<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>blogsgesang.de &#187; Tibet</title>
	<atom:link href="http://www.blogsgesang.de/tag/tibet/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.blogsgesang.de</link>
	<description>Blog zu Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Welt-Anschauung von Peter Richter (pri) und Rudolf Hempel (rhe)</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 18:47:35 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Koch-Show mit Dalai Lama</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2008/05/15/koch-show-mit-dalai-lama/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2008/05/15/koch-show-mit-dalai-lama/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 May 2008 13:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Dalai Lama]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeben]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/2008/05/15/koch-show-mit-dalai-lama/</guid>
		<description><![CDATA[Am gegenw&#228;rtigen Umgang mit China zeigt sich einmal mehr der zutiefst provinzielle Charakter deutscher Politik. W&#228;hrend in den Nachrichten aus der Provinz Sichuan die Zahl der Erdbebenopfer &#252;ber die 50000 hinausschnellt, w&#228;hrend 100000 Soldaten und kaum weniger zivile Helfer unaufh&#246;rlich versuchen, unter kompliziertesten Bedingungen Menschenleben zu retten, w&#228;hrend immer mehr Menschen rund um den Erdball [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Am gegenw&#228;rtigen Umgang mit China zeigt sich einmal mehr der zutiefst provinzielle Charakter deutscher Politik. W&#228;hrend in den Nachrichten aus der Provinz Sichuan die Zahl der Erdbebenopfer &#252;ber die 50000 hinausschnellt, <span id="more-360"></span>w&#228;hrend 100000 Soldaten und kaum weniger zivile Helfer unaufh&#246;rlich versuchen, unter kompliziertesten Bedingungen Menschenleben zu retten, w&#228;hrend immer mehr Menschen rund um den Erdball Solidarit&#228;t &#252;ben, gibt es f&#252;r deutsche Parteipolitiker kein wichtigeres China betreffendes Thema als – ob, wer, wann, wo und wie lange den zuf&#228;llig gerade in Deutschland weilenden <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0515/feuilleton/0003/index.html">Dalai Lama </a>allein zu dem Zwecke empf&#228;ngt, gegen&#252;ber China ein wenig die Faust zu ballen.</p>
<p>Es geht der Politik nicht um die sonst so gern um fehlender Menschenrechte bedauerten einfachen Chinesen, die gegenw&#228;rtig um das wichtigste Menschenrecht, ihr nacktes Leben, k&#228;mpfen, es geht ihr auch nicht wirklich um den religi&#246;sen F&#252;hrer der Tibeter, den sie l&#228;ngst zum Joker im eigenen machtpolitischen Spiel verkommen lie&#223; – ihr geht es nur um die Fortsetzung alter ideologisch gepr&#228;gter Machtdemonstration und nicht zuletzt um <a target="_blank" href="http://www.freitag.de/2008/20/08200501.php">Gel&#228;ndegewinn vor kommenden Wahlk&#228;mpfen</a>. Das gro&#223;e und mit seinem unerwarteten wirtschaftlichen Aufschwung zunehmend zum Konkurrenten werdende China macht westlichen Politikern Angst; der im kalten Krieg jahrzehntelang einge&#252;bte Reflex hei&#223;t Abwehr, Diffamierung, Konfliktaufbau. Und zu Hause schielt man auf die Schlagzeilen, die eine &#252;berwiegend ebenfalls derart ideologisch gepr&#228;gte Medienlandschaft zu liefern verspricht.</p>
<p>Den Chinesen in ihrer derzeitigen Not hilft das alles nichts – und soll es auch gar nicht. Es hilft nicht einmal dem Dalai Lama, wenn ausgerechnet ein Roland Koch sich zum f&#252;hrenden Menschenrechtler des Landes aufschwingt und sich als sein bester Freund geriert, was der Dalai Lama freilich kritiklos geschehn l&#228;sst. Seine Rolle in der Koch-Show ist die eines Statisten, den man gegen den politischen Gegner hierzulande ebenso in Stellung zu bringen versteht wie gegen den neuen global player in Asien. Es ist eine kurzsichtige, wenig souver&#228;ne Politik – ganz auf den Niveau provinzieller Tingeltangel-Darbietungen.</p>
