen Siegern des heutigen Wahlabends.</p>
<p>Aber nat&#252;rlich wiegt der Einbruch von CDU und FDP in Baden-W&#252;rttemberg schwerer, auch wenn um dessen wahren Grund die systemnahen Medien zumeist einen gro&#223;en Bogen machen. In ihren schon vor dem heutigen Wahltag vielf&#228;ltig formulierten Abges&#228;ngen auf die Kanzlerin und ihrer Koalition entwickelten sie entweder<a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Wahlen-Atom-Libyen-Merkels-haerteste-Pruefung-id4466518.html" target="_blank"> abenteuerliche Katastrophentheorien</a><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/a67d777f6f784933848b990422eec625" alt="" width="1" height="1" /> – so als seien ein unvorhersehbares politisches Erdbeben und gleich darauf noch ein Tsunami &#252;ber Schwarz-Gelb gekommen – oder versuchten sich in <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0326/politik/0009/index.html" target="_blank">amateurhaften psychologischen Befunden</a> &#252;ber die doch so bedauernswerte Kanzlerin. Dass es tats&#228;chlich die verfehlten Inhalte der schwarz-gelben Politik und ein voluntaristisches Herangehen an die aktuellen Probleme, das objektive Bedingungen wie subjektive Befindlichkeiten in der Bev&#246;lkerung arrogant ausblendete, waren, die zum Desaster f&#252;hrten, lie&#223; sich so elegant verschleiern.</p>
<p>Die schwerste Hypothek hatte sich die Regierung mit dem Beschluss zur Verl&#228;ngerung der Laufzeiten f&#252;r Atomkraftwerke aufgeladen. Der sich immer st&#228;rker abzeichnende Super-GAU in Japan war eben nicht – wie einige Atombef&#252;rworter mit Altbundeskanzler Helmut Kohl an der Spitze jetzt schon wieder verk&#252;nden – ein bl&#246;der Zufall zur falschen Zeit, sondern die gesetzm&#228;&#223;ige Folge einer Politik, die um des Profits von Wirtschaftsunternehmen willen latente Gefahren klein redet und am Ende – gerade in Japan kann man das jetzt mit erschreckender Deutlichkeit sehen – die Gesellschaft auf den Folgen ihres im Grunde kriminellen Tuns sitzen l&#228;sst. Hinter der Desinformationsparole von der »Br&#252;ckentechnologie« und der noch viel gr&#246;&#223;eren L&#252;ge vom »Moratorium« sollte und soll verborgen werden, dass es nur um Milliardengewinne geht und nicht nur die Meinungen, sondern auch die lebenswichtigen Interessen der Menschen deshalb nassforsch missachtet werden.</p>
<p>Ein anderes Beispiel f&#252;r die Abgehobenheit der Bundesregierung ist der Afghanistankrieg, gegen den es seit Beginn eine Mehrheit im Volk gibt, die jedoch ebenfalls total ignoriert wird. Vielmehr unternahm es der inzwischen an anderen Verfehlungen gescheiterte Verteidigungsminister zu Guttenberg, unter Aufbietung aller nur zur Verf&#252;gung stehenden Propagandakompanien, Krieg f&#252;r Deutsche wieder salonf&#228;hig zu machen. Zwar hat die Koalition jetzt auf einige ihrer kl&#252;geren Berater geh&#246;rt und den Afghanistan-Fehler in Libyen nicht wiederholt, doch selbst diese positive Entscheidung verstand sie dadurch zu entwerten, dass sie daf&#252;r das Engagement am Hindukusch verst&#228;rkte. Und sie trieb zugleich die Kriegsfraktion&#228;re in der CDU/CSU aus der Deckung – jene, die noch heute einer Angela Merkel nachtrauern, die 2003 gern mit George W. Bush in den Irakkrieg gezogen w&#228;re, weil sie zum einen Gewalt – ob im Innern (siehe das Vorgehen gegen die Stuttfart-21-Gegner) oder nach au&#223;en (wie jetzt gegen&#252;ber Libyen) – f&#252;r ein probateres Mittel der Politik  als die Suche nach Ausgleich und friedlichen Konfliktl&#246;sungen halten und zum anderen deutsche Politik noch immer in einer Satelittenrolle sehen – lange fixiert auf die USA, nun auch auf andere; in jedem Falle ohne Sinn und Klugheit dieser Politik auch nur zu hinterfragen.</p>
<p>Weitere Beispiele, wie weit Schwarz-Gelb im Grunde von Denken der B&#252;rger entfernt ist, lieferten das sture Festhalten am Stuttgarter Bahnhofsbau, das die Bundeskanzlerin am Ende sogar zu ihrer Sache erkl&#228;rte, und die am gr&#252;nen Tisch zusammengebastelte Hartz-IV-Korrektur nach der R&#252;ge des Bundesverfassungsgerichts, die sich nicht am Bedarf von Arbeitslosen, sondern an der Kassenlage des Bundes orientierte. Auch Freiherr zu Guttenbergs arroganter Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer und sein v&#246;lliges Unverst&#228;ndnis f&#252;r die Forderungen nach einem ehrlichen, anst&#228;ndigen Umgang mit eigenen Verfehlungen geh&#246;ren in diese Reihe. Und erst heute hat einer der neuen Minister des Kabinetts Merkel ein weiteres Beispiel f&#252;r regierungsamtlichen Hochmut geliefert. Nicht etwa <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/1421531/" target="_blank">Innenminister Hans-Peter Friedrich</a> hat nach seiner Auffassung mit seinem Wort, dass der Islam nicht zu Deutschland geh&#246;re, die Gesellschaft gespalten, sondern jene, die ihn daf&#252;r kritisierten.Seine &#196;u&#223;erung sei dazu benutzt worden, »einen Keil zu treiben zwischen den Muslime und mich. Und das zeigt mir eigentlich, dass die, die mich so scharf kritisiert haben, eigentlich nur ein Ziel hatten, n&#228;mlich zu spalten und nicht zusammen zu f&#252;hren.« Und Julia Kl&#246;ckner, die das zweitschlechteste Resultat ihrer Partei in Rheinland-Pfals ohne rot zu werden ein »wunderbares Ergebnis« nennt, will sich offensichtlich in die Front der Wirklichkeitsverweigerer der Union  nahtlos einreihen.</p>
<p>Die SPD steht der CDU in dieser Frage freilich wenig nach, wie vor allem Andrea Nahles&#8217; Siegeseuphorie angesichts niederschmetternder Stimmergebnisse zeigt.. Sie hat nicht begriffen oder will nicht begreifen, dass die Abkehr der W&#228;hler, die jetzt massiv die Union erlebt, bei ihr schon lange aingesetzt hat und auch heute nicht gestoppt werden konnte; in Rheinland-Pfalz hat sie jetzt erst richtig Fahrt aufgenmmen. Beide so genannte Volksparteien waren und sind nicht das Opfer schicksalhafter politischer Katastrophen, sondern  bewusst betriebenen Regierungshandeln, das zunehmend glaubt, sich &#252;ber die B&#252;rger hinwegsetzen und allein nach den eigenen, interessengeleiteten Ma&#223;st&#228;ben handeln zu k&#246;nnen. Dass – wie zuvor schon Schr&#246;der und M&#252;ntefering – Angela Merkel und Guido Westerwelle, ihre schwarz-gelben Koalition&#228;re und die hinter ihnen stehenden, nach weiteren Milliarden gierenden Wirtschaftsbosse damit nicht durchgekommen sind, ist das wichtigste Resultat des heutigen Wahltages.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2011/03/27/waehler-bestrafte-hochmut-der-cdu-und-der-spd/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schwarz-gelber Hochmut im Super-GAU</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2011/03/14/schwarz-gelber-hochmut-im-super-gau/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2011/03/14/schwarz-gelber-hochmut-im-super-gau/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 17:33:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[AKW]]></category>
		<category><![CDATA[Atomunfall]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Energiewirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeben]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Fukushima]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart-21]]></category>
		<category><![CDATA[Super-GAU]]></category>
		<category><![CDATA[Tsunami]]></category>
		<category><![CDATA[zu Guttenberg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=2541</guid>
