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	<title>blogsgesang.de &#187; Sozialmissbrauch</title>
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	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
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		<title>Schweizer Bankdaten und die Moral der Kriminellen</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 13:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wieder einmal sind die Egomoralisten unterwegs, jene also, die sich ihre moralischen Ma&#223;stabe nach dem eigenen Vorteil zurechtbiegen. F&#252;r sie ist der Diebstahl von Daten, die Aufschluss &#252;ber heimliche Steuerhinterziehung geben, nat&#252;rlich ein schweres Vergehen – viel schwerer wiegend als das urspr&#252;ngliche Delikt, der Diebstahl von Geldern, die nach Recht und Gesetz dem Staat, also [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder einmal sind die Egomoralisten unterwegs, jene also, die sich ihre moralischen Ma&#223;stabe nach dem eigenen Vorteil zurechtbiegen. F&#252;r sie ist der Diebstahl von Daten, die Aufschluss &#252;ber heimliche Steuerhinterziehung geben, nat&#252;rlich ein schweres Vergehen <span id="more-1467"></span>– viel schwerer wiegend als das urspr&#252;ngliche Delikt, der Diebstahl von Geldern, die nach Recht und Gesetz dem Staat, also der Allgemeinheit zustehen. Nichts anderes ist schlie&#223;lich im Kern Steuerhinterziehung.</p>
<p>Bei der Beurteilung solcher F&#228;lle, die von den Delinquenten oft verkompliziert werden, damit man ihr Wesen nicht erkennt, empfiehlt es sich mitunter, den von Angela Merkel einst ins Gespr&#228;ch gebrachten Standpunkt einer »schw&#228;bischen Hausfrau« einzunehmen, sprich: den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Danach ist der Diebstahl der Schweizer Kontendaten in dieser Sache nicht der erste Gesetzesbruch, sondern ihm ging ein anderer bereits voraus, der Diebstahl von Steuergeld. Vereinfacht: Jemand hat einem anderen etwas gestohlen. Nun kommt der n&#228;chste Dieb ins Spiel und klaut seinerseits dem ersten Dieb den Schl&#252;ssel zu dem Tresor, in dem der die Beute aufbewahrt. Diesen Schl&#252;ssel, der ihm selbst wenig n&#252;tzt, beh&#228;lt er nicht, sondern bietet ihn dem urspr&#252;nglich Bestohlenen gegen eine sch&#246;ne Belohnung an. Was erwarten wir nun vom Gesch&#228;digten? Dass er den Schl&#252;sseldieb anzeigt oder auf das Gesch&#228;ft eingeht, um seinen Besitz wiederzuerlangen? Nur der erste Dieb und seine Komplizen k&#246;nnen auf erstere Idee kommen.</p>
<p>Nat&#252;rlich passt das Ganze sehr gut in ein Gesellschaftssystem, das den Gesetzesbruch in vieler Hinsicht zum normalen Verhalten gemacht hat – vor allem dann, wenn es um Besitzst&#228;nde der Beg&#252;terten geht. Nur deshalb wird <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0202/tagesthema/0009/index.html" target="_blank"><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/3681ab7a44a04f45baa501f6bb7e0186" alt="" width="1" height="1" />Steuerhinterziehung sehr gern als Kavaliersdelikt</a> behandelt, w&#228;hrend gegen den in seinem Ausma&#223; dagegen l&#228;cherlichen <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0203/wirtschaft/0020/index.html">»Sozialmissbrauch« eines Hartz-IV-Betroffenen </a>mit gro&#223;em detektivischen Aufwand vorgegangen wird. Der Staat, der jetzt vor »Mitt&#228;terschaft mit Dieben« gewarnt wird, macht sich in anderen F&#228;llen sehr schnell zum Mitt&#228;ter zum Beispiel von Steuerhinterziehern, die darauf – ganz anders als jetzt – noch nie mit emp&#246;rter Kritik reagierten.</p>
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