<p></font></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2008/05/15/koch-show-mit-dalai-lama/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum f&#228;hrt Ministerin Schavan ins schurkische China?</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2008/04/15/warum-faehrt-ministerin-schavan-ins-schurkische-china/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2008/04/15/warum-faehrt-ministerin-schavan-ins-schurkische-china/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2008 14:41:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Bush]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Menschnrechtspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Schavan]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/2008/04/15/warum-faehrt-ministerin-schavan-ins-schurkische-china/</guid>
		<description><![CDATA[Man reibt sich vor &#220;berraschung die Augen: W&#228;hrend landauf, landab ganz ernsthaft dar&#252;ber diskutiert wird, ob Sportler zu den Olympischen Spielen nach Peking reisen d&#252;rfen, machte sich Bundesforschungsministerin Annette Schavan heimlich, still und leise ohne vorherige &#246;ffentliche Er&#246;rterung auf die Reise dorthin. Selbst der Bildzeitung bereitete das Bauchschmerzen; sie holte von der Merkel-Vertrauen schnell noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Man reibt sich vor &#220;berraschung die Augen: W&#228;hrend landauf, landab ganz ernsthaft dar&#252;ber diskutiert wird, ob Sportler zu den Olympischen Spielen nach Peking reisen d&#252;rfen, machte sich Bundesforschungsministerin Annette Schavan heimlich, still und leise ohne vorherige &#246;ffentliche Er&#246;rterung auf die Reise dorthin. <span id="more-354"></span>Selbst der <a target="_blank" href="http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/04/13/regierung-warnt-china/vor-unterdrueckung-der-tibeter,geo=4255578.html">Bildzeitung</a> bereitete das Bauchschmerzen; sie holte von der Merkel-Vertrauen schnell noch ein paar scharfe Worte ein, die ihren unzeitgem&#228;&#223;en Trip offensichtlich rechtfertigen sollen.</p>
<p>Dennoch zeigt der Vorgang das ganze Ausma&#223; von Heuchelei, das Politiker und die meisten Medien in der Tibet-Problematik gegenw&#228;rtig umtreibt. W&#228;hrend sorgsam im Dunkeln gelassen wird, was in Tibet tats&#228;chlich vor sich geht, wie dort die sozialen Verh&#228;ltnisse sind, wovon die Menschen wie leben, welche Rolle die zahlreichen M&#246;nche – wie viele sind es eigentlich, was ist ihre Funktion, wovon ern&#228;hren sie sich? – spielen, was die einfachen Tibeter von ihrer Religion halten, was sie ihnen bringt, was sie von ihnen fordert – w&#228;hrend man &#252;ber all das also kaum etwas lesen, h&#246;ren oder sehen kann und auch nichts Konkretes &#252;ber die Vorstellungen der Tibeter zur Modernisierung und Entwicklung ihrer Region und worin diesbez&#252;glich die Differenzen mit den Chinesen bestehen, ist ihr Feind, der rote Drache, bis ins letzte Detail erkannt und wird in den schrecklichsten Farben beschrieben.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist es nicht unglaubw&#252;rdig, dass die chinesische F&#252;hrung wenig sensibel, sondern mit brutaler Gewalt gegen kritische Regungen in ihrem Land vorgeht; daf&#252;r hat es Beispiele gegeben, und wer selbst einmal im »sozialistischen Lager« gelebt hat, kennt die Methoden einer autorit&#228;ren F&#252;hrung im Umgang mit oppositionellen Geistern oder gar Massenbewegungen. Er wei&#223; aber auch, dass durch Druck und ultimative Forderungen bei einer solchen Regierung nichts zu erreichen ist. Es ist – noch eine &#220;berraschung – ausgerechnet <a target="_blank" href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Fragen-des-Tages-Tibet-Dalai-Lama-Olympia;art693,2512551">George W. Bush</a>, der sich sonst keine Gelegenheit entgehen l&#228;sst, einen »Schurkenstaat« vorzuf&#252;hren, der vorsichtig agiert. Er jedenfalls will sich einen Boykott der Olympischen Spiele nicht vorschreiben lassen (obwohl es auf ihn pers&#246;nlich dort wohl am wenigsten ankommt) und er verlangt ihn auch nicht von seinen Sportlern, was hiesige Politiker teilweise ganz anders sehen.</p>