		<description><![CDATA[(pri) Hochmut kommt vor den Fall. Diese Erfahrung wird derzeit der schwarz-gelben Bundesregierung kn&#252;ppeldick aufs Kreuz gepr&#252;gelt – und das auf beinahe allen Feldern, auf denen sie nassforsch »durchzuregieren« beabsichtigte, also &#252;ber die Meinung der B&#252;rger, &#252;ber ihr Anstandsempfinden und sogar &#252;ber vorausschauende Vernunft hinweg. Beim Bahnhofsprojekt »Stuttgart 21«, zu dem sich die Kanzlerin uneingeschr&#228;nkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(pri) Hochmut kommt vor den Fall. Diese Erfahrung wird derzeit der schwarz-gelben Bundesregierung kn&#252;ppeldick aufs Kreuz gepr&#252;gelt – und das auf beinahe allen Feldern, auf denen sie nassforsch »durchzuregieren« beabsichtigte<span id="more-2541"></span>, also &#252;ber die Meinung der B&#252;rger, &#252;ber ihr Anstandsempfinden und sogar &#252;ber vorausschauende Vernunft hinweg.</p>
<p>Beim Bahnhofsprojekt »Stuttgart 21«, zu dem sich die Kanzlerin uneingeschr&#228;nkt bekannte, wurde die Abgehobenheit der gegenw&#228;rtigen Koalition bereits un&#252;bersehbar. Beim Fall zu Guttenberg verh&#246;hnte Angela Merkel all jene, die an Ehrlichkeit und Fairness glauben. Und jetzt muss die CDU/CSU/FDP-Regierung erleben,  dass auch ihre Ignoranz gegen&#252;ber der Natur und deren Gesetzen weit entfernt von aller realistischen, vernunftgeleiteten Politik ist. <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E9FAC3BC57E344F20A85FA806F611E469~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/e5c83b9118ef431eae9c6ddc45eac7e8" alt="" width="1" height="1" />&#196;hnlich alte Atomkraftwerke wie der japanische Ungl&#252;cksmeiler Fukushima</a>, aber wegen der hiesigen geologischen Bedingungen weitaus weniger sicher ausgebaut, hatten schon von Rot-Gr&#252;n ausgehandelte Abschalttermine, die Schwarz-Gelb jedoch als eine der ersten Amtshandlungen kassierte.</p>
<p>So sollte Biblis A, seit 1975 in Betrieb und 2010 urspr&#252;nglich zur Abschaltung vorgesehen, noch bis 2020 (!) am Netz bleiben, ebenso das nur ein Jahr j&#252;ngere AKW Neckarwestheim 1. Alle Experten sagen, das diese und mindestens f&#252;nf weitere Kraftwerke wegen ihres Sicherheitsstandards, der heutigen Anspr&#252;chen schon lange und nach den Vorg&#228;ngen in Japan erst recht nicht mehr gen&#252;gt, abgeschaltet werden m&#252;ssten – eine Entscheidung, zu dem sich die Bundesregierung <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-anti-akw/artikel/1/regierung-erwaegt-laufzeiten-aussetzung/" target="_blank">erst unter dem Druck der Tatsachen, aber auch dann noch halbherzig durchzuringen ank&#252;ndigt</a>. Ihr Z&#246;gern macht deutlich: Weniger tats&#228;chliche Einsicht als Angst vor Verlusten bei bevorstehenden Landtagswahlen bestimmt ihre gegenw&#228;rtige Taktik. Daneben n&#228;mlich diffamiert sie all jene, die schon immer vor der Atomkraft gewarnt haben und das nun nat&#252;rlich weiterhin und zu Recht sogar verst&#228;rkt tun, als eine Art Katastrophengewinnler, die das Leid der Japaner f&#252;r politische Zwecke instrumentalisieren wollten. Nebenbei: Dies ist das gleiche j&#228;mmerliche Argumentationsmuster, mit dem schon zu Guttenberg unter Hinweis auf tote Soldaten in Afghanistan gegen seine Kritiker operierte.</p>
<p>Die Entscheidung zur Verl&#228;ngerung der AKW-Laufzeiten war nicht von Sacherw&#228;gungen, sondern allein von politischen Motiven bestimmt. Schwarz-Gelb als Interessenvertreter der Wirtschaft und damit ganz wesentlich auch der Energiekonzerne, modelte das von Rot-Gr&#252;n verabschiedete Ausstiegsgesetz, das angesichts heutiger Erkenntnisse auch schon unzureichend war, zu einem Weiterf&#252;hrungsgesetz um und passte entsprechend die Sicherheitsstandards an die neue Zielvorgabe an. Sie handelte damit nicht anders als die japanische Regierung, die zwar mit Erdbeben und Tsunami von schweren Naturkatastrophen heimgesucht wurde, diese aber durch ihre unkritische Haltung zur Kernenergie noch verschlimmerte. Der <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/gau-und-glaube/3950330.html" target="_blank">Atomunfall von Fukushima</a> geht vollkommen zu Lasten der AKW-Betreiber und der ihnen dienstbaren Administration in Tokio. Ebenso ginge ein vergleichbares Ereignis hierzulande auf das Konto der schwarz-gelben Bundesregierung, die – gott&#228;hnlich – meint, allein dar&#252;ber befinden  zu k&#246;nnen, was f&#252;r die B&#252;rger sicher ist und was nicht. Selbst die L&#228;nderregierungen, die Wesentliches zur Sicherheit der Atomkraftwerke beitragen m&#252;ssten, hat sie von der Entscheidung &#252;ber die Laufzeitverl&#228;ngerung ausgeschlossen.</p>
<p>Mit ihrer Politik der »Alternativlosigkeit«, die in Wirklichkeit  als H&#246;rigkeit gegen&#252;ber Wirtschaftsinteressen zu verstehen ist, haben sich Angela Merkel und ihre Koalition in eine schwere Krise man&#246;vriert. Man k&#246;nnte sagen, ihnen droht &#228;hnlich wie Fukushima ein Super-GAU. Aber w&#228;hrend man mit dem japanischen Volk darum bangt, dass es dieser unvorstellbaren Katastrophe noch entgehen kann, ist sie politisch der schwarz-gelben Bundesregierung von Herzen zu g&#246;nnen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2011/03/14/schwarz-gelber-hochmut-im-super-gau/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>CDU: Angela Merkels R&#252;ckkehr zu Helmut Kohl</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/11/16/cdu-angela-merkels-rueckkehr-zu-helmut-kohl/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/11/16/cdu-angela-merkels-rueckkehr-zu-helmut-kohl/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 16:03:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Kohl]]></category>
		<category><![CDATA[Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Union]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=2060</guid>
		<description><![CDATA[Nun ist Angela Merkel endg&#252;ltig wieder bei Helmut Kohl angekommen, von dem sie sich doch eigentlich emanzipieren wollte. Der Altkanzler hatte einst, in schweren Zeiten, seine CDU auf sich eingeschworen, indem er grenzenlose Zuversicht verbreitete. »Nur wer sich selbst imponiert, imponiert auch anderen«, hie&#223; es da. Und er ist lange gut damit gefahren. Allerdings waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist Angela Merkel endg&#252;ltig wieder bei Helmut Kohl angekommen, von dem sie sich doch eigentlich emanzipieren wollte. Der Altkanzler hatte einst, in schweren Zeiten, seine CDU auf sich eingeschworen, indem er grenzenlose Zuversicht verbreitete. »Nur wer sich selbst imponiert, imponiert auch anderen«, hie&#223; es da. Und er ist lange gut damit gefahren. Allerdings waren damals auch andere Zeiten<span id="more-2060"></span>, eine Tatsache, die der Kanzlerin wohl bewusst ist, auf die sie aber keine Antwort wei&#223; &#8211; au&#223;er der des Voranschreitens in die Vergangenheit.</p>
<p>Heute aber d&#252;rfte Imponiergehabe kaum noch gen&#252;gen, um die B&#252;rger auf die Union und die CDU-Vorsitzende, vor allem jedoch auf die regierende schwarz-gelbe Koalition einzuschw&#246;ren, die Angela Merkel so apodiktisch wie anma&#223;end als die einzig denkbare f&#252;r die Zukunft bezeichnet. Sie formuliert das so stur, dass sich der Verdacht aufdr&#228;ngt, sie wisse l&#228;ngst, dass die <a href="http://www.blogsgesang.de/2010/09/16/angela-merkels-politik-der-verbrannten-erde/" target="_blank"><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/3b28ce252ced40fc9a183c60e5221777" alt="" width="1" height="1" />n&#228;chsten Wahlen bis hin zur Bundestagswahl 2013 verloren gehen </a>und bereite daher ihre Partei schon auf die absehbare Oppositionsrolle vor.</p>
<p>Schlie&#223;lich sprechen nicht nur die Umfragen, die Angela Merkel deshalb in den Papierkorb werfen will, eine deutliche Sprache. Bereits bei der letzten Bundestagswahl verzeichnete die Union mit 33,8 Prozent ihr zweitschlechtestes Ergebnis und konnte nur dank des Aufschwungs der FDP und der selbst verschuldeten Schw&#228;che der SPD und der Gr&#252;nen die schwarz-gelbe Koalition bilden. Der H&#246;henflug der Freidemokraten ist l&#228;ngst vorbei, aber von deren Verlusten profitiert die CDU nicht. Zu diesem Befund muss man Umfragen nicht bem&#252;hen; er st&#252;tzt sich vor allem auf das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Nordrhein-Westfalen_2010" target="_blank">Wahlergebnis in Nordrhein-Westfalen</a>, das der CDU einen Absturz im zweistelligen Prozentbereich bescherte.</p>
