<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>blogsgesang.de &#187; Steinmeier</title>
	<atom:link href="http://www.blogsgesang.de/tag/steinmeier/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.blogsgesang.de</link>
	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 14:04:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Woody Allen und andere Marken</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/03/23/woody-allen-und-andere-marken/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/03/23/woody-allen-und-andere-marken/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 15:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Brille]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[Klarinette]]></category>
		<category><![CDATA[New Orleans Jazz Band]]></category>
		<category><![CDATA[Star]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Woody Allen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1552</guid>
		<description><![CDATA[Als »Jazzneurotiker«, wie er in einem Vorbericht genannt wurde, produzierte sich Woody Allen bei seinem Klarinettengastspiel in der New Orleans Jazz Band dieser Tage in M&#252;nchen, Hamburg und Berlin eher nicht. Denn stocksteif sa&#223; er erst einmal neunzig Minuten lang auf seinem Stuhl, schien zeitweise gar ein kleines Nickerchen zu halten, so unbeweglich war er, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0317/berlinplanerpop/0006/index.html" target="_blank">»Jazzneurotiker«</a>, wie er in einem Vorbericht genannt wurde, produzierte sich Woody Allen bei seinem Klarinettengastspiel in der New Orleans Jazz Band dieser Tage in M&#252;nchen, Hamburg und Berlin eher nicht. Denn stocksteif sa&#223; er erst einmal neunzig Minuten lang auf seinem Stuhl, schien zeitweise gar ein kleines Nickerchen zu halten, <span id="more-1552"></span>so unbeweglich war er, w&#228;hrend seine sechs Kollegen ihre Improvisationen ablieferten. In Wirklichkeit hat er nat&#252;rlich konzentriert gelauscht und dann den eigenen Part gespielt – qu&#228;kend, quiekend,. r&#246;hrend, piepsend, und manchmal glaubte man gar, er riefe eine ganzen H&#252;hnerhof zusammen, so wie die B&#228;uerin am Abend, wenn sie den Stall abschlie&#223;en will.</p>
<p>Dieser schr&#228;ge Jazz, noch dazu aus dessen Anfangsjahren, ist es gewiss <a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/article6890915/Wie-ein-Stadtneurotiker-seinem-Konzert-Fluegel-verleiht.html" target="_blank"><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/f0be6778d8264b82a53f3901d0d20dba" alt="" width="1" height="1" />nur in zweiter Linie, was die Leute in seine Konzerte treibt</a>, sogar f&#252;r ausverkaufte H&#228;user sorgen l&#228;sst. Sie kommen nat&#252;rlich zuerst wegen des Promis, des Kino-Stars, ob als Schauspieler oder Regisseur. Schlie&#223;lich ist es Mode geworden, sich die Gr&#246;&#223;en der Titelbl&#228;tter und Schlagzeilen einmal aus der N&#228;he anzusehen. Woody Allen profitiert wie viele andere vom Starkult – auch da, wo die Leistung nicht spitzenm&#228;&#223;ig ist. Aber er liefert wenigstens noch eine ab, begn&#252;gt sich nicht damit, seine schwarze Hornbrille nur auf dem roten Teppich spazieren zu f&#252;hren – ganz im Unterschied zu manchen anderen, darunter vielen eingebildeten Promis.</p>
<p>Den selbsternannten Puristen der Jazzbeobachtung scheint allerdings nicht zu gefallen, dass da jemand seinen Markenkern ignoriert Sie sch&#252;tten teilweise <a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/409/506578/text/" target="_blank">&#228;tzende H&#228;me </a>&#252;ber seinem Spiel aus. Doch gerade jene, die von Allen den artifiziell optimalen Klarinettensound verlangen, beweisen damit nur, dass sie am meisten dem Starkult verfallen sind und dem Motto huldigen: Einmal Star, immer Star. F&#252;r sie ist es undenkbar, dass jemand, der auf dem einen Gebiet zu sch&#246;pferischen H&#246;chstleistungen f&#228;hig ist, sich anderswo dilettierend bet&#228;tigt – einfach, weil er Gefallen daran hat, darin Entspannung sucht und findet, gerade weil kein Spitzenergebnis von ihm erwartet wird.</p>
<p>Woody Allen freilich ficht das kaum an. Er hat sich Jahrzehnte nicht von seinem dick schwarzgerandeten Sehger&#228;t getrennt und erlebt heute, dass sich ein <a href="http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Umfrageergebnis-Steinmeier-aehnelt-Oben-Maennchen;art6066,371477" target="_blank">deutscher Ex-Vizekanzler </a>just in dem Moment damit schm&#252;ckt, als er eine neue Karriere zu beginnen versucht. Er wird auch seinem Jazzstil treu bleiben – nicht zuletzt darum, weil er inzwischen schon zur Jazzklassik geh&#246;rt, was man auch dereinst nicht von jedem »Erneuerer« der Szene wird sagen k&#246;nnen. Und weil man ihm auch im gro&#223;en Konzertsaal seine Begeisterung f&#252;r die Sache anmerkt – sp&#228;testens dann, wenn er zum Schluss dann doch vom Stuhl aufspringt und den drei&#223;igmin&#252;tigen Zugabenteil mit vollem Einsatz bestreitet – zwar nicht neurotisch, aber so skurril, wie er oft auch in seinen Filmen daherkommt. Und daf&#252;r dankt ihm sein Publikum mit stehenden Ovationen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/03/23/woody-allen-und-andere-marken/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Leichtmatrose Westerwelle in schwierigen Wassern</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/02/06/leichtmatrose-westerwelle-in-schwierigen-wassern/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/02/06/leichtmatrose-westerwelle-in-schwierigen-wassern/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 23:31:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Programm]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1473</guid>
		<description><![CDATA[Politiker eher schlichten Gem&#252;ts versuchen ihre konzeptionelle &#214;dnis nicht selten durch besonders forsche Spr&#252;che und voluntaristische Ank&#252;ndigungen zu &#252;berspielen. Das kann man gegenw&#228;rtig sehr anschaulich am deutschen Vizekanzler und FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle beobachten. Was auch immer an begr&#252;ndeten Argumenten gegen einige angejahrte und mithin aus der Zeit gefallene FDP-Forderungen vorgebracht wird, Westerwelle wischt es jeweils mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Politiker eher schlichten Gem&#252;ts versuchen ihre konzeptionelle &#214;dnis nicht selten durch besonders forsche Spr&#252;che und voluntaristische Ank&#252;ndigungen zu &#252;berspielen. Das kann man gegenw&#228;rtig sehr anschaulich am deutschen Vizekanzler und FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle beobachten.<span id="more-1473"></span> Was auch immer an begr&#252;ndeten Argumenten gegen einige angejahrte und mithin aus der Zeit gefallene FDP-Forderungen vorgebracht wird, Westerwelle wischt es jeweils mit gro&#223;er Geste und lautstarker Rhetorik weg. Die Liberalen seien gar nicht mehr die Partei der Besserverdienenden, stellte ein <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0204/meinung/0016/index.html" target="_blank">Kommentator</a><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/bb3c920e897b4a20bbe0ff4b9e777761" alt="" width="1" height="1" /> in seiner 100-Tage-Bilanz der schwarz-gelben Regierung treffend fest. »Sie sind nur noch die Partei des Besserwissers.«</p>
<p>Tats&#228;chlich hat die FDP in elf Jahren ohne Regierungsamt die Oppositionsstrategie, mit der sie vor allem der eigenen wohlbetuchten Klientel alles versprach, was die nur h&#246;ren wollte, derart verinnerlicht, dass sie &#252;berhaupt nicht mehr in der Lage ist, f&#252;r die gesamte Gesellschaft zu denken und damit eine nachhaltige Politik – nicht einmal zugunsten des eigenen Machterhalts – zu verfolgen. Die<a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article6256919/FDP-bricht-ein-Westerwelle-so-unbeliebt-wie-Gysi.html" target="_blank"> j&#252;ngsten Umfragen</a> verdeutlichen den dramatischen Verfall ihres Ansehens in der Bev&#246;lkerung. Westerwelle, in typisch narzisstischer Selbst&#252;bersch&#228;tzung, sieht das &#220;bel jedoch allein in einigen vorsichtigen <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E89D568A152E3437281033AA73DF78885~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Zweiflern in den eigenen Reihen</a> bzw. beim Koalitionspartner.</p>