<p>Aber vielleicht hat man hierzulande viel mehr und schlimmere Informationen &#252;ber Tibet als in den USA; dann jedoch w&#228;re es angezeigt, Konsequenz zu beweisen und eben nicht selbst nach China zu fahren, w&#228;hrend man dies anderen im gleichen Atemzug zu verbieten nicht ausschlie&#223;t. Oder wird Frau Schavan im »Free-Tibet-T-Shirt« vor ihre chinesischen Gastgeber treten, wenigstens ein passendes Armband am Handgelenk tragen? Die Frage zeigt bereits die ganze L&#228;cherlichkeit der Debatte, denn nat&#252;rlich wird die Ministerin die diplomatischen Regeln einhalten und die Chinesen nicht provozieren. Die <a target="_blank" href="http://www.morgenweb.de/region/heppenheim/20080414_srv0000002413921.html">olympischen Regeln </a>jedoch werden schnell zur Disposition gestellt – von jenen, die darunter garantiert nicht zu leiden haben, aber heftig alle kritisieren, die ihnen nicht sofort lauthals Beifall zollen.</p>
<p>Wie zum Beispiel die <a href="http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1417188/default.aspx/wirtschaft-besorgt-ueber-kritische-china-debatte.html">deutsche Wirtschaft</a>, die mit 3000 (!) Firmen in China vertreten ist, die allein 2007 dort 1,5 Milliarden Euro investierten und zugleich 54 Milliarden Euro an Exporterl&#246;sen erwirtschafteten. Auch sie wird sich ein solches Gesch&#228;ft nicht entgehen lassen – schon gar nicht auf der Basis der sehr vagen und unvollst&#228;ndigen Berichte aus Tibet, die – wenn sie sich doch einmal aus dem »politisch korrekten« Mainstream l&#246;sen – ein weit <a target="_blank" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/127116.html">weniger eindeutigeres Bild </a>zeichnen. Dennoch fordern jetzt Politiker, die sich sonst ihrer Realit&#228;tssicht r&#252;hmen, auch hier Korrekturen; dem k&#246;nnte man ja folgen, wenn die gleichen Politiker dann nicht morgen Krokodilstr&#228;nen &#252;ber die so verspielten Arbeitspl&#228;tze verg&#246;ssen.</p>
<p>Somit entpuppt sich das Tibet-Spektakel, wie es Regierung und viele Medien vorf&#252;hren, als ein propagandistisches Schauspiel, bei dem es weder um die die Menschen in Tibet und deren Belange geht noch um tats&#228;chliche Fortschritte f&#252;r eine Demokratisierung in China. Vielmehr soll damit aus innen- und mehr noch sogar parteipolitischen Gr&#252;nden eine verfehlte, weil allein symbolhafte Menschenrechtspolitik demonstriert werden, und eine Bundeskanzlerin will zugleich ihren unbedachten, den Beziehung zu China abtr&#228;glichen Umgang mit dem Dalai Lama rechtfertigen.</p>
<p></font></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2008/04/15/warum-faehrt-ministerin-schavan-ins-schurkische-china/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tibet und der »Pluralismus« der Medien</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2008/03/28/tibet-und-der-pluralismus-der-medien/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2008/03/28/tibet-und-der-pluralismus-der-medien/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Mar 2008 23:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/2008/03/28/tibet-und-der-pluralismus-der-medien/</guid>
		<description><![CDATA[Seit den Tagen der DDR hat sich eine deutsche Medienlandschaft – selbst die sich links verstehende Wochenzeitung »Freitag« ist davon nicht frei – nicht mehr so einm&#252;tig – und damit einseitig – gegen einen »Feind« formiert wie gegenw&#228;rtig bei der Behandlung der Situation in Tibet. Wie im kruden Parteijournalismus steht auch jetzt in der Berichterstattung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Seit den Tagen der DDR hat sich eine deutsche Medienlandschaft – selbst die sich links verstehende Wochenzeitung <a target="_blank" href="http://www.freitag.de/2008/13/08130601.php">»Freitag«</a> ist davon nicht frei – nicht mehr so einm&#252;tig – und damit einseitig – gegen einen »Feind« formiert wie gegenw&#228;rtig bei der Behandlung der Situation in Tibet. <span id="more-347"></span>Wie im kruden Parteijournalismus steht auch jetzt in der Berichterstattung dar&#252;ber von vornherein fest, wer der Gute und wer der B&#246;se ist. Differenzierung und Zwischent&#246;ne, stets der Ausweis wirklichkeitsnaher Information, sind Fehlanzeige.