<p>Seither hat sich die Lage eher verschlechtert, denn die Polarisierung, die Union und FDP mit ihrer Politik betreiben, mobilisiert vor allem ihre Gegner, die allerdings oft ratlos sind, wem sie parteipolitisch vertrauen k&#246;nnen. Der SPD, die einst die Union in b&#252;rgerferner Politik zu &#252;bertreffen suchte, noch lange nicht wieder. Die Linke mit ihrer immer wieder instrumentierbaren Vergangenheit, aber auch den Querelen eines heterogenen Widerstandsb&#252;ndnisses wohl noch lange nicht. Bleiben die Gr&#252;nen, die sich freilich in Regierungsverantwortung leicht als eine Art Wiederg&#228;nger der FDP entpuppen k&#246;nnten.</p>
<p>Es ist eigentlich nur die Hoffnung auf die Widerspr&#252;che im Lager jenseits von Schwarz-Gelb, auf die Angela Merkel noch bauen kann. Darauf, aus diesem losen Haufen sich doch wieder einen Regierungspartner herauszubrechen; machtgeile Opportunisten gibt es da wahrlich genug. Und was von Ausschlussschw&#252;ren gegen&#252;ber anderen Parteien zu halten ist, zeigten das Wahljahr 2005 wie die j&#252;ngsten Landtagswahlen. Eine gro&#223;e Koalition wurde da ebenso wie das Zusammengehen der Gr&#252;nen mit den Schwarzen oder gar noch mit der FDP verteufelt; heute gibt es all diese »undenkbaren« B&#252;ndnisse l&#228;ngst.</p>
<p>Insofern d&#252;rfte Angela Merkel k&#252;hl kalkulieren und vor allem darauf hoffen, dass die Union im Machtspiel bleibt. Sie w&#228;re wohl auch kaum verzweifelt, wenn es 2013 mit der FDP nicht reichte, daf&#252;r aber vielleicht mit jemand anderem aus dem rot- oder gr&#252;n-b&#252;rgerlichen Lager. Die »Scharniergelenke« daf&#252;r hat sie mit Ursula von der Leyen und Norbert R&#246;ttgen l&#228;ngst an ihrer Seite.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/11/16/cdu-angela-merkels-rueckkehr-zu-helmut-kohl/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angela Merkels Politik der verbrannten Erde</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/09/16/angela-merkels-politik-der-verbrannten-erde/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/09/16/angela-merkels-politik-der-verbrannten-erde/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2010 19:41:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkonzerne]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Kernenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart-21]]></category>
		<category><![CDATA[Zwei-Klassen-Medizin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1912</guid>
		<description><![CDATA[Mit ihrer gestrigen Rede im Bundestag hat Angela Merkel klar zu erkennen gegeben, dass sie mit einer Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition &#252;ber 2013 hinaus nicht mehr rechnet. F&#252;r sie und ihren Partner FDP geht es nur noch darum, m&#246;glichst viel von ihrem neoliberalen Programm – und das so irreversibel, wie es nur geht – durchzusetzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit ihrer gestrigen Rede im Bundestag hat Angela Merkel klar zu erkennen gegeben, dass sie mit einer Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition &#252;ber 2013 hinaus nicht mehr rechnet. F&#252;r sie und ihren Partner FDP geht es nur noch darum, m&#246;glichst viel von ihrem neoliberalen Programm – und das so irreversibel, wie es nur geht – durchzusetzen <span id="more-1912"></span>und damit die politische Landschaft auch danach noch zu pr&#228;gen – unabh&#228;ngig von der Parteienkonstellation, die dann regiert.</p>
<p>Erstes und bisher deutlichstes Anzeichen daf&#252;r war die Blockierung des von Rot-Gr&#252;n beschlossenen und von der gro&#223;en Koalition nicht angetasteten Ausstieges aus der Kernenergie. Nicht nur, dass die Kanzlerin eine Verl&#228;ngerung der AKW-Laufzeiten in zweistelligen Jahreszahlen durchsetzte. Sie sicherte der Atomindustrie auch noch in einem gesonderten und von dieser weitgehend diktierten Vertrag die <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1037682" target="_blank"><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/9c00b631094645579cab949642740e04" alt="" width="1" height="1" />Erhaltung ihrer Superprofite &#252;ber die schwarz-gelbe Regierungszeit hinaus </a>zu. Gestern lieferte sie weitere Belege daf&#252;r, dass sie nun endlich »durchregieren« will; sie k&#252;ndigte einen »Herbst der Entscheidungen« an, »wichtige Weichenstellungen«. Was darunter zu verstehen ist, dar&#252;ber lie&#223; sie keinen Zweifel. Sie bekannte sich noch einmal zum Atomvertrag mit den Gro&#223;konzernen, verteidigte die Gesundheitsreform und bat die FDP nur flehentlich, keine Zwei-Klassen-Medizin zuzulassen. Sie kritisierte an der SPD nicht etwa deren sozialpolitische S&#252;ndenf&#228;lle, sondern dass sie jetzt noch einmal &#252;ber die Rente mit 67 und die »Agenda 2010« diskutiere. Und sie stellte sich, gewisserma&#223;en als Sahneh&#228;ubchen, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,717835,00.html" target="_blank">demonstrativ hinter das Stuttgart-21-Projekt,</a> das gerade auf den erbitterten Widerstand einer Mehrheit in der baden-w&#252;rttembergischen Hauptstadt trifft.</p>
<p>In all diesen Fragen regiert Angela Merkel gegen den erkl&#228;rten Willen der B&#252;rger, und zwar ganz bewusst. Hatte sie anfangs vielleicht noch gehofft, ihr Amtsbonus aus den Zeiten der gro&#223;en Koalition w&#252;rde fortwirken, und daher zur&#252;ckhaltend taktiert, l&#228;sst sie nun, da diese Rechnung nicht aufging, die Maske fallen. Ohne R&#252;cksicht auf die Meinung der W&#228;hler wird sie ihre Politik k&#252;nftig fl&#228;chendeckend an den Erwartungen des Kapitals orientieren und dabei in Kauf nehmen, dass die schwarz-gelbe Koalition im Land verbrannte Erde hinterl&#228;sst, was auch f&#252;r k&#252;nftige Regierungen zu einer schweren B&#252;rde zu werden droht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/09/16/angela-merkels-politik-der-verbrannten-erde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Je stabiler Rot-Gr&#252;n in Nordrhein-Westfalen, desto instabiler Schwarz-Gelb in Berlin</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/07/15/je-stabiler-rot-gruen-in-nordrhein-westfalen-desto-instabiler-schwarz-gelb-in-berlin/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/07/15/je-stabiler-rot-gruen-in-nordrhein-westfalen-desto-instabiler-schwarz-gelb-in-berlin/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 16:39:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Hannelore Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Rüttgers]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1790</guid>
		<description><![CDATA[Mitunter kann es erfreulich sein, wenn sich allzu d&#252;stere eigene Prognosen im Nachhinein als falsch erweisen. Das gilt zum Beispiel ganz aktuell f&#252;r die dieser Tage erfolgte Bildung einer Minderheitsregierung aus SPD und Gr&#252;nen in Nordrhein-Westfalen, obwohl lange  alles darauf hindeutete, dass die SPD in D&#252;sseldorf – wieder einmal – einen CDU-Ministerpr&#228;sidenten zu retten beabsichtigte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mitunter kann es erfreulich sein, wenn sich allzu d&#252;stere eigene Prognosen im Nachhinein als falsch erweisen. Das gilt zum Beispiel ganz aktuell f&#252;r die dieser Tage erfolgte Bildung einer Minderheitsregierung aus SPD und Gr&#252;nen in Nordrhein-Westfalen<span id="more-1790"></span>, obwohl lange  alles darauf hindeutete, dass die SPD in D&#252;sseldorf – wieder einmal – <a href="http://www.blogsgesang.de/2010/05/10/wieder-wird-die-spd-einen-cdu-ministerpraesidenten-retten/" target="_blank"><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b26fd89d47e846948e5cafcaff86a9f7" alt="" width="1" height="1" />einen CDU-Ministerpr&#228;sidenten zu retten </a>beabsichtigte. Nach der vernichtenden Niederlage bei den letzten Landtagswahlen hielt sich J&#252;rgen R&#252;ttgers wie ein klebriger Milchbonbon an seinem Sessel fest, und SPD wie Gr&#252;nen fehlte zun&#228;chst die Courage, die vom W&#228;hler hergestellte Mehrheit links von Schwarz-Gelb f&#252;r einen Neuaufbruch zu zu nutzen. Man fertigte die Linkspartei, die f&#252;r ein solches Projekt gebraucht wurde, wie einen kleinen Penn&#228;ler ab und warb stattdessen inst&#228;ndig um Unterst&#252;tzung bei den gerade vom W&#228;hler abgestraften Ex-Koalition&#228;ren von CDU und FDP. Schlagartig zeigte sich damit, wie sehr SPD und Gr&#252;ne bereits politikunf&#228;hig geworden waren, sobald die W&#228;hler origin&#228;r linke Politik verlangten und zugleich erm&#246;glichten.</p>
