Archiv für die Kategorie ‘Geschichtsbuch’

Deutscher Herbst

Dienstag, 06. November 2018

(pri) Der Niedergang der DDR im Herbst 1989 und die derzeitige politische Krise der Bundesrepublik sind gewiss nicht auf einen Nenner zu bringen. Und dennoch gibt es Parallelen, die auf Gesetzmäßigkeiten verweisen, die über alle Systeme und Regierungsformen hinweg gültig sind. Zum Beispiel: Wenn eine Regierung die Erwartungen und Bedürfnisse der Bürger auf Dauer missachtet, ist ihr Scheitern vorprogrammiert. (mehr …)

Jamaika und die Erosion des Parteienstaats

Dienstag, 21. November 2017

(pri) Die Dominanz der globalisierten Wirtschaft entzieht der etablierten Politik ihre Massenbasis und führt zur Herausbildung heterogener sozialer Bewegungen. Das birgt Gefahren, eröffnet aber auch Chancen. (mehr …)

„Meinst Du, die Russen wollen Krieg?“

Donnerstag, 28. Juli 2016

„Russenlager und Zwangsarbeit – Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener“

(rhe). Aktuell über die Zeiten – eine Ausstellung, die seit Jahren nicht nur ihre Besucher sondern auch die politische Klasse unseres Landes zum Vor-und Weiterdenken auffordert. In den deutsch-russischern Beziehungen sollte sie als ein Appell der Mahnung zur weiteren Wiedergutmachung verstanden werden. Bis heute sind Bundestag und Bundesregierung trotz mehrerer Petitionen des Vereins „Kontakte-Kontakty“ sowie Bemühungen der Oppositionsparteien Grüne und Linke nicht bereit sowjetische Kriegsgefangene als NS-Opfer anzuerkennen. (mehr …)

Egon Bahr: Verhandeln ist auch Vertrauenssache

Freitag, 21. August 2015

(pri) – Was Egon Bahr vor 21 Jahren in einem Gespräch über SPD-Deutschlandpolitik, Kohls roten Teppich, diplomatisches »Spielmaterial« und das Problem der PDS sagte

Egon Bahr, Jahrgang 1922, sein Leben lang, das gestern endete, inten­siv mit den deutsch-deutschen Beziehungen beschäftigt – als Staatssekretär im Bundes­kanzleramt und Bevollmächtigter der Bundesregierung in Berlin, als Bundesminister für besondere Aufgaben, als SPD-Bundesgeschäftsführer und zum Zeitpunkt des Interviews als Direktor des Instituts für Friedensforschung und Si­cherheitspolitik der Universi­tät Hamburg. Als einer der be­sten Sachkenner der Ost- und Deutschlandpolitik der SPD plädierte er für Ehrlichkeit und Seriosität bei der Diskussion über deren Inhalte und For­men. (mehr …)

Helmut Kohl wird 85: Vermächtnis eines Machtmenschen

Donnerstag, 02. April 2015

(pri) Warum eigentlich prozessiert Helmut Kohl so ausdauernd und gewiss auch kostenträchtig gegen Heribert Schwan, Tilman Jens und ihr Buch »Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle«? Wo er doch all dies, was er dem Ghostwriter über seine politische Laufbahn, die mehr oder minder getreuen Gefährten, Kämpfe, Intrigen, Siege, weniger Niederlagen verriet, ein gutes Jahr darauf noch einmal den Fernsehjournalisten Stephan Lamby und Michael Rutz aufs Videoband sprach. Gewiss, er wiederholte nicht alle Verbalinjurien (mehr …)

Der Westen – an sich selbst scheiternd

Samstag, 21. März 2015

(pri) Wenn der Historiker sich allzu sehr der Gegenwart nähert, begibt er sich in aller Regel auf Glatteis. Heinrich August Winkler, der als der Doyen hiesiger Geschichtsschreibung gilt, ist dem nicht entgangen, als er jetzt im vierten Band der »Geschichte des Westens« bis zum November 2014 ausgreift. Doch für »Die Zeit der Gegenwart« fehlen dem Historiker fast alle Instrumente. (mehr …)

Vor 25 Jahren – Vom Runden Tisch an die Spitze des Kabinetts

Mittwoch, 18. März 2015

(pri) Heute vor 25 Jahren fanden in der DDR die letzten Volkskammerwahlen statt – erstmals mit konkurrierenden Parteienlisten und einem erbitterten Wahlkampf. Sieger dieser Wahl wurde die »Allianz für Deutschland«, eine von der westdeutschen CDU erdachte Schöpfung, die unter Helmut Kohls maßgeblicher Leitung sechs Wochen zuvor in Westberlin aus der Taufe gehoben und zwei Wochen vor dem Wahlgang in Bonn mit einem Programm versehen worden war. Ihre Hauptkraft war die damalige DDR-CDU (mehr …)

In Thüringen hat der Souverän gewonnen

Freitag, 05. Dezember 2014

(pri) Nach wochenlanger Debatte um das Für und Wider, nach teils verständlicher, teils künstlich hochgeschaukelter Erregung, nach Schlammschlacht und dem rumpelstilzchen-ähnlichen Gebaren der Führung der Landes-CDU hat am Ende doch Volkes Stimme gesiegt. Die Thüringer wollten nach 24-jähriger Herrschaft der Union den Wechsel, und drei Parteien – die Linke, die SPD und die Grünen – haben ihn professionell organisiert. (mehr …)

An der Mauer blieb niemand ohne Verletzungen

Sonntag, 09. November 2014

(pri) Wenn heute die 25. Wiederkehr des Mauerfalls gefeiert wird, dann stehen ganz selbstverständlich jene im Vordergrund, die diese Mauer überwunden haben – vor allem die DDR-Bürger, die mit ihrem so unerschrockenen wie gewaltfreien Protest das Betonmonument erodieren ließen, bis es zusammenbrach. Aber natürlich auch jene, die schon in den 27 Jahren des Bestehens des »Schutzwalls« diesen zu überwinden vermochten, auf welche Weise auch immer. Sie gelten heute in der Regel als Helden, werden gefeiert (mehr …)

Der 4. November 1989 und eine stille Sehnsucht

Dienstag, 04. November 2014

(pri) Nein, zu einer großen Siegesfeier der alten Bundesrepublik über die DDR wird der derzeit allgegenwärtige Rückblick auf 1989/90 nicht werden – den verbissenen Bemühungen, möglichst alle seither in die Welt gesetzten Klischees über den anderen deutschen Staat noch einmal im Zeitraffer Revue passieren zu lassen, zum Trotz. Vielmehr entwickelt sich in diesen Tagen eine engagierte Debatte, die nicht nur dieses ideologisch geprägte Geschichtsbild in Frage stellt, sondern auch zu ergründen versucht, was denn an dieser DDR, die noch immer so viele Versteher und gar Verteidiger hat, wirklich dran war. (mehr …)