<p>Nun k&#246;nnte man gen&#252;sslich sagen: Lass ihn machen, er wird sich schon abwirtschaften. Doch so einfach stehen die Dinge nicht, hat er doch in Bundeskanzlerin Angela Merkel eine starke St&#252;tze. Sie, intellektuell &#228;hnlich gestrickt wie ihr Vizekanzler, sieht in ihm und der FDP endlich die Chance, jenes neoliberale Programm, das sie 2003 auf dem Leipziger CDU-Parteitag entwarf, auch durchzusetzen. Er soll ihr beim endlich m&#246;glichen »Durchregieren« helfen, daf&#252;r nat&#252;rlich auch die Hauptverantwortung &#252;bernehmen. Sie dirigiert von der Kapit&#228;nskaj&#252;te aus den Leichtmatrosen, der sie, ihre Partei und das keineswegs verworfene, nur zeitweise zur&#252;ckgestellte Leipziger Programm durch die schweren Wasser wachsenden Volkswiderstandes navigieren soll.</p>
<p>Und die Chancen daf&#252;r stehen trotz demoskopischer D&#228;mpfer gar nicht so schlecht, wei&#223; man doch, dass die Opposition so lange an tats&#228;chlich wirksamem Widerstand gehindert ist, solange die SPD in typisch opportunistischer Manier zwischen Festhalten an den falschen Beschl&#252;ssen ihrer Regierungszeit und verbalen Ank&#252;ndigungsparolen hin und her schwankt und damit faktisch das Gesch&#228;ft der Koalition betreibt. So findet selbst der Leichtmatrose Westerwelle noch Helfer – die Schiffsjungen Steinmeier und Gabriel.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/02/06/leichtmatrose-westerwelle-in-schwierigen-wassern/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>2010 – oder wie sich die SPD selbst aus der Agenda strich</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2010/01/01/2010-oder-wie-sich-die-spd-selbst-aus-der-agenda-strich/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2010/01/01/2010-oder-wie-sich-die-spd-selbst-aus-der-agenda-strich/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 18:11:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Maxibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Saarland]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1435</guid>
		<description><![CDATA[2010 sollte zum Erfolgsjahr der schon beinahe vergessenen rot-gr&#252;nen Koalition werden; dazu entwarf man 2003 eine Tagesordnung, bei der bereits der hochtrabende Name »Agenda« den tiefen Widerspruch zwischen Schein und Sein, zwischen Illusion und Wirklichkeit ahnen lie&#223;. Und tats&#228;chlich brauchten die Schr&#246;der, M&#252;ntefering und Steinmeier, assistiert vom zum Anh&#228;ngsel geschrumpften gr&#252;nen Partner, nur gute f&#252;nf Jahre, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2010 sollte zum Erfolgsjahr der schon beinahe vergessenen rot-gr&#252;nen Koalition werden; dazu entwarf man 2003 eine Tagesordnung, bei der bereits der hochtrabende Name »Agenda« den tiefen Widerspruch zwischen Schein und Sein, zwischen Illusion und Wirklichkeit ahnen lie&#223;. Und tats&#228;chlich brauchten die Schr&#246;der, M&#252;ntefering und Steinmeier,<span id="more-1435"></span> assistiert vom zum Anh&#228;ngsel geschrumpften gr&#252;nen Partner, nur gute f&#252;nf Jahre, um ihre Partei, die traditionsreiche SPD, an der Abgrund zu f&#252;hren, an den sie noch immer schwankend verharrt – unschl&#252;ssig, ob sie den letzten Schritt tun oder doch noch einmal umkehren soll.</p>
<p>Rot-gr&#252;n erm&#246;glichte durch seine verfehlte Politik dem »b&#252;rgerlichen Lager« nicht nur eine schon nicht mehr erwartete Renaissance, sondern schw&#228;chte vor allem die Sozialdemokratie so nachhaltig, dass die neue schwarz-gelbe Regierungsmannschaft sich aller ernst zu nehmenden Gegnerschaft entledigt sieht und ein wahres Feuerwerk neoliberaler und konservativer Zumutungen entz&#252;ndet, dem normalerweise die Strafe seitens der W&#228;hler auf dem Fu&#223;e folgen m&#252;sste. Aber die Verh&#228;ltnisse sind eben nicht normal.</p>
<p>Zwar regt sich allm&#228;hlich Unmut &#252;ber die Unverfrorenheit, mit der vor allem die FDP schon bei den ersten Regierungsbeschl&#252;ssen die eigene Klientel bedient, wie auch &#252;ber den Kurs entscheidungsscheuen Gew&#228;hrenlassens bei der Union. Aber der Unzufriedenheit fehlt die Alternative. Keine der drei Oppositionsparteien erscheint dem W&#228;hler – aus unterschiedlichen Gr&#252;nden – als M&#246;glichkeit wirksamen Gegensteuerns; er sieht in ihnen nur andere &#220;bel. Solche Alternativlosigkeit l&#228;hmt im demokratischen System die ver&#228;nderungsbereiten Kr&#228;fte und erm&#246;glicht dem Herrschenden faktisch ungestraft eine verderbliche Politik.</p>
<p>Die Entt&#228;uschung bezieht sich vor allem auf die SPD, die sich mit ihrer Politik der vergangenen Jahre so gr&#252;ndlich diskreditiert hat, dass ihr ein Neuanfang schlicht nicht zugetraut wird. Das liegt nat&#252;rlich auch an ihrem kaum erneuerten Personal, denn nicht nur der grandios gescheiterte Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat dort weiter als Fraktionschef das Sagen; auch der neue Vorsitzende Sigmar Gabriel geh&#246;rte zur alten Mannschaft, von deren Tagtr&#228;umereien er sich kaum distanzierte, ebenso wie <a href="http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Nahles-waere-lieber-Paepstin-als-Kanzlerin_aid_794940.html" target="_blank">Andrea Nahles</a><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/948fced842774c3584b4607e74a2e36a" alt="" width="1" height="1" />, die zudem noch k&#252;rzlich den Kotau vorm Konservatismus in seiner r&#252;ckw&#228;rtsgewandtesten, der katholischen,Variante machte.</p>
<p>Aber die SPD hat nicht nur der eigenen Partei die Rolle einer Alternativkraft gegen&#252;ber der schwarz-gelben Regierung unglaubw&#252;rdig gemacht; ihre Politik tr&#228;gt ma&#223;geblich dazu bei, dass auch die Gr&#252;nen sich immer weniger in der Funktion eines Gegenparts zum »b&#252;rgerlichen Lager« sehen und statt dessen eher danach streben, zu dessen Bestandteil und damit zu einem »b&#252;rgerlichen« Konkurrenten der FDP im Buhlen um die Gunst der Unionsparteien zu werden. Schien das schwarz-gr&#252;ne B&#252;ndnis in Hamburg angesichts der dortigen Mehrheitsverh&#228;ltnisse noch unumg&#228;nglich, so beruhte die Jamaika-Koalition im Saarland bereits auf der bewussten Entscheidung gegen eine Politik links von Union und FDP; man wollte hier bereits dazugeh&#246;ren. Weitere solche Umorientierungen sind absehbar, am Ende wohl auch im Bund. Denn in ihrer heutigen Gestalt taugt die SPD auf lange Zeit nicht mehr als zuverl&#228;ssige Kraft in einem Projekt, das sich eher als links versteht.</p>
<p>Bleibt die Linkspartei, die angesichts solcher Entwicklung freilich ohne Partner f&#252;r eine alternative Politik dasteht. Und sie hat zudem – &#252;ber die scharfe Bek&#228;mpfung seitens der Regierungspartner hinaus – mit Feindseligkeit vor allem aus der SPD und innerparteilichen Problemen zu k&#228;mpfen. Im Wahlkampf richteten die Sozialdemokratien meist sch&#228;rfere Gesch&#252;tze auf die Linke als auf CDU und CSU, mit denen sie sich kaum verschleiert eine Fortsetzung des Regierungsb&#252;ndnisses erhofften. Nicht zuletzt wegen des fast geschlossenen Drucks der politischen Konkurrenz auf die Linkspartei war deren Neigung in Teilen ziemlich gering, durch Offenlegung der eigenen Vergangenheit zus&#228;tzliche Munition f&#252;r das Trommelfeuer zu liefern. Mochte man f&#252;r solch letztlich egoistisches Taktieren anfangs noch ein gewisses Verst&#228;ndnis aufbringen, so schwand das in dem Ma&#223;e, in dem die Stasi-Problematik in der Bev&#246;lkerung an Interesse verlor; nicht wenige Mandatstr&#228;ger der Linken wurden schon seit Jahren mit satten Mehrheiten gew&#228;hlt, obwohl oder weil sie ihre Geheimdienstakten l&#252;ckenlos offengelegt hatten. Einige verpassten – wohl auch aus Bequemlichkeit oder bewusster Verdr&#228;ngung – den Zeitpunkt, sich vor ihren W&#228;hlern ehrlich zu machen. Das nutzte der politische Gegner gnadenlos und weit &#252;berzogen aus, aber man h&#228;tte es wissen m&#252;ssen und tr&#228;gt ohne Zweifel die Hauptschuld an dem h&#228;sslichen Bild, in dem die Linkspartei derzeit in der ver&#246;ffentlichten Meinung dargestellt wird – und das nat&#252;rlich auch auf die Wahrnehmung dar&#252;ber hinaus abf&#228;rbt, wenn auch nicht so schwarz-wei&#223;, wie es die meisten Meinungsmacher gern h&#228;tten.</p>