<p>Vielleicht kann man solch Versagen am wenigsten der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft anlasten, die den einen Blick auf ihre jahrzehntelang von Johannes Rau und vor allem Wolfgang Clement geformte Partei richten musste, in der starke Bataillone liebend gern in eine gro&#223;e Koalition mit der CDU gegangen w&#228;ren, was – vielleicht gl&#252;cklicherweise – deren Starrsinn und das Machtspiel eines J&#252;rgen R&#252;ttgers und seiner Clique letztlich verhinderten. Von dieser h&#246;chst unzuverl&#228;ssigen SPD ging der andere Blick Krafts geradewegs <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/11/03/ypsilanti-scheitert-am-spd-rechtskurs/" target="_blank">nach Hessen</a>, wo eben solche rechtsgerichteten Sozialdemokraten einen Neuanfang mit einer linken Politik verhindert hatten – im trauten Zusammenspiel mit der erzkonservativen CDU mit Roland Koch an der Spitze. Diese Gemengelage <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1014722" target="_blank">lie&#223; die SPD-Spitzenfrau z&#246;gern</a>, die genau wei&#223;, dass sie auch k&#252;nftig der eigenen Mehrheit nicht sicher sein kann. Die Verweigerung eines Teils ihrer Fraktion., die Kandidatin der Linken f&#252;r den Posten einer Landtags-Vizepr&#228;sidentin bereits – wie allgemein Usus – im ersten Wahlgang zu w&#228;hlen, war ein deutliches Signal an die neue Ministerpr&#228;sidentin, das Zusammenspiel mit der Linkspartei nicht zu weit zu treiben.</p>
<p>Es war am Ende zum einen das Dr&#228;ngen der ideologisch viel weniger festgelegten Gr&#252;nen und zum anderen der Machttrieb der neuen SPD-Bundesspitze, die die Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen erm&#246;glichten. W&#228;hrend erstere pragmatisch die sich ergebenden M&#246;glichkeiten nutzen wollen und schon bei den Sondierungen mit der Linkspartei weitaus weniger Bauchschmerzen hatten als die Sozialdemokraten, geht es der <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/hannelore-kraft-und-die-ypsilanti-falle/1884278.html" target="_blank">SPD-F&#252;hrung um Gabriel und Nahles </a>um ein Signal daf&#252;r, dass die SPD trotz weiterhin unbefriedigender Umfragedaten wieder im politischen Spiel dieser Republik mitspielt. Die SPD-Spitze d&#252;rfte es auch gewesen sein, die – anders als seinerzeit M&#252;ntefering – die &#246;rtlichen Kritiker an die Z&#252;gel nahm und ihnen bedeutete, dass derzeit ein Scheitern der SPD-gef&#252;hrten Regierung nicht ins Konzept passt. Ein Blankoscheck f&#252;r Kraft auch in der Zukunft ist das freilich nicht – wie sich &#252;berhaupt erweisen k&#246;nnte, dass die ideologische Hemds&#228;rmligkeit Sigmar Gabriels, mit der er keine Provokation der Linkspartei ausl&#228;sst, eher zu einer Belastung f&#252;r die D&#252;sseldorfer Minderheitsregierung werden k&#246;nnte als jede inhaltliche  Differenz mit den Linken.</p>
<p>Denn von CDU und FDP haben die rot-gr&#252;nen Koalition&#228;re trotz allen Buhlens wenig Unterst&#252;tzung zu erwarten – selbst da nicht, wo ihre Vorhaben sich zu schwarz-gelben Vorstellungen nicht in diametralem Widerspruch befinden. Es ist bezeichnend, dass die CDU/CSU/FDP-Regierung in Berlin, die zu Gemeinsamkeit im Interesse der B&#252;rger nicht in der Lage ist, sofort zum <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E63269FB454EC4652B1E8B1B1A8BB9237~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Schulterschluss</a> findet, wenn es darum geht, einen Feind zu stigmatisieren. Sie demonstrierte so einmal mehr, wenn wohl auch unbeabsichtigt, mit aller Klarheit, dass sie lediglich ein B&#252;ndnis des Destruktiven, des Zerst&#246;rerischen ist, w&#228;hrend sie an jeder Konstruktivit&#228;t ihrer inneren Widerspr&#252;che wegen scheitert. Insofern ist die rot-gr&#252;ne Koalition in Nordrhein-Westfalen, die um ihres &#220;berlebens willen zu links gepr&#228;gter Politik gezwungen sein wird, eine echte Herausforderung f&#252;r Schwarz-Gelb. Je besser es ihr gelingt, eine echte Alternative zum neoliberal-klientelistischen Regieren in Berlin aufzuzeigen, desto mehr delegitimiert sie das Kabinett Merkel/Westerwelle und macht ihre eigene Stabilit&#228;t zum Ma&#223;stab f&#252;r die Instabilit&#228;t der Bundesregierung.</p>
<p>In diesem Zusammenhang ist die <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/linke-und-rot-gruen-in-nrw-wie-im-institut-fuer-eheanbahnung-1583359.html" target="_blank">Situation f&#252;r die Linke </a>in NRW sehr komfortabel, viel komfortabler jedenfalls, als es eine wie auch immer geartete formelle Zusammenarbeit mit Rot-Gr&#252;n w&#228;re. Sie kann weiterhin unverdrossen auf ihre inhaltlichen Positionen pochen und abwarten, inwieweit die SPD unter diesem Druck zu origin&#228;r sozialdemokratischen Prinzipien zur&#252;ckkehrt bzw. die Gr&#252;nen ihre latente Verb&#252;rgerlichung ein wenig bremsen. Nat&#252;rlich wird sie dabei Kompromisse machen m&#252;ssen, aber nicht mehr und nicht weitgehendere als die rot-gr&#252;ne Minderheitsregierung. Hier das richtige Ma&#223; zwischen legitimer Forderung und taktischer Beweglichkeit zu finden, ist eine schwierige, aber auch – im Hinblick auf rot-gr&#252;n-rote Hoffnungen im Bund – reizvolle und zukunftstr&#228;chtige Aufgabe. Die Linkspartei in NRW kann so einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass SPD und Gr&#252;ne f&#252;r ein vertrauensw&#252;rdiges Projekt links von Schwarz-Gelb koalitions- und regierungsf&#228;hig werden und so dem rot-gr&#252;nen Ansinnen, sich deren gerade in j&#252;ngster Zeit nicht selten prinzipienloser Politik anzupassen, etwas Wirkungsvolles entgegensetzen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/07/15/je-stabiler-rot-gruen-in-nordrhein-westfalen-desto-instabiler-schwarz-gelb-in-berlin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bundespr&#228;sidentenwahl ohne Gewinner</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/06/30/bundespraesidentenwahl-ohne-gewinner/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/06/30/bundespraesidentenwahl-ohne-gewinner/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 21:46:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SED]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1742</guid>
		<description><![CDATA[Nat&#252;rlich ist die heutige Zitterpartie um die Wahl Christian Wulffs zum Bundespr&#228;sidenten die bisher schwerste innerparteiliche Niederlage Angela Merkels, aber auch SPD und Gr&#252;ne verlassen die Bundesversammlung – anders als sie selbst es aus verst&#228;ndlichen Gr&#252;nden darstellen – als Verlierer, in der Sache selbst, vor allem aber unter strategischem Aspekt. Als die schwarz-gelbe Koalition im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nat&#252;rlich ist die heutige Zitterpartie um die Wahl Christian Wulffs zum Bundespr&#228;sidenten die bisher schwerste innerparteiliche Niederlage Angela Merkels, aber auch SPD und Gr&#252;ne verlassen die Bundesversammlung – anders als sie selbst es aus verst&#228;ndlichen Gr&#252;nden darstellen – als Verlierer, in der Sache selbst, vor allem aber unter strategischem Aspekt.<span id="more-1742"></span></p>