</font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Das bedeutet nicht nur, dass alles, was nicht in dieses propagandistische Bild passt, zum Beispiel gewaltsame Ausschreitungen tibetischer Jugendlicher gegen Chinesen, bagatellisiert und faktisch gerechtfertigt wird – eine Gro&#223;z&#252;gigkeit gegen&#252;ber Gewalt, die bei vergleichbaren Vorf&#228;llen anderswo und auch hierzulande nat&#252;rlich – mit Recht – nicht ge&#252;bt wird. Es bedeutet auch, dass die chinesischen Beh&#246;rden tun oder lassen k&#246;nnen, was sie wollen – es ist immer falsch. Werden Journalisten aus Tibet ausgewiesen, ist das Willk&#252;r, d&#252;rfen einige zur&#252;ckkehren, sind sie »handverlesen«. Wird Kritik an der chinesischen Tibetpolitik brutal unterbunden, kann die Emp&#246;rung nicht gro&#223; genug sein. L&#228;sst man aber – wie jetzt in Lhasa – rebellische M&#246;nche ausf&#252;hrlich gegen&#252;ber den »handverlesenen« Journalisten zu Wort kommen, gilt das lediglich als eine gro&#223;e Blamage f&#252;r Peking, weil als Beleg, dass die chinesischen Sicherheitsleute den Protest eben doch nicht verhindern konnten.</font><font size="2" face="Arial"> </font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Diese parteiliche Sicht ist umso auff&#228;lliger, weil sie ihr <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E713DA7DC7D564F7887103E84D8AFD633~ATpl~Ecommon~Scontent.html">spiegelbildliches Pendant </a>auf der anderen, der chinesischen Seite, hat. Dort wird die Situation in Tibet genau umgekehrt gesehen – doch von China mit seinem vulg&#228;rsozialistischen, totalit&#228;ren Medienverst&#228;ndnis hatte man nichts anderes erwartet; dass aber »freien Medien« mit ihrem pluralistischem Anspruch auch nichts anderes einf&#228;llt, verbl&#252;fft dann doch. Ein realistisches, was auch hei&#223;t widerspr&#252;chliches Bild der Lage in Tibet erforderte zum Beispiel die ungeschminkte Darstellung der Lebenslage der Tibeter in Vergangenheit wie Gegenwart, die Reflexion der Rolle der tibetischen Religion im Leben der Menschen, der von ihr ausgehenden Faszination ebenso wie ihrer mittelalterlichen, menschenfeindlichen Z&#252;ge. Es w&#228;re zu untersuchen, warum zu Friedfertigkeit erzogene M&#246;nche in Gewalt explodierten, welche Rolle dabei zum einen die r&#252;cksichtslose Modernisierung durch den chinesischen Turbo-Kapitalismus und zum anderen die gro&#223;e Gemeinde der Exil-Tibeter spielte, die l&#228;ngst nicht mehr die strengen religi&#246;sen Traditionen lebt. Viele weitere Fragen lie&#223;en sich denken; auf sie alle wird in den Medien so gut wie nicht eingegangen. Statt dessen vordergr&#252;ndige Stimmungsmache, oberfl&#228;chliche Interpretation und kurzschl&#252;ssige Urteile, denn Leser, H&#246;rer und Zuschauer nur glauben oder nicht glauben k&#246;nnen; zur eigenen Meinungsbildung erhalten sie keine Hilfestellung.</font><font size="2" face="Arial"> </font></p>
<p><font size="2" face="Arial">Dabei steht nicht zur Debatte, dass China etwa richtig mit den Tibetern umgehe, nur zum Wohle dieses Landesteils agiere; diesbez&#252;gliche Fehlentwicklungen und &#220;berreaktionen geh&#246;ren ebenso in ein zutreffendes Gesamtbild. Das aber kann nur stimmig sein, wenn es nicht im Schwarz-Wei&#223;-Kontrast gehalten ist, sondern alle Schattierungen und Abstufungen aufweist, die nun einmal unsere Wirklichkeit auch ausmachen. Mit einer in Zeiten des »kalten Krieges« einge&#252;bten ideologischen Betrachtungsweise ist das allerdings nicht zu leisten.</font></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2008/03/28/tibet-und-der-pluralismus-der-medien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fremde Heilsbringer in Tibet wie in Afghanistan</title>
		<link>http://www.blogsgesang.de/2008/03/17/fremde-heilsbringer-in-tibet-wie-in-afghanistan/</link>
		<comments>http://www.blogsgesang.de/2008/03/17/fremde-heilsbringer-in-tibet-wie-in-afghanistan/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 15:20:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>oberblogsaenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Minibuch]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Dalai Lama]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blogsgesang.de/2008/03/17/fremde-heilsbringer-in-tibet-wie-in-afghanistan/</guid>