<p>Insgesamt weckt die Lagebeschreibung zum Jahreswechsel auf 2010 kaum Optimismus. Das »b&#252;rgerliche Lager« hat alle seine Signale derzeit auf freie Fahrt gestellt und versch&#228;rft folglich das Tempo. Es wartet geraqde mal noch die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ab, bei denen die erneute Mehrheit f&#252;r Schwarz-gelb zwar nicht sicher ist, aber wohl – &#228;hnlich wie im Saarland oder in Th&#252;ringen – die Fortsetzung der CDU-Herrschaft, vielleicht in anderer Konstellation. Danach wird dann endlich »durchregiert«, und man muss bef&#252;rchten – auf lange Zeit. Das letzte konservativ-freidemokratische B&#252;ndnis bestand 16 Jahre; man kann nur hoffen – und daf&#252;r arbeiten –, dass sich dies in unserer schnelllebigen Zeit nicht wiederholt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2010/01/01/2010-oder-wie-sich-die-spd-selbst-aus-der-agenda-strich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Schw&#228;che der SPD l&#228;sst eine lange konservative Herrschaft bef&#252;rchten</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/10/02/spddie-schwaeche-der-spd-laesst-eine-lange-konservative-herrschaft-befuerchten/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/10/02/spddie-schwaeche-der-spd-laesst-eine-lange-konservative-herrschaft-befuerchten/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 22:14:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Maxibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Dewes]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Maas]]></category>
		<category><![CDATA[Matschie]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiner]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[Seeheimer Kreis]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Wowereit]]></category>
		<category><![CDATA[Ypsilanti]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1305</guid>
		<description><![CDATA[F&#252;nfzehn Jahre Opposition sagte Herbert Wehner 1982 der SPD voraus, als sie die Macht an ein christlich-freidemokratisches B&#252;ndnis verlor. Sogar sechzehn sind schlie&#223;lich daraus geworden, und so wie die Sozialdemokraten den Machtverlust damals als Betriebsunfall bagatellisierten, zeichnet sich erneut die Tendenz ab, nicht die tieferen Ursachen des Debakels zu untersuchen, sondern m&#246;glichst schnell wieder zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;nfzehn Jahre Opposition sagte Herbert Wehner 1982 der SPD voraus, als sie die Macht an ein christlich-freidemokratisches B&#252;ndnis verlor. Sogar sechzehn sind schlie&#223;lich daraus geworden, und so wie die Sozialdemokraten den Machtverlust damals als <a href="http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4542494/Peter-Struck-Opposition-ist-Mist-hoch-drei.html" target="_blank">Betriebsunfall</a> bagatellisierten, <span id="more-1305"></span>zeichnet sich erneut die Tendenz ab, nicht die tieferen Ursachen des Debakels zu untersuchen, sondern m&#246;glichst schnell wieder zur alten, lediglich durch etwas schm&#252;ckendes Beiwerk erg&#228;nzten Tagesordnung &#252;berzugehen. Diese Schw&#228;che der SPD, ihren einstigen Gr&#252;ndungskonsens zu ignorieren und sich zugleich gegen&#252;ber der Realit&#228;t im Lande blind zu verhalten, l&#228;sst eine lange konservative Herrschaft bef&#252;rchten.</p>
<p>Der Hintergrund f&#252;r solch ern&#252;chternde Prognose ist die Rechtsentwicklung, die die SPD in den vergangenen zehn Jahren genommen hat. Beginnend mit dem Schr&#246;der/Blair-Papier 1999 hat die damalige F&#252;hrung – Lafontaine ausgenommen, der sich nur durch Niederlegung aller seiner &#196;mter dem neuen Kurs entziehen konnte – die sozialdemokratische Partei Schritt f&#252;r Schritt ins b&#252;rgerliche Lager gef&#252;hrt. Unter dem Motto, man m&#252;sse die »Mitte« erobern, gab die SPD eine ihrer traditionellen Positionen nach der anderen auf und wurde vor allem dadurch kompatibel f&#252;r die Koalition mit CDU und CSU.</p>
<p>Mit dieser inhaltlichen Umorientierung einher ging die personelle »S&#228;uberung«. Nach Lafontaine verlie&#223;en weitere linke Sozialdemokraten notgedrungen ihre Partei und gingen teilweise zur Linken. Andere – Beispiel Ottmar Schreiner – wurden kalt gestellt, die meisten jedoch – wie Andrea Nahles, Klaus Wowereit oder Heiko Maas – unterwarfen sich so sehr der herrschenden Linie, dass sie kaum noch mit dem Pr&#228;dikat links in Verbindung gebracht werden. Wer das nicht tat – Beispiel <a href="http://www.blogsgesang.de/2009/01/19/rechte-spd-als-geburtshelfer-von-schwarz-gelb/" target="_blank">Andrea Ypsilanti</a><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/70a63cf85bb943689386ae246eaada3e" width="1" height="1" alt=""> – wurden erbarmungslos weggemobbt. So gelang es vor allem Franz M&#252;ntefering und dem ihn st&#252;tzenden rechtsopportunistischen Seeheimer Kreis, die SPD nicht nur konzeptionell auf einen weitgehenden Rechtskurs auszurichten, sondern auch die personellen Voraussetzungen f&#252;r seine Durchsetzung gegen den Widerstand der Parteibasis zu schaffen. Selbst ein Kurt Beck, der sich aus Sicht des F&#252;hrungskreises um M&#252;ntefering, in den sich schlie&#223;lich auch Schr&#246;ders »bester Mann« Frank-Walter Steinmeier bereitwillig einbinden lie&#223;, musste gehen, weil er vorsichtige Zweifel am Rechtskurs ge&#228;u&#223;ert und und halbherzige Korrekturversuche vorgenommen hatte.</p>
<p>Typische, wenngleich sehr unterschiedliche Beispiele f&#252;r die Formierung der SPD als partnerschaftlicher Konkurrent der Union lieferten die Landesverb&#228;nde Hessen und Th&#252;ringen. Auch in Hessen hatte die Bundesf&#252;hrung versucht, durch St&#228;rkung ihres Gew&#228;hrsmannes J&#252;rgen Walter den traditionell links stehenden Landesverband nach rechts umzuorientieren. Das gelang nicht; statt dessen setzte die Parteibasis die linke Andrea Ypsilanti als Spitzenkandidatin f&#252;r die Landtagswahlen durch. Das h&#228;tte in Berlin gerade noch hingenommen werden k&#246;nnen, nicht jedoch der &#252;berraschende Erfolg der hessischen SPD bei der Wahl im Januar 2008 mit 36,7 Prozent der Stimmen – ein Resultat, das f&#252;r die Partei wohl f&#252;r lange Zeit in weite Ferne ger&#252;ckt ist. Es signalisierte n&#228;mlich, dass mit einem dezidierten und durchdachten Linkskurs die SPD-W&#228;hler an die Urnen zu holen sind und sogar ein Roland Koch aus dem Amt zu werfen ist. W&#228;hrend Beck bereit schien, das Signal positiv aufzunehmen, reihte sich der rechte Fl&#252;gel der SPD in die von konservativen Kreisen sofort losgetretene Wahlbetrugs-Kampagne gegen Andrea Ypsilanti ein, versagte ihr jegliche Solidarit&#228;t und wirkte – wie wir heute wissen – im Hintergrund daran mit, dass Ypsilantis Versuch, eine linke Mehrheit gegen Koch zusammenzubringen, auf den letzten Metern scheiterte.</p>
<p>Viel lieber w&#228;re den Rechten in der SPD-F&#252;hrung nat&#252;rlich eine solch ger&#228;uschlose Ann&#228;herung ihrer Partei an die CDU gewesen, wie sie <a href="http://www.blogsgesang.de/2009/09/02/mit-christoph-matschie-geht-in-thueringen-nur-althaus/" target="_blank">Christoph Matschie</a> in Th&#252;ringen praktizierte. Er sorgte mit tatkr&#228;ftiger Unterst&#252;tzung aus Berlin rechtzeitig daf&#252;r, dass fast alle Bef&#252;rworter eines Zusammengehens mit der Linkspartei im Land aus der F&#252;hrung entfernt wurden. Er entmachtete seinen Vorg&#228;nger im Parteivorsitz, Richard Dewes, und schwor die Partei auf das B&#252;ndnis mit der CDU ein. Damit verlor er zwar bei den W&#228;hlern jede Glaubw&#252;rdigkeit hinsichtlich seiner Parolen von der Beendigung des »Systems Althaus« und wurde folgerichtig von der Linkspartei um fast zehn Prozent deklassiert, aber er erhielt sich die Chance, in die kleine schwarz-rote Koalition einzutreten. Die Sondierungen mit der Linken waren insofern nicht mehr als Augenauswischerei. Die Weichen hatte Matschie f&#252;r sich vermutlich schon am Wahlabend gestellt. Und der von ihm geformte Landesvorstand lie&#223; ihn nicht im Stich; allerdings wurde ihm sachkundig von einem interessanten Gast aus Berlin sekundiert – dem M&#252;ntefering-Vertrauten Mathias Machnig.</p>