<p>Als die schwarz-gelbe Koalition <a href="http://www.welt.de/politik/article8243342/Der-neunstuendige-Wahlkrimi-im-Reichstag.html" target="_blank"><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/ba1162f32f8043059615dcd7d13994f0" alt="" width="1" height="1" />im dritten Wahlgang</a> endlich die absolute Mehrheit erreichte, schien die Bundeskanzlerin zufrieden; dabei sollte ihr gerade diese Zahl zu denken geben. Sie besagt n&#228;mlich, dass es in der Bundesversammlung stets eine solche Majorit&#228;t f&#252;r Wulff gab, sie aber lange nicht wirksam wurde – nicht wegen des nieders&#228;chsischen Kandidaten, sondern wegen der CDU-Vorsitzenden, die – offensichtlich mehr noch als Helmut Kohl – ihre Partei als Kanzlerwahlverein betrachtet. Und daf&#252;r von ihren eigenen Parteifreunden abgestraft wurde, zumal ihre Politik wahrlich keine Erfolgsstory darstellt.</p>
<p>Das ist mit dem Ergebnis des dritten Wahlgangs nicht ausger&#228;umt und vermehrt ohne Zweifel die Schwierigkeiten der Koalition, die sich aus den Widerspr&#252;chen zwischen den Koalitionspartnern und ihren jeweils eigens&#252;chtigen Interessen ergeben. Man wird sehen, wie Angela Merkel damit fertig wird. Bislang ist freilich nicht erkennbar, dass sie – die vielleicht etwas von physikalischen Prozessen versteht, aber wenig von psychologischen, woran m&#246;glicherweise Horst K&#246;hler verzweifelte, schon gar nicht von sozialpsychologischen, was auf die Dauer t&#246;dlich f&#252;r einen Parteif&#252;hrer sein kann – daraus etwas lernen k&#246;nnte.</p>
<p>SPD und Gr&#252;ne hingegen feiern ihren Erfolg, der sich am Ende aber doch nur darauf verk&#252;rzt, dass sie die bereits allgemein bekannte desolate Situation der schwarz-gelben Koalition einmal mehr sichtbar gemacht haben. F&#252;r die eigene Machtperspektive bringt dies jedoch gar nichts; sie wurde im Gegenteil weiter verbaut. Die seit dem Amtsantritt Sigmar Gabriels erkennbare Linie, die Linkspartei unter allen Umst&#228;nden auf die eigenen Politikkonzepte festzulegen, hat – nach Nordrhein-Westfalen – erneut eine Niederlage erlitten.</p>
<p>Zweimal ist somit deutlich geworden, dass SPD und Gr&#252;ne keine Machtoption haben, solange sie der Linkspartei nicht auf Augenh&#246;he entgegentreten. In D&#252;sseldorf wiesen sie – &#252;ber weitgehende inhaltliche Gemeinsamkeiten hinweggehend – das Angebot der Linken zur Zusammenarbeit br&#252;sk zur&#252;ck, unter dem Vorwand unterschiedlicher Auffassungen &#252;ber die Vergangenheit. Inzwischen buhlen sie indirekt nun doch wieder um linke Stimmen – und zwar zu Recht, denn anders kann Hannelore Kraft nicht Ministerpr&#228;sidentin werden und bleiben.</p>
<p>Dennoch wiederholten die F&#252;hrungen von SPD und Gr&#252;ne bei der Bundespr&#228;sidentenwahl das Spiel. Sie k&#252;rten einen Pr&#228;sidentschaftskandidaten und erwarteten von Anfang an die Zustimmung der Linken – ungeachtet der gravierenden Differenzen zwischen Gauck und Linken in zentralen inhaltlichen Fragen wie dem Afghanistan-Krieg und sozialer Gerechtigkeit. Sie wollten die Linkspartei zwingen, &#252;ber die Zustimmung zu Gauck auch dessen konservative politische Positionen zu tolerieren. Nicht zuf&#228;llig wurden diese Fragen in der Debatte seitens Rot-Gr&#252;n gern ausgeklammert und den Linken nahegelegt, mit der Zustimmung zum ehemaligen Chef der Stasiakten-Beh&#246;rde nun endg&#252;ltig ihre Vergangenheitsbew&#228;ltigung zu vollziehen. Doch die Linkspartei wei&#223; inzwischen aus langer Erfahrung, dass sie noch so viele Gesslerh&#252;te gr&#252;&#223;en kann, den Makel der Stasi-verd&#228;chtigen SED-Nachfolgerin wird sie deswegen noch lange nicht los.</p>
<p>Aber darum ist es SPD und Gr&#252;nen auch nicht gegangen. Sie wollten ihre angema&#223;te Meinungsf&#252;hrerschaft links von Schwarz-Gelb durchsetzen – und mussten damit scheitern, weil ihre Position eben mit Links nicht viel zu tun hat. Sie ist bislang auch nur eine Variante b&#252;rgerlicher Politik – so wie ihr Pr&#228;sidentschaftskandidat Joachim <a href="http://www.blogsgesang.de/2010/06/28/wulff-oder-gauck-jacke-wie-hose/" target="_blank">Gauck nur eine Variante des Koalitionskandidaten Christian Wulff</a> war.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/06/30/bundespraesidentenwahl-ohne-gewinner/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wulff oder Gauck – Jacke wie Hose</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/06/28/wulff-oder-gauck-jacke-wie-hose/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/06/28/wulff-oder-gauck-jacke-wie-hose/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 13:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichtsbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Maxibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Antikommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Birthler]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[BUSt]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Jochimsen]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Robers]]></category>
		<category><![CDATA[Schäuble]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
		<category><![CDATA[Stasiakten-Behörde]]></category>
		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1734</guid>
		<description><![CDATA[Eigentlich ist es Jacke wie Hose, wer von den beiden Kandidaten der so genannten etablierten Parteien am Mittwoch zum Bundespr&#228;sidenten gew&#228;hlt wird. Beide sind von der gleichen politischen Couleur, was Joachim Gauck auch ausdr&#252;cklich betont. Und mehr noch: Er h&#228;tte eher das Angebot der Pr&#228;sidentschaftskandidatur von CDU/CSU und FDP erwartet; von dort erhofft er sich angeblich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich ist es Jacke wie Hose, wer von den beiden Kandidaten der so genannten etablierten Parteien am Mittwoch zum Bundespr&#228;sidenten gew&#228;hlt wird. Beide sind von der gleichen politischen Couleur, was Joachim Gauck auch ausdr&#252;cklich betont. Und mehr noch: Er h&#228;tte eher das Angebot der Pr&#228;sidentschaftskandidatur von CDU/CSU und FDP erwartet;<span id="more-1734"></span> von dort erhofft er sich angeblich auch die zum Sieg &#252;ber den Parteisoldaten Christian Wulff erforderlichen Stimmen.</p>
<p>Nat&#252;rlich wei&#223; Gauck ganz genau, dass er gegen <a href="http://www.blogsgesang.de/2008/01/25/der-weichgespuelte-kandidat/" target="_blank">Wulff</a> keine Chance hat. Als Kandidat der Oppositionsparteien SPD und Gr&#252;ne wird er schon aus machtpolitischen Erw&#228;gungen der regierenden Koalition&#228;re nur eine Ausz&#228;hlung der Stimmen in der Bundesversammlung erleben; er dient seinen Erfindern und politischen Sponsoren vor allem dazu, ihre Zugeh&#246;rigkeit zum b&#252;rgerlichen Lager zu unterstreichen und doch zugleich die aus dem gleichen Dunstkreis kommende schwarz-gelbe Regierung ordentlich zu &#228;rgern. Und Gauck selbst konnte noch einmal seine universale Verwendungsf&#228;higkeit im b&#252;rgerlichen Machtsystem beweisen, demonstrieren, wie anpassungsf&#228;hig er auf Situationen nzu reagieren versteht, die vor allem ihm selbst pers&#246;nlichen Nutzen versprechen. Dabei nimmt er sogar billigend in Kauf, dass die von ihm durchaus begr&#252;&#223;te schwarz-gelbe Regierung &#246;ffentlich als zahnloser Papiertiger dargestellt werden kann – auch wenn die hochschie&#223;enden Spekulationen &#252;ber eine Gef&#228;hrdung der Merkel-Regierung nat&#252;rlich l&#228;cherlich sind. Mit zwei Kandidaten, zwischen die programmatisch kein Blatt Papier passt, kann die Kanzlerin leben; gef&#228;hrdet w&#228;re sie nur dann gewesen, h&#228;tten sich SPD und Gr&#252;ne der wirklich alternativen Kandidatin Luc Jochimsen zugewandt.</p>