		<description><![CDATA[Glauben sollte man, was Tibet betrifft, weder der einen noch der anderen Seite. China kanalisiert nat&#252;rlich die Informationen &#252;ber die Krise, &#228;hnlich wie wir das aus der DDR kannten. Deshalb war jetzt von friedlichen Demonstrationen tibetischer M&#246;nche nichts zu sehen, sondern nur von gewaltsamen Ausschreitungen, die in jedem Land der Welt mit der geballten Macht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2" face="Arial">Glauben sollte man, was Tibet betrifft, weder der einen noch der anderen Seite. China kanalisiert nat&#252;rlich die Informationen &#252;ber die Krise, &#228;hnlich wie wir das aus der DDR kannten. Deshalb war jetzt von friedlichen Demonstrationen tibetischer M&#246;nche nichts zu sehen, sondern nur von gewaltsamen Ausschreitungen, die in jedem Land der Welt mit der geballten Macht der zust&#228;ndigen Kr&#228;fte beendet werden, auch hierzulande selbstverst&#228;ndlich. Westliche Medien wiederum bagatellisieren diese Gewalt <span id="more-343"></span>und r&#252;cken das drakonische Vorgehen von chinesischer Polizei und Milit&#228;r in den Vordergrund, beklagen die Verletzung von Menschen – und Freiheitsrechten. Damit ideologisieren sie den Konflikt in bew&#228;hrter Manier, obwohl die Ursachen f&#252;r die <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541758,00.html">Auseinandersetzungen</a> viel tiefer liegen.</p>
<p>China hat in den vergangenen Jahrzenten das einst fast mittelalterliche Tibet wirtschaftlich entwickelt und modernisiert. Das ging einher mit einer »Chinesierung« des Landes; Normen und gesellschaftliche Regeln des riesigen Nachbarn wurden auf die kleine Bergrepublik mit ihrer ganz eigenen Kultur &#252;bertragen, dazu kamen Tausende Einwanderer, die bald das Wirtschaftsleben beherrschten. Zwangsl&#228;ufige Folge war die Minderung der Rolle der Religion, die bis dahin durch den Dalai Lama auch die weltliche Macht verk&#246;rperte. Im Ansatz verfolgte China damit eine &#228;hnliche Politik in Tibet wie zum Beispiel die USA in der islamischen Welt – n&#228;mlich einer anderen Kultur die eigene Sichtweise aufzuzwingen, sie an das eigene Bild anzugleichen, zu assimilieren, um sie dadurch beherrschen zu k&#246;nnen. China versuchte das allerdings viel konsequenter als die USA durch &#246;konomische Entwicklung – man denke nur an die k&#252;rzlich vollendete Tibet-Bahn – und bislang weniger durch Gewalt oder gar Krieg, das bevorzugte US-amerikanische Instrument.</p>
<p>Im Ergebnis jedoch f&#252;hlen sich viele Tibeter von fremden Heilsbringern dominiert, ihrer eigenen Kultur entfremdet und lehnen sich dagegen auf. Darin &#228;hneln sie durchaus den Afghanen, f&#252;r die noch die milit&#228;rische Brutalit&#228;t hinzukommt, zu der China nun offensichtlich auch greift. Auch die Afghanen wollen nicht an eine andere Kultur angepasst leben, sondern ihre eigenen – und seien es &#252;berholte Traditionen, so sehr ihnen die R&#252;ckw&#228;rtsgewandtheit der Taliban zuwider sein mag. Sie haben – wie Tibet – das Pech, das gro&#223;e M&#228;chte sie in ihrem strategischen Spiel haben, ihnen bleibt nur der Widerstand, letztlich auch in seiner blutigen Form.</p>
<p>Damit aber stellt sich in Tibet wie Afghanistan eine Grundfrage gesellschaftlicher Entwicklung: Inwieweit ist es sinnvoll oder &#252;berhaupt m&#246;glich, unterschiedliche Kulturen im Zuge der Globalisierung zu vereinheitlichten? Kann man den Menschen, indem man ihnen ein wenig den Geldbeutel f&#252;llt, die kulturelle Identit&#228;t abkaufen? Offensichtlich nicht, weder mit Gewalt noch mit Entwicklung. Es bedarf vielmehr des Respekts vor der Seele der Menschen – ein Faktor, den die global player, gleich welcher Couleur, allerdings nicht auf ihrer Rechnung haben.</p>
<p></font></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.blogsgesang.de/2008/03/17/fremde-heilsbringer-in-tibet-wie-in-afghanistan/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