<p>Auch im Bund hatte die SPD als nur unzul&#228;nglich verborgenes Wahlziel nicht mehr als die Fortsetzung der Koalition mit CDU und CSU im Sinn. Und von dieser inzwischen dem Funktion&#228;rskader aufgebrannten rechten Pr&#228;gung wird sie sobald nicht weg kommen. Und will, was den &#252;berwiegenden Teil des F&#252;hrung angeht, das wohl auch nicht. Denn sowohl der designierte Parteivorsitzende Gabriel als auch der sich selbst ausrufende Fraktionsvorsitzende Steinmeier sind <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,652321,00.html" target="_blank">Vertreter des alten Kurses</a>; mit beiden ist eine glaubw&#252;rdige Alternative zur gescheiterten Politik nicht zu machen. Die SPD in ihrer heutigen Gestalt hat zwar Schwarz-Gelb nicht verhindern k&#246;nnen, aber sie hat die Sammlung des linken Lagers hierzulande verhindert – und damit auch den Erfolg der Linkspartei zu einem Pyrrhussieg gemacht. Aber vielleicht war gerade das ihr wichtigstes Anliegen im verflossenen Wahlkampf.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/10/02/spddie-schwaeche-der-spd-laesst-eine-lange-konservative-herrschaft-befuerchten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SPD-Verluste sicherten Mehrheit f&#252;r Schwarz-Gelb</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/09/28/spd-verluste-sicherten-mehrheit-fuer-schwarz-gelb/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/09/28/spd-verluste-sicherten-mehrheit-fuer-schwarz-gelb/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 17:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtwähler]]></category>
		<category><![CDATA[Saarland]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SED]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Wählerwanderung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1301</guid>
		<description><![CDATA[Auch wenn es die total realit&#228;tsferne und zu einem Befreiungsschlag unf&#228;hige SPD-F&#252;hrung nicht wahrhaben will: Die alleinige Schuld daran, dass Schwarz-Gelb demn&#228;chst die Macht &#252;bernimmt, trifft sie allein. Die strukturelle Mehrheit links vom so genannten b&#252;rgerlichen Lager, die bei den Wahlen 2005 trotz allen Unmuts &#252;ber die Schr&#246;dersche »Agenda 2010« noch erreicht werden konnte, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn es die total realit&#228;tsferne und zu einem Befreiungsschlag unf&#228;hige SPD-F&#252;hrung nicht wahrhaben will: Die alleinige Schuld daran, dass Schwarz-Gelb demn&#228;chst die Macht &#252;bernimmt, trifft sie allein. <span id="more-1301"></span>Die strukturelle Mehrheit links vom so genannten b&#252;rgerlichen Lager, die bei den <img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/deff405e998341fcbc1a229901681dd4" width="1" height="1" alt=""><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2005#Endg.C3.BCltiges_amtliches_Endergebnis" target="_blank">Wahlen 2005 </a>trotz allen Unmuts &#252;ber die Schr&#246;dersche »Agenda 2010« noch erreicht werden konnte, ist durch das Agieren der M&#252;ntefering, Steinmeier und Co. In der Koalition mit CDU und CSU verspielt worden. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2009" target="_blank">2,1 Millionen W&#228;hler</a>, die 2005 noch f&#252;r die SPD votiert hatten, blieben diesmal zu Hause und verschafften damit CDU, CSU und FDP ein &#220;bergewicht &#252;ber die drei anderen Parteien von fast 1,2 Millionen Stimmen. Vor vier Jahren hatten letztere noch mit &#252;ber 2,8 Millionen Stimmen vor dem »b&#252;rgerlichen Lager« gelegen. Dieser Vorsprung w&#228;re – wenn auch nur knapp – gehalten worden, h&#228;tten von den SPD-Anh&#228;ngern nicht &#252;ber zwei Millionen auf ihr Wahlrecht verzichtet.</p>
<p>Mehr als 6,2 Millionen W&#228;hler hat <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/778/489168/text/" target="_blank">die SPD durch ihr Abenteuer mit der gro&#223;en Koalition eingeb&#252;&#223;t.</a> 870000 wechselten laut Infratest/dimap neben den genannten 2,1 Millionen, die haupts&#228;chlich daf&#252;r verantwortlich sind, dass die Wahlbeteiligung auf den Tiefstwert von 70, 8 Prozent sank, gleich zur Union und weitere 500000 zur FDP; sie fanden wohl, dass die kaum noch erkennbaren Unterschiede der Sozialdemokraten zu den urspr&#252;nglich rechts von ihr stehenden Parteien eine solche Wahl sinnvoll erscheinen lie&#223;en. 1,1 Millionen gingen hingegen zur Linkspartei und 860000 zu den Gr&#252;nen und blieben so dem Lager links von Schwarz-Gelb erhalten.</p>
<p>Das allerdings reichte nicht aus, den Aderlass nach rechts auszugleichen. Bei den Gr&#252;nen d&#252;rfte vor allem ihre unklare Haltung zu k&#252;nftigen B&#252;ndnissen viele ehemalige SPD-W&#228;hler vom Wechsel abgehalten haben; zu h&#228;ufig und zu vernehmlich sind inzwischen gr&#252;ne Stimmen geworden, die sich dem »b&#252;rgerlichen Lager« andienen. Und die Linke hat noch immer mit ihrer Stigmatisierung als ehemalige DDR-Staatspartei zu k&#228;mpfen; nur sehr langsam w&#228;chst vor allem in den westlichen Bundesl&#228;ndern das Vertrauen in diese politische Formation, obwohl sie mit der alten SED inzwischen sehr wenig gemein hat. Welches Potential jedoch in ihr stecken k&#246;nnte, hat vor vier Wochen die <a href="http://wahlarchiv.tagesschau.de/wahlen/2009-08-30-LT-DE-SL/analyse-wanderung.shtml" target="_blank">Landtagswahl im Saarland </a>gezeigt. Hier, wo mit Oskar Lafontaine ein vertrauensw&#252;rdiger und &#228;u&#223;erst popul&#228;rer Politiker f&#252;r die Linke warb, erreichte sie aus dem Stand 21,3 Prozent, nur gut drei Punkte weniger als die SPD. Besonders interessant war dabei nicht nur, dass die Linkspartei gegen&#252;ber den Wahlen zuvor 26000 Stimmen von der SPD und sogar 10000 von der CDU abgezogen hatte, sondern dass es ihr auch gelang, 43000 Nichtw&#228;hler wieder an die Urnen zu bringen. Damit leistete sie einen wesentlichen Beitrag dazu, die Wahlbeteiligung gegen&#252;ber 2004 von damals 55,5 auf wieder 67,6 Prozent ansteigen zu lassen.</p>
<p>Die Linkspartei scheint insofern derzeit am ehesten die Voraussetzungen daf&#252;r zu haben, die f&#252;r die Aktivierung einer Mehrheit links von CDU, CSU und FDP unabdingbare R&#252;ckgewinnung der Nichtw&#228;hler zu bew&#228;ltigen, zumal dann, wenn die SPD-F&#252;hrung ungeachtet das immer schnelleren Niedergangs der Partei stur <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,651857,00.html" target="_blank">am »Weiter so« festh&#228;lt </a>– wie sie es gegenw&#228;rtig noch praktiziert.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/09/28/spd-verluste-sicherten-mehrheit-fuer-schwarz-gelb/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die SPD steht als Verlierer der Bundestagswahl schon fest</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/09/22/die-spd-steht-als-verlierer-der-bundestagswahl-schon-fest/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/09/22/die-spd-steht-als-verlierer-der-bundestagswahl-schon-fest/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 19:58:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Beck]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrwertsteuererhöhung]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[PDS]]></category>
		<category><![CDATA[Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Seeheimer Kreis]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinbrück]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Struck]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1298</guid>
		<description><![CDATA[Zwar ist die Bundestagswahl erst am kommenden Sonntag, aber schon heute steht fest, wer ihr Sieger und wer ihr Verlierer ist. Siegerin wird ohne Zweifel Angela Merkel. Sie kann gelassen abwarten, wie die Balken der Stimmanteile am Sonntagabend steigen oder sinken; das schwarze Rechteck der CDU/CSU wird das gr&#246;&#223;te sein, und sie kann weiterhin als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwar ist die Bundestagswahl erst am kommenden Sonntag, aber schon heute steht fest, wer ihr Sieger und wer ihr Verlierer ist. <span id="more-1298"></span><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/0c9f81bc9b244f3280e553c388def120" width="1" height="1" alt="">Siegerin wird ohne Zweifel Angela Merkel. Sie kann gelassen abwarten, wie die Balken der Stimmanteile am Sonntagabend steigen oder sinken; das schwarze Rechteck der CDU/CSU wird das gr&#246;&#223;te sein, und sie kann weiterhin als Kanzlerin regieren – ganz gleich, in welcher Konstellation. Aber auch den Verlierer kennt man schon: die SPD. Kommt es f&#252;r sie (und uns alle) ganz schlimm, dann findet sie sich in der Opposition wieder. Eine Mehrheit f&#252;r Union und FDP, aber vermutlich auch deren knappe Minderheit, die sie dann mit den Gr&#252;nen, die in L&#228;ndern wie dem Saarland und Schleswig-Holstein bereits heftig diesbez&#252;gliche Lockerungs&#252;bungen machen, aufstocken k&#246;nnen, d&#252;rften gen&#252;gen, um das Regieren der Sozialdemokratie erst einmal zu beenden.</p>