<p>Es geht bei der vor allem medialen Gauckmania wohl – anders als der Kandidat gern darstellen will – in erster Linie darum, der Regierung auf einem nebens&#228;chlichen Kampffeld<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0626/diekandidaten/0004/index.html" target="_blank"> die »rote Karte« zu zeigen</a><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/272dd02c1dc34e998df5ccbde2f89fed" alt="" width="1" height="1" />; sie ist insofern nur ein weiterer Ausdruck der Verdrossenheit des Volkes &#252;ber die amtierende Koalition, f&#252;r die ihr jeder Denkzettel recht ist – auch einer mit Namen Gauck.</p>
<p>Tats&#228;chlich jedoch w&#228;re von einem Bundespr&#228;sidenten Gauck ebenso wenig wie von Christian Wulff eine von der derzeitigen Regierungspolitik abweichende Position zu erwarten. Gauck hat noch immer gewusst – was ihm nicht vorzuwerfen ist, wie man sich unter wechselnden Verh&#228;ltnissen arrangieren kann und muss. Aufschlussreich war in diesem Zusammenhang eine Biografie, die bereits vor zehn Jahren der Journalist Norbert Robers &#252;ber ihn schrieb und die – bei aller sonstigen Beflissenheit – diesen Charakterzug seiner Protagonisten nicht auszublenden vermochte. Darauf machte eine Rezension des Buches aufmerksam, die 29. September 2000 in der Zeitung »Neues Deutschland« erschien.</p>
<blockquote>
<h3>Ein Leben hinter der Larve</h3>
<h4>Joachim Gauck lie&#223; sich eine Biografie fertigen &#8211; und ist nicht damit zufrieden</h4>
<address>Von Peter Richter</address>
<h5>Heute wird der Bundestag mit Marianne Birthler eine neue »Bundesbeauftragte f&#252;r die Unterlagen des Staatssicher­heitsdienstes der ehemaligen DDR« w&#228;hlen. Derweil k&#228;mpft der scheidende Amtsverwalter Joachim Gauck um ein makelloses Selbstbild f&#252;r die Nachwelt.</h5>
<p>Oft sind es beinahe nebens&#228;chliche Details, die am ehesten ein Schlag­licht auf einen Menschen werfen. In seinem Buch »Joachim Gauck. Die Biografie einer Institution« schildert der »Welt«-Journalist Norbert Robers den Auftritt seines Protagonisten in der Berli­ner Humboldt-Universit&#228;t, wo er die »Enttarnung« des Rektors Heinrich Fink als IM verk&#252;ndete: »Er trat ans Podium mit der Bemerkung: &gt;Gelassen und mit Freude erwarte ich die Proteste einer PDS-gesteuerten Universit&#228;ts&#246;ffentlichkeit.&lt; Er ballte die Hand zur Faust, um seine Ent­schlossenheit zu zeigen.« Die Szene verr&#228;t zweierlei: Zum einen Gaucks militanten Antikommunismus, zu dem er sich immer wieder bekennt. Und zum anderen seine Selbstgerechtigkeit, die totale &#220;berzeu­gung von sich und seiner Mission.</p>
<p>Seine antikommunistische Haltung be­gr&#252;ndet Joachim Gauck mit dem Schicksal seines Vaters, der 1951 unter falschen Beschuldigungen in die Sowjetunion ge­bracht wurde, wo er fast drei Jahre in ei­nem Gefangenenlager arbeiten musste. Folglich waren f&#252;r ihn die Russen »uner­w&#252;nschte Eroberer« und Adenauer, der die R&#252;ckkehr der Gefangenen ausgehan­delt hatte, »unser Held«. Auch in der Schule empfand der junge Gauck Pein &#8211; so sehr, »dass er eine bayerische Bekennt­nisschule des vorigen Jahrhunderts als einen Hort der Liberalit&#228;t feiern w&#252;rde«. Die Ablehnung der DDR und ihres Sys­tems hinderte Joachim Gauck indes nicht, in ihrer Gesellschaft seinen Platz zu finden &#8211; und ihn zu verteidigen. »Ich war nie ein Fundamental-Oppositioneller, aber nicht weil es an Mut mangelte, sondern weil ich es f&#252;r taktisch unklug hielt«, gesteht er ein. So verwundert es nicht, dass er weder als Landpfarrer im mecklenburgischen L&#252;ssow ab 1967 und lange auch sp&#228;ter nicht in Rostock-Evershagen, wo er in ei­nem Neubaugebiet eine evangelische Ge­meinde aufbaute, ins Visier der Staatssi­cherheit geriet. 1983 wurde schlie&#223;lich der operative Vorgang (0V) »Larve« an­gelegt, der bis Ende 1988 auf fast 200 Seiten anwuchs, ehe er geschlossen und archiviert wurde. Damals urteilte das MfS. »dass von ihm derzeit keine Aktivit&#228;ten ausgehen, die eine weitere Bearbeitung im 0V erforderlich machen«, Sein F&#252;h­rungsoffizier empfahl gar, einen IM-Vorlauf anzulegen, Gauck hatte sich beson­ders bei der Vorbereitung des Rostocker Kirchentages au&#223;erordentlich kooperativ gezeigt und erkl&#228;rte sich auch zu weiteren Gespr&#228;chen mit dem MfS bereit. Sein Bio­graf jedoch traut &#8211; anders als Gauck ge­w&#246;hnlich &#8211; den Akten nicht recht und be­wertet diese Aussagen als »eine Mischung aus Wunschdenken und politisch moti­vierter Verleumdung«.</p>
<p>Heute will der Aktenverwalter seine damals realistische und ihm nicht vor­werfbare Haltung nicht mehr wahrhaben. Er wollte unter den obwaltenden Verh&#228;lt­nissen etwas bewirken, wollte seine Auf­gabe als Kirchenmann erf&#252;llen &#8211; und musste dazu Kompromisse machen. Nicht anders etwa als Manfred Stolpe, wenn­gleich auf wesentlich niedrigerem Niveau. Doch w&#228;hrend er Stolpes MfS-Kontakte als Kollaboration mit dem Geheimdienst anprangerte, sieht er sich selbst »in er­bitterte K&#228;mpfe mit der Stasi verwickelt«. Jene Zivilcourage, die er bei anderen zu Recht lobt, ging ihm &#8211; jedenfalls in der ri­gorosen Konsequenz totaler Verweige­rung, die er offenbar allein gelten l&#228;sst &#8211; ab. Er verhielt sich normal und durchaus vern&#252;nftig &#8211; wie viele andere, denen er das heute vorwirft, weil er besser sein, sich &#252;ber sie erheben will.</p>
<p>Aus diesem Grunde auch f&#252;hrt er einen erbitterten Kampf gegen all jene, die seine Rolle in der DDR anders darstellen. Schon auf der zweiten Seite der Einleitung – die erste z&#228;hlt seine Medaillen und Auszeich­nungen auf &#8211; geht Robers auf Gaucks Stasiakte ein, auf seine juristischen Auseinandersetzungen mit Peter-Michael Diestel, Er konzentriert sich dabei auf jene Teile, die ihn als »Systemkritiker und Op­fer von Verfolgung« darstellen, w&#228;hrend all das. was &#252;ber »Beg&#252;nstigungen« sei­tens des MfS, wie es Diestel nennt (siehe auch ND vom 25.September 2000), aufge­zeichnet ist, weitgehend ausgeblendet wird. Aber auch sein Biograf kann nicht verschweigen, dass Gauck ausgerechnet in den Jahren 1988 und 1989 »seinen Wi­derstand gegen den Staat dem kirchlichen Amt untergeordnet hatte«.</p>
<p>Erst am 4. November 1989 sah er »die Zeit f&#252;r reif an, auch au&#223;erhalb der Kirche politisch aktiv zu werden« &#8211; nun aber mit aller Macht. Vieles gab er auf, seine Fami­lie, menschliche Bindungen, um sich ganz und gar als »politischer Missionar« zu bet&#228;tigen. Mit einem Rigorismus, der in erstaunlichem Widerspruch zu seiner Kompromissbereitschaft in der DDR stand, ging er schlie&#223;lich an die Auswer­tung der Stasi-Hinterlassenschaft. Er ver­trat die &#214;ffnung der Akten, allerdings in streng rechtsstaatlichen Grenzen, was das Scheitern bedeutet h&#228;tte. »Es handelt sich um einen Beitritt der DDR zur Bundesre­publik, nicht um die umgekehrte Veran­staltung. Ihr seid herzlich willkommen. Aber hier findet nicht die Vereinigung zweier gleicher Staaten statt«, hatte Wolf­gang Sch&#228;uble h&#246;hnisch den DDR-Unter­h&#228;ndlern entgegengehalten. Und folglich fehlte die Akten&#246;ffnung im Einigungsver­trag. Erst ein durch Gauck abgelehnter Hungerstreik der von ihm herzlich ver­achteten B&#252;rgerrechtler zwang die Bun­desregierung zu Einlenken und sicherte &#8211; Ironie der Geschichte &#8211; Joachim Gauck f&#252;r zehn Jahre sein hoch dotiertes Amt.</p>