<p>Aber selbst dann, wenn am Ende die Fortsetzung der gro&#223;en Koalition steht, ist dies eine Niederlage f&#252;r die SPD – und das nicht nur, weil sie mit einem ganz anderen Anspruch antrat. In einem k&#252;nftigen schwarz-roten Kabinett w&#228;re die SPD betr&#228;chtlich minimiert, personell wie inhaltlich, und vor allem Letzteres w&#252;rde ihren Niedergang beim Wahlvolk noch einmal beschleunigen. Vor einigen Jahren in Th&#252;ringen und dann in Sachsen konnte die SPD bereits studieren, wie sehr sie im B&#252;ndnis mit der Union angesichts einer starken Linkspartei ihre Daseinsberechtigung verliert und von der »Volkspartei« zur Randerscheinung mutiert.</p>
<p>Die absehbare Niederlage der Sozialdemokratie am Sonntag ist das Resultat jener strategischen Fehlentscheidung, die der damalige Parteichef Franz M&#252;ntefering nach der Wahl 2005 traf. Er verwarf die damals schon vorhandene M&#246;glichkeit eines Zusammengehens von SPD, Gr&#252;nen, und PDS und schl&#252;pfte statt dessen beinahe erleichtert unter die Rocksch&#246;&#223;e Angela Merkels. Das gern gebrauchte Argument, man h&#228;tte bei einer anderen Entscheidung des Wortbruchs geziehen werden k&#246;nnen, verf&#228;ngt nicht, denn zum einen war vor der Wahl auch die gro&#223;e Koalition strikt ausgeschlossen worden, und zum anderen verlangte Merkel als Eintrittspreis in ihr Kabinett eine von den Sozialdemokraten ebenfalls vehement bek&#228;mpfte Mehrwertsteuererh&#246;hung, die ihr jedoch nun auf dem silbernen Tablett serviert wurde – und sogar mit Trinkgeld in Form eines zus&#228;tzlichen, von der Union zuvor gar nicht verlangten Prozentpunktes.</p>
<p>Das alte SPD-Establishment um M&#252;ntefering, Steinmeier, Steinbr&#252;ck, Struck, den fr&#252;h vergreisten Scholz und den Seeheimer Kreis setzte die gro&#223;e Koalition auch zum eigenen Machterhalt in der Partei durch. Als der neue Vorsitzende Kurt Beck sp&#228;ter so z&#246;gerlich wie dilettantisch einen Kurswechsel versuchte, wurde er von der starrsinnigen F&#252;hrungsclique schnell abserviert und die Sicherung der eigenen Positionen durch Weiterf&#252;hrung der gro&#223;en Koalition zum Ziel erkl&#228;rt. Vielleicht gelingt das egoistische Man&#246;ver noch einmal, aber das Siechtum der Partei wird dadurch nur beschleunigt.</p>
<p>Die Chance, die Fehlentscheidung von 2005 zu korrigieren, h&#228;tte jetzt durchaus bestanden. Das Mittelma&#223; Merkelschen Regierens ist gerade in den letzten Wochen immer offenkundiger geworden; selbst ein Steinmeier, der der Kanzlerin verbal im Fernseh-Duell Paroli bot, hat das deutlich gemacht. Wenn sich dieser positive Eindruck dennoch nicht in W&#228;hlerstimmen umsetzt, dann deshalb, weil man ihm und seiner Partei nicht glaubt. Allzu sehr steht das, was von den Wahlplakaten herunter t&#246;nt, im Widerspruch zur realen Politik der SPD – nicht nur im B&#252;ndnis mit der Union, sondern zuvor schon unter der Regentschaft Schr&#246;ders und seiner Mannschaft, die mit der heutigen sozialdemokratischen F&#252;hrungsriege weitgehend identisch ist. Dieses Glaubw&#252;rdigkeitsdefizit wurde verst&#228;rkt durch die Ablehnung jeglicher machtpolitischen Alternative. Der gesunde Menschenverstand sagt den W&#228;hlern, dass das, was die Partei im Wahlkampf – wie wolkig auch immer – versprach, mit keinem der von der SPD gew&#252;nschten Partner realisierbar ist. Sie ahnen schon jetzt mit Recht den n&#228;chsten Wahlbetrug.</p>
<p>Den Parteien nach CDU/CSU und SPD wird das zugute kommen. Die FDP sammelt eifrig all jene ein, die in der Krise f&#252;rchten, f&#252;r deren teils auch von ihnen verursachten Folgen aufkommen zu m&#252;ssen. Gute zehn Prozent k&#246;nnen da schon zusammenkommen, die ewigen Besserverdienenden eben und alle, die es auch werden wollen. Die Gr&#252;nen wie die Linken profitieren vor allem vom Niedergang der SPD. Gr&#252;n w&#228;hlt, wer den Tiefroten nicht traut und die Gr&#252;nen als gem&#228;&#223;igtere linke Kraft betrachtet. Bei den Linken versammelt sich der gr&#246;&#223;te Teil der wegen ihrer sozialen Lage Unzufriedenen. An den einen wie den anderen scheiterte es wohl nicht, wenn es wie vor vier Jahren am Sonntag eine Mehrheit links des »b&#252;rgerlichen Lagers« g&#228;be und man daraus ein politisches B&#252;ndnis schmieden k&#246;nnte. Doch die SPD wiederholt ihren strategischen Fehler erst einmal, weil sie sich nicht rechtzeitig von der &#252;berlebten Altherrenriege mit ihrem antikommunistischen Komplex trennen konnte. Sie rechnet wohl mit einer dritten Chance. Vielleicht aber geht statt dessen die Geschichte schon bald &#252;ber sie hinweg.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/09/22/die-spd-steht-als-verlierer-der-bundestagswahl-schon-fest/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier im Fingerspitzenduell</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/09/13/angela-merkel-und-frank-walter-steinmeier-im-fingerspitzenduell/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/09/13/angela-merkel-und-frank-walter-steinmeier-im-fingerspitzenduell/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 17:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehduell]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsfonds]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-IV]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigungsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrwertsteuererhöhung]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
		<category><![CDATA[Rente]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1287</guid>
		<description><![CDATA[Heute abend werden wir das seltsamste Kanzlerkandidaten-Duell der bundesdeutschen Fernsehgeschichte erleben. Keinen Kampf mit scharfen Waffen nat&#252;rlich, nicht einmal einen mit Wasserpistolen, sondern einen, bei dem die »Kontrahenten« wie zwei gut gelaunte, enge Freunde mit dem Zeigefinger aufeinander »schie&#223;en«, den Daumen aufgestellt und dann – peng, peng, peng – in die Luft geballert. Eigentlich m&#252;sste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute abend werden wir das seltsamste Kanzlerkandidaten-Duell der bundesdeutschen Fernsehgeschichte erleben. Keinen Kampf mit scharfen Waffen nat&#252;rlich, nicht einmal einen mit Wasserpistolen, sondern einen, bei dem die »Kontrahenten« wie zwei gut gelaunte, enge Freunde mit dem Zeigefinger aufeinander »schie&#223;en«, <span id="more-1287"></span><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/76f309c7c0f2482c83656d3413d926aa" alt="" width="1" height="1" />den Daumen aufgestellt und dann – peng, peng, peng – in die Luft geballert. Eigentlich m&#252;sste dann eine(r) irgendwann lachend die Arme heben, um die »Niederlage« einzugestehen – was es zwar nicht geben wird; ansonsten jedoch sendet das Fernsehen heute aus Berlin-Adlershof nicht mehr als ein »Duell« mit Fingerspitzengef&#252;hl.</p>
<p>Dass sich beide Kandidaten so verhalten, ist deshalb nicht &#252;berraschend, weil es ihren beiderseitigen Interessen entspricht. Beide wollen nat&#252;rlich weiter regieren, aber sie wissen nat&#252;rlich auch, dass dies am besten dann gelingt, wenn man m&#246;glichst wenig Verunsicherung dadurch schafft, dass man Ver&#228;nderung ank&#252;ndigt. Zwar artikuliert das Wahlvolk immer wieder Unzufriedenheit, aber da es auch nicht recht wei&#223;, wie Besserung erreichbar ist, schickt es sich zugleich in die Verh&#228;ltnisse und wird unruhig, wenn deren Umw&#228;lzung droht – zumal in eine ungewisse Richtung.</p>
<p>Sp&#228;testens am Wahlabend 2005 hat Angela Merkel das begriffen und mag froh gewesen sein, dass sie das angek&#252;ndigte »Durchregieren« nit einem neoliberalen Programm nicht exekutieren musste. Sp&#228;ter sah sie, wie nicht sie und ihre Partei, denen man Schlimmeres zugetraut hatte, sondern die SPD f&#252;r die Mehrwertsteuererh&#246;hung und die Rente mit 67 abgestraft wurde – mit der Folge, dass die Sozialdemokraten sich nun halbherzig und z&#246;gernd in eine Korrektivrolle gegen weitergehende antisoziale Forderungen des Unions-Wirtschaftsfl&#252;gels schickten, was wiederum der Kanzlerin zupass kam, die solchem Begehr mit dem achselzuckenden Verweis auf den Koalitionspartner begegnen konnte.</p>
<p>Genau so will Angela Merkel weitermachen; am liebsten mit der SPD – was sie allerdings ihrer Partei nicht sagen darf. Daher ihre Bekenntnisse zur schwarz-gelben Koalition, und sei es mit einer Stimme Mehrheit. Gleichzeitig aber schl&#228;gt sie bereits Pfl&#246;cke ein, die f&#252;r k&#252;nftige freidemokratische Begehrlichkeiten Grenzen setzen: Keine Ver&#228;nderung beim Gesundheitsfonds, keine Ver&#228;nderung beim K&#252;ndigungsschutz, keine Mehrwertsteuerererh&#246;hung, Rentengarantie. Auch wenn Schwarz-Gelb eine Mehrheit gewinnt, soll sich allzuviel nicht &#228;ndern, will sie signalisieren. Eine andere Frage ist nat&#252;rlich, inwieweit ihr eine mit der FDP verb&#252;ndete Union und vor allem die dahinter stehende Wirtschaftslobby dabei folgen. Es ist nicht auszuschlie&#223;en, dass Schwarz-Gelb der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Merkels vor Ablauf der kommenden Wahlperiode sein k&#246;nnte. Auch das erkl&#228;rt ihren laschen Wahlkampf, der den Wechsel nicht provozieren will.</p>
<p>Die SPD ist noch st&#228;rker am »Weiter so« interessiert, hat sie doch keine andere Option zum k&#252;nftigen Mitregieren. Ein B&#252;ndnis mit einer neoliberalen FDP war von vornherein illusorisch, da kontraproduktiv. Andere M&#246;glichkeiten hat sich die Partei selbst verbaut. Sie kann nur hoffen, dass Schwarz-Gelb keine Mehrheit gewinnt und sie selbst nicht zu schlecht abschneidet, weil das Regierungsposten kosten w&#252;rde. Beides verbietet die Attacke auf eine Politik, f&#252;r die man selbst mitverantwortlich ist, und auf eine Kanzlerin, von deren Kulanz die k&#252;nftige Stellung in einer Regierung nicht unwesentlich abh&#228;ngen k&#246;nnte.</p>
<p>Dass eine Beteiligung der drei Oppositionsparteien an der Fernsehdebatte diese spannender machen k&#246;nnte, wie manche vermuten, ist durchaus nicht sicher. Immerhin gingen wenigstens zwei der Oppositionellen mit der Hoffnung in den Wahlkampf, an seinem Ende an den Regierungstisch gebeten zu werden. Vor allem die FDP brennt schon lange darauf und w&#252;rde auf laute T&#246;ne gegen die Union gewiss verzichten, um ein k&#252;nftiges Koalitionsklima nicht zu belasten. Als es die CSU vor einigen Wochen unternahm, die Freidemokraten etwas h&#228;rter anzugehen, legte Guido Westerwelle sofort die harten Bandagen ab. Wichtiger noch als inhaltliche Korrekturen ist ihm die Regierungsbeteiligung – beinahe um jeden Preis. &#196;hnlich verhalten sich die Gr&#252;nen schon lange gegen&#252;ber der SPD, wobei nat&#252;rlich eine Rolle spielt, dass vieles, was bei den Sozialdemokraten kritikw&#252;rdig ist, auch die gr&#252;ne Unterschrift aus den Zeiten gemeinsamen Regierens tr&#228;gt.</p>
<p>Einzig die Linkspartei kann ohne R&#252;cksicht auf k&#252;nftige Konstellationen ihre Positionen vertreten – und tut das auch. Doch unter dem Strich k&#246;nnte auch sie mit der Fortsetzung der gro&#223;en Koalition leben; immerhin ist sie unter ihr gro&#223; geworden, und die Aussichten stehen gut, dass sich dies fortsetzt. Denn in vielen Fragen, die die W&#228;hler durchaus interessieren, vertritt sie als einzige eine andere Position als die anderen vier – so zu Hartz IV, zum Rentenalter, zur Gesundheitspolitik, vor allem zum Krieg der Bundeswehr in Afghanistan. Unmittelbar politisch wirksam wird das (noch) nicht, aber ein mittelbarer Effekt ist offensichtlich. In den Wahlprogrammen der anderen Parteien findet sich zumindest manche Formulierung, die urspr&#252;nglich aus linker Feder floss.  Diese Wirkung wird in dem Ma&#223;e zunehmen und sich vielleicht auch materialisieren, wie die Linke am Wahltag an Stimmen zulegt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/09/13/angela-merkel-und-frank-walter-steinmeier-im-fingerspitzenduell/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Steinmeiers letztes Gefecht</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/06/15/steinmeiers-letztes-gefecht/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/06/15/steinmeiers-letztes-gefecht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 13:04:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Seeheimer Kreis]]></category>
		<category><![CDATA[Sellering]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Wowereit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1031</guid>
		<description><![CDATA[Das Ergebnis des gestrigen SPD-Parteitages war zu erwarten; es war f&#252;r die Partei faktisch alternativlos, trotz seiner bisherigen Erfolglosigkeit Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten den R&#252;cken zu st&#228;rken. Er wurde damit in sein letztes Gefecht geschickt, das &#8211; ebenso wie seine Parteikarriere &#8211; akkurat am 27. September, 18 Uhr, enden d&#252;rfte. Noch einmal haben sich alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ergebnis des gestrigen SPD-Parteitages war zu erwarten; es war f&#252;r die Partei faktisch alternativlos, trotz seiner bisherigen Erfolglosigkeit Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten den R&#252;cken zu st&#228;rken. Er wurde damit in sein letztes Gefecht geschickt, das &#8211; ebenso wie seine Parteikarriere &#8211; akkurat am 27. September, 18 Uhr, enden d&#252;rfte. <span id="more-1031"></span><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/5ef9ab03440348c0a279535c5f5caf06" width="1" height="1" alt="">Noch einmal haben sich alle Fl&#252;gel der SPD um ihn versammelt &#8211; mit Erwartungen, die allerdings weit auseinander gehen. Sehen die einen im Schr&#246;der-Vertrauten das letzte Aufgebot zur Rettung ihrer neoliberal beeinflussten Politik, die in der Agenda 2010 gipfelte, so kalkulieren die anderen &#8211; ohne es nat&#252;rlich zuzugeben &#8211; bereits dessen Niederlage ein, auf deren Tr&#252;mmern sie eine andere Linie durchzusetzen gedenken, die sich den alten sozialdemokratischen Traditionen in st&#228;rkerem Ma&#223;e verbunden f&#252;hlt.</p>
<p>Dabei haben die Agenda-Vertreter derzeit ohne Zweifel die besseren Karten. Zwar glauben auch sie kaum noch daran, bis zur Bundestagswahl einen solchen Aufschwung zu erreichen, dass sie die n&#228;chste Bundesregierung f&#252;hren k&#246;nnen &#8211; mit der neoliberalen FDP und den zumindest wirtschaftspolitisch auch immer st&#228;rker in diese Richtung marschierenden Gr&#252;nen im Schlepptau. Ein solches B&#252;ndnis, das nicht zuf&#228;llig vor allem Franz M&#252;ntefering immer wieder beschw&#246;rt, garantierte ihnen allein durch seine Zusammensetzung die Fortsetzung &#8211; und Versch&#228;rfung &#8211; des Agenda-Kurses. Vor allem der SPD-Chef, der schon nach der letzten Bundestagswahl alle »unfair« nannte, die seine Partei an die Wahlversprechen erinnerten, w&#252;rde unter Hinweis auf die beiden Koalitionspartner recht schnell alles abr&#228;umen, was jetzt aus taktischen Gr&#252;nden noch ins Wahlprogramm geschrieben wurde. Und im wahrscheinlicheren Fall des Scheiterns eines solchen B&#252;ndnisprojektes st&#252;nde die Fortsetzung der gro&#223;en Koalition ins Haus &#8211; eine Konstellation, in der sich die derzeitigen SPD-Minister bereits vier Jahre lang recht wohl gef&#252;hlt haben und deren Verl&#228;ngerung sie, wie immer wieder hinter ihren vorgehaltenen H&#228;nden verlautet, nicht als Katastrophe betrachten w&#252;rden.</p>