<p>Obwohl sich Gaucks Biograf bem&#252;ht, dessen Weg »vom Aktenverwalter zur mo­ralischen Instanz« in bestem Gef&#228;lligkeitsjournalismus zu zeichnen, sind dem Auftraggeber einige unpassende Fakten und vorsichtig distanzierende Anmerkun­gen schon zu viel. Eine »sch&#246;ne« Larve will er zeigen, nicht sein wahres Gesicht. Ob es da die urspr&#252;nglich geplante »einzig autorisierte« Biografie sein wird, die in diesen Tagen auf den Markt kommt?</p>
<address>Norbert Robcrs: Joachim Gauck. Die Biografie einer Institution, Henschel Verlag Berlin. 240 Seiten, 38 DM.</address>
</blockquote>
<address></address>
<address></address>
<p>Eine gewisse Zeit hat Joachim Gauck gebraucht, aber im letzten Winter war dann tats&#228;chlich seine Autobiografie im Handel, in der er die eigene Sicht der Dinge ohne st&#246;rende Details darstellen konnte. Dass sie rechtzeitig vor seiner Pr&#228;sidentschaftskandidatur erschien, war Zufall, aber diese F&#252;gung passt recht gut zu einem Gauck und seinem Gesp&#252;r, jederzeit zu wissen, was pers&#246;nlich gerade opportun ist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/06/28/wulff-oder-gauck-jacke-wie-hose/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angela Merkel entdeckt die Parteidisziplin</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/06/21/angela-merkel-entdeckt-die-parteidisziplin/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/06/21/angela-merkel-entdeckt-die-parteidisziplin/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 23:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlerdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Parteidisziplin]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SED]]></category>
		<category><![CDATA[Treppenwitz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1728</guid>
		<description><![CDATA[Der wohl bemerkenswerteste Satz der CDU-Chefin letztes Wochenende auf einer Konferenz mit 150 Kreisvorsitzenden ihrer Partei war ohne Zweifel jener, mit dem sie laut »Berliner Zeitung« von der CDU-Basis verlangte, »einen Beschluss der Regierung, den diese verantwortlich getroffen habe, mitzutragen« statt »sofort wilde Diskussionen anzufangen«. Sie hat damit auf innerparteiliche Kritik als echtes DDR-Kind reagiert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der wohl bemerkenswerteste Satz der CDU-Chefin letztes Wochenende auf einer Konferenz mit 150 Kreisvorsitzenden ihrer Partei war ohne Zweifel jener, mit dem sie laut »Berliner Zeitung« von der CDU-Basis verlangte, »einen Beschluss der Regierung, den diese verantwortlich getroffen habe, mitzutragen« statt »sofort wilde Diskussionen anzufangen«. Sie hat damit auf innerparteiliche Kritik als echtes DDR-Kind reagiert. <span id="more-1728"></span>Obwohl sie der SED nie angeh&#246;rte, hat sie deren praktizierte Parteidisziplin offensichtlich stark beeindruckt – so wie sie auch von »Fehlerdiskussionen«, wie man damals etwas vornehmer formulierte, nichts h&#228;lt.</p>
<p>Und ganz entsprechend erkl&#228;rte sie die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung wieder einmal f&#252;r alternativlos. Mag selbst in der eigenen Partei der Zweifel daran wachsen, wie die <a href="http://www.bild.de/BILD/news/standards/bams-lambeck/2010/06/20/woche-in-berlin.html" target="_blank"><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/e70bbc538bf6431a95ab654d4aae20c2" alt="" width="1" height="1" />Diskussionsbeitr&#228;ge der Funktion&#228;re</a> auf dieser Konferenz fast einhellig bewiesen – die F&#252;hrung h&#228;lt unersch&#252;tterlich Kurs. M&#246;gen sogar die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-nach-sparbeschluss-wirtschaftsfreunde-der-cdu-wollen-an-reiche-ran-1.956025" target="_blank">Lobbyisten der Wirtschaft</a> mit ihrem feinen Gesp&#252;r f&#252;r die wirklichen Gefahren f&#252;r ihre Profite inzwischen dazu raten, keine allzu absch&#252;ssige soziale Schieflage zuzulassen – Angela wischt derlei Bedenken beiseite und tritt auch damit in die Fu&#223;stapfen anderer beratungsresistenter Parteif&#252;hrer, die freilich am Ende stets an solchem Voluntarismus scheiterten.</p>
<p>Als »Treppenwitz der Geschichte« w&#252;rde es die Kanzlerin empfinden, gelinge das schwarz-gelbe B&#252;ndnis nicht. Doch vielmehr trifft diese Metapher f&#252;r absurdes Theater auf ihre Neigung zu, solches Gelingen ausgerechnet mit dem Instrumentarium der DDR-Staatspartei herbeizuzwingen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/06/21/angela-merkel-entdeckt-die-parteidisziplin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Afghanistan fordert neues Opfer: Horst K&#246;hler</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/05/31/afghanistan-fordert-neues-opfer-horst-koehler/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/05/31/afghanistan-fordert-neues-opfer-horst-koehler/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 May 2010 17:08:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Köhler]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1718</guid>
		<description><![CDATA[Am meisten d&#252;rften die Taliban &#252;berrascht gewesen sein: Sie haben keine Selbstmordattent&#228;ter losgeschickt, keine Sprengfallen gelegt und auch keine Granatwerfer auf das deutsche Lager in Kundus ausgerichtet – und dennoch fiel ihnen der h&#246;chstgestellte Deutsche zum Opfer – der Bundespr&#228;sident. Physisch haben sie ihn zwar nicht getroffen, aber politisch ist er ein toter Mann. Horst K&#246;hler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am meisten d&#252;rften die Taliban &#252;berrascht gewesen sein: Sie haben keine Selbstmordattent&#228;ter losgeschickt, keine Sprengfallen gelegt und auch keine Granatwerfer auf das deutsche Lager in Kundus ausgerichtet – und dennoch fiel ihnen der h&#246;chstgestellte Deutsche zum Opfer – der Bundespr&#228;sident.<span id="more-1718"></span> Physisch haben sie ihn zwar nicht getroffen, aber politisch ist er ein toter Mann. Horst K&#246;hler hat heute seinen R&#252;cktritt erkl&#228;rt, keine zehn Tage nach seiner Kurzvisite in Afghanisatan, von deren Folgen er sich nicht erholen konnte.</p>
<p>Neben den Taliban kann sich noch jemand anderes als Sieger f&#252;hlen: die Wahrheit. Denn die hat K&#246;hler mit beinahe sympathischer Offenheit ausgesprochen, als er die deutschen Kriegseins&#228;tze teils weitab von den nationalen Grenzen als das bezeichnete, was sie tats&#228;chlich sind – Aktionen zur Wahrung wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen, wie sie die Herrschenden hierzulande verstehen. Der Ex-Bundespr&#228;sident als ehemaliger Finanzmanager und IWF-Pr&#228;sident kannte diese Interessen nur zu gut, hatte er ihnen doch bereits in seinen fr&#252;heren &#196;mtern treu gedient; das sollte im Amt des Staatsoberhauptes nicht anders sein, und daher redete er abseits aller verschleiernd-diplomatischen Floskeln in dieser Sache <a href="http://www.dradio.de/aktuell/1191138/" target="_blank"><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/de29cd4bf91a426ea319be3c54388267" alt="" width="1" height="1" />Klartext</a>.</p>
<p>Aber genau das nahm ihm die politische Klasse &#252;bel. Es fiel auf, dass die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,696982,00.html" target="_blank">Kritik an seiner Offenheit bei SPD und Gr&#252;nen am sch&#228;rfsten war</a>. Sie hatten schlie&#223;lich die Bundeswehr in weltweite Kampfeins&#228;tze gef&#252;hrt, daf&#252;r jedoch allerlei besch&#246;nigende Gr&#252;nde ins Feld gef&#252;hrt, um die Wahrheit ungesagt lassen zu k&#246;nnen. Dass K&#246;hler diese L&#252;gen so schonungslos entlarvte, emp&#246;rte die fr&#252;heren rot-gr&#252;nen Koalition&#228;re, aber auch die jetzige Regierung mochte diese Wahrheit nicht h&#246;ren und sich schon gar nicht mit ihr auseinander setzen. Sie wei&#223; um die ganz &#252;berwiegende Ablehnung des Afghanistan-Engagements in der Bev&#246;lkerung und scheut die ehrliche Diskussion &#252;ber ihre Hintergr&#252;nde, die der nun zur&#252;ckgetretene Pr&#228;sident vielleicht gerade deshalb erzwingen wollte – nat&#252;rlich in der Hoffnung, die Stimmungslage umzukehren. Damit ist er schon im eigenen Lager gescheitert, und insofern ist der R&#252;cktritt durchaus eine logische Konsequenz.</p>