<p>Ganz andere Hoffnungen verbindet der &#8211; allerdings ziemlich heterogene &#8211; linke Fl&#252;gel mit dem Wahlergebnis im September. Auch er rechnet nicht mit einem Sieg der SPD und will eigentlich schon am Wahlabend mit grunds&#228;tzlicher Man&#246;verkritik beginnen, um danach nicht nur einige inhaltliche Schwerpunkte neu zu bestimmen, sondern vor allem auch die eigene Karriere zu f&#246;rdern. Die Nahles, Wowereit, Sellering und andere d&#252;rften nach einem SPD-Desaster die Zeit f&#252;r gekommen sehen, sich f&#252;r 2013 aufzubauen &#8211; eine Wahl, f&#252;r die sich die meisten der jetzigen Spitzenpolitiker schon aus Altersgr&#252;nden kaum noch Chancen ausrechnen k&#246;nnen. Leicht wird das dennoch nicht werden, und zumindest ein schneller Erfolg der »jungen Garde« ist nicht zu erwarten. Denn die Agenda-Politiker d&#252;rften alles tun, um ihre Macht zu erhalten. Sie werden erneut in die Regierung mit der Union streben und sorgsam darauf achten, dass auch bei einem m&#246;glicherweise altersbedingten Wechsel der Rechtskurs der SPD nicht gef&#228;hrdet wird &#8211; so &#228;hnlich, wie nach dem Ausscheiden M&#252;nteferings aus dem Kabinett, dem mit Olaf Scholz jemand nachfolgte, der als SPD-Generalsekret&#228;r einst darauf hin arbeitete, den Begriff »Sozialismus« aus der SPD-Programmatik zu streichen.</p>
<p>Die Hauptauseinandersetzung wird auch dann um das Verh&#228;ltnis zur Linkspartei gef&#252;hrt werden. W&#228;hrend der linke Fl&#252;gel der SPD nicht nur wenig Ber&#252;hrungs&#228;ngste nach links hat und auch nicht unter einem Lafontaine-Komplex leidet, d&#252;rften die Agenda-Anh&#228;nger weiter auf ihrem Kurs bleiben, lieber als Juniorpartner unter Angela Merkel zu agieren, als eine Regierung unter Einschluss der Linken anzuf&#252;hren. Zum einen wirken hier ideologische Vorbehalte, die offensichtlich &#8211; bei allem sozialdemokratischen Opportunismus &#8211; nicht aus der Welt zu schaffen sind, zum anderen wird in einer solchen Konstellation wohl nicht zu Unrecht eine Verschiebung der innerparteilichen Machtverh&#228;ltnisse bef&#252;rchtet, die &#252;ber kurz oder lang zum Beispiel dem rechten Seeheimer Kreis seinen derzeitigen Einfluss beschnitte. Hinzu kommt nat&#252;rlich der Einfluss des konservativen Lagers aus CDU/CSU und FDP, das auch weiterhin alles tun wird, jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei zu verteufeln. Schlie&#223;lich ist die Verhinderung eines solchen B&#252;ndnisses f&#252;r die Konservativen die beste Garantie, dass es in der Bundesrepublik weder zu einer machtstrategischen noch gar zu einer echten politischen Alternative zu den herrschenden Verh&#228;ltnissen kommt. Gerade daraus speist sich der Widerstand gegen jegliche Tendenz nach links &#8211; auch innerhalb der SPD. Die dort nur noch rudiment&#228;r beheimatete Linke macht zumindest derzeit keineswegs den Eindruck, dass sie ihn &#252;berwinden k&#246;nnte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/06/15/steinmeiers-letztes-gefecht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ergebnis der Europawahl – Herausforderung f&#252;r alle politischen Lager in Deutschland</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/06/08/ergebnis-der-europawahl-herausforderung-fuer-alle-politischen-lager-in-deutschland/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/06/08/ergebnis-der-europawahl-herausforderung-fuer-alle-politischen-lager-in-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 14:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU/CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-IV]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Müntefering]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=1024</guid>
		<description><![CDATA[So sehr man Schadenfreude &#252;ber den Misserfolg der M&#252;ntefering-Steinmeier-SPD bei der Europawahl empfinden mag, so wenig k&#246;nnen die sich daraus m&#246;glicherweise ergebenden Konsequenzen Befriedigung ausl&#246;sen &#8211; und das paradoxerweise in allen politischen Lagern. Denn damit r&#252;ckt die von neoliberalen Kr&#228;ften in Politik und Wirtschaft angestrebte schwarz-gelbe Koalition n&#228;her in den Bereich der M&#246;glichkeiten, was vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So sehr man Schadenfreude &#252;ber den Misserfolg der M&#252;ntefering-Steinmeier-SPD bei der Europawahl empfinden mag, so wenig k&#246;nnen die sich daraus m&#246;glicherweise ergebenden Konsequenzen Befriedigung ausl&#246;sen &#8211; und das paradoxerweise in allen politischen Lagern. Denn damit r&#252;ckt die von neoliberalen Kr&#228;ften in Politik und Wirtschaft angestrebte schwarz-gelbe Koalition n&#228;her in den Bereich der M&#246;glichkeiten, <span id="more-1024"></span><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/801e2fe2f169450fbabf1f26afdc007f" alt="" width="1" height="1" />was vor allem der Masse der Bev&#246;lkerung neue Lasten aufb&#252;rden w&#252;rde. Aber auch konservative Politiker sehen darin nicht allein eine Chance, sondern durchaus auch die Gefahr, die dadurch errungene Macht schneller wieder zu verlieren, als ihnen lieb w&#228;re.</p>
<p>&#220;ber die von einer CDU/CSU/FDP-Regierung betriebene Politik braucht man nicht viele Worte zu machen. Man muss sich nur an das Wahlprogramm der Union vor der letzten Bundestagswahl erinnern und die unverdrossen neoliberalen Spr&#252;che Guido Westerwelles derzeitig hinzuf&#252;gen &#8211; dann wei&#223; man, dass Sozialabbau auf der ganzen Front ins Haus zu stehen droht, w&#228;hrend f&#252;r die Unternehmen alles getan werden wird, sie so ungeschoren wie m&#246;glich aus der von ihnen verschuldeten Wirtschafts- und Finanzkrise herauskommen zu lassen. Insofern w&#228;re die Fortsetzung der gro&#223;en Koalition ohne Zweifel die f&#252;r die Mehrheit der Bev&#246;lkerung bessere L&#246;sung, wenn auch nur das kleinere &#220;bel. Denn in der SPD gibt es trotz aller Unterw&#252;rfigkeit unter den neoliberalen Kurs, wie sie Schr&#246;der, M&#252;ntefering und Steinmeier praktizierten, noch einen Rest sozial denkender Mitglieder, die derzeit allerdings nichts zu sagen haben und daher tats&#228;chlich auch schweigen, vielleicht auf bessere Zeiten hoffen.</p>
<p>Diese vage Hoffnung auf die Zukunft, ohne etwas daf&#252;r zu tun, k&#246;nnte sich allerdings r&#228;chen, weil sie von den W&#228;hlern offensichtlich nicht geteilt wird. F&#252;r sie war und bleibt zum Beispiel Hartz IV Bestandteil des neoliberalen Kurses, der dem Land seit den 90er Jahren unter gro&#223;em propagandistischem Aufwand der Unternehmerverb&#228;nde aufgeschwatzt worden ist, und solange sich die SPD davon nicht distanziert, wird sie Wahlen nicht mehr gewinnen k&#246;nnen. Insofern war die Entscheidung, statt Kurt Beck einen Hartz-IV-Architekten, n&#228;mlich Franz-Walter Steinmeier, aals Kanzlerkandidaten zu nominieren, ein eklatanter politischer Fehler. Er diente der gegenw&#228;rtigen SPD-F&#252;hrung nur dazu, Rechthaberei zu zelebrieren und dar&#252;ber die Realit&#228;ten im Land zu negieren. Dass dann auch noch versucht wurde, dem Hartz-IV-Kandidaten soziale Sorgenfalten &#252;ber verschwindende Arbeitspl&#228;tze ins allzu glatte Gesicht zu kleben, zur Abhilfe aber Millionenzahlungen an die gescheiterten Unternehmensbosse durchzusetzen, machte die Partei vollends unglaubw&#252;rdig, und sie hat die Quittung daf&#252;r bekommen.</p>
<p>Paradoxerweise ist es das schwache Ergebnis der Linkspartei, das der SPD doch noch eine letzte Chance geben k&#246;nnte. W&#228;ren die Sozialdemokraten schon endg&#252;ltig abgeschrieben, h&#228;tte sich das in einem zweistelligen Resultat f&#252;r die Linke gezeigt &#8211; und m&#246;glichweise in einem Absturz der SPD in den 15-Prozent-Bereich. Dass dies (noch) nicht eintrat, deutet daraufhin, dass viele W&#228;hler ihre Stimme daheim parkten, also Wahlenthaltung &#252;bten &#8211; und damit der SPD noch eine Chance geben wollen, bis zur Bundestagswahl den Schr&#246;der-M&#252;ntefering-Steinmeier-Kurs zu verlassen. Dass dies allerdings eintreten wird, ist ziemlich unwahrscheinlich; daraus ergibt sich die reale Gefahr, dass Union und FDP tats&#228;chlich am 27. September eine Mehrheit erreichen k&#246;nnten. Denn noch scheint die Linke nicht in der Lage, SPD-Stimmen in einem nennenswerten Umfang auf sich zu ziehen; dazu ist sie innerlich zu sehr zerstritten &#252;ber einen realistischen und zugleich systemver&#228;ndernden Kurs, und zudem sitzt die jahrzehntelange antilinke Propaganda noch immer fest in den K&#246;pfen einer &#252;bergro&#223;en Mehrheit der W&#228;hler.</p>
<p>Doch auch das konservative Lager schaut mit gemischten Gef&#252;hlen auf die Botschaft, die die W&#228;hler mit der Europawahl aussandten. Zum einen ist sein Sieg nat&#252;rlich noch l&#228;ngst nicht gesichert, zum anderen k&#246;nnte er sich schnell als Pyrrhussieg erweisen. Denn eine schwarz-gelbe Regierung w&#252;rde mit ihrer jetzt erkl&#228;rten Politik sehr schnell auf den Widerstand des Volkes sto&#223;en. Wachsende Arbeitslosigkeit, durch die Millionenzuwendungen an Banken und Unternehmen leere Staatskassen und m&#246;glicherweise durch eine Inflation steigende Preise, um nur einige absehbare Probleme zu nennen, mit neoliberalen Mitteln zu heilen, kann nur scharfe Konflikte ausl&#246;sen, die sich auch im Regierungslager selbst spiegeln w&#252;rden. Schnell w&#252;rde diese Regierung bei Landtagswahlen abgestraft; sie m&#252;sste damit rechnen, sp&#228;testens nach vier Jahren abgew&#228;hlt zu werden &#8211; wie es auch Gerhard Schr&#246;der beinahe passierte.</p>
<p>Auf der anderen Seite w&#252;rde sich die SPD in der Opposition m&#246;glicherweise inhaltlich wie personell erneuern, vor allem auch ihr Verh&#228;ltnis zur Linkspartei kl&#228;ren und nicht l&#228;nger der Weisung aus dem konservativen Lager folgen, vorhandene linke Mehrheiten zu ignorieren. Derart gest&#228;rkt und strategisch neu aufgestellt, w&#228;re ein Neuanfang m&#246;glich &#8211; im besten Falle sogar ein solcher, der das b&#252;rgerliche Lager auf l&#228;ngere Zeit von der Macht fernh&#228;lt. Dass eine solche Vision derzeit eher die Konservativen umtreibt und weniger die Linken, schon gar nicht die SPD, ist ein zus&#228;tzlicher Beweis f&#252;r deren Schw&#228;che. Aber vielleicht sto&#223;en sie die W&#228;hler demn&#228;chst mit der Nase auf diese M&#246;glichkeit. Wenn man davon ausgeht, dass Wahlergebnisse am Ende immer von der Weisheit der W&#228;hler zeugen, dann waren die Resultate der Europawahl vielleicht ein Warnschuss, der sich f&#252;r alle politischen Akteuere als echte Herausforderung erweist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/06/08/ergebnis-der-europawahl-herausforderung-fuer-alle-politischen-lager-in-deutschland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angela Merkel treibt der Union die Ideologie aus</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2009/03/10/angela-merkel-treibt-der-union-die-ideologie-aus/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2009/03/10/angela-merkel-treibt-der-union-die-ideologie-aus/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 14:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/?p=778</guid>
		<description><![CDATA[Eine Naturwissenschaftlerin zeichnet aus, dass sie kaum je ideologisch denkt. Bei Angela Merkel mag das nicht so eindeutig sein, muss sie doch R&#252;cksicht auf ihre Partei mit deren ideologischem Unterbau nehmen, doch sp&#252;rt sie wohl selbst, dass heutiges Politikmachen umso erfolgreicher ist, je weniger es sich um ideologische Scheuklappen schert. W&#228;hrend ihre zumindest teilweise in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Naturwissenschaftlerin zeichnet aus, dass sie kaum je ideologisch denkt. Bei Angela Merkel mag das nicht so eindeutig sein, muss sie doch R&#252;cksicht auf ihre Partei mit deren ideologischem Unterbau nehmen, doch sp&#252;rt sie wohl selbst, dass heutiges Politikmachen umso erfolgreicher ist, je weniger es sich um ideologische Scheuklappen schert. <span id="more-778"></span><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/d25e2ce1b6c5402ba227a4ec97e1c044" width="1" height="1" alt=""/>W&#228;hrend ihre zumindest teilweise in ideologische Sch&#252;tzengr&#228;ben dr&#228;ngende Partei schw&#228;chelt und derzeit in Umfragen bei 32 Prozent verharrt, , f&#228;hrt die Kanzlerin demoskopisch stabile Werte um die 60 Prozent ein.</p>
<p>Diesem Befund widerspricht auch nicht, dass gleichzeitig die Partei des neuen Chefideologen Guido Westerwelle einen kleinen Aufschwung erlebt. Die FDP f&#228;ngt derzeit die Ewig-Gestrigen ein, jene, die so wunderbar vom neoliberalen Kurs der letzten Jahre profitierten und nun nichts sehnlicher w&#252;nschen, als dass die alten Zeiten zur&#252;ckkehren. Zu ihnen geh&#246;ren nicht wenige in der Union, die nun unter den Rettungsschirm der der Freidemokraten fl&#252;chten und sie damit zur Nostalgiepartei machen &#8211; diesbez&#252;glich nicht un&#228;hnlich der Linken, bei der sich die Ewig-Gestrigen vom entgegengesetzten Fl&#252;gel sammeln. Sind es links weite Teile der entt&#228;uschten SPD, so sto&#223;en rechts die Frustrierten von CDU und CSU zur FDP. Damit entstehen auf beiden Seiten starke Minderheiten, w&#228;hrend sich in der Mitte die Beliebigkeit versammelt. Sie hat allerdings den Vorteil, dass sich mit ihr regieren l&#228;sst, wenn auch eher schlecht als recht; die gro&#223;e Koalition ist seit fast vier Jahren daf&#252;r der Beweis. Die SPD hat das zuerst erkannt und sich l&#228;ngst von wirklich gesellschaftsver&#228;ndernden Strategien verabschiedet. Ihr ist es viel zu riskant, gemeinsam mit der Linkspartei etwas in Gang zu setzen, dessen Folgen f&#252;r das eigene Lager unkalkulierbar sind. Nun folgt ihr die CDU, die nach dem letzten &#8211; gescheiterten &#8211; Versuch, mit der FDP neoliberal »durchzuregieren«, ebenfalls die Unw&#228;gbarkeit weiterer Experimente, diesmal zugunsten der Wirtschaft, scheut.</p>
<p> <br />
Gegenw&#228;rtig, wo offensichtlich <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0309/meinung/0010/index.html" target="_blank">kein Politiker einen &#252;berzeugenden L&#246;sungsvorschlag</a> f&#252;r die vielf&#228;ltigen Probleme, vor allem auf &#246;konomischem Gebiet hat, erweist sich opportunistisches Durchwursteln noch immer als der gangbarste Weg, hat er doch den Vorteil, auf wechselnde Bedingungen einigerma&#223;en schnell, wenn auch nicht immer wirksam, reagieren zu k&#246;nnen. Weder von den Verfechtern eines ungez&#252;gelten Kapitalismus, die gerade ihr totales Scheitern einer entsetzten &#214;ffentlichkeit vorf&#252;hren, noch von den Parteig&#228;ngern sozialer Gerechtigkeit sind derzeit tragf&#228;hige, in die Zukunft weisende Konzepte in Sicht; von beiden Seiten wird nur R&#252;ckw&#228;rtsgewandtes angeboten. Das erleichtert es den in der Mitte versammelten Pragmatikern, die Alternativlosigkeit ihres Stocherns im Nebel zu behaupten; nicht starre Prinzipien bestimmen ihr Handeln, sondern mehr oder minder vage Erfolgsaussichten.</p>
<p>Man kann sicher sein, dass Angela Merkel nach den n&#228;chsten Wahlen gern auf dieser Basis weiterregieren w&#252;rde &#8211; und sie trifft sich in diesem Wunsch wohl auch mit Frank-Walter Steinmeier. Ihr mag schwanen, dass die FDP in einer Koalition ungleich mehr Schwierigkeiten bereiten d&#252;rfte als die SPD &#8211; zumal Westerwelle Hilfstruppen aus Merkels eigenen Reihen mobilisieren k&#246;nnte. Sie wei&#223; genau, dass gerade angesichts der vom Neoliberalismus verursachten weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise ein Eingehen auf die ideologisch gepr&#228;gten Forderungen der FDP und des Wirtschaftsfl&#252;gels der Union zum Machtverlust der eigenen Partei f&#252;hren k&#246;nnte. Insofern muss sie eine schwarz-gelbe Mehrheit bei den n&#228;chsten Wahlen eher f&#252;rchten als herbeisehnen. Sie d&#252;rfte l&#228;ngst auf die Fortsetzung de B&#252;ndnisses mit der rechtsgewendeten Sozialdemokratie orientiert sein, muss allerdings darauf achten, dass diese nicht die st&#228;rkere Kraft in der Koalition wird &#8211; wof&#252;r momentan allerdings auch wenig spricht.</p>
<p>Die derzeitige Debatte in der Union erweist sich auch deshalb als Sturm im Wasserglas, weil es zu Angela Merkel in ihrer Partei &#252;berhaupt keine Alternative gibt. Der konservative Fl&#252;gel hat l&#228;ngst keine charismatische Figur mehr zu bieten &#8211; auch das ein Ausweis f&#252;r die schwindende <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E75B2F1F8A1FF428E9268A0C7322E69C6~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed" target="_blank">Bedeutung des Ideologischen in der Politik</a>. Sie kann also getrost die Diskussion aussitzen und wird zu gegebener Zeit ein Machtwort sprechen, das die Partei &#8211; wie bereits in der Vergangenheit mehrfach &#8211; dann doch vor ihr kuschen l&#228;sst. Schlie&#223;lich hat sie in ihrem Leben schon weitaus h&#228;rter gesottene Ideologen scheitern sehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2009/03/10/angela-merkel-treibt-der-union-die-ideologie-aus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