<p>Aber Horst K&#246;hler mag noch etwas anderes verdrossen haben – seine Behandlung durch die schwarz-gelbe Koalition als deren subalterner Angestellter. Das hatte bereits begonnen, als K&#246;hler von CDU/CSU und FDP, damals noch Opposition, im Wohnzimmer Guido Westerwelles aus dem Hut gezaubert wurde, und es begleitete eigentlich seine gesamte Amtszeit. Immer wenn sich das Staatsoberhaupt anma&#223;te, eine eigene Meinung zu formulieren (was freilich mitunter ziemlich schlicht geriet), gab sie ihm dies sofort unmissverst&#228;ndlich zu verstehen, meist mit jenem nachsichtigen Grinsen, mit dem man jemand bei seinem Tun zuschaut, den man eigentlich f&#252;r einen Trottel h&#228;lt. Man legte ihm Gesetze zur Unterschrift vor, die verfassungsm&#228;&#223;igen Kriterien nicht gen&#252;gten, man griff sich emp&#246;rt an den Kopf, als er ein Gespr&#228;ch mit dem Ex-Terroristen Christian Klar f&#252;hrte, und man machte ihn schon bei fr&#252;heren Wahrheiten madig, so als er die au&#223;er Rand und Band geratenen Banken bereits zu einem Zeitpunkt als „Monster“ bezeichnete, das das noch als umst&#252;rzlerisches Gedankengut galt.</p>
<p>Die schwarz-gelbe Regierung und ihre Parteien haben Horst K&#246;hler nie ganz ernst genommen. Er war ihr Produkt, und sie verlangten von ihm, dass er entsprechend funktioniere. Das hatten zuvor schon andere versucht, so Helmut Kohl bei Richard von Weizs&#228;cker. Der jedoch lie&#223; sich die Butter nicht vom Brot nehmen und ging als einer der geachtetsten Pr&#228;sidenten der Bundesrepublik in die Geschichte ein. Solches Format freilich hat Horst K&#246;hler nicht; auch deshalb hat sein R&#252;cktritt Folgerichtigkeit. Er wollte am Ende wohl nur noch ein letztes St&#252;ck an Reputation gewahrt wissen; wenigstens das k&#246;nnte ihm gelungen sein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/05/31/afghanistan-fordert-neues-opfer-horst-koehler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kochs Abgang erweitert Merkels Spielraum</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/05/26/kochs-abgang-erweitert-merkels-spielraum/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/05/26/kochs-abgang-erweitert-merkels-spielraum/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 26 May 2010 22:29:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Koch]]></category>
		<category><![CDATA[Konservative]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsliberale]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1713</guid>
		<description><![CDATA[In der Absicht Roland Kochs mag es nicht gelegen haben, doch mit seinem angek&#252;ndigten R&#252;cktritt als hessischer Ministerpr&#228;sident, CDU-Landesvorsitzender und stellvertretender Bundeschef seiner Partei verschaffte er vor allem Angela Merkel eine Atempause. Eben erst mit einer eklatanten Wahlniederlage der Union in Nordrhein-Westfalen konfrontiert, die viele ihrer bereits seit langem in den Startl&#246;chern hockenden innerparteilichen Kritiker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Absicht Roland Kochs mag es nicht gelegen haben, doch mit seinem angek&#252;ndigten R&#252;cktritt als hessischer Ministerpr&#228;sident, CDU-Landesvorsitzender und stellvertretender Bundeschef seiner Partei verschaffte er vor allem Angela Merkel eine Atempause. <span id="more-1713"></span>Eben erst mit einer eklatanten Wahlniederlage der Union in Nordrhein-Westfalen konfrontiert, die viele ihrer bereits seit langem in den Startl&#246;chern hockenden innerparteilichen Kritiker aus der Deckung treten lie&#223;en, d&#252;rfte die CDU-Vorsitzende mit gewisser Erleichterung den Abgang eines ihrer schwergewichtigten Rivalen quittiert haben, nimmt er doch der Fronde eine F&#252;hrungsfigur, die ihr nicht nur stets gef&#228;hrlich werden konnte, sondern die auch jenen breiten R&#252;cken hatte, hinter dem weniger Mutige gern ihre heimlichen N&#246;rgeleien ablassen.</p>
<p>F&#252;r die lange aufgeschobene, und von Angela Merkel auch jetzt nicht sonderlich erw&#252;nschte <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,696918,00.html" target="_blank">Auseinandersetzung &#252;ber den k&#252;nftigen Kurs der christlichen Union </a><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/91aff8e1e2964ecc81afedd0430dd0ae" alt="" width="1" height="1" />ist das von nicht zu untersch&#228;tzender Bedeutung – gerade in diesem Moment, da die FDP, in die vor allem die CDU-Wirtschaftsliberalen so gro&#223;e Hoffnungen gesetzt hatten, erheblich schw&#228;chelt und gegen&#252;ber der Kanzlerin und ihrem Finanzminister wesentliche Positionen r&#228;umen muss. Das erlaubt es Merkel, wenigstens in Teilen jene Politik fortzusetzen, die sie 2005 in Wertung ihres miserablen Wahlergebnisses einleitete. Als eine Politikerin, die eher Stimmungen als Prinzipien folgt, nutzte sie die damals von der SPD angebotene M&#246;glichkeit der gro&#223;en Koalition zu einer behutsamen Ausrichtung der Union auf neue, von den Konservativen stets beargw&#246;hnte Realit&#228;ten. Mit Ursula von der Leyen, Thomas de Maiziére und Annette Schavan holte sie Vertraute ins Kabinett, die in diesem Sinne wirkten; kritische Einw&#228;nde aus dem konservativen und wirtschaftsliberalen Lager ihrer Partei konterte sie mit dem Verweis auf den sozialdemokratischen Koalitionspartner, der eine andere Politik nicht zulie&#223;e.</p>
<p>Der schwarz-gelbe Wahlerfolg des letzten Herbstes beendete diese Ausgestaltung der CDU mit einem modernen Gesicht j&#228;h. Mehr noch als die Christdemokraten hatte die SPD f&#252;r die Abweichung vom traditionellen Selbstverst&#228;ndnis der jeweiligen Partei die Quittung erhalten; beide verloren zugunsten der drei kleineren Parteien so viele Stimmen, dass an eine Fortsetzung ihres B&#252;ndnisses nicht zu denken war. Statt dessen bekam die Union mit den Freidemokraten einen »Partner«, der wild entschlossen war, all das, was er in der Opposition kritisiert hatte, nun tats&#228;chlich innerhalb k&#252;rzester Zeit zu eliminieren. Angela Merkel, die es schon vers&#228;umt hatte, die SPD in ihrem wirtschaftsliberalen Masochismus zu bremsen, fand auch jetzt nicht den Mut, die Freidemokraten in die Schranken zu weisen; am Ende standen das Desaster von D&#252;sseldorf und eine immer lauter werdende Kritik an der Kanzlerin selbst – vor allem nun aus der eigenen Partei und von deren <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-05/merkel-koch-cdu?page=all" target="_blank">rechtskonservativem Fl&#252;gel</a>, die still gehalten hatten, solange die Wahlergebnisse vorzeigbar waren..</p>
<p>Kochs Abgang hat jetzt die Spielr&#228;ume der CDU-Vorsitzenden wieder erweitert. F&#252;r ihn war schon lange keine Machtperspektive mehr vorhanden; vielmehr d&#252;rfte f&#252;r ihn die Best&#228;tigung der schon in Hessen sichtbaren, wenn dort durch Verschulden der SPD auch nicht politisch umsetzbaren Mehrheit links von Schwarz-Gelb durch das Wahlresultat in Nordrhein-Westfalen den letzten Ausschlag gegeben haben, einer Politik, in der seine Positionen sukzessive an Boden verlieren, den R&#252;cken zu kehren. Merkel h&#228;tte es nun in der Hand, die CDU wieder entschlossener auf einen moderaten Kurs zu f&#252;hren, f&#252;r den im gegenw&#228;rtigen Kabinett neben ihren schon genannten Vertrauten auch Norbert R&#246;ttgen stehen k&#246;nnte. Dass sie dazu die Kraft und die n&#246;tige Entschlossenheit aufbringt, daran sind freilich erhebliche Zweifel angebracht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/05/26/kochs-abgang-erweitert-merkels-spielraum/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

